{"id":26411,"date":"2024-09-16T10:03:16","date_gmt":"2024-09-16T08:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=26411"},"modified":"2024-09-16T10:07:06","modified_gmt":"2024-09-16T08:07:06","slug":"gam-investments-was-ist-in-diesem-sommer-passiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/gam-investments-was-ist-in-diesem-sommer-passiert\/","title":{"rendered":"GAM Investments : Was ist in diesem Sommer passiert?"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><b><strong>GAM Investments<\/strong><\/b> : Der S&amp;P 500 erreichte ein Allzeithoch, bevor er von Mitte Juli bis Anfang August um -8,2 Prozent verlor. Doch die Aktienm\u00e4rkte erholten sich bis September nervenaufreibend schnell. Jetzt, wo sich der Staub gelegt hat, lohnt es sich, dar\u00fcber nachzudenken, welche Lehren daraus zu ziehen sind.<\/h5>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"\/newsletter\"><strong>Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/strong><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Julian Howard Chief Multi-Asset Investment Strategist<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Gro\u00dfen Preis von Ungarn 2022 drehte sich Max Verstappen in der 41. Runde und gab die F\u00fchrung ab, er erholte sich aber wieder und gewann das Rennen, als w\u00e4re nichts passiert. Die Parallelen zu den Aktienm\u00e4rkten w\u00e4hrend des Sommers sind offensichtlich. In den ersten Augusttagen gab der S&amp;P 500 um -5,8 Prozent nach, w\u00e4hrend der technologielastige Nasdaq-100-Index um -7,7 Prozent fiel. Am siebten Tag des Monats lag der S&amp;P 500 Index um -8,2 Prozent unter seinem Rekordhoch von Mitte Juli. Doch wie beim Gro\u00dfen Preis von Ungarn erholte sich der wichtigste US-Aktienmarkt und legte bis zum 30. August wieder um 8,8 Prozent zu. F\u00fcr die Anleger reicht es nicht aus, einfach mit den Schultern zu zucken und weiterzumachen, ohne zumindest einen Moment innezuhalten. Denn die M\u00e4rkte versuchen m\u00f6glicherweise etwas Tiefgr\u00fcndigeres \u00fcber ihre Aussichten zu vermitteln \u2013 oder vielleicht auch nicht. Da die H\u00e4ndler nach der Sommerpause an ihre Schreibtische zur\u00fcckkehren, lohnt es sich, einen Moment \u00fcber diese Episode nachzudenken, bevor das \u201eJetzt\u201c der R\u00fcckkehr zur Arbeit die Oberhand gewinnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr die pl\u00f6tzliche Volatilit\u00e4t im August gab es wohl drei Hauptakteure.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Reihe nach: technische \u00dcberpositionierung in bestimmten Marktbereichen, Bef\u00fcrchtungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Revolution der K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) und Sorgen um die US-Wirtschaft.<\/strong> Jeder dieser Gr\u00fcnde ist theoretisch ausreichend, um eine Neubewertung des Marktes sowohl zum jetzigen Zeitpunkt als auch in der Zukunft zu rechtfertigen; die eigentliche Frage ist also, ob sie gerechtfertigt waren oder nicht. Beginnend mit der Positionierung am Markt spricht vieles daf\u00fcr, dass die schiere Geschwindigkeit des Ausverkaufs eher auf ein technisches Ereignis vom Typ \u201eFlash Crash\u201c hindeutet als auf eine schrittweise Einpreisung einer tiefgreifenderen Ver\u00e4nderung des Marktumfelds. Insbesondere Japan war aus dieser Perspektive immer ein Risiko, da die niedrigen Zinss\u00e4tze von Hedge-Fonds genutzt werden, um h\u00f6her rentierliche Carry-Gesch\u00e4fte zu finanzieren. Jede \u00c4nderung der potenziellen Zinsaussichten Japans, das hei\u00dft h\u00f6here Zinsen, w\u00fcrde sich zwangsl\u00e4ufig auf die Carry Trades auswirken und den japanischen Yen ansteigen lassen, so dass die exportlastigen japanischen Aktienm\u00e4rkte entsprechend abwerten w\u00fcrden. Das Argument, dass potenziell h\u00f6here Zinss\u00e4tze in Japan sowohl damals als auch in Zukunft einen weltweiten Aktienausverkauf rechtfertigten, erscheint jedoch schwach, wenn man bedenkt, dass japanische Aktien nur 5 Prozent des MSCI AC World Index ausmachen und dass die Bank of Japan den Anlegern inzwischen versichert hat, dass man bei der Normalisierung der Zinss\u00e4tze von nun an darauf achten werde, die Kapitalm\u00e4rkte nicht zu verunsichern. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnten die H\u00e4ndler in Zukunft vor pl\u00f6tzlichen Umschw\u00fcngen im Carry-Trade-Gesch\u00e4ft zur\u00fcckschrecken und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ein effektiveres Risikomanagement ihrer Positionen ergreifen, was zu weniger extremen Reaktionen als Anfang August f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Japanische Aktien reagieren sehr empfindlich auf die relative St\u00e4rke des Yen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abbildung 1: USD\/JPY gegen\u00fcber MSCI Japan Index (vom 3. September 2004 bis 2. September 2024)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-1-GAM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-26412 size-full\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-1-GAM.png\" alt=\"16-09-24 1 GAM\" width=\"600\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-1-GAM.png 600w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-1-GAM-300x154.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Bloomberg.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die KI-Revolution ist es fair, darauf hinzuweisen, dass die Bewertungen im Technologiesektor Ende Juli etwas \u00fcberzogen waren. Der technologielastige Nasdaq-100-Index wurde mit dem fast 29-fachen der voraussichtlichen Gewinne gehandelt, was eine Gewinnrendite von nur 3,4 Prozent bedeutete, verglichen mit der risikofreien Rendite der zehnj\u00e4hrigen US-Staatsanleihen von 4,0 Prozent zu diesem Zeitpunkt. Allerdings sind \u00fcberzogene Bewertungen allein kein Katalysator f\u00fcr einen Ausverkauf (sie k\u00f6nnen sich noch weiter ausdehnen) und bedeuten sicherlich nicht, dass die KI-Revolution irgendwie hinf\u00e4llig ist. Es stimmt zwar, dass Technologieaktien &#8211; insbesondere die so genannten \u201eMagnificent Seven\u201c &#8211; w\u00e4hrend des Ausverkaufs Anfang August stark betroffen waren, aber das liegt in erster Linie daran, dass sie f\u00fcr viele Anleger so profitabel waren und in Verbindung mit ihrer Liquidit\u00e4t ideale Kandidaten f\u00fcr den ersten Verkauf im Falle einer Marktst\u00f6rung darstellten. Betrachtet man jedoch die Fundamentaldaten, scheint die Revolution intakt zu sein. Nvidia liefert die Chips, die KI-Anwendungen antreiben, und seine j\u00fcngsten Ergebnisse sind aufschlussreich: Der Umsatz im zweiten Quartal belief sich auf satte 30 Mrd. USD und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, ebenso wie der Nettogewinn von 16,6 Mrd. USD. Diese Zahlen \u00fcbertreffen die ohnehin schon hochgesteckten Erwartungen der Wall Street und lassen zusammen mit den ehrgeizigen Investitionspl\u00e4nen der KI-Hyperscaler, die Rechenzentren besitzen und betreiben, darauf schlie\u00dfen, dass die Angebotsseite der KI-Revolution zumindest in sehr guter Verfassung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehrgeizige KI-Investitionspl\u00e4ne sollten die Ertr\u00e4ge von Tech-Aktien steigern:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abbildung 2: Investitionsausgaben der wichtigsten KI-Hyperscaler (vom 31. Dezember 2004 bis 31. Dezember 2024)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-2-GAM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-26413 size-full\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-2-GAM.png\" alt=\"16-09-24 2 GAM\" width=\"600\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-2-GAM.png 600w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/16-09-24-2-GAM-300x161.