{"id":2355,"date":"2016-10-05T22:00:00","date_gmt":"2016-10-05T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/10\/05\/massenabstumpfung\/"},"modified":"2016-10-05T22:00:00","modified_gmt":"2016-10-05T22:00:00","slug":"massenabstumpfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/massenabstumpfung\/","title":{"rendered":"Massenabstumpfung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Kindheitserinnerungen, wer hat sie nicht? Wenn ich als Vertreter der geburtenstarken Jahrg&auml;nge an die Kindheit zur&uuml;ckdenke, kommen mir nat&uuml;rlich Dinge in den Sinn wie Autos&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie waren f&uuml;r mich als Junge besonders spannend und geh&ouml;rten schon zu meinem Alltag, seit ich denken kann; damals alles noch ohne Katalysatoren. Zu Beginn der Siebzigerjahre musste man das Auto wegen sonnt&auml;glichen Fahrverbotes stehen lassen, die OPEC konnte die halbe Welt erpressen. Es gab schon die ersten serienreifen Geschirrsp&uuml;lmaschinen und Atomkraftwerke der zweiten Generation, die nicht mehr &#8211; wie ihre Vorg&auml;nger &#8211; regelm&auml;ssig Schauplatz von mit Ausschreitungen begleiteten Demonstrationen waren. In meiner Jugend kam zum Artensterben der saure Regen hinzu und man demonstrierte gegen Startbahnen von Flugh&auml;fen. Gewisse Dinge waren einfach da, sie waren f&uuml;r mich normal. Sp&auml;ter dann kamen diverse neue Dinge dazu, Internet und Co. lassen gr&uuml;ssen, sie waren f&uuml;r mich neu und spannend. Doch mittlerweile in gesetzterem Alter sind diverse neue Dinge, die immer weiter dazukommen anders, sie sind f&uuml;r mich neu und unheimlich und sie st&ouml;ren die Ordnung, die ich mir in den letzten Jahren zurechtgelegt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ich hier beschreibe, ist nichts anderes als der typische Lebenszyklus eines Menschen. Mit zunehmendem Alter steht viel Erlebtes und Vertrautes auf dem Spiel, weshalb man auch skeptischer in Bezug auf viel Neues wird. Jugendliche sind gegen&uuml;ber Neuem generell offener und die Kleinen nehmen das alles sowieso einfach mal mit. Beunruhigend ist daran, dass Kinder t&auml;glich mit Krieg konfrontiert werden und beunruhigender noch, dass sie dies bis zu einem gewissen Grad als gegeben betrachten. Was aber nun in Aleppo passiert, sprengt alles bisher Gesehene. Die Welt sieht dieser Apokalypse entsetzt zu, muss zusehen, wie noch der letzte Hauch von Humanit&auml;t weg gebombt wird. Wie erkl&auml;re ich das meinen Kindern? Tja, k&ouml;pfen ist ja mittlerweile auch normal, man stumpft zwangsl&auml;ufig ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der arabische Herbst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der arabische Fr&uuml;hling ist l&auml;ngst Vergangenheit. Das Morgenland birgt immense geopolitische Risiken mit Folgen f&uuml;r die Weltwirtschaft. Zwar sprechen wir bei den sogenannten MENA (Mittlerer Osten und Nord Afrika) &#8211; Staaten &#8220;nur&#8221; von etwa 4.3% der Weltwirtschaftsleistung, und 5.7% der Weltbev&ouml;lkerung. Sie stemmen aber 11.4% der weltweiten Milit&auml;rausgaben und sitzen auf mehr als der H&auml;lfte der globalen &Ouml;lreserven.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu sind sie untereinander v&ouml;llig zerstritten. Es geht in dieser Konfliktzone bei weitem nicht nur um Syrien, das ist nur das aktuell traurigste Exempel. Dort spielen Amerikaner und Russen mittlerweile eine m&uuml;de Schachpartie, bei der es bald nur noch darum gehen k&ouml;nnte, auf der Jagd nach dem IS die Flugzeuge des anderen nicht abzuschiessen. Das absolute Maximum an Entgegenkommen in der russischamerikanischen Beziehung ist damit erreicht. Von einer gemeinsamen Strategie konnte ohnehin nie die Rede sein. Es r&auml;cht sich nun, dass Obama die &Uuml;berschreitung der roten Linie durch Assad damals unges&uuml;hnt liess. Obamas Schw&auml;che wurde gleichzeitig Putins St&auml;rke, der jetzt die Strippen zieht. Nebendran im Irak tobt der B&uuml;rgerkrieg, so wie in Afghanistan oder Pal&auml;stina. Chaos herrscht in Libyen oder in Somalia, fast &uuml;berall brodelt es, von &Auml;gypten ganz zu schweigen. Ob schliesslich Saudi Arabien bei dem tiefen &Ouml;lpreis sein verw&ouml;hntes Volk bei Laune halten und den Terrorismus mitfinanzieren kann, darf auch bezweifelt werden. Der Herbst hielt schon l&auml;nger Einzug in die Region, f&uuml;r Schweizer Luxusg&uuml;terherstellern war das bekanntlich keine gute Nachricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Europa verdr&auml;ngt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Region war noch nie frei von Konflikten und es gibt verschiedene Lager mit unterschiedlicher Auffassung dar&uuml;ber, warum dies so ist. Neben dem Religionsargument, das auf den un&uuml;berbr&uuml;ckbaren Gegensatz vornehmlich zwischen Schiiten und Sunniten abzielt, gibt es eine starke Meinung, die Kolonialisierung sei zu einem grossen Teil schuld an der Destabilisierung der Region. Doch es ist leidig dar&uuml;ber zu diskutieren, weg bringt man die Probleme damit jedenfalls nicht. Fakt ist leider auch, dass Diplomatie dort unten kaum etwas bewirkt und wenn einmal Krieg gef&uuml;hrt wird &uuml;berhaupt nichts mehr. Da kann man dann als Weltmacht nur noch zusehen oder mitk&auml;mpfen. Gegenw&auml;rtig tut man beides, wobei vom ersten einiges mehr als vom zweiten. Europa h&auml;lt sich im bewaffneten Konflikt zwar zur&uuml;ck, ist daf&uuml;r aber an der Fl&uuml;chtlingsfront gefragt. Europa sieht nun im eigenen Land, was es Jahrzehnte verdr&auml;ngt hat, n&auml;mlich den brodelnden Vulkan, dessen Lava in Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men jetzt nach Europa fliesst. Da ist man schon froh, zu h&ouml;ren, dass es anderen auch nicht besser geht, den Amerikanern etwa mit Hillary Clinton oder Donald Trump, den Romantikern mit Brangelina oder den Schweizern mit ihrem Bachelor. Das besch&auml;ftigt die Menschen. Dank Medien k&ouml;nnen wir wenigstens abschalten, die Voraussetzung f&uuml;r weitere &#8220;erfolgreiche&#8221; Verdr&auml;ngung.&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kindheitserinnerungen, wer hat sie nicht? 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