{"id":23486,"date":"2024-01-30T11:20:54","date_gmt":"2024-01-30T10:20:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=23486"},"modified":"2024-01-31T11:31:43","modified_gmt":"2024-01-31T10:31:43","slug":"blackrock-marktausblick-zinswende-2024-eine-fata-morgana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-marktausblick-zinswende-2024-eine-fata-morgana\/","title":{"rendered":"BlackRock Marktausblick : Zinswende 2024 \u2013 eine Fata Morgana?"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"FR-LU\"><strong>BlackRock<\/strong> :\u00a0 <\/span>Die Erwartung kr\u00e4ftiger Zinssenkungen seitens US-Notenbank Fed und Europ\u00e4ischer Zentralbank EZB war der entscheidende Treiber der bemerkenswerten Jahresendrally 2023 gewesen.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"h3-dark-blue\" style=\"text-align: justify;\"><strong><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Und hatte der Beginn des neuen Jahres doch mit aufkommender Skepsis bei vielen Marktteilnehmern Wasser in diesen Wein gegossen, so scheint inzwischen diese kurze Verirrung in tr\u00fcbe Gedanken weitgehend abgesch\u00fcttelt und der Blick auf die verbleibenden elf Monate des Jahres wieder ein rundum erfreulicher zu sein. Um anderthalb Prozent liegen globale Aktenpreise wieder im Plus, und trotz der eher holprig gestarteten Berichtssaison f\u00fcr das Schlussquartal 2023 verheissen die Ausblicke der meisten Investmenth\u00e4user Jahresergebnisse f\u00fcr die gross\u00bben Aktienindizes im solide einstelligen bis niedrig zweistelligen Prozentbereich (Quelle: Refinitiv, 29.01.2024). Das erscheint, angesichts \u00f6konomischer und (geo)-politischer Unsicherheiten sowie der Tatsache, dass wir geradewegs aus einem sehr starken Aktienjahr kommen, einmal mehr als Ausdruck eines unersch\u00fctterlichen Optimismus. Dieser speist sich weiterhin vor allem aus der Annahme, die Zentralbanken w\u00fcrden angesichts fallender Inflationszahlen im Jahresverlauf die Geldpolitik sp\u00fcrbar lockern. Grund genug also, einmal genauer hinzuschauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr Fed und EZB preisen die Zinsm\u00e4rkte jeweils bis zu 150 Basispunkte Senkungen bis zum Jahresende ein.<\/strong> Das entspricht, unterstellen wir moderate Schritte von jeweils 0,25 Prozentpunkten, bis zu sechs Terminen, um diese Lockerung zu liefern. Zumindest f\u00fcr die EZB w\u00fcrde dies mit genau f\u00fcnf Sitzungen einigermassen passen, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Bank im Juni mit den Zinssenkungen beginnt. In der vergangenen Woche hat Christine Lagarde genau dies nicht ausgeschlossen, einen entsprechenden Schritt aber von der weiteren Entwicklung der Lohndynamik sowie der Inflationserwartungen abh\u00e4ngig gemacht. In der Pressekonferenz gefragt, ob Juni ein realistischer Termin f\u00fcr die erste Zinssenkung sei, antwortete die EZB- Pr\u00e4sidentin sibyllinisch: Diesbez\u00fcgliche Entscheidungen w\u00fcrden datenabh\u00e4ngig, nicht datumsabh\u00e4ngig, getroffen. Und weil keineswegs ausgemacht ist, dass die Lohndynamik ebenso schnell nachl\u00e4sst wie die gesamte, von Energiepreisen verzerrte Inflationsrate \u2013 Stichwort Arbeitskr\u00e4ftemangel \u2013 k\u00f6nnte sich die EZB hier einen passenden Grund zurechtgelegt haben, k\u00fcnftige Zinsentscheidungen nicht prim\u00e4r mit Blick auf die aktuelle Preisentwicklung, sondern vielmehr auf tiefer liegende Parameter wie eben die Lohnentwicklung zu richten. Auch hier haben wir schon wiederholt darauf hingewiesen, dass die EZB angesichts ihrer bisherigen Betonung der Headline-Inflation in ein Kommunikationsdilemma geraten k\u00f6nnte, wenn ebendiese Headline- Inflation aufgrund von Basiseffekten stark f\u00e4llt und die Notenbank damit in Sachen Zinssenkungen zur Getriebenen wird. Durch den Fokus auf die Lohnentwicklung hat Lagarde nun elegant den Bogen zu