{"id":24040,"date":"2024-03-05T16:01:35","date_gmt":"2024-03-05T15:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=24040"},"modified":"2024-03-05T16:45:00","modified_gmt":"2024-03-05T15:45:00","slug":"blackrock-von-feier-erprobten-boersen-und-geduld-erprobten-zentralbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-von-feier-erprobten-boersen-und-geduld-erprobten-zentralbanken\/","title":{"rendered":"BlackRock: Von Feier-erprobten B\u00f6rsen und Geduld-erprobten Zentralbanken"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock<\/strong> :\u00a0 Feier-erprobt- Ein Allzeithoch jagt an den Aktienm\u00e4rkten das n\u00e4chste.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"h3-dark-blue\" style=\"text-align: justify;\"><strong><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von <b>Ann-Katrin Petersen, Chief Investment Strategist bei BlackRock<\/b><br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Staatsanleihem\u00e4rkten hat im Februar das erhebliche Auspreisen von Zinssenkungserwartungen f\u00fcr die US-Notenbank Fed und Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) das Bild gepr\u00e4gt. Doch der Renditeanstieg hat der risikofreundlichen Konfettilaune keinen Abbruch getan. An den Feier erprobten Aktienm\u00e4rkten jagt derzeit ein Allzeithoch das n\u00e4chste. Der US-amerikanische Leitindex S&amp;P 500 und Technologieindex Nasdaq schraubten sich in der vergangenen Handelswoche auf neue Rekordhochs. Bei Unternehmensanleihen haben sich auf beiden Seiten des Atlantiks die Renditeaufschl\u00e4ge gegen\u00fcber Staatsanleihen eingeengt. Die Risikopr\u00e4mien von Euroraum-Peripherieanleihen sind auf Mehrjahrestiefs gefallen (Quelle: LSEG, per 01.03.2024).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solange die Unternehmensgewinne nicht nur geliefert werden, sondern die Erwartungen der Analysten \u00fcbertreffen, solange der erneute Optimismus rund um die MegaForce K\u00fcnstliche Intelligenz weltweit anh\u00e4lt, solange die Wachstumsannahmen f\u00fcr die US-Wirtschaft robust ausfallen und sich eine allm\u00e4hliche Konjunkturerholung im Euroraum abzeichnet, kann die Aktienm\u00e4rkte aktuell offenbar kaum etwas aus der Bahn werfen. Beispielsweise die Beobachtung, dass bei risikoreichen Anlageklassen bereits viel Zuversicht vorweggenommen ist, das US-Wachstum (auch) durch eine lockere Fiskalpolitik unterst\u00fctzt wird, wodurch sich die Haushaltsdefizitquote von 3,5% im Jahr 2022 auf fast 8% verdoppelt hat (Quelle: LSEG, per 01.03.2024), oder allerhand geopolitische Risiken schwelen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur noch drei Zinssenkungen je 25 Basispunkte preisen die Terminm\u00e4rkte bis Jahresende f\u00fcr die Fed ein und weniger als vier f\u00fcr die EZB. Zu Jahresbeginn waren es in beiden W\u00e4hrungsr\u00e4umen mehr als sechs gewesen. Der sich verlangsamende Inflationsr\u00fcckgang spielt f\u00fcr diese (unseres Erachtens realistischere) Neubewertung eine Rolle\u00a0 \u2013 aber eben auch der beschriebene Wachstumsoptimismus. Auf Zweijahresssicht wird inzwischen mit einer US-Inflation von rund 2,5% gerechnet (Quelle: LSEG, per 01.03.2024). Der Deflator f\u00fcr die Konsumausgaben (PCE), das von der Fed bevorzugte Inflationsma\u00df, best\u00e4tigte letzte Woche, dass sich die US-Inflation mit Blick auf 2025 angesichts eines festen Arbeitsmarkts wahrscheinlich n\u00e4her bei 3% einpendeln wird, wenngleich sie in diesem Jahr durchaus in Richtung der 