{"id":22912,"date":"2021-12-09T10:03:00","date_gmt":"2021-12-09T09:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=11598"},"modified":"2021-12-09T10:03:00","modified_gmt":"2021-12-09T09:03:00","slug":"dje-wie-wohlstandskrankheiten-die-gesundheitsbranche-beeinflussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-wie-wohlstandskrankheiten-die-gesundheitsbranche-beeinflussen\/","title":{"rendered":"DJE: Wie Wohlstandskrankheiten die Gesundheitsbranche beeinflussen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">DJE: Das Coronavirus hat die Welt bereits seit knapp zwei Jahren fest im Griff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Maximilian-Benedikt K\u00f6hn, Fondsmanager bei der DJE Kapital AG<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er hat zu einem Innovationsschub gef\u00fchrt. Langfristig werden aber Wohlstandskrankheiten wie Adipositas und Diabetes dem Coronavirus im Healthcare-Sektor den Rang ablaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Gebiet der Biotechnologie brachte die Covid-19-Pandemie die rasante Weiterentwicklung der mRNA-Technologie bis hin zu einem probaten Impfstoff gegen das Virus hervor. Obwohl die technischen Grundlagen seit vielen Jahren bekannt waren, fehlten der Forschung bislang die n\u00f6tigen Investitionen, die mRNA-Technologie zur Anwendungsreife zu bringen. Allen voran sind heute BioNTech\/Pfizer und Moderna mit \u00fcber drei Miliarden ausgelieferten Impfdosen in diesem Jahr f\u00fchrend bei den Kapazit\u00e4ten. Die aktuell rasch steigenden Inzidenzen und die hohe Auslastung der Intensivbetten machen deutlich, dass eine Booster-Impfung f\u00fcr alle bereits Geimpften notwendig ist, um den mit der Zeit abnehmenden Impfschutz zu erneuern.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine gute Strategie gegen Covid-19 braucht beides \u2013 Impfstoffe und Medikamente<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abseits von den Impfungen gegen das Virus sind in den letzten Wochen auch vielversprechende Studiendaten von den beiden US-Pharmakonzernen Merck &amp; Co. sowie Pfizer zu oral einzunehmenden Covid-19-Medikamenten ver\u00f6ffentlicht worden. Aus den Pfizer-Studien geht hervor, dass das Medikament Paxlovid bei Covid-19-Patienten das Risiko f\u00fcr einen schweren Verlauf mit Hospitalisierung oder Tod um 89 Prozent gegen\u00fcber Placebo senkt. Voraussetzung war, dass die Patienten innerhalb von drei Tagen nach Einsetzen der Symptome behandelt wurden. Damit stellt der US-Pharmariese Pfizer die Konkurrenz Merck &amp; Co. mit ihrem Medikament Molnupiravir \u2013 das in vergleichbaren Tests das Risiko nur halbieren konnte \u2013 in den Schatten. Die Pfizer-Tablette wird in Kombination mit Ritonavir, einem \u00e4lteren antiviralen Mittel gegen HIV, verabreicht. Die Kombinationsbehandlung blockiert ein Enzym, welches das Coronavirus zu seiner Vermehrung ben\u00f6tigt. Die Merck-Pille Molnupiravir hat einen anderen Wirkmechanismus, der darauf abzielt, Fehler in den Gencode des Virus einzuschleusen. Heisst: W\u00e4hrend der Replikation des Virenerbguts passieren so viele Fehler, dass daraus keine funktionsf\u00e4higen Viren mehr entstehen k\u00f6nnen.<br \/>\nDas Marktpotenzial beider Pillen ist enorm. So kann Merck &amp; Co. bereits \u00fcber 20 Mio. Dosen im Jahr 2022 und Pfizer \u00fcber 50 Mio. Dosen herstellen. Der Preis einer oralen Therapie wird bei etwa 700 US-Dollar liegen. Somit k\u00f6nnten beide Unternehmen zusammen \u00fcber 45 Mrd. US-Dollar Umsatz generieren. Aber diese Medikamente sind kurativ und wirken nicht pr\u00e4ventiv wie eine Impfung. Somit ist die Entwicklung wirksamer Medikamente zwar ein wichtiger Baustein in der Bek\u00e4mpfung der Pandemie, kann und wird aber die Covid-19-Impfung nicht ersetzen. Nichtsdestotrotz wird die Nachfrage nach Covid-19-Medikamenten sehr hoch sein, und viele L\u00e4nder werden diese Medikamente sicherheitshalber bestellen, zumal der Preis daf\u00fcr im Vergleich zur station\u00e4ren bzw. intensivmedizinischen Behandlung von Covid-19-Patienten doch relativ gering erscheint.