{"id":22694,"date":"2020-02-05T17:07:43","date_gmt":"2020-02-05T16:07:43","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6436"},"modified":"2020-02-05T17:07:43","modified_gmt":"2020-02-05T16:07:43","slug":"carmignac-wie-koennen-anleger-einen-umgang-mit-der-coronavirus-epidemie-finden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/carmignac-wie-koennen-anleger-einen-umgang-mit-der-coronavirus-epidemie-finden\/","title":{"rendered":"Carmignac : Wie k\u00f6nnen Anleger einen Umgang mit der Coronavirus-Epidemie finden?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Carmignac : Anlegern die Frage nach dem Umgang mit der Coronavirus-Krise zu beantworten mag sowohl deplatziert erscheinen (die Thematik betrifft schliesslich in erster Linie die \u00f6ffentliche Gesundheit) als auch anmassend (Anleger sind keine Epidemiologen). Und dennoch ist die Frage unausweichlich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><strong>von Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man konnte bereits zahlreiche Parallelen zu der vom SARS-Virus \u2013 offenbar ein enger Verwandter des aktuellen Virus \u2013 ausgel\u00f6sten Krise von 2002\u20132003 ziehen. Es ist feststellen, dass zu der medizinischen Herausforderung eine grosse wirtschaftliche Herausforderung hinzukommt, was die Anleger in eine besonders schwierige Situation bringt. Im vorliegenden Fall jedoch bringt ein Vergleich wenig, denn die beiden Ereignisse, zwischen denen 17 Jahre liegen, unterscheiden sich grundlegend. Zum einem, weil die SARS-Krise bereits stattgefunden hat und die Gesundheitsbeh\u00f6rden weltweit, aber insbesondere in China, viel \u00fcber den Umgang mit einer derartigen Situation dazugelernt haben. Zum anderen aber auch \u2013 und dessen war man sich sofort bewusst \u2013, weil sich China seit 2003 grundlegend ver\u00e4ndert hat. Kennzeichnend f\u00fcr diese rasante Entwicklung sind das Volumen der chinesischen Wirtschaft, ihre Integration in den weltweiten Handel, die Bedeutung des Konsums f\u00fcr die Konjunktur und die Zunahme der Mobilit\u00e4t innerhalb des Landes. Durch diese neue Dimension hat sich die Tragweite der aktuellen Ereignisse f\u00fcr die gesamte Welt vervielfacht. Ber\u00fccksichtigt man noch das derzeitige Tempo der Informationsverbreitung, das sich durch den Aufstieg der sozialen Netzwerke beschleunigt hat, so nimmt das Ph\u00e4nomen die Ausma\u00dfe einer bereits gr\u00f6\u00dferen Krise an.<\/p>\n<h6><strong>Die Versuchung der Anleger, die Flucht zu ergreifen, ergibt sich nicht aus der Unsicherheit, sondern aus der Unm\u00f6glichkeit, diese zu quantifizieren<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsicherheit ist das t\u00e4gliche Brot der M\u00e4rkte, und es gibt keinen d\u00fcmmeren Spruch als \u201edie M\u00e4rkte m\u00f6gen keine Unsicherheit\u201c. Unsicherheit geh\u00f6rt zum Wesen der Finanzm\u00e4rkte. Diese gedeihen durch die fortlaufende Antizipation der ungewissen Zukunft (die Gewissheiten sind definitionsgem\u00e4ss bereits am Markt eingepreist und geh\u00f6ren somit aus Sicht der Anleger der Vergangenheit an). Was die M\u00e4rkte \u201enicht m\u00f6gen\u201c, ist das nicht messbare Risiko, das hei\u00dft ein Risiko, das sich unter bestimmten Umst\u00e4nden radikal ver\u00e4ndern und jeglichen Versuch des Prognostizierens unm\u00f6glich machen k\u00f6nnte. Solche Risiken sind beispielsweise angespannte Beziehungen zwischen zwei L\u00e4ndern, die eskalieren und letztendlich in einem Krieg m\u00fcnden k\u00f6nnten (nat\u00fcrlich kann man den Begriffen \u201eBeziehungen\u201c und \u201eKrieg\u201c ganz einfach das Wort \u201eHandels-\u201c voranstellen). Ein \u00e4hnliches Risiko waren auch die Brexit-Verhandlungen, die bei einem Scheitern zu einem harten Bruch h\u00e4tten f\u00fchren k\u00f6nnen. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit dem Beginn einer Epidemie, bei der eine geringe, aber nicht quantifizierbare M\u00f6glichkeit besteht, dass sie sich zu einer weltweiten Pandemie entwickelt, und die Einsch\u00e4tzung des Risikos mithin sehr schwierig ist. So ist es beispielsweise unm\u00f6glich, die potenziellen Folgen der Tatsache zu quantifizieren, dass ca. 5 Millionen Menschen, deren Ansteckungsf\u00e4higkeit v\u00f6llig unbekannt ist, Wuhan verlassen konnten, bevor die Stadt unter Quarant\u00e4ne gestellt wurde.  Der Umstand, dass die weltweite Zahl der Opfer der SARS-Epidemie im Jahr 2003 unendlich kleiner war als die Zahl der Menschen, die jedes Jahr der saisonalen Grippe zum Opfer fallen, spielt dabei keine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit, dass der schlimmste Fall eintritt, und mag sie auch noch so gering sein, f\u00fchrt in Verbindung mit der emotionalen Belastung durch die Gefahren einer ansteckenden und heimt\u00fcckischen Krankheit nat\u00fcrlich bei jedermann reflexartig zu Vorsicht, so auch bei den Anlegern.