{"id":24714,"date":"2024-04-19T15:00:08","date_gmt":"2024-04-19T13:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=24714"},"modified":"2024-04-19T16:16:12","modified_gmt":"2024-04-19T14:16:12","slug":"allianz-gi-die-wirtschaft-im-euroraum-braucht-eine-atempause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/allianz-gi-die-wirtschaft-im-euroraum-braucht-eine-atempause\/","title":{"rendered":"Allianz GI : \u201eDie Wirtschaft im Euroraum braucht eine Atempause\u201c"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Allianz GI<\/strong> : F\u00fcr die Wirtschaft in der Eurozone waren die letzten zwei Jahre besonders strapazi\u00f6s. Denn die Euro-L\u00e4nder sind dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sowie den darauffolgenden Energieversorgungsengp\u00e4ssen st\u00e4rker ausgesetzt als die meisten anderen Wirtschaftsr\u00e4ume der Welt.<\/h5>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Sean Shepley Senior Economist<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\">\n<div class=\"c-copy\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<div class=\"u-padding-top-s c-copy\">\n<p>Zudem mussten die hiesigen W\u00e4hrungsh\u00fcter ihren geldpolitischen Kurs in rekordverd\u00e4chtigem Tempo von au\u00dferordentlich expansiv, inklusive negativer Zinss\u00e4tze, auf restriktiv umstellen. Die politischen Konsequenzen dieser jahrelangen Verwerfungen spiegeln sich in einer wachsenden Abneigung gegen Bem\u00fchungen, klimasch\u00e4dliche Emissionen zu reduzieren. Diese Ma\u00dfnahmen haben private Haushalte belastet und zu einer gestiegenen Bereitschaft der W\u00e4hler gef\u00fchrt, Parteien ihre Stimme zu geben, die bisher als Randerscheinungen jenseits des Mainstreams galten.<\/p>\n<p>Langer Rede kurzer Sinn: Die Wirtschaft im Euroraum braucht eine Atempause.<\/p>\n<p>Erfreulich ist, dass eine Trendwende bei den Konjunkturaussichten im Euroraum erkennbar zu sein scheint. In den letzten Monaten zeichnete sich in den Unternehmensumfragen eine nachhaltige Bodenbildung ab, die wohl auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein d\u00fcrfte, dass sich die Inflation allm\u00e4hlich dem Ziel der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) wieder ann\u00e4hert. Aus unserer Grafik der Woche geht hervor, dass sich ein Gleichlauf zwischen Hinweisen auf eine Erholung der Einkaufsmanagerindizes f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe im Euroraum und der von Eurostat ermittelten Dynamik bei der Industrieproduktion gebildet hat.<\/p>\n<p>Wertentwicklungen der Vergangenheit erlauben keine Prognose f\u00fcr die Zukunft.Dabei fallen zwei Entwicklungen besonders auf. Einerseits ist die wirtschaftliche Erholung dieses Mal nicht vom traditionellen Zugpferd der europ\u00e4ischen Konjunktur &#8211; dem <strong>deutschfranz\u00f6sischen Motor<\/strong> &#8211; getragen worden. Vielmehr sind es die kleineren Euro-Volkswirtschaften, angef\u00fchrt von <strong>Italien<\/strong> und <strong>Spanien<\/strong>, die schneller Tritt gefasst und einen h\u00f6heren Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet haben. Andererseits haben im Februar einige der vom Ukraine-Krieg am st\u00e4rksten betroffenen Branchen, z. B. die energieintensive Industrie in Deutschland, erste Anzeichen einer Erholung verzeichnet. Beide Faktoren wirken sich positiv auf \u201eschw\u00e4chere Bonit\u00e4ten\u201c im Euroraum aus und verringern damit die Abw\u00e4rtsrisiken.Es bleibt nur noch die Frage, wie stark die Aufw\u00e4rtsbewegung ausfallen d\u00fcrfte. Hier bestehen nach wie vor eindeutige Risiken.