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Verlierer der Corona-Pandemie<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Corona-Pandemie belastete nicht nur Sektoren wie den Tourismus oder den station\u00e4ren Einzelhandel, auch das Gesundheitswesen wurde in Mitleidenschaft gezogen \u2013 auch wenn das Bild in diesem Sektor gemischt ausfiel. Nat\u00fcrlich profitierten viele Unternehmen, die an der Forschung, Entwicklung und Herstellung der Covid-19-Impfstoffe beteiligt sind. Gleichzeitig konnten sich auch Diagnostikahersteller und diagnostische Labore einen zus\u00e4tzlichen Absatzmarkt schaffen. Auf der anderen Seite mussten planbare Operationen erheblich verschoben werden. In Grossbritannien zum Beispiel warten knapp f\u00fcnf Mio. Menschen auf eine station\u00e4re Behandlung. Aber auch klassische Pharmaunternehmen litten unter der Corona-Pandemie. Therapie-Neueinstellungen bzw. Medikamenten-Umstellungen fanden vor allem in den Lockdown-Phasen kaum statt. Dieser negative Effekt zeigte sich bereits in den letzten Quartalsberichten der Pharmaunternehmen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Diabetes \u2013 ein langlebiger Wachstumsmarkt<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Covid-19 hatte nur einen begrenzten Einfluss auf den Diabetesmarkt. Hier sind die langfristigen Treiber weiterhin intakt. Aktuell gibt es weltweit \u00fcber 463 Mio. Diabetiker, viele sind nicht oder nicht optimal eingestellt, und die Zahl neuer Diabetiker wird weiter zunehmen. Was Diabetes f\u00fcr die staatlichen Gesundheitssysteme bedeutet, zeigt sich besonders an zwei Parametern: Zum einen sind etwa 70 Prozent aller Diabetespatienten im erwerbsf\u00e4higen Alter. Zum anderen entfielen \u00fcber zw\u00f6lf Prozent der weltweiten Gesundheitsausgaben in H\u00f6he von \u00fcber 730 Mrd. US-Dollar auf die Behandlung von Diabetes und deren Folgeerkrankungen wie Nierensch\u00e4den, Schlaganf\u00e4lle, Herzinfarkte und Durchblutungsst\u00f6rungen. Mehr und mehr r\u00fccken hierbei aber auch die weltweit zunehmende Adipositas als Ursache f\u00fcr zum Beispiel den Typ-2-Diabetes oder chronische Lebererkrankungen wie die nichtalkoholische Fettleber in den Vordergrund. Besonders beim Typ-2-Diabetes ist das Marktpotenzial noch enorm. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es mehr als 1,9 Mrd. Menschen mit \u00dcbergewicht, davon sind \u00fcber 650 Mio. adip\u00f6s und weisen demnach einen Body-Mass-Index von \u00fcber 30 auf. Lifestyle-Massnahmen wie z.B. Fitnessprogramme wirken, wenn \u00fcberhaupt, nur tempor\u00e4r. Daher sind erg\u00e4nzende Therapieoptionen notwendig. Aktuell werden nur zwei Prozent der Adip\u00f6sen medikament\u00f6s behandelt, und dies mit zum Teil nur m\u00e4ssigem Erfolg.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Medikamenten-Generation<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ursachen, aber auch Folgesch\u00e4den von Diabetes einzud\u00e4mmen, ist das Hauptziel der Entwicklung neuer Diabetes-Medikamente, deren Wirkung nicht auf die reine Senkung zu hoher Blutzuckerwerte abzielt. Denn: Studien haben gezeigt, dass eine rein glukozentrische Sichtweise in der Diabetes-Therapie keinen positiven Einfluss auf Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t hat. Ein Beispiel f\u00fcr neuartige Produkte sind die sogenannten GLP-1. Dies ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr Glucagon-like Peptid 1. Der duopolistische Markt wird aktuell dominiert von dem d\u00e4nischen Diabetesspeziallisten Novo Nordisk und dem US-amerikanischen Pharmaunternehmen Eli Lilly. Bei GLP-1 handelt es sich um ein zu den Inkretinen z\u00e4hlendes Darmhormon, welches den Glukosestoffwechsel mitsteuert. Es f\u00f6rdert die Abgabe von Insulin, einem Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt. Es hat aber \u00fcber weitere Mechanismen auch von Diabetes unabh\u00e4ngige Effekte. Der Markt w\u00e4chst auch in Zeiten von Corona weiterhin deutlich zweistellig \u2013 auch bei dem gegenw\u00e4rtig herrschenden Preisdruck in den USA. Selbst in der Covid-19-Pandemie konnte Novo Nordisk mit einem neuen oralen GLP-1 