{"id":27422,"date":"2025-01-15T12:15:45","date_gmt":"2025-01-15T11:15:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=27422"},"modified":"2025-01-16T12:28:07","modified_gmt":"2025-01-16T11:28:07","slug":"bkc-asset-management-inflation-geldmengenausweitung-und-das-primat-des-kapitalerhalts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bkc-asset-management-inflation-geldmengenausweitung-und-das-primat-des-kapitalerhalts\/","title":{"rendered":"BKC Asset Management : Inflation, Geldmengenausweitung und das Primat des Kapitalerhalts"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BKC Asset Management<\/strong> : Der \u00e4rgste Feind des Kapitalerhalts ist die Inflation. Anlageergebnisse m\u00fcssen im langj\u00e4hrigen Mittel die Inflation \u00fcber den entsprechenden Zeitraum \u00fcbertreffen, damit Kaufkraft erhalten bleibt.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\"> Von Bernhard Matthes, Bereichsleiter BKC Asset Management<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Ermittlung der auszugleichenden Inflationswerte gen\u00fcgt es allerdings nicht, auf klassische Verbraucherpreisindizes zu blicken, die von den Statistikbeh\u00f6rden ver\u00f6ffentlicht werden. Die Grenzen und M\u00e4ngel der Inflationsmessung und Datenerhebung sind vielf\u00e4ltig. Die Warenk\u00f6rbe der Statistik\u00e4mter k\u00f6nnen keinen Anspruch auf volle Repr\u00e4sentativit\u00e4t erheben, sie unterliegen willk\u00fcrlichen Ver\u00e4nderungen der Gewichtungen einzelner Warengruppen und bedienen sich durchaus fragw\u00fcrdiger methodischer Instrumentarien (\u201eHedonische Preismethode\u201c, Preisanpassungen f\u00fcr \u201eQualit\u00e4tsverbesserungen\u201c, usw.), die den Verdacht n\u00e4hren, dass die Inflationsergebnisse politisch motiviert \u201enach unten gerechnet\u201c werden sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Effekte der \u201eShrinkflation\u201c und von Qualit\u00e4tsverschlechterungen, gerade bei Dienstleistungen, werden nicht oder unzureichend erfasst. Ebenfalls findet die Teuerung in \u00f6ffentlichen und administrativen Preisen und Abgaben (Grundsteuer, Kitageb\u00fchren, Parkgeb\u00fchren, M\u00fcllabfuhr und Stra\u00dfenreinigung) nur unzureichend Ber\u00fccksichtigung. All diese Effekte k\u00f6nnte man noch als methodische Spitzfindigkeiten abtun, \u00f6konomisch wesentlich schwerer lastet aber die Nichtber\u00fccksichtigung von Wohnkosten und von Verm\u00f6genspreisen in der Ermittlung der europ\u00e4ischen Verbraucherpreise. Steigende Preise f\u00fcr Grundst\u00fccke, Wohnungen, H\u00e4user und andere Anlagen entziehen jedoch genauso Kaufkraft wie h\u00f6here Butterpreise und sind in einer realen Gesamtbilanz daher hochgradig relevant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcber Jahre des Niedrig- und Negativzins-Vandalismus der Notenbanken aufgestaute \u201eSchatteninflation\u201c (hohe Preissteigerungen bei Verm\u00f6genswerten bei zugleich noch niedriger Verbraucherpreisinflation\u201c) hat viele Privatbilanzen real beeintr\u00e4chtigt, gerade unter Ber\u00fccksichtigung geringer Reallohnentwicklungen. Diese Schatteninflation f\u00fchrt zeitversetzt zu realwirtschaftlichen Preissteigerungen, etwa \u00fcber h\u00f6here Mieten als Ergebnis zuvor gestiegener Grundst\u00fccks-, Immobilien- und Baupreise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geldmengenausweitung zerst\u00f6rt die Kaufkraft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als f\u00fcr Anleger ganzheitlich relevante Teuerungsschwelle sehen wir daher die Verbraucherpreise als unzureichend. Die Messung des \u00f6konomischen Kaufkraftverlusts bemisst sich vielmehr an der vors\u00e4tzlich betriebenen Ausweitung der Geldmengen durch die Notenbanken. Das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung von Kaufkraft einer W\u00e4hrung ist dabei direkt abh\u00e4ngig vom Ausma\u00df der Ausweitung des Geldangebots.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Euroeinf\u00fchrung im Jahr 1999 bis Ende 2024 lag die offiziell ausgewiesene Verbraucherpreisinflation in der Eurozone bei moderaten 2,1 % p.a. Der tats\u00e4chliche Kaufkraftentzug durch die Geldmengenausweitung lag aber weit h\u00f6her, denn das Geldmengenaggregat M2 der EZB weitete sich im gleichen Zeitraum um 5,5 % p.a. aus. Zwischen diesen beiden Werten liegt auch die \u00f6konomische Werterhaltungsschwelle, die Anleger nach Kosten \u00fcbertreffen m\u00fcssen, um ihr Kapital real zu erhalten. Legt man dem Vorsichtsprinzip folgend den oberen Wert, eben jene 5,5 % Geldmengenausweitung der EZB, als Wertgrenze an, ist die ern\u00fcchternde Erkenntnis zu protokollieren, dass nur wenige Anlageklassen und Anlageinstrumente in der Lage sind, den Kaufkraftverlust zuverl\u00e4ssig auszugleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kapitalerhalt mit Anleihen und Aktien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Anleihen ist es kaum m\u00f6glich, \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume hinweg den \u00f6konomischen Kapitalerhalt zu erreichen. Im betrachteten Zeitraum seit Euroeinf\u00fchrung (1999-2024) gelang es lediglich mit Schwellenl\u00e4nderanleihen und knapp mit Hochzinsanleihen, die n\u00f6tigen realen Gesamtertr\u00e4ge zu erzielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reines Zinsrisiko \u2013 wie in Bundesanleihen oder in Tages- und Festgeldern \u2013 ist sehr weit entfernt davon, den f\u00fcr den Kapitalerhalt n\u00f6tigen Ertrag zu erwirtschaften. Die vermeintlich sichere Anlage kann zwar nominal nicht ausfallen, doch \u00f6konomisch betrachtet ist sie f\u00fcr langfristige Anleger am wenigsten geeignet, das Anlageziel des Werterhalts sicher bedienen zu k\u00f6nnen. Wer im Rentensegment anlegt, muss die Bereitschaft zur Risiko\u00fcbernahme von Kredit- und\/oder W\u00e4hrungsrisiken mitbringen, um in die N\u00e4he der erforderlichen Mindestrenditen gelangen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leichter f\u00e4llt der Kapitalerhalt mit Aktien. Im Betrachtungszeitraum \u00fcbertreffen weltweite Aktienanlagen, US-Dividendenpapiere und auch Schwellenl\u00e4nder die Mindestschwelle von 5,5 % komfortabel. Deutsche Aktien erreichen den Wert knapp nicht. Hier best\u00e4tigt sich das Gebot, Aktienanlagen m\u00f6glichst breit und global diversifiziert zu w\u00e4hlen, ohne sich in Abh\u00e4ngigkeiten vermeintlich \u201ebesser bekannter\u201c heimatnaher Anlagen zu begeben. Aktien sind f\u00fcr am Kapitalerhalt interessierte Langfristanleger zweifelsfrei einer der besten Wege, an Wertsch\u00f6pfung teilzuhaben und zugleich gegen\u00fcber schwankungs\u00e4rmeren Anlageklassen eine \u00fcberlegene Risikokompensation zu erzielen. Aktien verf\u00fcgen \u2013 grob generalisiert \u2013 \u00fcber einen \u201eeingebauten\u201c Inflationsschutz, weil sie Preissteigerungen weiterreichen k\u00f6nnen und Gewinne langfristig nominal steigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Alternative Anlagen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf den Bereich der alternativen Anlagen ist bemerkenswert, dass es Euro-Anlegern zwischen 1999 und 2024 weder mit Rohstoffen noch mit den gerade in Deutschland als Inflationsschutz hoch gesch\u00e4tzten Immobilien gelingt, Kapital real zu erhalten. Immobilienertr\u00e4ge leiden unter fortlaufend erforderlichen Instandhaltungsaufwendungen und speziell in einigen europ\u00e4ischen Jurisdiktionen unter politischen Eingriffen in Eigentumsrechte (z. B. \u201eMietpreisbremsen\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rohstoffe k\u00f6nnen taktisch und zeitweilig w\u00e4hrend Hochinflationsphasen ein Portfolio gegen Inflationssch\u00fcbe verteidigen, scheinen aber nicht dauerhaft geeignet, um als Buy-and-Hold Positionen mit ihrer typischerweise sehr hohen Volatilit\u00e4t und Zyklizit\u00e4t zum realen Werterhalt beitragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das herausstechend \u00fcberlegene Anlageinstrument seit Euroeinf\u00fchrung ist zweifelsfrei Gold. Mit einer Rendite von 9,2 % p.a. \u00fcbertrifft das Edelmetall den Gesamtertrag s\u00e4mtlicher anderer Anlageklassen und auch Aktienindizes und ist dabei frei von den anderen Anlageformen typischen Risiken wie Zins\u00e4nderungsrisiko, Bonit\u00e4tsrisiko, Gegenparteirisiko oder Konjunkturrisiko. Gold gleicht im Dollar und im Euro die Kaufkraftverw\u00e4sserung mehr als zuverl\u00e4ssig aus. Anders als Geld und Staatsschulden l\u00e4sst sich Gold nicht drucken und hat mit mehr als 2.000 Jahren akkumuliertem Vertrauenskapital auch Extremrisiken wie Kriege, Hungersn\u00f6te, Staatsbankrotte, W\u00e4hrungsreformen und Depression \u00fcberdauert, die f\u00fcr Anleger in anderen Anlageklassen existenzielle Bedrohungen darstellen k\u00f6nnen. Wie kein anderes Anlageinstrument sch\u00fctzt Gold Eigentumsrechte und erm\u00f6glicht die finanzielle Selbstverteidigung gegen Kaufkraftbesch\u00e4digung und Finanzrepression.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kapitalerhalt oftmals das Maximum des realistisch Erreichbaren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gelegentlich wird der reale Kapitalerhalt \u00fcber einen vollst\u00e4ndigen Investmentzyklus hinweg als unambitioniert angesehen. Die Ertr\u00e4ge \u00fcber das letzte Vierteljahrhundert hinweg verdeutlichen aber, dass der Kapitalerhalt f\u00fcr ein Anlageportfolio ein durchaus schwieriges Unterfangen und oftmals sicherlich das Maximum des realistisch Erreichbaren ist. Selbst wenn die hier erfolgte Betrachtung liquider Anlagen auf unternehmerisches Kapital, Beteiligungen, land- und forstwirtschaftliche Fl\u00e4chen usw. erweitert w\u00fcrde, verblieben gen\u00fcgend Risiken (bzw. w\u00fcrden neue Risiken hinzutreten), die den realen Kapitalerhalt f\u00fcr ein Gesamtverm\u00f6gen zu einem herausfordernden Unterfangen machen.<\/p>\n<p>Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BKC Asset Management : Der \u00e4rgste Feind des Kapitalerhalts ist die Inflation. 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