{"id":22761,"date":"2020-10-05T10:51:59","date_gmt":"2020-10-05T08:51:59","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=8304"},"modified":"2020-10-05T10:51:59","modified_gmt":"2020-10-05T08:51:59","slug":"union-investment-oelpreis-ist-gradmesser-der-corona-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-oelpreis-ist-gradmesser-der-corona-pandemie\/","title":{"rendered":"Union Investment: \u00d6lpreis ist Gradmesser der Corona-Pandemie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment. \u00d6l gilt immer noch als Schmierstoff der Wirtschaft. Doch in diesem Jahr l\u00e4uft nichts wie geschmiert&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Max Holzer, Leiter Relative Return und Mitglied des Union Investment Committee<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Energietr\u00e4ger und Grundstoff f\u00fcr die Industrie zeigt der \u00d6lpreis den Grad der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an. Die Wirtschaftsaktivit\u00e4t ist mit der Corona-Pandemie deutlich gesunken. Wer tankt oder Heiz\u00f6l kauft, kann sich zwar \u00fcber niedrigere Preise freuen. Anleger bleiben aber eher vorsichtig. Denn solange kein Impfstoff auf den Markt kommt und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nicht deutlich anzieht, erholt sich der \u00d6lpreis nicht nachhaltig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit h\u00e4ngt der \u00d6lmarkt stark von der Entwicklung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Eind\u00e4mmungsmassnahmen ab. Die j\u00fcngsten Zeichen stimmen dabei eher vorsichtig als zuversichtlich. Denn die Erholung der Nachfrage und damit auch des \u00d6lpreises vom Einbruch im Corona-Schock ist seit einigen Wochen ins Stocken geraten. Seit Anfang September sind die Preise f\u00fcr das Schwarze Gold nach l\u00e4ngerer Seitw\u00e4rtsbewegung sogar wieder unter die Marke von 40 US-Dollar je Fass Brent gerutscht. Bis der Preis wieder \u00fcber die Marke von 50 US-Dollar je Fass (Barrel) steigen wird, d\u00fcrfte es bis weit ins n\u00e4chste Jahr dauern. Das bedeutet, dass auch an den Zapfs\u00e4ulen der Benzinpreis in den kommenden Monaten moderat bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kommt es dazu? Zwar hat sich die Nachfrage bis August nach dem beispiellosen Einbruch im Februar und M\u00e4rz kr\u00e4ftig erholt. Doch das \u00d6lkartell OPEC und zus\u00e4tzliche Produzenten wie Russland f\u00f6rdern nach ihrer anf\u00e4nglichen K\u00fcrzung mit 9,7 Millionen Fass pro Tag inzwischen wieder etwas mehr \u00d6l. Noch wichtiger aber ist die Nachfrageseite. Nach wie vor klafft eine erhebliche Nachfragel\u00fccke gegen\u00fcber der Zeit vor der Corona-Pandemie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/5d29668c34d8fbc851d06ab63f3a21c1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8308 size-full\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/5d29668c34d8fbc851d06ab63f3a21c1.png\" alt=\"05-10-20 Union Investment\" width=\"700\" height=\"393\" \/><\/a><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Weniger Flugzeuge am Himmel<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Blick an den Himmel zeigt beispielsweise: Noch immer ist der Luftraum vergleichsweise leer. Tats\u00e4chlich belegen Daten der europ\u00e4ischen Flugsicherung Eurocontrol, dass im September die Zahl der Fl\u00fcge um gut die H\u00e4lfte unter dem Vorjahreswert lag. Seit Mitte August ist die Erholung des Luftverkehrs nach dem pandemiebedingten Einbruch gestoppt und die Zahl der Fl\u00fcge geht wieder leicht zur\u00fcck. Grund sind steigende Neuinfektionszahlen und damit neue, zum Teil auch rasch wechselnde Reisebeschr\u00e4nkungen. Das Leid der Luftverkehrsbranche schl\u00e4gt sich auch im \u00d6lpreis nieder. Immerhin macht sie global rund acht Prozent der \u00d6lnachfrage aus. Aber auch in anderen Bereichen liegt die Nachfrage nach \u00d6lprodukten wie Benzin deutlich unter den alten Niveaus, weil immer noch viele Menschen im Home Office arbeiten oder Freizeitaktivit\u00e4ten oder Urlaubsreisen aufschieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Notierungen am internationalen Roh\u00f6lmarkt wieder schw\u00e4cheln, zeigt auch, wie fragil die wirtschaftliche Erholung