{"id":22948,"date":"2022-04-08T16:13:04","date_gmt":"2022-04-08T14:13:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12817"},"modified":"2022-04-08T16:13:04","modified_gmt":"2022-04-08T14:13:04","slug":"gsam-auf-das-alpha-kommt-es-an-investieren-in-krisenzeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/gsam-auf-das-alpha-kommt-es-an-investieren-in-krisenzeiten\/","title":{"rendered":"GSAM : Auf das Alpha kommt es an , investieren in krisenzeiten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">GSAM : Der Russland-Ukraine-Krieg und die daraus resultierende humanit\u00e4re Krise sind auf menschlicher Ebene sehr best\u00fcrzend. Zudem wirft der Krieg ernsthafte Fragen bei Anlegern auf, die seine langfristigen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Finanzm\u00e4rkte abzusch\u00e4tzen versuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:post-content -->\n\n<!-- wp:separator --><hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von James Ashley, Leiter Market Strategy Team, Strategic Advisory Solutions bei Goldman Sachs Asset Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vereinfacht ausgedr\u00fcckt gilt: Jede Krise ist anders und es gibt keinen bew\u00e4hrten Fahrplan, an den Anleger sich jetzt halten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige der Unterschiede sind auf die Bedingungen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die bereits herrschen, wenn eine Krise beginnt. Die Kampfhandlungen in der Ukraine brachen gerade zu einer Zeit aus, als sich die makro\u00f6konomische Lage zu normalisieren schien. Nach einer mehrj\u00e4hrigen Pandemie schien die Weltwirtschaft kurz vor einer Erholung zu stehen. Die Inflation war hoch, aber es gab Hinweise auf nachlassende Lieferengp\u00e4sse, wodurch auch der Preisdruck irgendwann zur\u00fcckgehen w\u00fcrde. Diese Hoffnungen schwinden nun aber. Die Rohstoffpreise haben kr\u00e4ftig angezogen, so dass bef\u00fcrchtet wird, die Zentralbanken k\u00f6nnten die geldpolitischen Z\u00fcgel noch aggressiver straffen und damit das Wachstum m\u00f6glicherweise ersticken. Je l\u00e4nger der Konflikt andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Inflation angeheizt und das globale Wachstum ged\u00e4mpft werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dadurch entsteht ein unsicheres Investmentumfeld. Die Volatilit\u00e4t ist hoch und wird es unseren Erwartungen nach eine Weile bleiben. Die meisten Anleger haben bereits einige Anpassungen in ihren Portfolios vorgenommen und es k\u00f6nnten noch weitere erforderlich werden. Mit der Zeit werden sich die M\u00e4rkte jedoch erholen. Langfristige Anleger sollten unserer Ansicht nach unbedingt investiert und aktiv bleiben.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Die t\u00fccken der prognose<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon zu den besten Zeiten kann das Marktverhalten extrem schwer vorhersagbar sein und selbst f\u00fcr erfahrene Anleger ist es schwierig, den Markt zu \u201etimen\u201c. Umso gr\u00f6sser ist diese Herausforderung in einem Krisenumfeld. Wie haben sich Aktien w\u00e4hrend und kurz nach Zeiten erh\u00f6hter geopolitischer Risiken entwickelt? Die Antwort lautet: Aktien haben zwar bewiesen, dass sie sich nach dem Ende einer Krise ziemlich schnell erholen k\u00f6nnen (Grafik 1), der Zeitpunkt dieses Endes h\u00e4tte sich jedoch nur schwer voraussagen lassen, und das ist heute nicht anders.<\/p>\n<p><strong>Grafik 1: aktienmarktentwicklung w\u00e4hrend geopolitischer krisen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/7fbc3de659cf0636775256e80ffe4527.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12822\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/7fbc3de659cf0636775256e80ffe4527.png\" alt=\"08-04-22 1 GSAM\" width=\"650\" height=\"372\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Quelle: Goldman Sachs Asset Management. Stand: 4. M\u00e4rz 2022. Wertentwicklung w\u00e4hrend des Ereignisses und drei Monate nach seinem Ende.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso schwierig war es, das Marktverhalten zu Beginn der Corona-Pandemie zu prognostizieren. Anleger, die ihr Engagement in Aktien und anderen Risikoanlagen wie Unternehmensanleihen im M\u00e4rz 2020 reduzierten, um sich in sichere Anlagen zu fl\u00fcchten, h\u00e4tten die anschliessende rasante Erholung der Finanzm\u00e4rkte verpasst. Andererseits h\u00e4tten Anleger, die ihre Portfolios bei Ausbruch der globalen Finanzkrise \u00fcberhaupt nicht angepasst haben, mehrere Jahre gebraucht, um ihre Verluste wieder aufzuholen. Dies d\u00fcrfte nicht zuletzt ein Hinweis darauf sein, dass Portfolioentscheidungen w\u00e4hrend disruptiver Ereignisse und erh\u00f6hter Marktvolatilit\u00e4t ein gesundes Mass an Bescheidenheit erfordern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diejenigen, die sich einen langfristigen Anlagehorizont leisten k\u00f6nnen, sollten investiert bleiben und das grosse Ganze nicht aus den Augen verlieren. Die Wertentwicklung von Aktien kann beispielsweise kurzfristig h\u00f6chst unberechenbar sein. Wie Grafik 2 zeigt, warf der S&amp;P 500 auf t\u00e4glicher Basis zwischen 1969 und 2021 nur in 54 % der Zeit positive Renditen ab \u2013 kaum besser als beim Werfen einer M\u00fcnze. Betrachtet man jedoch einen dreij\u00e4hrigen oder l\u00e4ngeren Anlagezeitraum, sieht die Sache ganz anders aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 8pt;\">GRAFIK 2: INVESTIERT ZU BLEIBEN KANN EIN H\u00d6HERES RENDITEPOTENZIAL BIETEN<\/span><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/6341a7a485f47ac3a399e0bbc36108b9.