{"id":22862,"date":"2021-07-13T10:08:32","date_gmt":"2021-07-13T08:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10497"},"modified":"2021-07-13T10:08:32","modified_gmt":"2021-07-13T08:08:32","slug":"comgest-japan-ein-markt-mit-vielen-missverstaendnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/comgest-japan-ein-markt-mit-vielen-missverstaendnissen\/","title":{"rendered":"Comgest : Japan- Ein Markt mit vielen Missverst\u00e4ndnissen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Comgest: Die Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit d\u00fcrften in den kommenden Wochen einmal mehr auf Japan gerichtet sein, wo zwischen dem 23. Juli und 8. August die 32. Olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong>Von Richard Kaye &#8211;  Japan Portfolio Manager Comgest<br \/>\n<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch auch wenn die Spiele aus Pr\u00e4ventionsgr\u00fcnden ohne Zuschauer stattfinden, um eine weitere Verbreitung von COVID-19 im Land zu verhindern, gewinnt der fern\u00f6stliche Inselsaat vor allem bei Investoren wieder an Attraktivit\u00e4t. Lange herrschte in Japan wirtschaftliche Flaute und attraktive Entwicklungen lie\u00dfen die letzten Jahrzehnte auf sich warten. Richard Kaye, Portfoliomanager bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, ist jedoch davon \u00fcberzeugt, dass f\u00fcr Japan auch am B\u00f6rsenhorizont Licht in Sicht ist \u2013 wenn Investoren genauer hinsehen und sich nicht vom Blick auf die Indizes abschrecken lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor ziemlich genau 150 Jahren, am 27. Juni 1871, trat in Japan die \u201eNeue W\u00e4hrungsordnung\u201c in Kraft. Diese legte den Grundstein f\u00fcr das moderne W\u00e4hrungssystem und stellte den Yen in den Mittelpunkt. Seit diesem historischen Meilenstein ist viel passiert und der Inselstaat wandelt sich zunehmend zu einem fruchtbaren Boden f\u00fcr Wachstumsinvestoren. Japan ist mittlerweile die drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft. Das Land zeichnet sich durch eine sehr hohe Konzentration an familiengef\u00fchrten Unternehmen aus. Ein Drittel der gelisteten Unternehmen in Japan sind auf eine Art familiengef\u00fchrt. Das macht sie Analysten zufolge zu Unternehmen, die generations\u00fcbergreifend handeln, was f\u00fcr langfristig orientierte Investoren ein gro\u00dfes Plus ist. Zudem ist der japanische Aktienmarkt mit mehr als 3.700 gelisteten Aktien einer der gr\u00f6\u00dften der Welt. Das sind mehr Aktien als an den B\u00f6rsen von Shenzen und Shanghai in China, die seit der Markt\u00f6ffnung f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren zu den neuen B\u00f6rsenstars geh\u00f6ren. Dennoch interessieren sich institutionelle Investoren kaum f\u00fcr den japanischen Aktienmarkt. Wenn \u00fcberhaupt, erw\u00e4gen viele lediglich, in ein passives Instrument zu investieren, um das Benchmark-Risiko abzusichern. Unter Anbetracht der Entwicklung des Aktienindexes bis zur globalen Finanzkrise ist diese Vorsicht nachvollziehbar. Wenn man allerdings ein Auge auf das hohe Alpha-Potential wirft, das Japan f\u00fcr Wachstumsinvestoren bietet, zeigt sich ein anderes Bild.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Der erste Blick t\u00e4uscht<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Top-Down-Blick auf Japan h\u00e4lt viele Investoren davon ab, im Land der aufgehenden Sonne zu investieren. Die Schuldenlast ist hoch, die Bev\u00f6lkerung wird \u00e4lter, eine deflation\u00e4re Spirale hat die Binnenwirtschaft \u00fcber Jahrzehnte gebremst und die starke W\u00e4hrung setzt der Profitabilit\u00e4t vieler exportorientierter Unternehmen zu. Kurzum: Das Desinteresse am japanischen Aktienmarkt fand nach zwei Jahrzehnten Baisse in der globalen Finanzmarktkrise seinen H\u00f6hepunkt, als selbst einheimische institutionelle Investoren dem eigenen Aktienmarkt den R\u00fccken kehrten und nur noch 25 Prozent der heimischen Marktkapitalisierung hielten. Ein Blick hinter die Fassade lohnt sich allerdings, denn das Bottom-up-Zeugnis f\u00fcr japanische Unternehmen f\u00e4llt viel besser aus. Mit einem aktiven Investmentansatz lassen sich die oben genannten Herausforderungen umgehen \u2013 indem nicht ein Bruchteil der wachstumsschwachen Volkswirtschaft gekauft wird, sondern dynamisch wachsende Einzelunternehmen. So ist es m\u00f6glich, die vielen \u201eValue-Fallen\u201c, wie etwa den wachstumsschwachen und sich in der Strukturkrise befindlichen Bankensektor, zu umgehen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>In ESG-Hinsicht untersch\u00e4tzt<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selektive Aktienauswahl erlaubt es zudem, von der Informationsineffizienz des japanischen Aktienmarkts zu profitieren. Denn in Japan wird jede Aktie im Schnitt von sieben Analysten verfolgt, im Vergleich zu mehr als 40 Analysten pro Aktie in den USA. In puncto