{"id":22693,"date":"2020-01-29T16:05:45","date_gmt":"2020-01-29T15:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6358"},"modified":"2020-01-29T16:05:45","modified_gmt":"2020-01-29T15:05:45","slug":"union-investment-droht-eine-neue-dot-com-blase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-droht-eine-neue-dot-com-blase\/","title":{"rendered":"Union Investment: Droht eine neue Dot-Com-Blase?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment: Vor 20 Jahren platzte die Dot-Com-Blase. Heute sind Technologieaktien wieder hoch bewertet. Gibt es eine neue Blase?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>von Benjardin G\u00e4rtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien und Mitglied des Union Investment Committee<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch blicken wir zur\u00fcck. Als Startschuss f\u00fcr die Dot-Com-Blase gilt die Erstnotiz des Internetbrowsers Netscape Communications am 9. August 1995 an der US-Technologieb\u00f6rse Nasdaq. Das Verluste schreibende, erst 1994 gegr\u00fcndete Unternehmen, kam zu 28 US-Dollar je Aktie an die B\u00f6rse. Der Kurs stieg am ersten Handelstag zeitweise auf fast 75 US-Dollar. Alles, was irgendwie mit Internet zu tun hatte und ein \u201e.com\u201c oder \u201ee-\u201c im Namen trug, l\u00f6ste ab Mitte der 1990er Jahre bei Investoren euphorische Reaktionen aus. Ob ein tragf\u00e4higes Gesch\u00e4ftsmodell zugrunde lag oder nicht, das war egal. Die Aussicht auf hohe Gewinne aus dem grenzenlos erscheinenden digitalen Netz weckte die Gier der Investoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang des Jahres 2000 war die Spitze der aufgeblasenen Erwartungen erreicht. Der Nasdaq-Composite-Index hatte sich in f\u00fcnf Jahren verf\u00fcnffacht. Traditionelle Kennzahlen wie Kurs-Buchwert- oder Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis wurden damals als ausser Kraft gesetzt erkl\u00e4rt. Die Bewertungen waren mit Fundamentaldaten nicht mehr vereinbar.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Phase der Desillusionierung<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Blase bei den Technologiewerten im M\u00e4rz 2000 platzte, verpufften Billionen US-Dollar an Marktwert. In einer Phase der Desillusionierung sank der Nasdaq bis zum 9. Oktober 2002 um fast 80 Prozent auf einen Schlussstand von 1114,11 Punkte. Den Kursrutsch l\u00f6sten Leitzinsanhebungen der US-Notenbank und die Abk\u00fchlung einer heiss gelaufenen US-Konjunktur aus. Kreditgeber und Investoren wurden risikoscheuer, es setzten sich wieder realistischere Bewertungsmassst\u00e4be durch. Die volkswirtschaftlichen Folgewirkungen blieben jedoch geringer als jene der Finanzkrise 2007\/08. Die US-Wirtschaft entging damals einer Rezession, auch gab es keine Banken- und Finanzkrise.<\/p>\n<h6><strong>Heutige Parallelen zu damals?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den damaligen Exzessen ist die heutige Situation nicht vergleichbar. Zuletzt sind zwar vor allem in den USA einige Unternehmen an die B\u00f6rse gekommen, die hohe Verluste erwirtschaften. Allerdings h\u00e4lt sich die Euphorie im Rahmen. Der Markt differenziert zwischen Unternehmen mit einem wachstums- und gewinnstarken Gesch\u00e4ftsmodell sowie reinen Hoffnungswerten mit viel heisser Luft. Das ist ein gutes Zeichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aktuelle Rally der Tech-Aktien ist keine Blase, die zu platzen droht. Die hohen Bewertungen sind angemessen, vorausgesetzt, das Marktwachstum der Unternehmen h\u00e4lt an. Deswegen ist eine permanente Beobachtung der Entwicklung und gegebenenfalls aktives Handeln n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahl wachstumsstarker b\u00f6rsennotierter Unternehmen ist begrenzt. Allein die Marktkapitalisierung von Apple entspricht etwa dem Marktwert aller 30 DAX-Titel. Dies liegt auch an der hohen Profitabilit\u00e4t und den Wachstumsperspektiven des Unternehmens. In einem Umfeld, das von sinkender Produktivit\u00e4t und niedrigen Wachstumsraten sowie demografischem Wandel gekennzeichnet ist, geniessen Unternehmen mit solchen Eigenschaften eine besondere Attraktivit\u00e4t.