{"id":22945,"date":"2022-03-28T11:20:17","date_gmt":"2022-03-28T09:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12700"},"modified":"2022-03-28T11:20:17","modified_gmt":"2022-03-28T09:20:17","slug":"dje-zum-ukraine-krieg-folgen-fuer-agrarmarkt-und-lebenskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-zum-ukraine-krieg-folgen-fuer-agrarmarkt-und-lebenskosten\/","title":{"rendered":"DJE zum Ukraine-Krieg: Folgen f\u00fcr Agrarmarkt und Lebenskosten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">DJE: Russlands Krieg in der Ukraine sorgt neben allem menschlichen Leid global f\u00fcr grosse wirtschaftliche Herausforderungen \u2013 sehr sp\u00fcrbar unter anderem bei den Energie-, Rohstoff- und Agrarpreisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Jens Ehrhardt, Gr\u00fcnder und Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital AG<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Inflation steigt unentwegt.<\/strong> Die EZB hat trotzdem entschieden, den Leitzins bei null Prozent zu belassen, die Anleihek\u00e4ufe aber schneller als geplant zur\u00fcckzufahren. Zinssteigerungen sind angesichts der aktuellen Konjunkturrisiken vermutlich eher kontraproduktiv und k\u00f6nnten den Aktienmarkt weiter belasten. Positiv w\u00e4re daher, wenn die Politik z\u00fcgig Massnahmen ergreifen w\u00fcrde, um die inflationsbedingten Kaufkraftverluste zu minimieren. Dabei sind die strategischen Weichenstellungen in der Energie- und Agrarpolitik entscheidend. Ohnehin d\u00fcrfte in diesem Zusammenhang die fr\u00fchere \u201eTank oder Teller\u201c-Diskussion wieder in den Fokus r\u00fccken. Angesichts der Knappheit von Agrarg\u00fctern und Energie haben wir heute jedoch eine ganz andere Ausgangslage. Neben Solar- und Windenergie sollten deshalb auch Biomethan aus G\u00e4rresten und G\u00fclle wieder st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden. Generell muss die Nahrungsmittelproduktion in diesem Umfeld massgeblich unterst\u00fctzt werden. Dies d\u00fcrfte auch den Aktien aus diesem Bereich R\u00fcckenwind verleihen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Bedeutung f\u00fcr die Lebensmittelpreise<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Preise f\u00fcr Weizen an den Weltm\u00e4rkten jagen von einem Rekord zum n\u00e4chsten. Auch D\u00fcngemittel werden teurer.<\/strong> Zudem liest man von Knappheit bei Mais, Raps und Sonnenblumen. F\u00fcr die Lebensmittelpreise wird in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten entscheidend sein, wie lange der Konflikt in der Ukraine anh\u00e4lt. Aktuell mangelt es dort vor allem an Diesel f\u00fcr die Landmaschinen, aber auch an Mitarbeitern, die eigentlich die anstehende Aussaat bewerkstelligen m\u00fcssten. In der Folge ist ein R\u00fcckgang des Erntevolumens von 30 bis 40 Prozent f\u00fcr die Vermarktungssaison 2022\/23 nicht unrealistisch. Saisonal bedingt wird es nicht einfach sein, diesen Ernteausfall zeitgleich durch die Lieferung aus anderen Regionen zu kompensieren. Vor allem die afrikanischen Staaten werden daher versuchen, ihren zus\u00e4tzlichen Bedarf nun in Australien, Indien, Argentinien oder in den USA zu decken. Preistreibend wirkt in diesem Zusammenhang das Verhalten einiger Staaten, den eigenen Getreideexport komplett einzustellen.<\/p>\n<p>Die steigenden Gaspreise verteuern wiederum Minerald\u00fcnger enorm, so dass viele Landwirte in dieser Anbausaison versuchen werden, den D\u00fcngemittel-Einsatz einzud\u00e4mmen beziehungsweise auf organische Stoffe wie G\u00fclle umzusteigen. In der Folge sind selbst hierzulande Ernteeinbussen von bis zu zehn Prozent nicht vollkommen auszuschliessen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Auswirkungen auf Sektoren und Kapitalm\u00e4rkte<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die absehbare Verschiebung der Handelsstr\u00f6me bei Agrarg\u00fctern d\u00fcrfte letztlich vor allem den international t\u00e4tigen Agrarh\u00e4ndlern ein gewisses Zusatzgesch\u00e4ft bescheren.<\/strong> Im D\u00fcngemittelbereich werden insbesondere die US-Produzenten von einer vergleichsweise besseren Gasversorgung profitieren. Der Nahrungsmittelsektor hat andererseits mit den steigenden Rohstoffkosten zu k\u00e4mpfen. Generell werden dadurch die Konsumausgaben f\u00fcr nicht notwendige G\u00fcter und Dienstleistungen, zum Beispiel Reisen, tendenziell sinken. Auch wird der ein oder andere sicherlich seinen geplanten Autokauf eher aufschieben. Der Lebensmittelhandel und hier insbesondere die Discounter sollten von dem Kaufkraftverlust hingegen weit weniger betroffen sein.