weniger schwankungsanf\u00e4lligen Daten geschlagen und damit die Chance erh\u00f6ht, dass Marktteilnehmer ihre Zinserwartungen von Autopilot auf manuelle, datenorientierte Steuerung zur\u00fcckstellen. Unterm Strich scheint angesichts der nachlassenden Inflation und der Schw\u00e4che der Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone ein Zinspfad wie jener, den die M\u00e4rkte derzeit einpreisen, keineswegs ausgeschlossen. Die j\u00fcngste Abschw\u00e4chung des Euro gegen\u00fcber dem US-Dollar, auch und gerade nach der EZB-Pressekonferenz, scheint zu best\u00e4tigen, dass viele Marktteilnehmer dies \u00e4hnlich sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Inflationsentwicklung bleibt nat\u00fcrlich dennoch der Dreh- und Angelpunkt anstehender Zentralbankentscheidungen.<\/strong> Auch in den USA d\u00fcrfte diesbez\u00fcglich in der vergangenen Woche eine wichtige H\u00fcrde genommen worden sein. Denn der Kerndeflator der pers\u00f6nliche Konsumausgaben (core PCE, Personal Consumption Expenditure) sank unter die wichtige 3%-Marke. Allerdings ist die Kerninflation in den USA weniger von Energiepreisen beeinflusst als in Europa (schon weil in den USA im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur halb so viel f\u00fcr Energie ausgegeben wird wie in Europa), daf\u00fcr aber von eher tr\u00e4gen Komponenten wie L\u00f6hnen und der sogenannten \u00abshelter component\u00bb, also den Kosten selbst genutzten Wohnraums. Und da knappe Arbeit sich auch jenseits des Atlantiks in robusten Lohnsteigerungen niederschl\u00e4gt und die Preise f\u00fcr Wohnimmobilien ihre Talsohle durchschritten zu haben scheinen, d\u00fcrfte ein weiterer kr\u00e4ftiger R\u00fcckgang von core PCE Richtung 2%-Marke alles andere als ausgemacht sein. Vor diesem Hintergrund erscheint sowohl der in den Fed Funds Futures abgebildete Zeitpunkt der ersten Fed-Zinssenkung (ein Schritt um mindestens 25 Basispunkte schon am 1. Mai ist zu \u00fcber 90% eingepreist) als auch der Umfang f\u00fcr das Gesamtjahr (80% Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Senkungen von mindestens 100 Basispunkten bis Dezember) ambitioniert (Quelle: CME Group, 29.01.2024)<\/p>\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\" style=\"text-align: justify;\">\n<p><strong>F\u00fcr die Fed geht es um alles<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und noch etwas k\u00f6nnte die Entscheidung vor allem der Fed in diesem Jahr deutlich st\u00e4rker beeinflussen als in der Vergangenheit: die anstehende Pr\u00e4sidentschaftswahl.<\/strong> Dieser Faktor wird nach meinem Eindruck in Publikationen zum Zinsausblick 2024 erstaunlich selten thematisiert. Die Frage aber, inwieweit sich die Fed in einem zunehmend aufgeheizten politischen Klima dem Vorwurf aussetzen m\u00f6chte, die bisherige Regierung im Wahlkampf durch eine Zinssenkung unterst\u00fctzen zu wollen, erscheint allemal berechtigt. Es ist durchaus nicht auszuschliessen, dass die Fed die eine oder andere ins Auge gefasste Zinssenkung noch einmal \u00fcberdenkt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock :\u00a0 Die Erwartung kr\u00e4ftiger Zinssenkungen seitens US-Notenbank Fed und Europ\u00e4ischer Zentralbank EZB war der entscheidende Treiber der bemerkenswerten Jahresendrally 2023 gewesen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":23265,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":null,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,189,197],"class_list":["post-23486","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-ezb","tag-fed"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23486"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23486\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23492,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23486\/revisions\/23492"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}