<\/p>\n<p>Aus der im April erschienenen Umfrage der EZB zur Kreditvergabe der Banken ist zwar eine anf\u00e4ngliche Verbesserung der Kreditnachfrage privater Haushalte zu erkennen. Doch die <strong>Nachfrage nach Unternehmenskrediten<\/strong> wird von den Banken als genauso niedrig eingesch\u00e4tzt wie im Zuge der Eurokrise 2011-2012. Zum Teil k\u00f6nnte dies darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass sich die Unternehmen dank einer soliden Gewinnlage aus eigener Kraft finanzieren k\u00f6nnen. Trotzdem l\u00e4sst sich diese schwache Kreditentwicklung nicht als normal bezeichnen. Ebenso gilt als wesentlicher Bestandteil der Wachstumsprognosen f\u00fcr den Euroraum ein Anstieg der realen Einkommen privater Haushalte. Denn die letzten Spuren des Inflationsschocks klingen ab. Vor diesem Hintergrund w\u00e4re ein erneuter Aufw\u00e4rtsdruck auf Energiepreise infolge einer Unterbrechung der Lieferketten oder gar eines l\u00e4nger anhaltenden Konflikts im Nahen Osten ausgesprochen ung\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Solange die Euro-Leitzinsen auf dem derzeitigen Niveau bleiben, d\u00fcrfte aller Wahrscheinlichkeit nach der Aufschwung in der Eurozone bestenfalls verhalten sein. Eine Lockerung der Geldpolitik zur St\u00fctzung der Konjunkturerholung wird voraussichtlich im Juni beginnen. Allerdings h\u00e4ngt der Umfang m\u00f6glicher geldpolitischer Impulse von Faktoren ab, die nicht ausschlie\u00dflich im Kompetenzbereich des EZB-Rats liegen.<\/p>\n<p><strong>Die Woche voraus<\/strong><\/p>\n<p>In der kommenden Woche steht die Ver\u00f6ffentlichung der <strong>vorl\u00e4ufigen Einkaufsmanagerindizes<\/strong> der f\u00fchrenden Volkswirtschaften f\u00fcr den Monat April im Mittelpunkt. In nahezu allen L\u00e4ndern ist eine sp\u00fcrbare Belebung zu beobachten, da das verarbeitende Gewerbe Fortschritte bei der Abwendung einer drohenden Rezession erzielt. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Erholung zumindest in moderatem Tempo fortsetzen d\u00fcrfte. Im Dienstleistungssektor sind die Entwicklungen uneinheitlicher verlaufen, sollten aber immerhin mit einem anhaltenden Wachstum einhergehen. In Anbetracht der erh\u00f6hten Empfindlichkeit der M\u00e4rkte gegen\u00fcber St\u00f6rfaktoren, die die ersehnte geldpolitische Lockerung gef\u00e4hrden k\u00f6nnten, werden die Inflationsdaten genauso von Bedeutung sein wie die Gesamtindizes.<\/p>\n<p>In den <strong>USA<\/strong> wird die erste Sch\u00e4tzung zum <strong>BIP<\/strong> (Bruttoinlandsprodukt) im <strong>ersten Quartal<\/strong> erscheinen. Obwohl eine Verlangsamung gegen\u00fcber dem kr\u00e4ftigen Anstieg im Q4 2023 \u00fcber weite Strecken des Quartals als wahrscheinlich galt, l\u00e4sst die Dynamik der Verbraucherausgaben zum Quartalsende ein annualisiertes Wachstum von ann\u00e4hernd 3,0% wieder als plausibel erscheinen. Au\u00dferdem werden in den USA die Auftragseing\u00e4nge f\u00fcr langlebige Wirtschaftsg\u00fcter, die Verkaufszahlen neuer Eigenheime und eine Reihe regionaler Unternehmensumfragen bekannt gegeben.<\/p>\n<p>In der <strong>Eurozone<\/strong> steht die Ver\u00f6ffentlichung der <strong>Geldmengenaggregate<\/strong> f\u00fcr M\u00e4rz durch die <strong>EZB<\/strong> an. In j\u00fcngster Zeit hat sich hier eine Bodenbildung abgezeichnet, was im Einklang mit anderen sich aufhellenden Makrodaten f\u00fcr den Euroraum steht. Dennoch gibt es keine Anzeichen daf\u00fcr, dass sich der Geldmengen\u00fcberhang, der dem Inflationsschub vorausging, wieder zur\u00fcckbildet. In <strong>Deutschland<\/strong> d\u00fcrfte die ifo Gesch\u00e4ftsklimaindex eine Erholung vom rezessions\u00e4hnlichen Umfeld im letzten Jahr bekr\u00e4ftigen. Eine schnellere Wiederbelebung der Konjunktur w\u00e4re deshalb umso begr\u00fc\u00dfenswerter, da Deutschland bisher weit hinter den \u00fcbrigen Euro-L\u00e4ndern zur\u00fcckgeblieben ist. Wir w\u00fcrden es auch begr\u00fc\u00dfen, wenn Sie von den bevorstehenden Wirtschaftsindikatoren ebenfalls dem Euroraum eine Atempause g\u00f6nnen w\u00fcrden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l-grid__row\">\n<div class=\"l-grid__column-medium-8 offset-medium-2 agi-rte\">\n<div class=\"c-copy\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allianz GI : F\u00fcr die Wirtschaft in der Eurozone waren die letzten zwei Jahre besonders strapazi\u00f6s. 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