ist. Eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft ist erst nach der Markteinf\u00fchrung eines Corona-Impfstoffs zu erwarten. Die Wirtschaftsleistung d\u00fcrfte in Deutschland trotz der positiven Dynamik der vergangenen Monate sogar erst im Jahr 2022 wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreichen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Terminkurve spiegelt \u00dcberangebot<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Terminkurve am \u00d6lmarkt belegt, wie gross das \u00dcberangebot derzeit ist: F\u00fcr kurze Laufzeiten liegen die Preise deutlich niedriger als f\u00fcr lange. Das bedeutet: F\u00fcr \u00d6l, das in den n\u00e4chsten Tagen oder Wochen geliefert werden soll, ist der Markt weniger zu zahlen bereit als f\u00fcr \u00d6l, das erst in einigen Monaten oder Jahren geliefert wird. In der Fachsprache wird dieses Ph\u00e4nomen \u201eContango\u201c genannt. Es lohnt sich dann, \u00d6l zu lagern und zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu verkaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem gestiegenen Anreiz, \u00d6lvorr\u00e4te zu horten, versch\u00e4rft sich die Frage der Lagerhaltung. Aufgrund des abrupten Nachfrageeinbruchs w\u00e4hrend der Coronakrise und erst z\u00f6gerlich umgesetzter Produktionsk\u00fcrzungen sind die \u00d6llagerbest\u00e4nde im April und Mai extrem in die H\u00f6he geschossenen. Seither haben sie sich zwar wieder abgebaut, sind aber immer noch vergleichsweise gross. Der gesamte Lagerbestand in den USA, also Roh\u00f6l und Produkte ohne strategische Reserven liegt etwa sieben bis acht Prozent \u00fcber dem F\u00fcnfjahres-Durchschnitt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Produzenten geschw\u00e4cht<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum ist aber ein weiterer Preisrutsch eher unwahrscheinlich? Das liegt an der geringeren Aktivit\u00e4t der US-Schiefer\u00f6lproduzenten: Sie haben in den vergangenen Jahren die F\u00f6rderung extrem ausgeweitet, sind aber durch den Preiseinbruch in Bedr\u00e4ngnis geraten. Ihre Finanzierung ist seit der Coronakrise sehr viel schwieriger geworden, weshalb nicht zu erwarten ist, dass sie bei steigenden Notierungen schnell in den Markt zur\u00fcckkehren. Ablesbar ist dies auch an der Zahl aktiver Bohrt\u00fcrme (\u201eRig Count\u201c). Hier sind aktuell noch rund 250 Bohrt\u00fcrme aktiv, zu Jahresbeginn waren es noch etwa 800. Sofern sich die Nachfrage also stabilisiert, d\u00fcrfte es von dieser Seite kaum eine Angebotsausweitung geben. Damit f\u00e4llt die US-Fracking-Industrie als \u201eZ\u00fcnglein an der Waage\u201c oder \u201eSwing\u201c-Produzent zumindest bis auf Weiteres aus. Zumal das \u00d6lkartell OPEC viel daran setzen wird, die brachliegende Produktion bei steigender Nachfrage wieder auszuweiten und damit Marktanteile zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch, dass die Pandemie durch einen Impfstoff dauerhaft beherrscht werden kann. Jede neue Einschr\u00e4nkung von Wirtschaftsaktivit\u00e4ten d\u00e4mpft die \u00d6lnachfrage, denn immer noch sind Verkehr und Industrie stark vom Schwarzen Gold abh\u00e4ngig. Union Investment erwartet derzeit, dass der \u00d6lpreis erst in einigen Monaten wieder anziehen wird. Im Herbst 2021 d\u00fcrfte ein Preis von 50 US-Dollar je Fass der Nordseesorte Brent m\u00f6glich sein, bis zum Jahresende k\u00f6nnte er weiter anziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn der \u00d6lmarkt ist der Gradmesser der Corona-Pandemie. Ein weiterer Preisrutsch ist nur dann zu erwarten, wenn die Neuinfektionen wieder stark steigen und neue Lockdowns das Wachstum begrenzen. Dem d\u00fcrften aber die Produzentenl\u00e4nder begegnen \u2013 entweder durch weitere Produktionsk\u00fcrzungen oder durch den Marktaustritt von nicht mehr finanzierbaren Unternehmen in der US-Fracking-Branche. Preisbestimmende Faktoren sind folglich die Disziplin auf der F\u00f6rderseite sowie das Tempo des Lagerabbaus. Eine nachhaltige Preiserholung zeichnet sich erst f\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte 2021 ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment. \u00d6l gilt immer noch als Schmierstoff der Wirtschaft. 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