{"id":22658,"date":"2022-02-21T10:20:58","date_gmt":"2022-02-21T09:20:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12390"},"modified":"2022-02-21T10:20:58","modified_gmt":"2022-02-21T09:20:58","slug":"union-investment-geldpolitische-normalisierung-sorgt-fuer-regimewechsel-an-den-kapitalmaerkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-geldpolitische-normalisierung-sorgt-fuer-regimewechsel-an-den-kapitalmaerkten\/","title":{"rendered":"Union Investment: Geldpolitische Normalisierung sorgt f\u00fcr Regimewechsel an den Kapitalm\u00e4rkten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment : An den Kapitalm\u00e4rkten wird die geldpolitische Normalisierung auch weiterhin f\u00fcr Turbulenzen sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Davon ist Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zust\u00e4ndig f\u00fcr Portfoliomanagement und Immobilien, \u00fcberzeugt. \u201eDie B\u00f6rsen suchen nach einem neuen Gleichgewicht\u201c, sagte er nach dem holprigen Jahresstart. \u201eDie geldpolitische Wende und deren Wirkung auf Inflationserwartungen und den konjunkturellen Ausblick werden die M\u00e4rkte dieses Jahr besch\u00e4ftigen. Es wird eher ein schwankungsintensives B\u00f6rsenjahr, daher ist aktives Management entscheidend f\u00fcr den Anlageerfolg.\u201c Auch wenn die Zuw\u00e4chse geringer als im Vorjahr ausfallen d\u00fcrften, so blieb Wilhelm vor dem Hintergrund eines positiven Wachstumsausblicks insgesamt konstruktiv. Anlegern empfahl er vor allem Investments in Aktien und Rohstoffe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Handelswochen 2022 gaben laut Wilhelm einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Monate. \u201eDie hohe Inflation h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckiger als gedacht und zwingt die Zentralbanken zu schnellerem Handeln\u201c, erl\u00e4uterte er. Die \u00fcberraschend z\u00fcgige Einleitung der geldpolitischen Wende hat seit Jahresanfang zu sp\u00fcrbar anziehenden Renditen bei sicheren Staatsanleihen gef\u00fchrt. \u201eF\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte fehlt der R\u00fcckenwind der ultralockeren Geldpolitik der letzten Jahre. Darauf reagieren die Bewertungen auch bei anderen Anlageklassen wie Aktien sensibel.\u201c Als verl\u00e4ssliche Marktst\u00fctze erwiesen sich hingegen die robusten Konjunkturdaten sowie die solide Ertragslage der Unternehmen. \u201eDas Spannungsfeld zwischen guter Fundamentalentwicklung und steigenden Zinsen wird dieses Jahr weiter pr\u00e4gen\u201c, prognostizierte Wilhelm.<\/p>\n<p><strong>Volatile M\u00e4rkte zwischen geldpolitischer Normalisierung und Hochdruckzyklus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anhaltende Unterst\u00fctzung erwartete er von der Wachstumsseite. \u201eDie Weltwirtschaft w\u00e4chst weiter dynamisch und durchl\u00e4uft gerade einen Hochdruckzyklus.\u201c In den Vereinigten Staaten d\u00fcrfte das Bruttoinlandsprodukt 2022 um 3,7 Prozent zulegen, im Euroraum sogar um 4,1 Prozent. Damit sollten beide Wirtschaftsr\u00e4ume erneut \u00fcber ihrer Potenzialrate wachsen. Entscheidend wird sein, wie rasch und vor allem wie weit die Zentralbanken die Zinsen nach oben schleusen m\u00fcssen, um Inflationsgefahren im Griff zu behalten. Der geldpolitische Zyklus hat zuletzt schneller gedreht als erwartet. An das neue geldpolitische Regime passen sich die M\u00e4rkte gerade noch an. \u201eDie gro\u00dfe Frage lautet, ob die Zentralbanken \u00fcber das erwartete Ma\u00df hinaus straffen m\u00fcssen, um vor die Kurve zu kommen und damit potenziell den Aufschwung gef\u00e4hrden\u201c, erkl\u00e4rte Wilhelm.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Zinswende mit Augenma\u00df<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seiner Ansicht nach d\u00fcrften Entspannungen bei der Inflation im Jahresverlauf unter anderem durch eine abnehmende Lieferkettenproblematik daf\u00fcr sorgen, dass sich der Zinserh\u00f6hungszyklus nicht weiter beschleunigt. \u201eWir rechnen im September 2022 mit einem Stopp der EZB-Anleiheank\u00e4ufe\u201c, erl\u00e4uterte er. \u201eNach elfeinhalb Jahren d\u00fcrfte es im Dezember so weit sein, dass im Euroraum der Leitzins wieder steigt.