2%-Zielmarke der Fed fallen d\u00fcrfte. Im Euroraum lag im Februar die Teuerung im Dienstleistungsbereich mit einer Jahresver\u00e4nderungsrate von 3,9% weiter deutlich \u00fcber 2% (Quelle: LSEG, per 01.03.2024). Einmaleffekte spielen eine Rolle wie die deutsche Mehrwertsteuererh\u00f6hung in Restaurants und Caf\u00e9s. Gleichzeitig l\u00e4sst die rekordtiefe Arbeitslosenquote der Eurozone von 6,4% auf einen unver\u00e4ndert erh\u00f6hten Lohndruck schlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geduld-erprobt<\/strong>: <strong>EZB ohne Eile bei Zinswende, doch Messlatte f\u00fcr \u201efalkenhafte\u201c \u00dcberraschung inzwischen hoch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Euroraum wird die EZB-Ratssitzung am Donnerstag das Hauptereignis der Woche sein. Die EZB d\u00fcrfte die Zinsen im Jahr 2024 senken, hat es aber nicht eilig \u2013 sie betrachtet ihren Kampf gegen die Inflation noch immer als unvollendet. Es br\u00e4uchte im Februar und M\u00e4rz wohl eine au\u00dferordentliche negative Inflations\u00fcberraschung, um bereits im April die Zinswende einzul\u00e4uten. Ganz im Sinne der von EZB-Pr\u00e4sidentin Lagarde im Januar betonten \u201eDatenabh\u00e4ngigkeit\u201c anstelle von \u201eDatumsabh\u00e4ngigkeit\u201c steht die Bew\u00e4hrungsprobe \u201eZinswende\u201c wohl erst zur Jahresmitte an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das d\u00fcrfte die Anleihem\u00e4rkte\u00a0 kaum kalt erwischen. Der erste volle Zinsschritt in H\u00f6he von 25 Basispunkten ist mittlerweile f\u00fcr Juni gepreist \u2013 noch vor einem Monat hatten die M\u00e4rkte eine erste Senkung im April f\u00fcr wahrscheinlich erachtet. In Anbetracht dieser Neubewertung liegt die Latte f\u00fcr eine aus Marktsicht \u201efalkenhaft\u201c \u00fcberraschende Pressekonferenz inzwischen h\u00f6her bzw. f\u00fcr eine \u201etaubenhafte\u201c Kommunikation entsprechend niedriger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Augenmerk bei der Pressekonferenz sollte auf (a) den viertelj\u00e4hrlich aktualisierten makro\u00f6konomischen Projektionen liegen, (b) den verbalen Einsch\u00e4tzungen zu Inflation und Wachstum sowie (c) m\u00f6glicherweise konkreteren Hinweisen darauf, wie der nahende Zinssenkungszyklus ausgestaltet sein k\u00f6nnte (Zeitpunkt, Tempo, Umfang) \u2013 fr\u00fchzeitiger und allm\u00e4hlich oder sp\u00e4ter und daf\u00fcr rascher? Die Projektionen werden wahrscheinlich etwas schw\u00e4chere Wachstums- und Inflationspfade zeigen \u2013 allerdings k\u00f6nnte die Kerninflation im Jahr 2025 immer noch \u00fcber 2% verharren. Vermutlich wird es mindestens bis zu weiteren umfangreicheren Daten zur Lohn- und Gewinnmargenentwicklung im sp\u00e4teren Fr\u00fchjahr dauern, bis die EZB zuversichtlicher ist, dass die Inflation nachhaltig auf 2% zur\u00fcckkehrt. F\u00fcr das Lohnwachstum im vierten Quartal (Freitag) erwarten wir einen weiteren, jedoch bescheidenen R\u00fcckgang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA steht der Januar-Arbeitsmarktbericht (Freitag) im Fokus. Inwiefern sind nach den beiden letzten starken Berichten R\u00fcckpralleffekte zu beobachten? Ein erneut solider Besch\u00e4ftigungsaufbau (Konsens: 180 Tsd.) \u00a0w\u00fcrde nahelegen, dass sich die Inflation im Dienstleistungssektor verfestigt \u2013 und die Gesamtinflation wieder aufflammen lassen k\u00f6nnte, sobald der R\u00fcckgang der G\u00fcterpreise seinen Lauf genommen hat. Das strukturell langsamere Wachstum der