{"id":22890,"date":"2021-09-23T10:01:25","date_gmt":"2021-09-23T08:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10929"},"modified":"2021-09-23T10:01:25","modified_gmt":"2021-09-23T08:01:25","slug":"union-investment-wenn-guenstige-mode-aus-der-mode-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-wenn-guenstige-mode-aus-der-mode-kommt\/","title":{"rendered":"Union Investment : Wenn g\u00fcnstige Mode aus der Mode kommt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment : Im September haben Modeschauen in Berlin, Mailand und Paris Hochkonjunktur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von Dr. Henrik Pontzen, Leiter ESG im Portfoliomanagement von Union Investment<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei interessieren sich Investoren weniger f\u00fcr die glamour\u00f6sen Shows als f\u00fcr die Nachhaltigkeitsdefizite der Textilbranche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt schnell wechselnde, meist sehr g\u00fcnstige Mode, die h\u00e4ufig nach kurzer Zeit auf dem M\u00fcll landet. Dieses so genannte Fast Fashion ist das Hauptproblem: F\u00fcr Anleger werden die damit verbundenen sozialen und \u00f6kologischen Belastungen immer mehr zum Investitionsrisiko. Die Modebranche reagiert durchaus, bei den Veranstaltungen steht mittlerweile auch nachhaltige Mode auf dem Programm. Diese Entwicklung geht zwar in die richtige Richtung, doch ist nachhaltige Bekleidung aktuell eher ein Thema f\u00fcr urbane Eliten. Im Markt dominieren weiterhin Kleidungsst\u00fccke, die in erster Linie preiswert sind.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Hersteller zunehmend f\u00fcr Reputationsrisiken sensibilisiert<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Fr\u00fchjahr schaute der Kapitalmarkt besonders aufmerksam auf einige b\u00f6rsennotierte Textilunternehmen wie Nike und H&amp;M. Der Grund: In China wurde zum Boykott einiger Hersteller aufgerufen, nachdem diese sich besorgt \u00fcber m\u00f6gliche Zwangsarbeit bei der Baumwollproduktion in der chinesischen Provinz Xinjiang ge\u00e4ussert hatten. Dieses Beispiel zeigt, wie schwierig f\u00fcr die Unternehmen der Branche der Spagat zwischen Nachhaltigkeit, Gesch\u00e4ftserfolg und politischen Einfl\u00fcssen sein kann. Bei Investorengespr\u00e4chen mit den grossen Firmen ist allerdings festzustellen, dass sie zunehmend f\u00fcr menschenrechtsverletzende Arbeitsbedingungen und unzureichende soziale Standards bei Zulieferern sensibilisiert sind, da damit hohe Reputationsrisiken verbunden sind.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ex- und Hopp-Mentalit\u00e4t versch\u00e4rft Umweltprobleme<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die \u00f6kologischen Aspekte der Textilproduktion gilt das leider weniger. Die Modebranche ist einer der gr\u00f6ssten Umweltverschmutzer \u00fcberhaupt. So verursacht die Herstellung von Kleidern und Schuhen rund acht Prozent der globalen Treibhausgase. Die Branche ist ferner f\u00fcr etwa zehn Prozent der industriellen Wassernutzung weltweit verantwortlich. Ein grosser Teil des Wassers wird dadurch verschmutzt, vor allem in L\u00e4ndern, in denen sauberes Wasser ohnehin Mangelware ist und durch den Klimawandel noch knapper wird. Bei den Umweltthemen geht es anders als bei den sozialen Problemen der Textilbranche aber weniger um einzelne schwarze Schafe. Denn die \u00f6kologischen Belastungen entstehen in der Breite durch die schiere Masse der Textilproduktion bei gleichzeitig unzureichenden Umweltstandards in den Herstellerl\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kernproblem ist, dass immer mehr Textilien produziert werden. So wird f\u00fcr die Branche bis 2030 eine Umsatzsteigerung um f\u00fcnf Prozent pro Jahr prognostiziert. Onlinehandel und Billigproduktion sorgen neben stark wachsenden K\u00e4uferschichten in Schwellenl\u00e4ndern f\u00fcr eine immer h\u00f6here Nachfrage. Angeheizt von Influencern kauft der durchschnittliche Konsument heutzutage 60 Prozent mehr Kleidungsst\u00fccke als noch vor 15 Jahren. Dies verursacht neben steigenden Emissionen und einer zunehmenden Wasserverschmutzung ein M\u00fcllproblem. Der Anteil von Textilien am weltweiten Abfallaufkommen liegt bei knapp f\u00fcnf Prozent. In Summe wird zu viel Kleidung aus umweltsch\u00e4dlichen Materialien gekauft und zu schnell weggeworfen. Nur ein Bruchteil wird \u201eSecond Hand\u201c\u2018 weitergenutzt oder wiederverwertet. Hinzu kommt eine massive \u00dcberproduktion.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Investoren fordern von Textilunternehmen Transparenz<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr nachhaltig orientierte Investoren wird deshalb immer wichtiger, welche Textilunternehmen sich um umweltschonende Produktionsbedingungen und Materialien sowie Recycling bem\u00fchen. F\u00fcr die Umwelt w\u00e4re weniger Baumwolle und Polyester ein Segen, da der Baumwollanbau sehr wasserintensiv und Polyester aus Erd\u00f6l ist. Investoren erwarten daher von Unternehmen detaillierte Informationen, inwieweit sie k\u00fcnftig auf h\u00f6herwertige, nachhaltige Materialien setzen und wieviel sie in Forschung und Entwicklung investieren. Eine Rolle spielen hierbei auch kleinere, innovative Unternehmen wie etwa die \u00f6sterreichische Firma Lenzing, die Kunstfasern aus Zellstoff herstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die grossen Modemarken m\u00fcssen Transparenz schaffen und eine klare, langfristig angelegte Strategie vorweisen, wie sie diese Herausforderungen angehen. Es ist immer ein schlechtes Zeichen, wenn Unternehmen mit Investoren nicht \u00fcber Details der Umsetzung sprechen wollen und insgesamt vage bleiben. In diese Kategorie f\u00e4llt unserer Einsch\u00e4tzung nach zum Beispiel H&amp;M, einer der wichtigsten europ\u00e4ischen Fast-Fashion-Hersteller. Konkurrent Inditex (Zara) zeigt sich im Dialog mit Investoren auskunftsfreudiger, setzt aber auch weiter auf Fast Fashion.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Konsumenten entscheiden<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas leichter mit Nachhaltigkeitsthemen tun sich generell Qualit\u00e4tshersteller, die weniger im Fast-Fashion-Segment unterwegs sind. Einen guten Eindruck machen hier beispielsweise Adidas und Puma. Adidas etwa verfolgt interessante Projekte zur Reduktion von Mikroplastik und zur Erh\u00f6hung der Recyclingquote bei Kunstfasern. Die Unternehmen haben eine klar formulierte Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Zielwerten und Zeitpl\u00e4nen. Die Verg\u00fctungsregeln ihrer Vorst\u00e4nde enthalten konkrete ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit der \u00f6kologische Fussabdruck der Textilbranche deutlich kleiner wird, kommt es vor allem auf die Massenhersteller an, die vor einer schwierigen Gratwanderung stehen. Die Hauptrolle spielen aber die Konsumenten. Sie entscheiden dar\u00fcber, ob Fast Fashion aus der Mode kommt und die Ex-und-Hopp-Mentalit\u00e4t bei Kleidung abgelegt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Im September haben Modeschauen in Berlin, Mailand und Paris Hochkonjunktur.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10857,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[127],"class_list":["post-22890","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-union-investment"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22890\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}