{"id":2309,"date":"2016-09-22T22:00:00","date_gmt":"2016-09-22T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/09\/22\/muede-politik-macht-politikmuede\/"},"modified":"2016-09-22T22:00:00","modified_gmt":"2016-09-22T22:00:00","slug":"muede-politik-macht-politikmuede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/muede-politik-macht-politikmuede\/","title":{"rendered":"M\u00fcde Politik macht politikm\u00fcde"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gestern fr&uuml;h schockierte die Meldung, dass kurz nach dem erkl&auml;rten Ende der Waffenruhe in Syrien Lastwagen mit Hilfsg&uuml;tern bombardiert worden seien. ..<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prompt k&uuml;ndigten die USA daraufhin an, die Zusammenarbeit mit Russland &uuml;berdenken zu wollen, obwohl auch heute noch fraglich ist, ob die Russen mit dem Angriff &uuml;berhaupt etwas zu tun haben. Viel eher scheint einmal mehr das syrische Regime daf&uuml;r verantwortlich. Doch dessen Eskapaden l&auml;sst die politische Welt schon lange gew&auml;hren und sie sieht wohl auch weiterhin ohnm&auml;chtig dabei zu. Wie schon nach den Giftgasangriffen von Ghuta vor drei Jahren oder den j&uuml;ngsten Chlorgasattacken Assads gegen die eigene Bev&ouml;lkerung bleibt es bei grossm&auml;uligen Verurteilungen durch die USA, UNO und die anderen Grossen der westlichen Welt. Obama ist nach wie vor der &Uuml;berzeugung, dass nur Diplomatie eine L&ouml;sung bringen k&ouml;nne. Ohnmacht pur, Worte statt Taten. Selbst die, die vor Ort wirklich beitragen, das Elend zu bek&auml;mpfen, wie die &ouml;rtlichen Hilfskr&auml;fte oder die &Auml;rzte ohne Grenzen, sind mittlerweile bedroht und vermehrt Ziel milit&auml;rischer Interventionen. Dass in Syrien niemand mehr an die (Macht der) Politik glaubt, ist angesichts all des Elends, das die Menschen dort erleiden, nachvollziehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nicht nur in Kriegs- oder Krisengebieten nimmt die Politverdrossenheit Formen historischen H&ouml;chstmasses an. In den meisten hochentwickelten und &uuml;bers&auml;ttigten Industriestaaten ist dieses Ph&auml;nomen sehr ausgepr&auml;gt. In Japan k&auml;mpft die Politik schon &uuml;ber zwei Jahrzehnte erfolglos gegen Deflation und Stagnation. Europa hat die Schulden genau so wenig im Griff wie andere Industrienationen oder die USA. Dort haben die Pr&auml;sidentschaftswahlen zwar h&ouml;chsten Unterhaltungswert, aber richtig ernst nehmen kann man diese Show immer weniger. Diese Realpolitik generiert vielleicht Glamour und Einschaltquoten, aber wenig wirkliches Politinteresse. Zwar hat es in den Vereinigten Staaten unver&auml;ndert nur zwei grosse, traditionell den Ton angebende Parteien und vermeintlich kaum Platz f&uuml;r neue politische Str&ouml;mungen, doch auch nur auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinschauen muss man festhalten, dass Donald Trump alles andere als ein typischer Republikaner ist und Bernie Sanders die festgefahrenen Linien der Demokraten neu auszuloten versuchte. Letzterer ist heute zwar nicht mehr im Rennen, war aber drauf und dran die Demokraten zu entzweien. Donald Trump indes spaltet das Lager der Republikaner, der Grand Old Party (GOP) mit ihrem wenig bescheidenen Spitznamen. Er ist sicher alles andere als ein typisch republikanischer Pr&auml;sidentschaftskandidat und hat somit viel gemein mit Protest. Lediglich Hillary Clinton repr&auml;sentiert das eingerostete politische Establishment, wie wir es aus der Geschichte kennen. So wie Angela Merkel, die heute einen &auml;hnlichen Politikstil verfolgt wie ihr l&auml;ngst demontierter Lehrmeister Helmut Kohl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nase voll<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch in Deutschland hat der Wind ebenfalls gedreht. Nichts mehr &uuml;brig von rot oder schwarz. Fast alle denkbaren Konstellationen, von schwarz-gr&uuml;n &uuml;ber rot-gr&uuml;n, Ampel- bzw. grosse Koalitionen regieren schon seit l&auml;ngerem die Bundesl&auml;nder. Selbst in Bayern verlor die CSU 2008 &ndash; wenn auch nur vor&uuml;bergehend &ndash; ihre traditionelle absolute Mehrheit. Die langj&auml;hrige CDU-Hochburg Baden-W&uuml;rttemberg ist inzwischen fest in gr&uuml;ner Hand. Auch in anderen L&auml;ndern Europas verlieren die etablierten politischen Kr&auml;fte an Gewicht und vielerorts auch ihre Dominanz. Sogenannte rechtspopulistische Kr&auml;fte sind h&auml;ufig Nutzniesser dieser Schwindsucht, auch