Arbeitskr\u00e4fte aufgrund der alternden Bev\u00f6lkerung bleibt unseres Erachtens ein zentrales langfristiges Produktionshemmnis, selbst wenn die Einwanderung nach der Pandemie vor\u00fcbergehend einen Aufschwung erh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auswahl-erprobt: Selektive Chancen bei Unternehmensanleihen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der k\u00fcrzeren Frist erwarten wir, dass trotz einer Reihe von Belastungsproben die Risikobereitschaft an den B\u00f6rsen aus zun\u00e4chst nachvollziehbaren Gr\u00fcnden \u2013 robustes Wachstum, sinkende Inflation, bevorstehende Zinssenkungen \u2013 verf\u00e4ngt.\u00a0 Gleichzeitig bevorzugen wir in einem strukturell anspruchsvolleren Marktumfeld ein w\u00e4hlerischeres und flexibleres Vorgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gilt auch f\u00fcr das Segment der Unternehmensanleihen. Risikobereitschaft st\u00fctzt den Markt, ebenso wie die kr\u00e4ftige Nachfrage nach Neuemissionen von US-Anleihen hoher Bonit\u00e4t (\u201eInvestment Grade\u201c) und von sog. Hochzinsanleihen. Doch die Risikopr\u00e4mien gegen\u00fcber Staatsanleihen haben sich bereits eingeengt. Gleichzeitig werden im Jahr 2025 etwa 10 % des Marktwerts der Euro-Hochzinsanleihen f\u00e4llig und 6% der US-Hochzinsanleihen, gefolgt von steigenden Refinanzierungsvolumina im n\u00e4chsten Jahr (Quelle: BlackRock Aladdin, 01.03.2024). Dies ist zwar kein \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Betrag und selbst die Emittenten von Titeln mit dem niedrigsten Rating waren in diesem Jahr in der Lage, ihre Schulden zu refinanzieren. Dennoch k\u00f6nnte die Refinanzierung zu h\u00f6heren Zinskosten unserer Ansicht nach Gesch\u00e4ftsmodelle in Frage stellen, bei denen von niedrig bleibenden Zinsen ausgegangen wurde. Auch bei Unternehmen mit Investment-Grade-Rating werden Schulden f\u00e4llig, aber wir glauben, dass ihre Bilanzen wetterfester und flexibler sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innerhalb unseres insgesamt w\u00e4hlerischeren Ansatzes bevorzugen wir bonit\u00e4tsst\u00e4rkere Investment Grade-Anleihen, konzentrieren uns aber gleichzeitig auf Segmente, bei denen sich die Renditeaufschl\u00e4ge nicht so stark eingeengt haben. In regionaler Hinsicht bevorzugen wir daher europ\u00e4ische Unternehmensanleihen. Entsprechende Risikoaufschl\u00e4ge haben sich seit 2020 relativ ung\u00fcnstiger entwickelt, was unserer Ansicht nach teilweise auf eine andere Sektorzusammensetzung und ein schw\u00e4cheres Wachstum in Europa zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Dennoch glauben wir, dass die erwartete \u00dcberrendite europ\u00e4ischer Unternehmensanleihen die Risiken ausgleicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock :\u00a0 Feier-erprobt- Ein Allzeithoch jagt an den Aktienm\u00e4rkten das n\u00e4chste.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":23420,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":null,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,189,801,321],"class_list":["post-24040","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-ezb","tag-unternehmensanleihen","tag-zentralbanken"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24040"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24040\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24047,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24040\/revisions\/24047"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}