um mehr als 200 Prozent in den ersten drei Quartalen dieses Jahres wachsen. Aber auch im Hinblick auf m\u00f6gliche Diabetes-Folgekrankheiten konnte Novo Nordisk j\u00fcngst ein neues Produkt auf den amerikanischen Markt bringen. Das neue Schlankheitsmittel Wegovy verspricht eine garantierte 15-prozentige Gewichtsreduktion binnen eines Jahres. Novo Nordisk wurde von der hohen Nachfrage in den USA anscheinend so \u00fcberrascht, dass das Produkt in den USA oftmals bereits ausverkauft ist. Der Markt mit Schlankheitsmitteln ist nicht nur ein Massenmarkt, sondern auch ein starker Selbstzahler-Markt. Abseits von dem sehr lukrativen Margenpotenzial f\u00fcr Novo Nordisk bedeutet dies aber auch einen Mehrwert f\u00fcr die Gesundheitssysteme, denn die Folgeerkrankungen von Diabetikern verschlingen allein in den USA \u00fcber 377 Mrd. US-Dollar.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Klassik versus Moderne<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Diabetes-Management rund um die Diagnostik und die Glukose\u00fcberwachung ist eines der am weitesten fortgeschrittenen Felder in der digitalen Medizin. Die Anwendungen k\u00f6nnen in Kombination mit k\u00fcnstlicher Intelligenz und Datenanalyse einen starken medizinischen Nutzen f\u00fcr die Patienten erreichen. Der weltweite Markt f\u00fcr Diabetesger\u00e4te betrug 2020 etwa 26 Mrd. US-Dollar und die durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsrate soll in den n\u00e4chsten Jahren weiterhin mindestens hoch einstellig bleiben. Unter den grossen Medizintechnik-Konzernen sind Medtronic und Abbott Laboratories die Vorreiter in der Diabetesbehandlung, aber die Entwicklung bleibt nicht stehen, es kommen immer wieder Innovationen auf den Markt. So hinkt etwa Roche mit seinem klassischen Blutzucker-Messger\u00e4t Accu-Check deutlich hinterher. L\u00e4ngst muss man nicht mehr f\u00fcr jede Messung eine kleine Menge Blut auf einen Teststreifen geben, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Neue Anwendungen, sei es von Abbott Laboratories oder auch von den kleineren Nischenanbietern Dexcom und Insulet, k\u00f6nnen den Blutzuckerhaushalt dank eines kleinen Patches am Arm jederzeit \u00fcber die App im Handy kontrollieren (sog. kontinuierliches Glukosemonitoring).<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Corona \u2013 gekommen um zu bleiben<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Corona-Pandemie wird uns alle weiterhin besch\u00e4ftigen. Bei Anlageentscheidungen gewinnen die Spartenauswahl und die regionale Diversifikation aber mehr und mehr an Bedeutung. Kurzfristig k\u00f6nnten Firmen, die orale Covid-19-Medikamente oder Auffrischungsimpfungen herstellen, profitieren. Nach dem Ende der Pandemie wird Sars-CoV-2 nur noch endemisch auftreten, dar\u00fcber ist sich die Wissenschaft inzwischen einig. Bedeutet: Das Virus wird weiterhin zirkulieren und saisonale und regionale Ausbr\u00fcche \u00fcberall auf der Welt verursachen. Wir alle werden lernen m\u00fcssen, mit dem Virus zu leben \u2013 ebenso wie mit saisonalen Influenza-Wellen. Unabh\u00e4ngig davon bleibt Diabetes ein langfristiges, strukturelles Wachstumsfeld. Erfolgsversprechend d\u00fcrften dabei vor allem Firmen sein, die mit ihrem Medikamenten-Portfolio die Risikofaktoren positiv beeinflussen bzw. mit Diabetes assoziierte Folgeerkrankungen eind\u00e4mmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE: Das Coronavirus hat die Welt bereits seit knapp zwei Jahren fest im Griff.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":11599,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[176],"class_list":["post-22912","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-dje"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22912","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22912"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22912\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22912"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22912"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22912"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}