wenn sie wie etwa in den Niederlanden die Partij voor de Vrijheid um Gert Wilders vor R&uuml;ckschl&auml;gen nicht gefeit sind. Die Front National in Frankreich scheint im Vormarsch, dazu gibt es auch auf der extremen Linken viel Zuspruch. Es geht in Richtung extrem &ndash; man kann es nicht anders zusammenfassen. Fast &uuml;berall haben die W&auml;hler die Nase voll von den traditionellen Parteien, die seit der Nachkriegszeit meist das Sagen hatten und nun in Frage gestellt werden. Noch handelt es sich um Lektionen, welche die W&auml;hler ihnen erteilen. Aber wenn das politische Establishment diese nicht ernst nimmt &ndash; und danach sieht es eben aus &ndash; k&ouml;nnten Kr&auml;fte mit unvorhersehbarer Wirkung freigesetzt werden. Donald Trump l&auml;sst gr&uuml;ssen. Bei der AfD w&auml;re der genauso gut aufgehoben wie bei der GOP.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>B&uuml;rger in Wut <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die B&uuml;rger in Wut &uuml;bertrafen 2007 knapp die F&uuml;nfProzent-H&uuml;rde im Wahlbereich Bremerhaven und zogen in die Bremische B&uuml;rgerschaft ein. Die Wahl hatte ein schier ewiges juristisches Nachspiel bis hin zu einer &ouml;ffentlichen Neuausz&auml;hlung, aber schliesslich blieb es dabei. B&uuml;rger in Wut sind nicht nur eine kleine politische Kraft im Norden Deutschlands, sondern viel mehr eine &auml;ussert treffende Bezeichnung f&uuml;r die oben skizzierten Ph&auml;nomene, gem&auml;ss denen die traditionellen (Regierungs-)Parteien ihre Mehrheiten zusehend verlieren. B&uuml;rger in Wut w&auml;hlen offenbar jede Alternative ausserhalb der Tradition, die l&auml;ngst nur verspricht, mit dem aufzur&auml;umen, was den B&uuml;rgern sauer aufst&ouml;sst. Ob die neuen politischen Kr&auml;fte dazu in der Lage sind oder nicht, ist deren W&auml;hlern offenbar gar nicht so wichtig. Man m&ouml;chte vor allem den etablierten und als verkrustet empfundenen Strukturen einen Denkzettel verpassen. Fr&uuml;her entschied sich die W&auml;hlerschaft im verpassen. Fr&uuml;her entschied sich die W&auml;hlerschaft im Zweifel f&uuml;r bew&auml;hrte Muster, das ist heute immer weniger der Fall. Der Zuspruch, den populistische Str&ouml;mungen erfahren, ist im Grunde weniger in deren Erfolg, sondern im Misserfolg der Etablierten begr&uuml;ndet. Letztere sollten diesen Protest wenigstens ernst nehmen. Doch danach sieht es gar nicht aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vertrauen verspielt, vages Wissen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vertrauen in die Politik ist vielerorts futsch. Die grossen Nationen haben im Hype der Globalisierung vergessen, die &Auml;ngste &bdquo;des kleinen Mannes&ldquo; ad&auml;quat zu reflektieren. Selbst die mit Schulden finanzierten Wahlgeschenke konnten das Volk nicht bei Laune halten. Die Finanzkrise 2008 schliesslich machte die Kluft nur noch gr&ouml;sser, indem Steuergelder locker gemacht wurden, um Banken k&uuml;nstlich am Leben zu halten. Gelder, die heute fehlen, um die staatliche Umverteilungsmaschinerie zu speisen. Am Ende sind die Zentralbanken eingesprungen. Sie haben der Politik Zeit gekauft, damit diese ihre Hausaufgaben erledigt. Was aber, wenn das unersch&uuml;tterliche Vertrauen in die letzte Bastion der traditionellen Wirtschaftspolitik auch noch erlischt? Gar nicht auszudenken. Nur so viel: Auch die Geldpolitik findet keine einhellige Zustimmung mehr und spaltet zusehends die Lager. Selbst den in Liquidit&auml;t schwimmenden Finanzm&auml;rkten wird es allm&auml;hlich unheimlich und die sind immerhin das wichtigste Klientel der Geldpolitik. Hoffen hat dort inzwischen Glauben abgel&ouml;st, Wissen war an den M&auml;rkten sowieso nie gefragt. Hoffen darauf, dass die Geldpolitik nicht auch zum Schluss kommt: Ich weiss, dass ich nichts weiss.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern fr&uuml;h schockierte die Meldung, dass kurz nach dem erkl&auml;rten Ende der Waffenruhe in Syrien Lastwagen mit Hilfsg&uuml;tern bombardiert worden seien. ..<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3637,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[54],"tags":[84],"class_list":["post-2309","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-sicht-des-raiffeisen-chefoekonomen","tag-raiffeisen"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2309"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2309\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}