<\/p>\n<h6><strong>Massgeblich f\u00fcr den Anleger ist der Kontext, in dem die aktuelle Virusepidemie stattfindet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die starke Erholung der Aktienm\u00e4rkte seit den Tiefst\u00e4nden vom Sommer 2019 wurde durch die gleichzeitige Verbesserung dreier Faktoren gespeist, die \u00fcblicherweise die M\u00e4rkte antreiben. Zun\u00e4chst waren auf wirtschaftlicher Ebene in der zweiten Jahresh\u00e4lfte erste Anzeichen einer Wachstumsstabilisierung in China und Europa zu erkennen. Anschlie\u00dfend hatten die Zentralbanken, allen voran die Federal Reserve, ihre expansive Geldpolitik reaktiviert, was sich in sehr niedrigen Leitzinsen und einer R\u00fcckkehr zur \u201equantitativen Lockerung\u201c \u00e4usserte. Und schliesslich wurde der dritte Faktor, das Vertrauen der Anleger, vor allem von dem \u2013 wenn auch nur vorl\u00e4ufigen \u2013 Ende des protektionistischen Gebarens der USA und Chinas gest\u00fctzt. Als Folge dieser Beruhigung hatten sich die Vorhersagen von denen, die auf den Ausgang der US-Pr\u00e4sidentschaftswahlen wetten, deutlich zugunsten von Donald Trump, de facto ein Verb\u00fcndeter der Aktienm\u00e4rkte, gewendet. Dieses Dreigestirn aus Realwirtschaft, Liquidit\u00e4t und Vertrauen hatte somit deutlich an St\u00e4rke gewonnen, was die spektakul\u00e4re Entwicklung der weltweiten Aktienm\u00e4rkte seit dem letzten September erkl\u00e4rt. Diese Entwicklung machte jedoch die erzielten Bewertungsniveaus anf\u00e4llig f\u00fcr eine erneute Schw\u00e4chung des genannten Dreigestirns. Der Faktor Liquidit\u00e4t ist vorerst v\u00f6llig unver\u00e4ndert geblieben und stellt damit ein starkes Gegenmittel gegen eine massive Marktkorrektur dar. Dahingegen schadet der Virus-Ausbruch dem Faktor Anlegerstimmung deutlich. Das Sentiment k\u00f6nnte weiter leiden, wenn das Amtsenthebungsverfahren gegen Pr\u00e4sident Trump sein Image im Zuge der Live-\u00dcbertragung der zahlreichen wohl begr\u00fcndeten Anklagepunkte gegen ihn im US-Fernsehen in den Augen der unentschiedenen W\u00e4hler besch\u00e4digt. Obgleich am Ausgang des Verfahrens keine Zweifel bestehen. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen f\u00fcr einen Durchbruch des demokratischen Kandidaten Bernie Sanders, dessen Beliebtheit in den wahlentscheidenden Bundestaaten (den \u201eSwing States\u201c) f\u00fcr Trump unbequem werden k\u00f6nnte. Bleibt noch der Faktor Wachstum. Grausamerweise besteht folgender Zusammenhang: Je wirksamer die chinesischen Beh\u00f6rden vorgehen und Millionen Menschen unter Quarant\u00e4ne stellen, um die Ausbreitung des Virus einzud\u00e4mmen (Massnahmen, die 2003 zu wenig und zu sp\u00e4t ergriffen wurden), desto st\u00e4rker steigt derzeit das Risiko einer heftigen Konjunkturabk\u00fchlung in China. Das ist der Preis f\u00fcr eine schnelle R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t. Offen sind dabei das Ausmass der Abk\u00fchlung und ihre zeitliche Dauer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit reduziert sich die Frage f\u00fcr Aktienanleger nicht auf die Frage nach der Reaktion auf die Informationen, welche sie Tag f\u00fcr Tag zum Fortschreiten der Epidemie erhalten. Vielmehr geht es dabei um den Umgang mit einer komplexen Situation, die schwer zu erfassen ist und die den Aktienm\u00e4rkten zumindest vor\u00fcbergehend zwei ihrer drei Performancetreiber entziehen kann. Eine rationale Antwort d\u00fcrfte lauten: Jede Abw\u00e4rtsbewegung nutzen, um sich st\u00e4rker in Aktien von Unternehmen zu engagieren, deren Wachstum am wenigsten vom Zyklus der Weltwirtschaft anh\u00e4ngig ist, und bei den anderen Titeln konservative Gewinne mitnehmen.<\/p>\n<p>Source: AdvisorWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carmignac : Anlegern die Frage nach dem Umgang mit der Coronavirus-Krise zu beantworten mag sowohl deplatziert erscheinen (die Thematik betrifft schliesslich in erster Linie die \u00f6ffentliche Gesundheit) als auch anmassend (Anleger sind keine Epidemiologen). Und dennoch ist die Frage unausweichlich.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5436,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[140],"class_list":["post-22694","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-carmignac"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22694"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22694\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}