\u201c Etwas z\u00fcgiger sollte die geldpolitische Normalisierung in den USA ablaufen. Dort rechnet Wilhelm f\u00fcr 2022 mit insgesamt f\u00fcnf Leitzinsanhebungen von jeweils 25 Basispunkten. Au\u00dferdem d\u00fcrfte die US-Notenbank Fed in der zweiten Jahresh\u00e4lfte mit dem Abbau ihrer Bilanzsumme beginnen, indem sie f\u00e4llig werdende Anleihen nicht reinvestiert. \u201eMit einer solchen geldpolitischen Normalisierung k\u00f6nnen die Kapitalm\u00e4rkte gut umgehen, zumal die Geldpolitik damit dann immer noch historisch locker bliebe\u201c, fasste Wilhelm seine Erwartung zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie aktuell hohe Teuerung ist auch auf eine Mischung aus coronabedingten Sonderfaktoren und hohen Energiepreisen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Preisdruck wird aber nicht dauerhaft so stark bleiben, sondern zun\u00e4chst wieder abnehmen\u201c, meinte Wilhelm. Allerdings rechnet er nicht mit R\u00fcckg\u00e4ngen auf alte Niveaus. \u201eWir werden uns nach dem Ende der Corona-Pandemie an eine etwas h\u00f6here Inflation gew\u00f6hnen m\u00fcssen.\u201c F\u00fcr die Eurozone erwartet Wilhelm einen Anstieg des Verbraucherpreisindex um 4,5 Prozent im Jahresdurchschnitt, gefolgt von nur noch 1,7 Prozent 2023. F\u00fcr Deutschland prognostizierte er Werte von 4,3 Prozent (2022) beziehungsweise 2,0 Prozent (2023).<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Steigende Renditen, aber kein \u201eBond-Crash\u201c<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Kapitalm\u00e4rkten ging Wilhelm von einer Fortsetzung des Trends anziehender Renditen bei sicheren Anleihen aus. \u201eWir rechnen mit weiter steigenden Renditen in den \u201asicheren H\u00e4fen\u2018, aber nicht mehr im Tempo der vergangenen Wochen.\u201c Ende 2022 erwartet der Kapitalmarktstratege bei zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihen Renditen von 0,35 Prozent, bei laufzeitgleichen US-Treasuries Renditen von 2,1 Prozent. \u201eMit sicheren Anleihen lassen sich 2022 keine positiven Realrenditen erwirtschaften\u201c, folgerte Wilhelm und riet deshalb den Anlegern, sich nach Alternativen umzuschauen. Anleihen aus der Euro-Peripherie h\u00e4lt er dabei nur noch f\u00fcr bedingt aussichtsreich. \u201eDie wirtschaftliche und politische Entwicklung ist gut, aber die Renditen stehen durch den R\u00fcckzug der EZB als K\u00e4ufer vom Anleihemarkt unter Aufw\u00e4rtsdruck\u201c, erkl\u00e4rte er.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Segment der Unternehmensanleihen steht im Spannungsfeld von weiterhin hoher Kreditqualit\u00e4t und den Anpassungsschmerzen gegen\u00fcber einem ge\u00e4nderten geldpolitischen Regime mit abnehmender Liquidit\u00e4t. An den Kreditm\u00e4rkten gilt es, zuk\u00fcnftig noch selektiver vorzugehen. Interessant scheinen ausgesuchte kurzlaufende hochverzinsliche Papiere und Anleihen aus Regionen, in denen der Zinserholungszyklus bereits weit fortgeschritten ist. \u201eF\u00fcr risikobereite Investoren bietet Osteuropa interessante M\u00f6glichkeiten\u201c, nannte Wilhelm ein Beispiel.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Gewinne unterst\u00fctzen Aktien<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gr\u00f6\u00dften Chancen sieht Wilhelm weiter bei Aktien und Rohstoffen. \u201eDie Berichtssaison hat die robuste Gewinndynamik erneut best\u00e4tigt. Fundamental ist der Aktienmarkt in einer guten Verfassung\u201c, sagte er. Aber: \u201eSteigende Zinsen setzen die Bewertungen unter Druck und begrenzen das Kurspotenzial.