{"id":27694,"date":"2025-02-11T17:57:40","date_gmt":"2025-02-11T16:57:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=27694"},"modified":"2025-02-12T12:07:17","modified_gmt":"2025-02-12T11:07:17","slug":"carmignac-aufholjagd-der-europaeischen-aktien-aber-was-kommt-danach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/carmignac-aufholjagd-der-europaeischen-aktien-aber-was-kommt-danach\/","title":{"rendered":"Carmignac : Aufholjagd der europ\u00e4ischen Aktien. Aber was kommt danach?"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Carmignac<\/strong> :\u00a0Europa befindet sich in einer Krise. Zu viele Jahre des schwachen Wachstums, das h\u00e4ufig von der Verarmung der Mittelschicht gepr\u00e4gt war, sowie die Anh\u00e4ufung von Normen, Auflagen und Ukas, die seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit einschr\u00e4nken, haben es in diese Lage gebracht<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Frederic Leroux, Leiter des Cross Asset Teams, Fondsmanager, Carmignac<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innovation findet haupts\u00e4chlich anderswo statt, die Automobilindustrie blutet aus, die Landwirte sterben aus. Die Energiekosten sind ein Klotz am Bein unserer Industrie und der Kaufkraft der Haushalte. Die traditionellen politischen Parteien verlieren eine nach der anderen die Macht zugunsten von Parteien, die eine andere Migrations-, Sicherheits- und Handelspolitik vertreten. Europa fehlt es heute an wirtschaftlicher Vision, an Willen und an Lust. Mario Draghis Credo \u00abinvestieren oder sterben\u00bb hat kein Echo gefunden, die europ\u00e4ische Governance ist wie eingefroren. Der europ\u00e4ische Aktienmarkt ist damit logischerweise weit hinter dem US-Markt zur\u00fcckgeblieben, aber es gibt einige gute Nachrichten f\u00fcr europ\u00e4ische Aktien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zum einen scheint es, dass die europ\u00e4ische Depression von den M\u00e4rkten in den Aktienbewertungen gut eingepreist ist.<\/strong> Das 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis des Stoxx600-Index betr\u00e4gt das 14-fache, w\u00e4hrend das des amerikanischen Standard and Poor&#8217;s 500-Index das 23-fache und das des Nasdaq-Index das 29-fache betr\u00e4gt. Die derzeitige transatlantische Bewertungsl\u00fccke ist im historischen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau. Brancheninterne Vergleiche zwischen Unternehmen, die in Bezug auf ihre Leistungen und Aussichten vergleichbar sind, verdeutlichen diesen Unterschied. In der Luftfahrtindustrie handelt Safran mit einem Preisnachlass von 20% gegen\u00fcber General Electric, wie die d\u00e4nische Novo Nordisk gegen\u00fcber der amerikanischen Eli Lilly im Pharmasektor. Im Bereich der Konsumg\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs ist die englische Reckitt Benckiser gegen\u00fcber der amerikanischen Colgate Palmolive um 40% unterbewertet! Nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich ein Teil der beobachteten Unterbewertungen strukturell durch deutliche Unterschiede zwischen den beiden \u00d6kosystemen rechtfertigen, aber die \u00dcbertreibung ist offenkundig. Die zweite gute Nachricht k\u00f6nnte durchaus als Katalysator f\u00fcr die erwartete Aufholjagd an den B\u00f6rsen fungieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dies zweite gute Nachricht f\u00fcr die europ\u00e4ische Wirtschaft und die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte ist die Wahl von Donald Trump, die in mancher Hinsicht angstbesetzt ist, aber auch unerwartete M\u00f6glichkeiten mit sich bringt, die der europ\u00e4ischen Wirtschaft und den europ\u00e4ischen Unternehmen zugute kommen d\u00fcrften.