{"id":2280,"date":"2016-09-14T22:00:00","date_gmt":"2016-09-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/09\/14\/das-unheimliche-experiment\/"},"modified":"2016-09-14T22:00:00","modified_gmt":"2016-09-14T22:00:00","slug":"das-unheimliche-experiment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/das-unheimliche-experiment\/","title":{"rendered":"Das  unheimliche Experiment"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Huhn oder Ei, diese Frage besch&auml;ftigt die Menschheit schon eine Ewigkeit und wir d&uuml;rften wohl nie eine Antwort darauf finden, was denn nun zuerst da war. Noch nicht ganz so lange, aber doch auch schon eine zumindest gef&uuml;hlte Ewigkeit ist es her, dass die Schweizerische Nationalbank und die EZB die Zinsen in die Minuszone dr&uuml;ckten. Auch hier stellt sich die Frage, was zuerst da war &#8211; Nullteuerung oder Nullzins? ..<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gew&ouml;hnungsphase, selbst an die Negativzone, liegt offenbar bereits hinter uns. Zunehmend fragen sich jedoch viele, ob diese Therapie gl&uuml;ckt oder ob die Behandlung vielleicht gar nie mehr endet. Nat&uuml;rlich kann das niemand so genau sagen, doch gibt es immer mehr &#8211; und dazu noch mehr oder weniger renommierte &#8211; Stimmen, die davon ausgehen, dass die Zinsen dauerhaft tief bleiben werden. M&uuml;ssen wir uns tats&auml;chlich daran gew&ouml;hnen, dass Geld auch in ferner Zukunft nichts mehr kostet, weil es in Unmengen zur Verf&uuml;gung steht?&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Wortsch&ouml;pfung: &bdquo;Verwahrentgelt&ldquo;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgeschlossen ist das jedenfalls nicht mehr. Doch dieses beispiellose Experiment entfaltet immer mehr unerw&uuml;nschte Nebenwirkungen. An den Bond- und Aktienm&auml;rkten haben sich m&auml;chtige Blasen gebildet, Immobilien sind so hoch bewertet wie nie zuvor in ihrer Geschichte, das Rentensystem ger&auml;t aus dem Gleichgewicht und nicht mehr nur &ouml;ffentliche Schuldner nehmen Geld auf und erhalten Zins daf&uuml;r. Inzwischen tun dies auch private Unternehmungen. Ob auch bescheidene Ersparnisse Privater bald negativ verzinst werden, ist ganz und gar nicht mehr ausgeschlossen. Die Alternative Bank (ABS) in der Schweiz hat diesen Pfad bereits letzten Oktober beschritten. Andere Finanzinstitute halten sich zwar noch zur&uuml;ck. Doch auch in der Schweiz ist die diesbez&uuml;gliche Diskussion l&auml;ngst lanciert, nachdem Institutionelle und Firmen bereits seit l&auml;ngerem &bdquo;Strafzinsen&ldquo; bezahlen m&uuml;ssen. In Deutschland schl&auml;gt der Negativzins nun ebenso auf private Kunden durch. Eine kleine Bank in Bayern verlangt ab September selbst von Privatkunden Zinsen f&uuml;r deren Ersparnisse, wenn diese 100&lsquo;000 Euro &uuml;bersteigen. Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, nennt dies &bdquo;Verwahr-Entgelt&ldquo;, das immerhin 0.4% betr&auml;gt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Wachstum auf Pump, Wachstum um jeden Preis Um jeden Preis scheint Mario Draghi der europ&auml;ischen Wirtschaft neuen Wachstumsgeist einhauchen zu wollen, worunter auch die Schweiz leidet, denn es bleibt den Geldh&uuml;tern hierzulande nichts anderes &uuml;brig, als mitzuziehen. So lautet zumindest deren Credo. So paradox es klingen mag, die Geldpolitik sehnt sich nichts mehr herbei als das Inflationsgespenst. Was im vorigen Jahrhundert noch so gef&uuml;rchtet war, soll nun der Wirtschaft wieder Schwung verleihen. Diese &Uuml;bung ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Inflation ist nur das Alibi der lockeren Geldpolitik, die es noch nie schaffte, ein Inflationsziel in n&uuml;tzlicher Frist zu erreichen. Im Grunde fungiert die Geldpolitik mehr und mehr als Bewahrer maroder Strukturen und des Systems von Wachstum auf Pump. Staaten und vor allem Banken werden so k&uuml;nstlich am Leben gehalten. Doch wer im Geld schwimmt, geht bekanntlich recht verschwenderisch damit um. Lockerung heisst folglich weniger sorgsamer Umgang. Staaten sp&uuml;ren keinen Sparzwang mehr, da die EZB das Gratisgeld ohne R&uuml;cksicht auf Verluste in den Wirtschaftskreislauf pumpen m&ouml;chte, die Banken geben es an fast jeden weiter. So droht nur noch mehr Ungemach. Bleibt das Geld nicht mehr im maroden Bankenapparat stecken, ger&auml;t es nur noch mehr auf Abwege. In Europa ist wieder eine &auml;ussert laxe Kreditsprechung im Gang, &auml;hnlich wie in den USA vor rund zehn Jahren, mit bekanntem Ausgang.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachhaltig satt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Problem liegt ganz woanders, namentlich in der Demographie und in den riesigen Produktivit&auml;tsfortschritten. Diese dr&uuml;cken sowohl auf Wachstum als auch auf die Preise. Viele wollen nicht immer mehr konsumieren, denn ihre Konsumneigung nimmt ab, eine Logik des fortgeschrittenen Alters. Andere wollten sehr wohl mehr konsumieren, etwa die jungen Arbeitslosen in der europ&auml;ischen Peripherie, doch da f&uuml;hrt die gestiegene Produktivit&auml;t zu einer zunehmenden Substitution teurer Arbeitsstunden durch g&uuml;nstige Maschinen. Die Digitalisierung wird diesen Prozess wahrscheinlich noch beschleunigen. S&auml;ttigung ist aber ein Wort, das maximal in der Mikro&ouml;konomie salonreif ist. In einer demokratischen Volkswirtschaft wird S&auml;ttigung als eine riesige Gefahr empfunden, insbesondere die Exekutive sieht dies so. Nur wer Geschenke verteilt, erringt auch Mehrheiten bei Wahlen. Aber die etablierten Parteien verlieren zusehends, wohl auch weil viele sp&uuml;ren, dass nun ihre Ersparnisse dran sind, damit die Politik weiter Versprechungen machen kann. Nachhaltig ist allerdings anders.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Huhn oder Ei, diese Frage besch&auml;ftigt die Menschheit schon eine Ewigkeit und wir d&uuml;rften wohl nie eine Antwort darauf finden, was denn nun zuerst da war. Noch nicht ganz so lange, aber doch auch schon eine zumindest gef&uuml;hlte Ewigkeit ist es her, dass die Schweizerische Nationalbank und die EZB die Zinsen in die Minuszone dr&uuml;ckten. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3637,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[54],"tags":[84],"class_list":["post-2280","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-sicht-des-raiffeisen-chefoekonomen","tag-raiffeisen"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2280","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2280"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2280\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2280"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2280"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}