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Value-Titel besser \u201egesch\u00fctzt\u201c als Growth- Titel?<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Steigende Zinsen sind grunds\u00e4tzlich negativ f\u00fcr Wachstumsaktien.<\/strong> Wegen der US- Konjunktur und der Zinssteigerungspolitik der US-Notenbank d\u00fcrften die Zinsen weiter anziehen \u2013 was die konjunktursensitiven Value-Aktien mehr beg\u00fcnstigt als Growth-Titel. Allerdings haben die massiven Verluste der Wachstums-Aktien in den Monaten zuvor dazu gef\u00fchrt, dass einige Growth-Titel nicht mehr teuer sind, sondern im Hinblick auf Wachstum und \u00fcberragende Marktstellung aussichtsreich erscheinen. Solange die Weltkonjunktur sich weiter positiv entwickelt, d\u00fcrften Value-Aktien aber das bessere Chance-\/Risiko-Verh\u00e4ltnis haben. Ganz im Gegensatz zu den vergangenen 13 Jahren.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Gold, Silber oder Platin?<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gold steht heute in Dollar gerechnet nicht h\u00f6her als 2011. Im Hinblick auf die j\u00fcngste und in den vergangenen elf Jahren zu beobachtende Inflation sollte Gold mittelfristig steigen k\u00f6nnen. Kurzfristig befinden wir uns zwar im \u00fcbergekauften Bereich mit zu vielen Optimisten, aber nach dem j\u00fcngsten f\u00fcnfprozentigen R\u00fcckschlag erscheint auch Gold wieder aussichtsreich. Generell sollten alle Edelmetalle im Hinblick auf das wachsende Anlegerinteresse, aber auch auf den vermehrten Industrie- und Schmuckbedarf, aussichtsreich sein. Gold ist heute in den Anlegerportfolios im Durchschnitt mit weniger als zwei Prozent vertreten. In der Nachkriegszeit waren diese Prozents\u00e4tze durchschnittlich weit h\u00f6her, oft um zehn Prozent.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Vergleich mit \u00d6lkrise 1973<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Abh\u00e4ngigkeit der Weltwirtschaft vom \u00d6lpreis ist in den letzten Jahrzehnten stetig zur\u00fcckgegangen. Im Moment besteht nicht die Gefahr einer Stagflation. Zwar ist die Inflationsrate in den USA und in Europa auf einem Hoch mit Blick auf die vergangenen 40 Jahre, aber die Wachstumsraten d\u00fcrften hoch bleiben. Einerseits wegen der geringeren \u00d6labh\u00e4ngigkeit, andererseits wegen des real nach wie vor nicht zu hohen \u00d6lpreises. Wenn die US-Zentralbank l\u00e4ngere Zeit die Zinsen erh\u00f6ht, w\u00e4chst die Gefahr einer Stagflation \u2013 diese ist heute aber noch nicht in Sicht. Tats\u00e4chlich sind die US- Zinsen im historischen Vergleich immer noch sehr niedrig. Und auch ein Anstieg um gut ein Prozent in einem Jahr w\u00e4re noch immer niedrig, vor allen Dingen vor dem Hintergrund der hohen Inflation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Europ\u00e4ische Aktiengesellschaften d\u00fcrften zum Teil erheblich unter den hohen Energiepreisen leiden. Die USA importierten auch vor dem Embargo weit weniger als ein Prozent ihres \u00d6lbedarfs aus Russland. Die US-Volkswirtschaft profitiert durch die Krise in den Bereichen R\u00fcstung, \u00d6lbranche und Agrarsektor. Die stark gestiegenen Nahrungsmittelpreise und die anziehenden Preise f\u00fcr Kunstd\u00fcnger lassen erhebliche Gewinnsteigerungen bei den Agrar-Aktien erwarten. \u00d6l- Aktien profitierten schon vor der Krise durch die sehr niedrigen Abschreibungen (wenig Explorationsaufwendungen). R\u00fcstungs-Aktien stiegen seit der Krise um 15 Prozent und profitieren auch von deutscher Aufr\u00fcstung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE: Russlands Krieg in der Ukraine sorgt neben allem menschlichen Leid global f\u00fcr grosse wirtschaftliche Herausforderungen \u2013 sehr sp\u00fcrbar unter anderem bei den Energie-, Rohstoff- und Agrarpreisen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[176],"class_list":["post-22945","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-dje"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22945"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22945\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}