{"id":25897,"date":"2024-07-11T10:34:26","date_gmt":"2024-07-11T08:34:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=25897"},"modified":"2024-07-11T10:45:03","modified_gmt":"2024-07-11T08:45:03","slug":"flossbach-von-storch-kein-hype-fuer-alle-faelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/flossbach-von-storch-kein-hype-fuer-alle-faelle\/","title":{"rendered":"Flossbach von Storch : Kein Hype f\u00fcr alle F\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><b><strong>Flossbach von Storch<\/strong><\/b><b><strong>: <\/strong><\/b>Die Kurse von Nvidia, Microsoft und Alphabet sind vielen Anlegern schon zu teuer. Sie suchen jetzt nach weiteren KI-Profiteuren. Doch der Wunsch nach schnellem Reichtum hat einen Haken.<\/h5>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"\/newsletter\" rel=\"nofollow\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege, Flossbach von Storch<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil die Kurse von Nvidia, Microsoft und Alphabet vielen Anleger bereits zu weit weggelaufen sind, lautet eine oft gestellte Frage \u00abWer profitiert sonst noch vom Thema KI?\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gefragt sind in der Regel die offensichtlichen Profiteure. Die, deren Kurse \u00e4hnlich schnell und vor allem \u00e4hnlich kr\u00e4ftig nach oben schiessen k\u00f6nnten. Weil die Suche nach schnellem Reichtum am Kapitalmarkt h\u00e4ufig genau zum Gegenteil f\u00fchrt, empfiehlt sich wom\u00f6glich ein etwas l\u00e4ngerfristiger Ansatz. Genau hier hilft bei der Frage nach m\u00f6glichen Profiteuren ein Blick in die Geschichtsb\u00fccher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Wirtschaftsjournalisten Charles Henry Dow und Edward Jones vor 140 Jahren den ersten Aktienindex entwickelten, ging es ihnen um einen Richtwert, an dem man die Schwankungen nicht nur einzelner Aktien, sondern die des \u00abAktienmarktes\u00bb ablesen konnte. Der Index, den die beiden \u00abDow Jones Average\u00bb nannten, wurde erstmals am 3. Juli 1884 ver\u00f6ffentlicht. Zur damaligen Zeit wurde \u00abder Westen erschlossen\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eisenbahngesellschaften waren Treiber und Profiteure zugleich. Um den Streckenbau voranzutreiben, bezuschusste die US-Regierung den Bau nicht nur durch g\u00fcnstige Kredite und finanzielle Zuwendungen. Den Eisenbahngesellschaften wurden vor allem riesige Landfl\u00e4chen entlang ihrer Strecken \u00fcberlassen, die sie verkaufen oder entwickeln konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kam, dass die Eisenbahn in vielen Regionen des Westens die einzige M\u00f6glichkeit war, Waren und Personen zu transportieren. Diese Monopolstellung erm\u00f6glichte es ihnen, hohe Transportgeb\u00fchren zu verlangen und entsprechende Profite zu erzielen. Kurzum: das Schienennetz in den USA wurde schnell ausgebaut, die Gesch\u00e4fte florierten und w\u00e4hrend Industriewerte als unattraktiv und spekulativ angesehen wurden, erfreuten sich Eisenbahnaktien gr\u00f6sster Beliebtheit. Es wundert somit nicht, dass Eisenbahngesellschaften die ersten Schwergewichte im \u00abDow Jones Average\u00bb waren.<\/p>\n<p><strong>Geburtsstunde des Dow Jones Industrial Average<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ausbau des Eisenbahnnetzes f\u00fchrte in der Folge zu einem Wirtschaftsboom und beschleunigte die Industrialisierung, weil es den Transport von Waren und Rohstoffen effizienter gestaltete und neue M\u00e4rkte erschloss. Die Bedeutung der Industriebetriebe nahm so stark zu, dass auch Charles Dow, der inzwischen gemeinsam mit Edward Jones Herausgeber des 1889 gegr\u00fcndeten Wall Street Journals war, dieser Entwicklung Rechnung trug: Er teilte den Dow Jones Average in zwei separate Indizes auf, und so entstand 1896 neben dem Dow Jones Railroad Average der Dow Jones Industrial Average (DJIA), oft einfach als \u00abDow\u00bb