{"id":2610,"date":"2017-02-06T06:00:00","date_gmt":"2017-02-06T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/02\/06\/m-g-researchreise-mexiko-trump-und-die-besondere-bedeutung-fuer-die-schwellenmaerkte\/"},"modified":"2017-02-06T06:00:00","modified_gmt":"2017-02-06T06:00:00","slug":"m-g-researchreise-mexiko-trump-und-die-besondere-bedeutung-fuer-die-schwellenmaerkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/m-g-researchreise-mexiko-trump-und-die-besondere-bedeutung-fuer-die-schwellenmaerkte\/","title":{"rendered":"M&#038;G: Researchreise: Mexiko &#038; Trump und die besondere Bedeutung f\u00fcr die Schwellenm\u00e4rkte"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-meta\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"top-widget-area\">\n<aside id=\"drew_language_link_widget-2\" class=\"widget drew_language_link_widget\">\n<div class=\"inner\">\n<p>Die gegen Mexiko gerichtete Rhetorik von Pr&auml;sident Trump ist daf&uuml;r verantwortlich, dass mexikanischen Verm&ouml;genswerten im Anleihensegment der Schwellenm&auml;rkte eine besondere Bedeutung zukommt. Ich bin k&uuml;rzlich von einer Researchreise nach Mexiko zur&uuml;ckgekehrt, wo ich mich mit einheimischen &Ouml;konomen, Analysten und Emittenten von Unternehmensanleihen getroffen habe. Ich m&ouml;chte im weiteren Verlauf einige der Beobachtungen an Sie weitergeben, die ich in Mexiko gemacht habe.<\/p>\n<p><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/aside><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<header class=\"entry-header\">\n<div class=\"entry-meta\">\n<div class=\"inner\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><strong><span class=\"byline\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"http:\/\/schema.org\/Person\"><span itemprop=\"author\">von&nbsp;<\/span><\/span><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\">Charles de Quinsonas<\/span><\/span><\/strong><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div class=\"inner\" style=\"text-align: justify;\">Donald Trump hat die Wahl auf der Basis einer recht protektionistischen Rhetorik gewonnen, wobei er sein besonderes Interesse Mexiko zukommen lie&szlig;. Nun ist er im Amt und steht unter Druck, seine Wahlversprechen (anders als viele erfahrene Politiker) zu erf&uuml;llen. Wahrscheinlich wird er zumindest einige seiner geplanten Ma&szlig;nahmen auch umsetzen. Seine Absichten m&ouml;gen klar sein, doch ist die Art und Weise der Umsetzung weniger augenf&auml;llig. Trotz des symbolischen Charakters h&auml;tte der Bau einer Mauer an der S&uuml;dgrenze zu Mexiko nur bedingt Folgen f&uuml;r die mexikanische Wirtschaft. Andere Ma&szlig;nahmen, die Trump unterst&uuml;tzt, k&ouml;nnten allerdings erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Assetpreise haben:<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div class=\"inner\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><strong><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/span><\/span><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><span class=\"byline\"><strong><span class=\"byline\"><span class=\"author vcard\"><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/span><\/span> <\/p>\n<div class=\"entry-title\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(i) <em>Handelsbezogene Anpassungsma&szlig;nahmen<\/em>: Trump hat eine Steuerreform versprochen, in dessen Rahmen er die K&ouml;rperschaftssteuer von 35% auf 15% bis 20% senken will. Die neue K&ouml;rperschaftssteuer k&ouml;nnte auf dem Ort des Verbrauchs basieren. In der Folge w&uuml;rden Importe mit 15% bis 20% besteuert, w&auml;hrend Exporte ganz oder teilweise von der Steuer befreit w&auml;ren. Trump scheint allerdings demgegen&uuml;ber reine Zolltarife zwischen Handelspartnern zu bevorzugen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(ii) <em>Z&ouml;lle<\/em>: Die Exporte Mexikos in die USA machen rund 80% aller Exporte des Landes aus. Waren und Dienstleistungen, die im Rahmen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) gehandelt werden, belaufen sich auf ca. 25% des BIP. Die im Zuge des Abkommens exportierten G&uuml;ter in die USA unterliegen keinerlei Zolltarife. Jede Art der Zolltarife w&uuml;rde automatisch die verarbeitende Industrie in Mexiko und insbesondere die Hersteller von Autoteilen hart treffen. In der folgenden Grafik ist dargestellt, wie ein Zoll von 35% zu einer Reduzierung des mexikanischen BIP von ca. 0,8% bis 0,9% f&uuml;hren w&uuml;rde. Dies ist allerdings lediglich der Prim&auml;reffekt, d.h. ohne Ber&uuml;cksichtigung von Kollateralsch&auml;den wie Investments, Verbrauch etc. Angesichts einer mexikanischen Wachstumsrate von 1% bis 2% f&uuml;r dieses Jahr k&ouml;nnte ein Zolltarif von 35% zu einer Rezession f&uuml;hren. Ein Zolltarif von 35% w&uuml;rde allerdings gegen NAFTA versto&szlig;en und dazu f&uuml;hren, dass die USA die WHO verlassen w&uuml;rde.