{"id":23062,"date":"2024-01-22T10:48:39","date_gmt":"2024-01-22T09:48:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=23062"},"modified":"2024-01-22T10:55:07","modified_gmt":"2024-01-22T09:55:07","slug":"st-galler-kantonalbank-gegen-den-franken-ist-kein-kraut-gewachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/st-galler-kantonalbank-gegen-den-franken-ist-kein-kraut-gewachsen\/","title":{"rendered":"St. Galler Kantonalbank : Gegen den Franken ist kein Kraut gewachsen"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>St. Galler Kantonalbank<\/strong> : Der Franken wird st\u00e4rker und st\u00e4rker. Das ist zwar kein Naturgesetz, kommt ihm aber recht nahe.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Dr. Thomas Stucki<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">CIO der St.Galler Kanto<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">nalbank<\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Euro und der US-Dollar haben sich in den letzten Tagen zum Franken wieder etwas erholt. Das ist aber lediglich eine Gegenreaktion auf die starken Kursverluste \u00fcber das Jahresende. Ein US- Dollar kostete im November 2022 noch einen Franken, nun sind es 13% weniger. F\u00fcr einen Euro musste man vor einem Jahr auch noch einen Franken hinbl\u00e4ttern, nun sind es noch knapp 95 Rappen. Lange ignorierte die SNB die Frankenst\u00e4rke mit dem Hinweis, dass sich der reale Aussenwert des Franken aufgrund der hohen Inflation im Ausland nur wenig ver\u00e4ndert habe. Diese Haltung wird schwieriger, da sich die Inflationsraten in der Eurozone und den USA dem Wert in der Schweiz angen\u00e4hert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Marktteilnehmer sehen in der politischen und wirtschaftlichen Stabilit\u00e4t der Schweiz die Grundlage f\u00fcr den starken Franken. Das mag in Krisenzeiten gelten, wenn der Franken als sicherer Hafen gesucht ist. Die grosse Krise erlebten die Finanzm\u00e4rkte im letzten Jahr aber nicht und dennoch wertete sich der Franken substanziell auf. Die Stabilit\u00e4t der Schweiz ist zwar positiv, aber kann die Vorg\u00e4nge im Devisenmarkt nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Ausgleich unterschiedlicher Inflationsraten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00d6konomisch naheliegender ist die Kaufkraftparit\u00e4t, der Ausgleich unterschied- licher Inflationsraten \u00fcber die W\u00e4hrung. Im Vergleich zu den USA war im Durchschnitt die Inflationsrate in der Schweiz in den letzten 30 Jahren 1.9% tiefer, der US-Dollar hat \u00fcber diese Zeit zum Franken pro Jahr 2.0% verloren. Der Euro sank \u00fcber diese Zeit zum Franken mit einer Rate von 1.8% pro Jahr bei einer Inflationsdifferenz von 1.4%. Da kommt noch etwas Eurokrise dazu. Ein Gegenmittel zum starken Franken w\u00e4re die Inflationierung der Schweizer Wirtschaft. So gut ist diese Idee aber nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn von der SNB nun verlangt wird, sie m\u00fcsse etwas gegen den starken Franken machen, b\u00fcrdet man ihr eine schwierige Aufgabe auf. Den Leitzins zu senken, bringt nur kurzfristig etwas und die Wirkung auf den Franken verpufft rasch. Niemand kauft Franken auf der Suche nach Rendite im Schweizer Obligationen- oder Geldmarkt. Zudem m\u00fcsste die SNB ihren Zins deutlich st\u00e4rker senken als die Fed und die EZB. Bei einem aktuellen SNB-Zins von 1.75% ist man da schnell wieder bei den Negativzinsen. Wenn sich die SNB gegen den Aufwertungsdruck des Frankens stemmen will, bleibt ihr nicht viel anders \u00fcbrig, als W\u00e4hrungspolitik zu betreiben, wie sie es zwischen 2011 und 2021 gemacht hat. In dieser Zeit konnte sie den Wechselkurs des Frankens einigermassen stabil halten, musste aber \u00fcber Devisenmarktinterventionen ihre Devisenreserven um 750 Mrd. Franken aufbl\u00e4hen, in etwa der Gr\u00f6ssenordnung des j\u00e4hrlichen BIP in der Schweiz. Das kann auch nicht die L\u00f6sung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00f6gliche Devisenmarktinterventionen der SNB<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die SNB punktuell im Devisenmarkt eingreift, um einer kurzfristigen Aufwertungsspekulation gegen den Franken entgegenzutreten, ist richtig und wichtig. Ob sie es im Dezember gemacht hat, wissen wir nicht, aber m\u00f6glich ist es. Es muss gef\u00e4hrlich sein, auf Kredit und mit Leverage auf einen starken Franken wetten. Wenn wir auch in Zukunft von der Preisstabilit\u00e4t in der Schweiz profitieren wollen, m\u00fcssen wir und die Schweizer Wirtschaft jedoch akzeptieren, dass der Franken \u00fcber die Zeit immer teurer wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: <strong><span style=\"color: #0f4c81;\">InvestmentWorld.ch<\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St. Galler Kantonalbank : Der Franken wird st\u00e4rker und st\u00e4rker. 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