bezeichnet, einer der bekanntesten und meistbeachteten Aktienindizes der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den folgenden Jahrzehnten liessen sich \u00e4hnliche Klumpenbildungen beobachten, wenngleich keine an die der Eisenbahnaktien heranreichte. Dennoch gibt es Parallelen. Nicht selten waren es Branchen, die die industrielle Produktion oder\/und ganz allgemein das Leben eines Grossteils der Gesellschaft nachhaltig ver\u00e4nderten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die J\u00fcngeren unter uns werden sich kaum noch an die hohe Konzentration von Automobil- oder \u00d6lunternehmen in den 1960ern erinnern. Umso besser ist dagegen den meisten die Dotcom-Blase in Erinnerung. Wie die Eisenbahn vernetzte auch das Internet die Menschen und Unternehmen. Wer Ende der 1990er Jahre aber den Aktienkursen der Pioniere und offensichtlichen Profiteure nachjagte, musste sp\u00e4ter schmerzhaft feststellen, dass deren Kurse selbst dann einbrachen, wenn diese Unternehmen die hohen Erwartungen erf\u00fcllten oder sogar \u00fcbertrafen. Ein Grossteil der damaligen B\u00f6rsenstars verschwand ganz \u2013 und das nicht, weil sich das Internet am Ende nicht durchgesetzt h\u00e4tte. Ganz im Gegenteil.<\/p>\n<p><strong>Welche Aktien profitieren vom KI-Hype? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Worauf wollen wir hinaus? Nat\u00fcrlich gibt es auch beim Thema \u00abK\u00fcnstliche Intelligenz\u00bb die Unternehmen, die das Schienennetz legen oder \u2013 wie im Falle des Goldrauschs \u2013 die, die Schaufeln verkaufen. Deren Gewinne sind die Investitionen derer, die die K\u00fcnstliche Intelligenz k\u00fcnftig einsetzen, weil sie sich davon Vorteile versprechen. Nicht allen wird das gelingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es aber der Mehrheit nicht gelingt (wie im Falle das Goldrauschs), ist auch der Erfolg derer, die die Schaufeln verkaufen, nur von kurzer Dauer. Rentieren sich die Investitionen dagegen mehrheitlich durch zum Beispiel Effizienzgewinne, Kostensenkungen oder Marktinnovationen, werden nicht alle, aber eben viele Unternehmen zu Profiteuren und der Trend gewinnt auch an den B\u00f6rsen an Breite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit anderen Worten: Neue Technologien und Trends, die als bahnbrechend oder zumindest \u00f6konomisch relevant eingesch\u00e4tzt werden, definieren sich gewissermassen dadurch, dass die Mehrheit oder zumindest ein Grossteil (der Unternehmen) profitieren. Wenn auch in unterschiedlichem Mass und \u00fcber Zeit. Gerade f\u00fcr Aktienindizes, bei denen die einzelnen Aktien entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet werden, muss das \u00fcbrigens nicht zwingend steigende Kurse bedeuten, denn hier sind es ja in erster Linie die Gewinner der ersten Stunde, die den Ton angeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der Grund, weswegen viele Aktienindizes zwischen 2000 und 2003 substanzielle Verluste erlitten und erst kurz vor der Finanzkrise im Jahr 2008 wieder das Niveau erreichten, von dem aus sie im Jahr 2000 abgest\u00fcrzt waren. F\u00fcr Indizes, in denen jedes Indexmitglied das gleiche Gewicht hat (\u00abequal weighted\u00bb) dagegen trifft das nicht zu. Der Kursrutsch in den ersten drei Jahren dieses Jahrhunderts war dort deutlich geringer und die anschliessenden Kursgewinne sorgten daf\u00fcr, dass der breite Markt bis ins Jahr 2008 Rekordhochs erreichte, die signifikant \u00fcber den Hochs aus dem Jahr 2000 lagen. Gerade f\u00fcr Anleger, die zuallererst auf Indizes schauen, ergibt sich daraus eine wichtige Erkenntnis. Aber das ist eine andere Geschichte \u2026<\/p>\n<p>Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flossbach von Storch: Die Kurse von Nvidia, Microsoft und Alphabet sind vielen Anlegern schon zu teuer. Sie suchen jetzt nach weiteren KI-Profiteuren. 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