{"id":22903,"date":"2021-10-07T18:14:13","date_gmt":"2021-10-07T16:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=11069"},"modified":"2021-10-07T18:14:13","modified_gmt":"2021-10-07T16:14:13","slug":"union-investment-kapitalmaerkte-fuenf-bleibende-corona-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-kapitalmaerkte-fuenf-bleibende-corona-folgen\/","title":{"rendered":"Union Investment : Kapitalm\u00e4rkte &#8211; F\u00fcnf bleibende Corona-Folgen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment : Die Temperaturen fallen, die Inzidenzen steigen \u2013 so d\u00fcrfte es wohl auch in den n\u00e4chsten Monaten sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> von Andreas K\u00f6ster, Leiter Portfoliomanagement und Vorsitzender des Union Investment Committee<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch unterscheidet sich der kommende, zweite Pandemiewinter deutlich vom ersten: Die Impfkampagnen haben bisher zu einer gr\u00f6sseren Entkoppelung von Infektionsgeschehen und Belastung des Gesundheitssystems gef\u00fchrt. Der politische Handlungsdruck wird dadurch geringer, scharfe Lockdowns werden unwahrscheinlicher. F\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte n\u00e4hert sich die akute Phase der Corona-Krise dem Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Investoren richten ihren Blick damit bereits auf die Post-Corona-\u00c4ra. Welche Auswirkungen der Pandemie bleiben langfristig, und welche werden wieder verschwinden? Diese Fragen werden \u00fcber die Anlageerfolge der n\u00e4chsten Jahre (mit)entscheiden. F\u00fcnf wesentliche Folgen lassen sich bereits heute absehen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>(1) Die s\u00e4kulare Stagnation endet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Ausbruch der Lehman-Krise im Jahr 2008 lief der weltweite Konjunkturmotor stotternd. Wesentliches Wachstumshemmnis war eine strukturelle Nachfrageschw\u00e4che. Rund um den Globus reichten Konsumausgaben der privaten Haushalte, Investitionen der Unternehmen und Staatsausgaben der Regierungen nicht aus, um die vorhandenen Produktionskapazit\u00e4ten auszulasten. \u00d6konomen sprachen von einer s\u00e4kularen Stagnation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Phase geht nun zu Ende. Ein Grund liegt in einem von der Pandemie bef\u00f6rderten wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsel. Nahezu alle grossen Wirtschaftsr\u00e4ume haben sich vom Mantra der Austerit\u00e4t verabschiedet. Stattdessen setzen die Regierungen auf Wachstumsstimulation, auch um den Preis h\u00f6herer Haushaltsdefizite. Im Zuge der Corona-Hilfen \u00f6ffneten sich die fiskalpolitischen Schleusen von Washington \u00fcber Berlin bis nach Peking. Diese Entwicklung wird sich nicht umkehren, daf\u00fcr ist der gesellschaftliche und politische Konsens zu gross. Die Folgen daraus sind steigende Verschuldungsraten, aber auch eine h\u00f6here staatliche Nachfrage. Das gilt vor allem f\u00fcr die USA, wo Pr\u00e4sident Joe Biden ein ambitioniertes Investitionsprogramm aufgelegt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt ein Anstieg der volkswirtschaftlichen Effizienz. Mehr Investitionen, etwa in die Digitalisierung, bedeuten mehr Produktivit\u00e4t. Wir halten daher in den USA einen \u201eMini-Produktivit\u00e4tsboom\u201c wie zwischen den Jahren 1995 und 2005 f\u00fcr m\u00f6glich. Damals stieg die Produktivit\u00e4t zwischenzeitlich um bis zu drei Prozent pro Jahr. In Summe bedeutet die \u00f6konomische Konsequenz aus h\u00f6herer Nachfrage und h\u00f6herer Effizienz: Die s\u00e4kulare Stagnation geht zu Ende, das Potenzialwachstum steigt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>(2) Der Anlagenotstand l\u00e4sst nach<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit verschieben sich Grundparameter f\u00fcr die Kapitalm\u00e4rkte. Denn: Ein h\u00f6heres Potenzialwachstum bedeutet mittelfristig h\u00f6here Zinsen in den \u201esicheren H\u00e4fen\u201c, also zum Beispiel bei US-amerikanischen oder deutschen Staatsanleihen. F\u00fcr viele Anleger sind diese Assets ein Ankerinvestment. Werfen sie hinreichende Ertr\u00e4ge ab, l\u00e4sst der herrschende Anlagenotstand nach. Der Weg nach oben auf der Risikoleiter wird unattraktiver.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/c065a8e9c1fb3b41a81c196458a7e16e.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11072 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/c065a8e9c1fb3b41a81c196458a7e16e.png\" alt=\"07-10-21 1 Union Investment\" width=\"600\" height=\"338\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Steht uns damit das Ende des Niedrigzinsumfeldes bevor? Nein. Der Befund gilt n\u00e4mlich in erster Linie f\u00fcr die USA. In Europa ist das Potenzial deutlich geringer, sowohl f\u00fcr h\u00f6heres Wachstum als auch f\u00fcr anziehende Renditen. Daher bleiben f\u00fcr eurobasierte, anleihenfokussierte Investoren Internationalisierung und Diversifizierung in andere Assetklassen die Schl\u00fcsselfaktoren zum Anlageerfolg. Wer als Anleger nur im Euroraum verharrt, vergibt Renditechancen. Wer nur auf Anleihen setzt, wird auch k\u00fcnftig in einer Total-Return-Betrachtung keine ausk\u00f6mmlichen Ertr\u00e4ge erwirtschaften.