<\/strong> Diese Aussage wird von vielen von uns wahrscheinlich als schockierend empfunden, da wir alle in den letzten Monaten die Auswirkungen eines bedr\u00fcckenden \u00abTrump-Bashing\u00bb zu sp\u00fcren bekommen haben. Die Erfahrungen mit Trumps erster Amtszeit als Pr\u00e4sident lehren uns jedoch, dass wir uns nicht auf seine Worte oder Ausf\u00e4lle konzentrieren sollten &#8211; die meist im Zusammenhang mit laufenden oder bevorstehenden Verhandlungen stehen -, sondern vielmehr auf seine Handlungen, die auf rein wirtschaftlicher Ebene in der Regel vern\u00fcnftig sind. Ein Beispiel: Die Erh\u00f6hung der Z\u00f6lle gegen Europa ist unserer Meinung nach eher eine Drohung als eine nackte Realit\u00e4t. Sie ist ein Man\u00f6ver, mit dem Europa gezwungen werden soll, seinen Anteil an der Finanzierung seiner eigenen Verteidigung zu \u00fcbernehmen, was sich im \u00dcbrigen nachhaltig positiv auf seine Verteidigungsindustrie auswirken kann. Die US-Wahl bringt drei weitere potenzielle positive Faktoren mit sich. Der erste k\u00f6nnte eine schnelle L\u00f6sung des Konflikts in der Ukraine sein. Die Bedingungen einer solchen L\u00f6sung m\u00f6gen nicht mit den europ\u00e4ischen Erwartungen \u00fcbereinstimmen, aber sie w\u00fcrde langfristig die Energierechnung senken, europ\u00e4ischen Unternehmen grosse Infrastrukturauftr\u00e4ge verschaffen, die R\u00fcckkehr russischer Touristen f\u00f6rdern und die derzeitige geopolitische Lage entspannen. Der zweite Faktor bezieht sich auf die Kampfwirtschaft, die Trump zu errichten verspricht. Trumps Welthandel wird China dazu zwingen, seinen Konsum zu steigern, um den R\u00fcckgang seiner Exporte in die USA auszugleichen, der durch die Erh\u00f6hung der US-Zollschranken gegen chinesische Importe verursacht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von einem st\u00e4rkeren Wachstum in China, das vor allem vom Konsum angetrieben wird, w\u00fcrden auch die europ\u00e4ischen Exporteure profitieren, die in letzter Zeit unter der schw\u00e4chelnden chinesischen Nachfrage gelitten haben.<\/strong> Der dritte positive Faktor ist schliesslich Donald Trumps Wille zu einer starken Unterst\u00fctzung des US-Wachstums. Denn ein Grossteil der geplanten Massnahmen wie die Reduzierung der Einwanderung und die Erh\u00f6hung der Zollschranken sind inflation\u00e4r, insbesondere im amerikanischen Kontext der Beinahe-Vollbesch\u00e4ftigung. Die von Elon Musk angestossenen Massnahmen f\u00fcr eine kosteng\u00fcnstigere und effizientere Verwaltung werden diesen Inflationsdruck zwar verringern k\u00f6nnen, aber mit einer zeitlichen Verz\u00f6gerung. Langfristig wird diese amerikanische Inflation die Investitionsstr\u00f6me aus den USA in den Rest der Welt, einschliesslich Europa, lenken und gleichzeitig den Dollar abwerten, was der Bewertung von nicht-amerikanischen Verm\u00f6genswerten zugute kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>So sind die sich ver\u00e4ndernden wirtschaftlichen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse f\u00fcr Europa wahrscheinlich gar nicht so negativ.<\/strong> Damit seine erwartete Aufholjagd an der B\u00f6rse jedoch nicht nur ein leeres Strohfeuer bleibt, muss die Europ\u00e4ische Union rasch entschiedene und pragmatische Ziele setzen, die dem Wachstum und seiner Finanzierung f\u00f6rderlich sind. Die wirtschaftliche Aggressivit\u00e4t der USA wird einen wichtigen Anreiz f\u00fcr diese notwendige Metamorphose darstellen, aber ist sie noch m\u00f6glich? Wie lange wird es dauern, bis eine realistische Energiepolitik entsteht? Ist ein grosses Investitionsprogramm zur F\u00f6rderung von Innovationen, das durch eine gemeinsame Verschuldung finanziert wird, heute \u00fcberhaupt noch denkbar? Ist das \u00abKoste es, was es wolle\u00bb oder seine \u00abWatever it takes\u00bb-Version<a href=\"mailbox:\/\/\/C:\/Users\/UTENTE\/AppData\/Roaming\/Thunderbird\/Profiles\/6ieohcyj.default\/Mail\/pop.dmfnewmedia-6.com\/Inbox?number=4385#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> nur dann anwendbar, wenn man mit dem R\u00fccken zur Wand steht? Die einzigen aussichtslosen K\u00e4mpfe sind die, die man nicht beginnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : InvestmentWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carmignac :\u00a0Europa befindet sich in einer Krise. 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