{"id":28100,"date":"2025-03-24T10:05:14","date_gmt":"2025-03-24T09:05:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=28100"},"modified":"2025-03-24T10:05:55","modified_gmt":"2025-03-24T09:05:55","slug":"st-galler-kantonalbank-muss-man-den-euro-nun-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/st-galler-kantonalbank-muss-man-den-euro-nun-haben\/","title":{"rendered":"St. Galler Kantonalbank : Muss man den Euro nun haben?"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>St. Galler Kantonalbank<\/strong> : Der Euro hat positiv auf die Infrastrukturpl\u00e4ne von Friedrich Merz und die R\u00fcstungsoffensive der EU reagiert. Dass das Ganze erst auf dem Papier steht und mit zus\u00e4tzlichen Schulden finanziert wird, interessiert nicht.<br \/>\n<!--more--><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Thomas Stucki CIO der St.Galler Kantonalbank<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielmehr werden die wirtschaftlichen Impulse dieses fiskalpolitischen Tsunamis in den Vordergrund ger\u00fcckt. Der Euro stieg zum Franken von 94 auf 96 Rappen. Gegen\u00fcber dem US-Dollar war der Kursanstieg der Einheits-w\u00e4hrung mit fast 6% noch eindr\u00fccklicher. Die schnelle Bewegung hatte auch mit einem \u00abShort Covering\u00bb von Investoren zu tun, die vom Euro- Schub auf dem falschen Fuss erwischt wurden. Die zu erwartende Gegenbewegung hielt sich danach aber in Grenzen. Der Euro h\u00e4lt sich wacker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Euro ist attraktiver geworden. Die Ausgabenprogramme in Deutschland k\u00f6nnen die wirtschaftliche Stimmung im wichtigsten Euroland verbessern. Das zeigt sich am ZEW-Index. Die aktuelle Situation wird immer noch schlecht beurteilt, die Erwartungen f\u00fcr die Zukunft haben aber deutlich ins Positive gedreht. Damit sind noch keine Investitionen get\u00e4tigt. Die Wirkung eines positiven Stimmungsumschwungs darf jedoch nicht untersch\u00e4tzt werden. Daneben gibt es auch handfestere Argumente f\u00fcr einen st\u00e4rkeren Euro. Dazu geh\u00f6ren die h\u00f6heren Renditen bei den Obligationen. In den meisten Eurol\u00e4ndern ist die Rendite der 10-j\u00e4hrungen Staatsanleihe um rund 0.60% gestiegen. Renditen zwischen 2.80% in Deutschland und 3.80% f\u00fcr italienische Anleihen bieten eine positive Realrendite und sind nicht mehr viel tiefer als bei US-Dollar-Obligationen.Der fiskalpolitische Schub gibt der EZB zudem ein gutes Argument, ihren\u00a0 Zinssenkungszyklus in naher Zukunft zu beenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Euro-Anleihen als Alternative zu US-Treasuries<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schulden der Eurol\u00e4nder nehmen zu. Die 800 Mrd. Euro f\u00fcr die R\u00fcstung und die 500 Mrd. Euro f\u00fcr die deutsche Infrastruktur sind kein Klacks. Zudem werden sich andere Eurol\u00e4nder sagen, was die Deutschen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir auch. In der Wahrnehmung ist es eher positiv, dass sich alle zus\u00e4tzlich verschulden. Das Programm der EU wird in der \u00d6ffentlichkeit als gemeinsame Schuldenaufnahme wahrgenommen, obschon das nur f\u00fcr einen kleineren Teil des R\u00fcstungsprogramms gilt. Die Finanzm\u00e4rkte zeigen nicht mit dem Warnfinger auf ein einzelnes Land. Die zus\u00e4tzlichen Anleihen werden dazu f\u00fchren, dass der Markt f\u00fcr Euro-Staatsanleihen liquider wird. Gerade die gemeinschaftlich gesicherten Anleihen der EU d\u00fcrften f\u00fcr grosse staatliche Investoren oder f\u00fcr die Devisenreserven von Zentralbanken attraktiv sein. Sollten die von den Amerikanern im Rahmen des Mar-a-Lago Accord-Papiers in den Raum gestellten Strafgeb\u00fchren f\u00fcr das Halten von US-Treasuries konkreter werden, d\u00fcrften die Umschichtungen in die einzige Alternative mit gen\u00fcgend Liquidit\u00e4t zunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Konstruktionsm\u00e4ngel bleiben bestehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei allen Argumenten f\u00fcr eine Eurost\u00e4rke d\u00fcrfen die grundlegenden Probleme der Eurozone nicht vergessen werden. Die strukturellen Defizite der deutschen Wirtschaft wie die hohe Energieabh\u00e4ngigkeit, der technologische R\u00fcckstand der Autoindustrie oder die erstickende \u00dcberregulierung werden nicht so schnell verschwinden. Steigende Schulden haben es an sich, dass nach dem positiven Impuls die h\u00f6heren Zinszahlungen und die anstehenden Refinanzierungen verbleiben. Frankreich kann sich nun als Retter Europas inszenieren, bleibt aber<br \/>\nreformunf\u00e4hig und politisch angeschlagen. Die fehlende finanzpolitische Disziplin der Eurol\u00e4nder wird momentan vor dem Hintergrund der politischen Umw\u00e4lzungen akzeptiert, wird aber sp\u00e4testens bei der n\u00e4chsten Schw\u00e4chephase wieder zum Thema. Dazu kommt, dass der Euro immer noch, und in Zukunft wahrscheinlich noch st\u00e4rker, am Rettungsring der EZB h\u00e4ngt. Die mittelfristigen Aussichten f\u00fcr den Euro sind nicht besser geworden, im Gegenteil. Deshalb bleibe ich bei meiner Aussage, dass ein Eurokurs von 90 Rappen nicht eine Frage des \u00abob\u00bb, sondern des \u00abwann\u00bb ist. Wahrscheinlich geht es aufgrund deraktuellen Entwicklungen einfach etwas l\u00e4nger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St. Galler Kantonalbank : Der Euro hat positiv auf die Infrastrukturpl\u00e4ne von Friedrich Merz und die R\u00fcstungsoffensive der EU reagiert. 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