{"id":28306,"date":"2025-04-11T09:00:36","date_gmt":"2025-04-11T07:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=28306"},"modified":"2025-04-11T15:11:05","modified_gmt":"2025-04-11T13:11:05","slug":"carmignac-brief-von-edouard-carmignac","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/carmignac-brief-von-edouard-carmignac\/","title":{"rendered":"Carmignac : Brief von Edouard Carmignac"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\">Carmignac : Was f\u00fcr ein Umbruch! Donald Trump, der mit dem Versprechen eines st\u00e4rkeren Wachstums, einer niedrigeren Inflation durch Investitionsanreize, einem Abbau von Regulierungen und einer K\u00fcrzung der \u00f6ffentlichen Ausgaben wiedergew\u00e4hlt wurde, ruft nun einen totalen Handelskrieg aus.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Edouard Carmignac Chairman and CIO<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten die vorgeschlagenen Zollerh\u00f6hungen umgesetzt werden, k\u00f6nnte die US-Wirtschaft in eine Rezession abgleiten. Die Z\u00f6lle w\u00fcrden eine Abgabe von fast 2 % auf das verf\u00fcgbare Einkommen der amerikanischen Verbraucher bedeuten, w\u00e4hrend die Inflation 5 % erreichen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diese pl\u00f6tzlichen und aufeinanderfolgenden Kehrtwenden haben offensichtlich alle M\u00e4rkte auf den Kopf gestellt.<\/strong> Abgesehen von den legitimen Absicherungen, die als Reaktion auf die neuen Unsicherheiten getroffen wurden, halten wir es f\u00fcr unerl\u00e4sslich, unsere Anlagestrategie an die neue geopolitische und wirtschaftliche Ordnung anzupassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs sind die Vereinigten Staaten der Garant f\u00fcr die Sicherheit und die Werte des Westens.<\/strong> Welches Ansehen geniesst Washington noch in Europa, Japan oder Taiwan, wenn es den Sieg \u00fcber die Ukraine scheinbar an Herrn Putin verschenkt? Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man behaupten, dass die amerikanischen Verb\u00fcndeten nicht ausreichend zu den Kosten ihrer eigenen Verteidigung beigetragen haben, aber k\u00f6nnte man nicht auch argumentieren, dass sie dies bereits getan haben, indem sie in erster Linie in den Vereinigten Staaten hergestellte Waffen erworben und die Schulden der USA grossz\u00fcgig finanziert haben? Diese K\u00e4ufe von Staatsanleihen und Aktien haben die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren in die Lage versetzt, \u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse zu leben, wobei das wachsende Handelsdefizit zu geringeren Kosten von internationalen Investoren finanziert wurde. Ein Zollkrieg wird das Handelsdefizit der USA mit Sicherheit verringern, allerdings um den Preis wesentlich h\u00f6herer Verbraucherpreise und eines h\u00f6heren Haushaltsdefizits, das durch das schw\u00e4chere Wachstum verursacht wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine solch absurde Politik ist untragbar.<\/strong> Es ist h\u00f6chstwahrscheinlich, dass sich der gesunde Menschenverstand &#8211; den Herr Trump w\u00e4hrend seiner Wahlkampagne immer wieder betont hat &#8211; durchsetzen wird. Aber wann? Ab welchem Niveau werden die M\u00e4rkte und der R\u00fcckgang der Wirtschaftst\u00e4tigkeit abschreckend genug sein, um eine sinnvolle Anpassung seiner Politik zu bewirken? Bis dahin ist Vorsicht geboten, zumal eine Abschw\u00e4chung des Dollars kaum vermeidbar scheint. Wir bevorzugen weiterhin Technologiewerte mit Fokus auf K\u00fcnstliche Intelligenz, haben jedoch unser Gesamtengagement in den USA reduziert, da wir mit einem unvermeidlichen Kapitalabfluss aus den USA rechnen, deren Marktkapitalisierung zu Beginn des Jahres fast 70 % des Wertes der weltweiten Aktienm\u00e4rkte ausmachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nat\u00fcrlich hat das Misstrauen gegen\u00fcber dem gr\u00f6ssten Markt des Globus weitreichende Folgen f\u00fcr den Rest der Welt<\/strong>. Dennoch zeichnen sich einige vielversprechende M\u00f6glichkeiten ab. Die erwartete Ank\u00fcndigung, dass die Vereinigten Staaten ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die europ\u00e4ische Verteidigung zur\u00fcckziehen werden, zwingt uns dazu, unser Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen. Deutschland wird seine Rolle als Motor des europ\u00e4ischen Wachstums wieder aufnehmen, da es sich darauf vorbereitet, sein \u00f6ffentliches Defizit auf 4-5 % zu erh\u00f6hen, verglichen mit einem Durchschnitt von 1,5 % des Bruttoinlandsprodukts in den letzten 75 Jahren. Diese erneuten Investitionen werden sich zwar auf die n\u00e4chsten drei Jahre verteilen, aber sie kommen den europ\u00e4ischen Partnern zugute, die \u00fcber einen viel geringeren Haushaltsspielraum verf\u00fcgen. Sie erhalten einen privilegierten Zugang (ohne Z\u00f6lle!) zur gr\u00f6ssten Volkswirtschaft der Union, deren Wachstumsrate vom Stagnationsniveau der letzten zwei Jahre auf nahezu 2 % ansteigen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dar\u00fcber hinaus werden die Aussichten f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder attraktiver, da wir von einem schw\u00e4cheren Dollar und niedrigeren Realzinsen als Folge des langsameren US-Wachstums ausgehen.<\/strong> Wir bevorzugen Lateinamerika, das von den drohenden US-Z\u00f6llen weitgehend verschont geblieben ist und dessen eklatante Unterbewertung von Verm\u00f6genswerten durch den &#8220;Javier-Milei-Schub&#8221; korrigiert werden d\u00fcrfte. Der Erfolg von Javier Milei f\u00fchrt dazu, dass die L\u00e4nder der Region allm\u00e4hlich zu einer wachstumsfreundlicheren Regierungsform \u00fcbergehen. Unter den vielversprechendsten Volkswirtschaften ist Indien besonders zu erw\u00e4hnen. Mit einer stabilen Regierung, die Privatinvestitionen beg\u00fcnstigt, ist Indien in der Lage, sein Wachstum mit einer Rate von nahezu 6 % fortzusetzen, was das Entstehen von Qualit\u00e4tsunternehmen unter der Leitung begabter Unternehmer beg\u00fcnstigt. Und schliesslich d\u00fcrfen wir China nicht vergessen, den grossen Gewinner des R\u00fcckzugs der USA, der vor allem seinen Technologieunternehmen einen noch nie dagewesenen Aufschwung beschert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00e4hrend der Zerfall des amerikanischen Imperiums zweifellos Anlass zur Sorge gibt und sicherlich einen holprigen Weg mit sich bringen wird, wird das Entstehen einer neuen Weltordnung viele attraktive Chancen bieten, die wir ergreifen sollten<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : InvestmentWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carmignac : Was f\u00fcr ein Umbruch! 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