ESG-Aktivit\u00e4ten haftet japanischen Unternehmen der Ruf an, hinter ihren globalen Mitbewerbern hinterherzuhinken. Jedoch sind gerade bei Umwelttechnologien viele Betriebe dem Rest der Welt voraus. Zudem sehen wir h\u00e4ufig tiefe Verbundenheit zur jeweiligen Vision und Engagement f\u00fcr den sozialen Zweck. Dieses Bild ist allerdings aufgrund der Komplexit\u00e4t des Marktes nicht durch standardisierte Verfahren von kurzfristigen Investoren erfassbar. F\u00fcr japanische Unternehmen stellt es oft eine Herausforderung dar, jene Informationen zur Verf\u00fcgung zu stellen, die von institutionellen Investoren gefordert werden w\u00fcrden, und es gibt nicht gen\u00fcgend qualitativ hochwertiges Research, um diese L\u00fccken in der Transparenz zu f\u00fcllen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Unbekannte Stars<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Wachstumsinvestoren bietet Japan eine Vielfalt an vernachl\u00e4ssigten Nebenwerten, die allerdings den Weltmarkt dominieren. Hamamatsu Photonics ist beispielsweise mit 90 Prozent Marktanteil Weltmarktf\u00fchrer f\u00fcr hochlichtsensitive Messger\u00e4te, die Unreinheiten bis zur Gr\u00f6\u00dfe eines Protons messen k\u00f6nnen. Solche Unternehmen f\u00fchren ihren Markt an, k\u00f6nnen in Yen fakturieren, managen das W\u00e4hrungsrisiko somit auf nat\u00fcrliche Weise, sind innovativ, hochprofitabel und wachstumsstark. Als Exportweltmeister ist japanisches High-Tech-Engineering der Schl\u00fcssel f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit vieler chinesischer Unternehmen. Die N\u00e4he zu China bildet demnach einen wichtigen Wachstumsmotor f\u00fcr japanische Unternehmen. Robotik-Spezialisten wie Fanuc oder Keyence verdanken ihre Expansion gerade der starken Nachfrage nach Industrieautomatisierung auf dem asiatischen Kontinent. Aber auch japanische Konsumtitel wie die Fast Fashion Modekette Uniqlo oder Klaviere von Yamaha erfreuen sich bei der wachsenden Mittelschicht Chinas reger Nachfrage. Nihon M&amp;A, Marktf\u00fchrer f\u00fcr Unternehmensberatung in Japan, ist ein plakatives Beispiel: Das Unternehmen hat sich seit der Gr\u00fcndung vor 30 Jahren auf die Nachfolgeberatung von mittelst\u00e4ndischen gr\u00fcndergef\u00fchrten Unternehmen spezialisiert. Nihon M&amp;A hat sich durch den Aufbau eines engen Netzwerks bei japanischen Banken und Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaften sowie spezialisierten M&amp;A-Beratern starke \u00f6konomische Burggr\u00e4ben aufgebaut. Das Wachstumspotential ist aufgrund der hohen Anzahl von alternden Firmenchefs ohne nat\u00fcrliche Nachfolger aus der Familie mittel- und langfristig sehr hoch. Nihon M&amp;A hat seine Gewinne pro Aktie \u00fcber die vergangenen zehn Jahre annualisiert um 30 Prozent gesteigert. F\u00fcr die kommenden f\u00fcnf Jahre ist ein Wachstum auf gleicher H\u00f6he als realistisch einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Abenomics als Treiber<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zu vernachl\u00e4ssigen ist bei der Beurteilung japanischer Aktien auch die Wirtschaftspolitik des fr\u00fcheren Premierministers Shinz\u014d Abe, die auch unter dem Namern \u201eAbenomics\u201c bekannt ist. Das Programm wurde in Japan mittels einer investitionsfreundlichen Steuerreform und einer durchgreifenden Arbeitsmarktreform umgesetzt. Die neuen Regelungen f\u00fchrten zu einem massiven Anstieg berufst\u00e4tiger Frauen sowie einer Immigrationswelle, was der alternden Gesellschaft einen gro\u00dfen Produktivit\u00e4tsgewinn bescherte. Die Reform der Unternehmensverfassung, welche in den Corporate Governance und Stewardship Code m\u00fcndete, brach veraltete Managementstrukturen auf und ebnete den Weg f\u00fcr unabh\u00e4ngige sowie junge Kompetenz in den Aufsichtsr\u00e4ten, verbesserte die Kapitallokation, verlieh Minderheitsaktion\u00e4ren eine Stimme und hob die schwachen Kapitalrenditen auf internationales Niveau. So wurde ein Katalysator geschaffen, um den vielen \u00fcberkapitalisierten japanischen Konglomeraten entgegenzuwirken und das Wachstum von dynamischen Qualit\u00e4tsunternehmen zu f\u00f6rdern. In so einem breiten und unentdeckten Markt wie Japan ist es eine selektive Vorgehensweise umso wichtiger. Die Unternehmen in unserem Portfolio repr\u00e4sentieren einen winzigen Anteil, weniger als ein Prozent, der b\u00f6rsennotierten japanischen Aktien. \u00dcber mehrere Jahre hinweg haben wir sie analysiert und sind \u00fcberzeugt, dass sie starkes Wachstumspotential mitbringen. Wir investieren nicht unbedingt in Japan, sondern in Unternehmen, die zuf\u00e4llig ihren Sitz in Japan haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comgest: Die Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit d\u00fcrften in den kommenden Wochen einmal mehr auf Japan gerichtet sein, wo zwischen dem 23. Juli und 8. August die 32. 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