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: JPMorgan Asset Management. Capex = Investitionsausgaben. Investitionsausgaben sind das Geld, das eine Organisation oder ein Unternehmen f\u00fcr den Kauf, die Instandhaltung oder die Verbesserung seines Anlageverm\u00f6gens wie Geb\u00e4ude, Fahrzeuge, Ausr\u00fcstung oder Grundst\u00fccke ausgibt. *Die wichtigsten Hyperscaler sind hier definiert als Microsoft (Azure), Meta, Amazon (AWS), Oracle und Alphabet (Google Cloud). Die Daten f\u00fcr 2024 spiegeln die Konsenssch\u00e4tzungen wider. F\u00fcr Amazon sind die Investitionsausgaben f\u00fcr AWS von 2004 bis 2012 Sch\u00e4tzungen von JPMorgan und die Jahre 2012 bis heute sind Konsenssch\u00e4tzungen von Bloomberg.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die US-Wirtschaft anbelangt, so schien ein schwacher Arbeitsmarktbericht Anfang August, der nur 114.000 neue Arbeitspl\u00e4tze au\u00dferhalb der Landwirtschaft meldete, die Angst vor einer Rezession zu sch\u00fcren. Dies wurde von vielen Kommentatoren als Grund f\u00fcr die Marktvolatilit\u00e4t angef\u00fchrt. Ebenso mehrten sich die Anzeichen daf\u00fcr, dass die US-Verbraucher vorsichtiger wurden. Diese Entwicklungen waren jedoch kaum Anzeichen f\u00fcr einen ausgepr\u00e4gten und sicheren Konjunkturr\u00fcckgang. Das National Bureau of Economic Research (NBER) betrachtet eine Kombination aus Besch\u00e4ftigung, Industrieproduktion und Realeinkommen, bevor es eine Rezession ausruft. In den Monaten vor den technischen Rezessionen von 1990 (Rezession Anfang der 90er Jahre), 2001 (Dot.com-Blase) und 2008 (globale Finanzkrise) waren alle diese Faktoren durchweg r\u00fcckl\u00e4ufig. Die drei Monate bis Juli 2024 waren jedoch weitaus positiver als diese historischen Abschw\u00e4chungen. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten war gestiegen, die Industrieproduktion kam zwar im Juli zum Stillstand, hatte aber im Mai und Juni zugelegt, und die real verf\u00fcgbaren Einkommen stiegen im Mai, Juni und Juli. Sollte sich eine Abschw\u00e4chung abzeichnen, so d\u00fcrfte es sich um eine sanfte Abschw\u00e4chung handeln, da das Gesamtbild der US-Wirtschaft im Moment solide erscheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00e4re zu einfach, den Ausverkauf Anfang August als blo\u00dfe \u201eSommervolatilit\u00e4t\u201c abzutun, da die Bewertungen in den USA \u2013 insbesondere im Technologiebereich \u2013nicht g\u00fcnstig sind, der japanische Carry-Trade vielleicht nicht mehr so offensichtlich ist wie fr\u00fcher und die US-Wirtschaftsdaten nach der j\u00fcngsten St\u00e4rke wieder etwas durchwachsener ausfallen. In Kombination mit der geringeren Liquidit\u00e4t und der Tatsache, dass Junior-H\u00e4ndler die Handelstische besetzten, w\u00e4hrend ihre Vorgesetzten im Urlaub waren, entstanden ideale Voraussetzungen f\u00fcr ein vor\u00fcbergehendes Marktloch. Beruhigend ist, dass die Fundamentaldaten vorerst solide zu sein scheinen. Und sollten sie sich verschlechtern, etwa durch eine f\u00fcr die Exporte erdr\u00fcckende Aufwertung des japanischen Yen, Engp\u00e4sse bei der Stromversorgung oder eine weitaus ausgepr\u00e4gtere Verlangsamung des US-Konsums, dann besteht immer noch die Aussicht auf Zinssenkungen in den USA ab Mitte September. Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jay Powell, kam einem Versprechen der Zentralbanker so nahe wie nur m\u00f6glich, als er Ende August erkl\u00e4rte, dass \u201edie Zeit f\u00fcr eine Anpassung der Politik gekommen ist\u201c. In der Zwischenzeit k\u00f6nnten die Anleger \u00fcber den Dreher von Verstappen nachdenken, der zwar nervenaufreibend war, aber das Weitermachen hat sich letztendlich ausgezahlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle:InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GAM Investments : Der S&amp;P 500 erreichte ein Allzeithoch, bevor er von Mitte Juli bis Anfang August um -8,2 Prozent verlor. 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