\u201c Mit Blick auf Stile, Regionen und Branchen riet er zu einem balancierten Ansatz. \u201eDie Attraktivit\u00e4tsunterschiede zwischen Value und Growth beginnen sich zu nivellieren\u201c, konkretisierte Wilhelm. \u201eAktives Stock-Picking bleibt entscheidend f\u00fcr den Anlageerfolg, denn am Ende kommt es auf die Situation des jeweiligen Unternehmens an.\u201c Besondere Chancen sieht Wilhelm bei Unternehmen mit Gesch\u00e4ftsmodellen, die von der nachhaltigen Transformation profitieren. \u201eDieser Megatrend steht erst am Anfang und wird erhebliche Gewinnpotenziale er\u00f6ffnen\u201c, ist er \u00fcberzeugt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Hochdruckzyklus und nachhaltige Transformation als Booster f\u00fcr Rohstoffe<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wirkungen dieses \u201egr\u00fcnen Umbaus\u201c der Volkswirtschaften sieht Wilhelm nicht auf Aktien begrenzt. Auch die ben\u00f6tigten Rohstoffe d\u00fcrften weiter zulegen, insbesondere die von einigen Industriemetallen. Gerade der Umstieg von Verbrennern auf Elektromotoren in der Automobilindustrie wirkt sich hier deutlich aus. \u201eF\u00fcr ein Elektrofahrzeug werden ganz andere Metalle gebraucht als f\u00fcr einen klassischen Verbrenner. Die Nachfrage nach Kupfer und Nickel sollte daher in den kommenden Jahren gut unterst\u00fctzt bleiben.\u201c Gleichzeitig haben viele Rohstofffirmen in den letzten Jahren Investitionen deutlich zur\u00fcckgefahren, und das Angebot hat sich verknappt. \u201eDie Mischung aus angestiegener Nachfrage und stagnierendem Angebot f\u00fchrt zu Marktdefiziten und Preiszuw\u00e4chsen bei vielen Rohstoffen. Diese Situation wird auch 2022 anhalten\u201c, erl\u00e4uterte Wilhelm.<\/p>\n<p><strong>Immobilien bleiben wichtiger Anlagebaustein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immobilien h\u00e4lt der Kapitalmarktstratege angesichts des insgesamt weiter robusten konjunkturellen Ausblicks und des niedrigen Zinsniveaus nach wie vor f\u00fcr einen wichtigen Baustein im Depot. Im laufenden Jahr erwartet er eine Fortsetzung der Erholung von den Folgen der Pandemie, sowohl bei den Investment- als auch bei den Vermietungsm\u00e4rkten. \u201eEs bieten sich in den besonders pandemiebetroffenen Sparten Chancen, zum Beispiel im Hotelbereich. Gerade hier gilt es aber, auf die Krisenresilienz der Objekte zu achten\u201c, meinte er. In diesem Zusammenhang verwies Wilhelm au\u00dferdem auf die anhaltende Robustheit von Wohnimmobilien, die von den Verwerfungen der Pandemie kaum betroffen waren. \u201eNicht nur der deutschsprachige Raum, auch das restliche europ\u00e4ische Ausland sowie die USA sind interessante Wohnimmobilienm\u00e4rkte\u201c, sagte er.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Robustes Wachstum, mehr Inflation und ein neues geldpolitisches Regime<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas komplexe Wechselspiel zwischen Pandemie, Wachstum und Inflation sowie Notenbanken sorgt weiter f\u00fcr Volatilit\u00e4t\u201c, analysierte er und rechnet f\u00fcr 2022 mit schwankungsanf\u00e4lligen B\u00f6rsen. Und f\u00fcr die Zeit nach dem \u00dcbergang prognostiziert der Kapitalmarktstratege: \u201eDas Post-Corona-Zeitalter wird sich von den vergangenen Kapitalmarktjahren deutlich unterscheiden. Wir werden mit anderen geopolitischen, wirtschaftlichen und geldpolitischen Bedingungen konfrontiert werden, die bei erh\u00f6hter Volatilit\u00e4t mehr Aktivit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t in den Anlageentscheidungen erfordern\u201c, schloss Wilhelm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : An den Kapitalm\u00e4rkten wird die geldpolitische Normalisierung auch weiterhin f\u00fcr Turbulenzen sorgen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":8786,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[682],"tags":[127],"class_list":["post-22658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anlagestrategie","tag-union-investment"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22658"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22658\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}