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>(3) Die Unternehmensgewinne werden zu kr\u00e4ftigen Kurstreibern<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei ihrem Ausbruch versetzte die Corona-Krise Unternehmen und Investoren in einen Schockzustand. Die Sorge war damals, dass viele Konzerne in die Insolvenz oder zumindest die Zombifizierung getrieben w\u00fcrden. Knapp zwei Jahre nach Auftreten des ersten Covid-Falls zeigt sich, wie \u00fcbertrieben diese Bef\u00fcrchtungen waren. Einige Sektoren haben tats\u00e4chlich stark gelitten, etwa die Luftfahrt oder der Tourismus. Die grosse Insolvenzwelle ist jedoch bislang ausgeblieben. Mehr noch: Viele Unternehmen konnten ihre Gewinne in beeindruckender Weise steigern. Auch f\u00fcr Zombifizierungstendenzen finden sich in der Breite keine Anhaltspunkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anh\u00e4lt. Zum einen haben viele Unternehmen schnell und entschlossen auf die Krise reagiert und ihre Gesch\u00e4ftsmodelle angepasst. Im Ergebnis ist die Profitabilit\u00e4t nicht gesunken, sondern oft sogar gestiegen \u2013 nicht zuletzt, weil die staatlichen Konjunkturhilfen die Basis f\u00fcr deutliche Umsatzausweitungen gelegt haben. Mit der Aussicht auf ein h\u00f6heres (nominales) Potenzialwachstum verstetigt sich dieser Trend. F\u00fcr die Aktienkurse heisst das aus dem Blickwinkel des Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnisses (KGV): Die h\u00f6heren Gewinne werden den Gegenwind steigender Anleiherenditen \u00fcberkompensieren. F\u00fcr die Aktienkurse werden also Gewinne wichtiger als die Bewertung. Entsprechende Profitabilit\u00e4t vorausgesetzt, ist der Weg frei f\u00fcr h\u00f6here Notierungen. Davon werden aber nicht alle Unternehmen gleichermassen profitieren. Die Bedeutung der Titelselektion nimmt zu.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>(4) Digitalisierung und Dekarbonisierung treiben Rohstoffpreise nach oben<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pandemie hat den Digitalisierungsbedarf auf allen gesellschaftlichen Ebenen schonungslos offengelegt. Steigende Investitionen werden die Folge sein. Ausserdem sind \u2013 anders als anfangs erwartet \u2013 Nachhaltigkeitsaspekte nicht aus dem \u00f6ffentlichen Bewusstsein verschwunden. Im Gegenteil. Die EU, die USA und auch China fordern und f\u00f6rdern in ihren Fiskalprogrammen die Dekarbonisierung der Wirtschaft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/e3a58b23fa34d7cfe10f08c5557cad0b.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11073 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/e3a58b23fa34d7cfe10f08c5557cad0b.png\" alt=\"07-10-21 2 Union Investment\" width=\"600\" height=\"338\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Umbruch wird sich auch im Rohstoffsektor widerspiegeln. Die Nachfrage nach Commodities d\u00fcrfte insgesamt zunehmen und die Preise sollten steigen. Rohstoffe z\u00e4hlen daher zu den Favoriten im Post-Corona-Zeitalter. Aber die Gewinner von morgen sind nicht die Champions von gestern. Die Differenzierung innerhalb der Assetklasse nimmt zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Metalle wie Kupfer, Lithium und Nickel werden noch st\u00e4rker nachgefragt werden, um Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien auszubauen. Beobachten l\u00e4sst sich dies bereits bei Kupfer. Ein Elektroauto enth\u00e4lt beispielsweise im Schnitt rund 83 Kilogramm Kupfer, vier Mal so viel wie ein Auto mit Verbrennungsmotor. Perspektivisch d\u00fcrfte der Nachfrage\u00fcberhang bei einzelnen Rohstoffen zu einem neuen Superzyklus f\u00fchren. Fossile Energien wie Kohle, Roh\u00f6l und Gas d\u00fcrften hingegen an Bedeutung verlieren.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>(5) Keine Stagflation in Sicht<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pandemie hat \u00fcber mehrere Kan\u00e4le den zuvor herrschenden Trend zur Disinflation, also zu immer weiter sinkenden Preissteigerungsraten, beendet. Ein wichtiger Punkt ist dabei die erfolgreiche Bek\u00e4mpfung der Unterauslastung der Wirtschaft \u00fcber eine h\u00f6here Nachfrage. Aber auch andere Kr\u00e4fte sind strukturell preistreibend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis beendet Corona die \u00c4ra der Disinflation, f\u00fchrt aber nicht zu Stagflation. Dieses manchmal bem\u00fchte \u201eSchreckgespenst\u201c aus den 1970ern wird sich in den 2020er Jahren nicht wiederholen. Stattdessen werden wir k\u00fcnftig vor allem in den Vereinigten Staaten wieder \u201enormale\u201c Inflationsraten sehen. Im Schnitt d\u00fcrfte die Teuerung in den USA etwas oberhalb der Zwei-Prozent-Marke, in der EWU eher darunter liegen. Dort bleiben die Kapazit\u00e4ten auf Sicht nicht voll ausgelastet, was \u2013 trotz strukturell inflationstreibender Kr\u00e4fte \u2013 f\u00fcr geringen Preisdruck sorgt. Im Ergebnis ist die Geldpolitik in der EWU auf Sicht der kommenden Jahre von \u201e4 L\u2019s\u201c gekennzeichnet: Lagarde bleibt lange, lange locker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Die Temperaturen fallen, die Inzidenzen steigen \u2013 so d\u00fcrfte es wohl auch in den n\u00e4chsten Monaten sein.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10166,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[127],"class_list":["post-22903","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-union-investment"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22903","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22903"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22903\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22903"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22903"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22903"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}