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2017\/01\/mex-trip-DE1.png\" alt=\"mex-trip-de1\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"alignnone size-full wp-image-3887\" \/> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(iii)<em> Besteuerung von Geld&uuml;berweisungen:<\/em> Bargeld, das von legalen und illegalen Immigranten von den USA nach Mexiko geschickt wird, macht 2% des BIP aus. Trump hat damit gedroht, diese &Uuml;berweisungen zu besteuern und Geldtransfers zu blockieren. Ein gro&szlig;er Teil der Mexikaner, mit denen ich mich auf meiner Reise unterhalten habe, halten diese Ma&szlig;nahme f&uuml;r unrealistisch, da sie viele verfassungsrechtliche Fragen f&uuml;r die USA aufwirft und die Immigranten auf jeden Fall andere Wege finden werden, um Geld zu verschicken (&uuml;ber Freunde etc.).<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(iv) Andere Ma&szlig;nahmen wie sicherheits- und gesundheitspolitische Handelsbarrieren: Diese nichtzolltariflichen Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnen ohne Zustimmung des Kongresses eingef&uuml;hrt werden und w&uuml;rden Sektoren wie die mexikanische Landwirtschaft am meisten betreffen.<\/p>\n<p>Das Problem f&uuml;r die mexikanische Regierung besteht darin, dass ihre Verhandlungsposition schwach ist. Mexikanische Beamte haben angeblich schon seit mehreren Wochen, wenn nicht Monaten mit Trumps Kabinett verhandelt. Die mexikanische Regierung hat Personal in Schl&uuml;sselpositionen versetzt, um das bestm&ouml;gliche Abkommen mit den USA zu bekommen. So hat der mexikanische Finanzminister, Luis Videgaray, Trump im September nach Mexiko eingeladen und er ist nun der Au&szlig;enminister des Landes (in erster Linie aufgrund seiner guten Beziehung mit dem neuen US-Pr&auml;sidenten).<\/p>\n<p>Das Problem ist allerdings, dass Mexiko nur wenig an den Verhandlungstisch bringen kann. Die Drohung, die s&uuml;dliche Landesgrenze mit Guatemala zu &ouml;ffnen und die von dort kommenden Immigranten ungehindert in die USA zu lassen, scheint nicht durchf&uuml;hrbar. Mexiko selbst hat kein Interesse an den Immigranten aus anderen zentralamerikanischen L&auml;ndern. Dessen ungeachtet k&ouml;nnte sich das texanische Argument Folgen haben. Texas exportiert Waren und Dienstleistungen nach Mexiko, die &uuml;ber 1 Mio. Arbeitspl&auml;tze betreffen und die hohe Zahl an Republikanern in Texas k&ouml;nnte sich f&uuml;r Mexiko positiv auswirken.<\/p>\n<p>In meinen Augen ist das wichtigste Argument die durch NAFTA geschaffene gegenseitige wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit zwischen Kanada, den USA und Mexiko. Die Automobilindustrie sieht sich beispielsweise mit dem h&ouml;chsten Risiko konfrontiert, ist aber gleichzeitig in hohem Ma&szlig;e integriert. Am Tag nach 9\/11 haben die USA ihre Grenze zu Kanada aus Sicherheitsgr&uuml;nden geschlossen. Am 12. September 2001 wurde dann in Detroit kein einziges Auto produziert. Der Grund ist die stark integrierte Lieferkette, und die Erstausr&uuml;ster in Detroit, die sogenannten Original Equipment Manufacturers (OEMs), sind von Autoteilen aus Kanada abh&auml;ngig. Meine Gespr&auml;che in Mexiko haben au&szlig;erdem ergeben, dass viele Produktionsplattformen eine durchschnittliche Lebensdauer von sieben bis acht Jahren haben. Ein Pr&auml;sident kann dem gegen&uuml;ber nur um vier oder maximal acht Jahre im Amt bleiben. Es ist unwahrscheinlich, dass US-Unternehmen wie General Motors oder Ford ihre existierenden Vertr&auml;ge, denen &uuml;blicherweise Investments vorausgehen, pl&ouml;tzlich aufl&ouml;sen werden. Gleicherma&szlig;en w&uuml;rden mexikanische Unternehmen die Kosten durch erh&ouml;hte Z&ouml;lle an die OEMs in den USA weitergeben. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die USA Zolltarife von 35% einf&uuml;hren wird, denn die US-amerikanischen Verbraucher w&uuml;rden dies sehr schnell zu sp&uuml;ren bekommen, wenn sie ein neues Auto kaufen. Eine durchaus denkbare Ma&szlig;nahme f&uuml;r OEMs und andere US-Firmen ist hingegen die Aufschiebung oder ein Stopp von Investitionen. Zu Anfang Januar hat Ford beispielsweise Investitionen in H&ouml;he von 1,6 Mrd. USD in eine neue Fabrik in Mexiko abgesagt. Stattdessen, so Ford, w&uuml;rden 700 Mio. USD in die Fabrik in Michigan investiert.<\/p>\n<p>Das n&auml;chste Jahr wird mit Sicherheit eine Zeit der &bdquo;aufregenden&ldquo; Marktger&auml;usche f&uuml;r Mexiko. Marktger&auml;usche (und Tweets!) schaffen Unsicherheit und dies hat unvermeidlich nachteilige Auswirkungen f&uuml;r Investitionen. Ausl&auml;ndische Direktinvestionen (FDI) machten im letzten Jahr 25 Mrd. USD aus. Dies sollte im Fahrwasser der Unsicherheit durch die protektionistische US-Politik und die gegen NAFTA gerichtete Rhetorik in 2017 deutlich sinken. Das Leistungsbilanzdefizit Mexikos zwischen 2008 und 2015 wurde durch FDI abgedeckt. Eine Erh&ouml;hung des Defizits wird zwar nicht erwartet, niedrigere FDI werfen jedoch die Frage auf, wie Mexiko in Zukunft sein Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren gedenkt. Die Sekund&auml;reffekte niedrigerer Investitionen auf die Arbeitslosigkeit und den inl&auml;ndischen Konsum k&ouml;nnten zudem das Kreditprofil des Landes weiter verschlechtern. F&uuml;gt man dem noch potenzielle Kapitalabfl&uuml;sse aus Staatsanleihen in Lokalw&auml;hrung (70% in der Hand von Ausl&auml;ndern) hinzu, dann stellt sich die Situation zunehmend d&uuml;ster dar.<\/p>\n<p>Was ist vor diesem Szenario gegenw&auml;rtig in die Investmentm&auml;rkte eingepreist? Die Antwort ist: Am Markt f&uuml;r in US-Dollar denominierte Unternehmensanleihen so gut wie nichts. Die folgende Grafik zeigt, dass die Anleihen-Spreads mexikanischer Unternehmensemissionen aktuell um die 300 Bp handeln, also 10 Bp niedriger als noch vor der Wahl von Trump. Nat&uuml;rlich profitieren einige Sektoren, beispielsweise die Tourismusbranche, von einem niedrigeren Peso. Eine ganze Menge anderer Unternehmen leiden allerdings unter der W&auml;hrungsabwertung (z.B. Telekommunikationsfirmen). Die Fertigungs- und Konsumg&uuml;tersektoren h&auml;ngen stark von NAFTA ab, und die Verg&uuml;tung in Anleihen-Spreads reflektiert nicht das Risiko, das mit Z&ouml;llen einhergeht. Wenn &uuml;berhaupt, dann haben die Anleihen-Spreads ein potenziell h&ouml;heres US-Wachstum eingepreist, das eventuell zu einem verst&auml;rkten Handel mit Mexiko f&uuml;hren k&ouml;nnte. Pers&ouml;nlich teile ich diesen Optimismus nicht.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/content\/uploads\/sites\/3\/2017\/01\/mex-trip-DE2.png\" alt=\"mex-trip-de2\" width=\"450\" height=\"338\" class=\"alignnone size-full wp-image-3888\" \/> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der mexikanische Peso bietet wahrscheinlich einen besseren Wert, da er bereits eine Menge schlechter Nachrichten einpreist. Preist er allerdings einen Zolltarif von 35% ein? Mit Sicherheit nicht. Seit der US-Pr&auml;sidentschaftswahl im November hat der Peso allerdings gegen&uuml;ber dem US-Dollar um mehr als 15% nachgegeben. Die dadurch verbesserte Wettbewerbsf&auml;higkeit f&uuml;r Exporte scheint daher die Revision von NAFTA teilweise zu absorbieren.<\/p>\n<p>Aus einer globalen Perspektive kann es durchaus sein, dass die Art und Weise, wie die US-Regierung in der nicht allzu fernen Zukunft ihr Verh&auml;ltnis zu Mexiko neu definiert, den Ton f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Themen setzt. Dies betrifft vor allem die Beziehung der USA zu China, was der Beziehung zwischen Trump und Mexiko f&uuml;r Investoren besondere Bedeutung verleiht.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p> <\/p>\n<div class=\"inner\">Quelle: BONDWorld.ch<\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/header>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gegen Mexiko gerichtete Rhetorik von Pr&auml;sident Trump ist daf&uuml;r verantwortlich, dass mexikanischen Verm&ouml;genswerten im Anleihensegment der Schwellenm&auml;rkte eine besondere Bedeutung zukommt. 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