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Schwer angreifbar<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele dieser Unternehmen k\u00f6nnen auf echte Netzwerkeffekte zur\u00fcckgreifen, wie beispielsweise die konsumentennahen Online-Riesen Amazon oder Facebook oder Zahlungsverkehrsdienstleister wie Visa. Sie verf\u00fcgen \u00fcber globale, starke Marken, Plattformen und den finanziellen Spielraum, um ihre Marktstellung auszubauen. Dies macht es f\u00fcr Wettbewerber sehr schwer, sie anzugreifen. Weiteres Wachstumspotenzial besteht f\u00fcr Software- und Plattformunternehmen beispielweise durch die Ausbreitung von Cloud-Computing.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Marktf\u00fchrer im Cloud-Computing sind Amazon mit Amazon Web Services (AWS) und Microsoft mit Azure. Die Google-Mutter Alphabet versucht ebenfalls, im Cloud-Markt mit der Google Cloud Platform (GCP) Fuss zu fassen und ist inzwischen zur Nummer drei aufgestiegen. Dieser neue Markt scheint unter den Platzhirschen der Branche bereits weitgehend aufgeteilt zu sein.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es im Bereich Big Data aus, also der Datenanalyse, die zunehmend mobil und im industriellen Bereich einsetzbar ist. Sie birgt die Aussicht auf weiter steigende Erl\u00f6se und Gewinne. Von den M\u00f6glichkeiten der Datenanalysen profitieren in erster Linie auch die Internetwerte, SAP und andere Softwareanbieter liefern eher die \u201eWerkzeuge\u201c. Hier ist aber noch etwas Platz f\u00fcr j\u00fcngere Softwareunternehmen wie Salesforce.com oder Splunk.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Sicherer Hafen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Umfeld, das von Spannungen wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China gepr\u00e4gt war, zeigten sich insbesondere US-Softwareaktien extrem robust. Die USA haben hier die Nase vorn, da grosse Internetwerte in Europa weitgehend fehlen. So schneiden auch die europ\u00e4ischen Tech-Werte gemessen an der Marktkapitalisierung vergleichsweise schwach ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr viele Investoren sind Unternehmen wie Microsoft oder SAP ein \u201esicherer Hafen\u201c. Auch Apple, Amazon oder Alphabet weisen eine beachtliche Marktkapitalisierung auf, die auf soliden, wachsenden Gewinnstr\u00f6men beruht. Die Umstellung von Einmallizenzen auf regelm\u00e4ssig wiederkehrende Lizenz- und Dienstleistungserl\u00f6se sorgt f\u00fcr gut prognostizierbare Cash-Flows und damit f\u00fcr ein Sicherheitsgef\u00fchl bei Investoren \u2013 heute ein rares Gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit sind diese Plattform- und Softwareaktien eine neue Art \u201eNifty-Fifty\u201c-Aktien. Denn sie sind vergleichbar mit den Old-Economy-Dinosauriern, die als \u201eNifty-Fifty\u201c Ende der sechziger Jahre Furore machten. So wurden damals 50 Unternehmen bezeichnet, die verl\u00e4ssliche Gewinne lieferten und am Markt deswegen hoch bewertet wurden. Sie \u00fcbertrafen lange Jahre den breiten Markt. Google, Amazon und Microsoft sind als die heutigen \u201eNifty-Fifty\u201c damit vergleichbar, denn sie treffen wie damals auf ein Umfeld, das von niedrigen realen Wachstumsraten, niedrigen Realzinsen und hoher geopolitischer Unsicherheit gepr\u00e4gt war. In diesen Zeiten z\u00e4hlt, was gut prognostizierbare Ertr\u00e4ge liefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die rasante Kursrally von Internetaktien wie Alphabet und Amazon nach viel heisser Luft aussieht, handelt es sich bei den Bewertungen nicht um Luftschl\u00f6sser. Die Unternehmen profitieren von Netzwerkeffekten und wachsenden M\u00e4rkten, was ihre Cash-Flows steigen und die Gewinne sprudeln l\u00e4sst. Vor dem Hintergrund einer gesamtwirtschaftlichen Lage, die von geringem Wachstum, r\u00fcckl\u00e4ufiger Produktivit\u00e4t, Niedrigzinsen und demografischem Wandel gepr\u00e4gt ist, bleiben sie f\u00fcr Investoren ausgesprochen attraktiv.<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment: Vor 20 Jahren platzte die Dot-Com-Blase. Heute sind Technologieaktien wieder hoch bewertet. 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