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12823 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/6341a7a485f47ac3a399e0bbc36108b9.png\" alt=\"08-04-22 2 GSAM\" width=\"650\" height=\"319\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Quelle: Goldman Sachs Asset Management. Stand: 31. Dezember 2021. Bei den eint\u00e4gigen und einw\u00f6chigen Zeitr\u00e4umen handelt es sich um rollierende Zeitr\u00e4ume der t\u00e4glichen Renditen. Bei den Einmonats- bis 15-Jahres-Zeitr\u00e4umen handelt es sich um rollierende Zeitr\u00e4ume der monatlichen Renditen. Die bisherige Wertentwicklung bietet keine Garantie im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Ergebnisse, die Schwankungen unterworfen sein k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Fokus auf alpha<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach welchem Ansatz Anleger investiert bleiben, macht jedoch einen Unterschied. Ein passives Engagement beizubehalten und auf das Beste zu hoffen, ist keine ideale Strategie. So haben w\u00e4hrend der letzten zehn Jahre niedrige Zinsen und eine steigende Liquidit\u00e4tsflut der Zentralbanken \u201eviele Boote angehoben\u201c, so dass Long-Positionen in Aktien mit hohem Beta schon eine starke Strategie darstellten. In der aktuellen Krise, in der eine Straffung der geldpolitischen Z\u00fcgel bevorsteht und die M\u00e4rkte sich in einem mittzyklischen Umfeld befinden, rechnen wir jedoch mit st\u00e4rkeren Unterschieden zwischen Anlageklassen, Sektoren und Regionen sowie zwischen Anlagen in Industrie- und Schwellenl\u00e4ndern. Unter diesen Bedingungen sind alphaorientierte aktive Strategien unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem ist es wichtig, beim Portfolioaufbau einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, statt Anlagen nur starr nach Anlageklassen zu betrachten. Um die Diversifikation und das Performancepotenzial zu steigern, k\u00f6nnen Anleger beispielsweise Private-Equity-Anlagen als Beimischung zu b\u00f6rsennotierten Aktien in Erw\u00e4gung ziehen und sie nicht nur als eine M\u00f6glichkeit sehen, ein \u00e4hnliches Beta-Engagement bei h\u00f6herer Hebelwirkung zu erzielen. Ein opportunistischer Ansatz bei der taktischen Portfolioaufteilung ist ebenfalls wichtig, um Anlagechancen nutzen zu k\u00f6nnen, die auf Relative-Value-Basis oder durch Marktverwerfungen kurz- bis mittelfristig entstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rechnen damit, dass sich der Krieg in der Ukraine in erster Linie \u00fcber das Rohstoffangebot auf das globale Wachstum auswirken wird, da Russland bei Rohstoffen eine ziemlich bedeutende Stellung hat, gemessen an seinem Beitrag zum globalen Wachstum und Handel. Sanktionen und Lieferkettenprobleme hingegen stellen Aufw\u00e4rtsrisiken f\u00fcr die Inflation bei Kerng\u00fctern (inklusive Autos), Lebensmitteln und Energie dar. Aus einer breiten Marktperspektive w\u00fcrde eine Eskalation der Spannungen Risikoanlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen eher \u00fcber die Marktbewertungen als \u00fcber die Fundamentaldaten von Unternehmen belasten und gleichzeitig die Preise von Rohstoffen und hochwertigen Anleihen sowie als sicher geltenden W\u00e4hrungen nach oben treiben. Direkte private Investitionen in Russland und der Ukraine sind sowohl auf absoluter als auch auf relativer Basis gering, wenngleich die privaten M\u00e4rkte insgesamt auf mittlere bis lange Sicht \u00e4hnlichem Druck ausgesetzt sein k\u00f6nnten wie die \u00f6ffentlichen M\u00e4rkte, wenn der Konflikt anh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte werden voraussichtlich unter Handelsunterbrechungen, angespannteren Finanzierungsbedingungen und h\u00f6heren Rohstoffpreisen leiden (Europa ist zur Deckung von etwa 40 % seines gesamten Energiebedarfs auf Russland angewiesen). Die Auswirkungen des Krieges auf die Inflation und die politische Antwort darauf werden ebenfalls ein wichtiger Faktor daf\u00fcr sein, ob die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren weiter w\u00e4chst oder in eine Rezession abgleitet. Wie schnell die US-Notenbank beispielsweise die Leitzinsen anhebt, wird voraussichtlich entscheidend daf\u00fcr sein, ob die USA in eine Stagflations- oder eine Rezessionsphase kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pr\u00e4zise vorauszusagen, was die Zukunft dieses Mal bringen wird, d\u00fcrfte jedoch mit ziemlicher Sicherheit genauso schwierig sein wie in vergangenen Krisen. Anleger k\u00f6nnen nichts Besseres tun, als investiert und informiert zu bleiben und flexibel genug zu sein, um handeln zu k\u00f6nnen, wenn die Lage sich \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Quelle : AdvisorWorld<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GSAM : Der Russland-Ukraine-Krieg und die daraus resultierende humanit\u00e4re Krise sind auf menschlicher Ebene sehr best\u00fcrzend. 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