{"id":2920,"date":"2017-06-29T22:00:00","date_gmt":"2017-06-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/06\/29\/inflationsanstieg-war-s-das\/"},"modified":"2017-06-29T22:00:00","modified_gmt":"2017-06-29T22:00:00","slug":"inflationsanstieg-war-s-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/inflationsanstieg-war-s-das\/","title":{"rendered":"\u201eInflationsanstieg: War\u2019s das?\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Entwicklung an den Aktienm\u00e4rkten steht nach wie vor im Zeichen der Erwartung, dass sich das Weltwirtschaftswachstum auf kurze Sicht beschleunigen wird&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Ann-Katrin Petersen Vice President,&nbsp; Global Economics &amp; Strategy<br \/><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist die wirtschaftliche Stimmung gut \u2013 der deutsche ifoGesch\u00e4ftsklimaindex kletterte im Juni sogar auf einen historischen H\u00f6chststand \u2013 aber auch in den Schwellenl\u00e4ndern hat sich die konjunkturelle Situation merklich verbessert. Offenbar d\u00e4mpft die Unsicherheit \u00fcber die k\u00fcnftige Ausrichtung der Wirtschaftspolitik \u2013 etwa in den USA, wo die Senatsabstimmung \u00fcber die Gesundheitsreform nun erst nach dem Unabh\u00e4ngigkeitstag am 4. Juli stattfinden d\u00fcrfte \u2013 die Wirtschaftsaktivit\u00e4t derzeit nicht erheblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sichtbar sind die konjunkturellen Auftriebskr\u00e4fte auch am Arbeitsmarkt. Allerdings haben sich die sinkenden Arbeitslosenquoten noch nicht in einem sp\u00fcrbaren Lohnauftrieb niedergeschlagen. Der unterliegende Inflationsdruck \u2013 also \u00fcber mit dem \u00d6lpreisanstieg zusammenh\u00e4ngende Basiseffekte hinaus \u2013 bleibt in den gro\u00dfen Industriel\u00e4ndern verhalten. In Japan steigen die L\u00f6hne trotz eines kr\u00e4ftigen Stellenaufbaus nach wie vor nur langsam. In den USA lag die Ver\u00e4nderungsrate der Kerninflation in den Monaten M\u00e4rz bis Juni annualisiert bei durchschnittlich 0%, nach 3% im Februar. Im Euroraum wiederum haben die Experten der Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) ihren Inflationsausblick sowohl f\u00fcr die Gesamt- als auch f\u00fcr die Kernrate nach unten angepasst. Eine Ausnahme bildet Gro\u00dfbritannien, wo die Brexit-bedingte Abwertung des Pfunds zu einem kr\u00e4ftigen (importierten) Anstieg der Verbraucherpreise gef\u00fchrt hat. Entsprechend \u201efalkenhaftere\u201c T\u00f6ne waren zuletzt aus der Bank of England zu vernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>War der globale Verbraucherpreisanstieg also nur ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen? <\/strong>Und welche Implikationen h\u00e4tte dies f\u00fcr die Geldpolitik? Eine Frage, die nicht nur die Notenbankwelt umtreibt. Auf dem EZB-Zentralbankforum im portugiesischen Sintra machte Notenbankchef Mario Draghi am Dienstag deutlich, dass die beharrlich niedrige Inflation kein Hindernis f\u00fcr eine Anpassung der geldpolitischen Ausrichtung sein m\u00fcsse \u2013 schon allein, um den Stimulus angesichts der Konjunkturerholung im Euroraum \u201eweitgehend unver\u00e4ndert\u201c zu lassen. Im Klartext: Die steigende Zugkraft der Geldpolitik bereitet den Weg f\u00fcr eine k\u00fcnftige Kursanpassung. Eine Drosselung des monatlichen Wertpapierkauftempos von derzeit 60 Mrd. Euro (\u201eTapering\u201c) bleibt f\u00fcr Anfang 2018 auf der Agenda. Als Signal f\u00fcr eine rasche Normalisierung der<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">EZB-Geldpolitik sind Draghis \u00c4u\u00dferungen jedoch nicht zu werten. Dennoch f\u00fchrte die Aussicht auf eine sinkende Notenbanknachfrage nach Staatspapieren am europ\u00e4ischen Rentenmarkt zu einem Renditesprung und katapultierten den Euro gegen\u00fcber dem Dollar auf den h\u00f6chsten Stand seit zw\u00f6lf Monaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Woche voraus <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Zentralbanknachrichtenfluss \u2013<\/strong> darunter die Sitzungen der australischen und schwedischen Notenbank (Di), gefolgt von den Sitzungsprotokollen der Fed (Mi) und der EZB (Do) \u2013 d\u00fcrfte auch in der kommenden Handelswoche Impulse setzen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus geben eine Reihe von Konjunkturdaten und die beginnende Gewinnberichtssaison f\u00fcr das zweite Quartal wichtige Hinweise auf die fundamentale Unterf\u00fctterung der Aktienm\u00e4rkte. Denn in den vergangenen Monaten waren die \u201eweichen\u201c Stimmungsindikatoren, wie beispielsweise die Einkaufsmanagerindizes, den \u201eharten\u201c Konjunkturdaten enteilt, insbesondere in den USA.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Augenmerk der asiatischen B\u00f6rsianer d\u00fcrfte zu Wochenbeginn auf dem japanischen Tankan-Bericht zur Wirtschaftsstimmung im zweiten Quartal liegen (Mo). Dass die Regierung die f\u00fcr 2017 vorgesehene Mehrwertsteuererh\u00f6hung von 8 auf 10 % um wenigstens zwei Jahre verschoben und Ma\u00dfnahmen angek\u00fcndigt hat, um die Konjunktur anzukurbeln, d\u00fcrfte sich positiv niedergeschlagen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In China wiederum steht die Regierung unver\u00e4ndert vor der Herausforderung, dem weiteren Aufbau finanzieller Ungleichgewichte entgegenzutreten und gleichzeitig eine \u201eharte Landung\u201c der Konjunktur zu vermeiden. Ein erneuter R\u00fcckgang des staatsunabh\u00e4ngig erhobenen CaixinEinkaufsmanagerindex f\u00fcr die Industrie (Mo) w\u00fcrde das Szenario eines nachlassenden Konjunkturtempos untermauern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Gro\u00dfbritannien sollten sowohl die Juni-Einkaufsmanagerindizes (Mo, Mi) als auch die Industrieproduktionsdaten f\u00fcr Mai (Fr) best\u00e4tigen, dass die Konjunktur an Schwung verloren hat. Der kr\u00e4ftige Inflationsanstieg \u00fcbt Druck auf die real verf\u00fcgbaren Einkommen aus. Nicht zuletzt hat das durch die Neuwahlen geschw\u00e4chte Mandat von Premier Theresa May neue politische Unsicherheiten mit sich gebracht.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend in Japan und im Euroraum ein Zeitpunkt f\u00fcr die Abkehr von der Nullzinspolitik noch nicht in Sicht ist, befindet sich die US-Notenbank bereits auf einem Kurs der zinspolitischen Normalisierung. Sie hat im Juni das Zielband f\u00fcr die Fed Funds Rate bereits zum dritten Mal auf nunmehr 1 bis 1,25 % angehoben. Der Juni-Arbeitsmarktbericht (Fr) sollte \u00fcbergreifend keinen Zweifel daran lassen, dass die US-Wirtschaft nahe Vollbesch\u00e4ftigung operiert. Zwar d\u00fcrfte es angesichts der verz\u00f6gerten Umsetzung von \u201eTrumponomics\u201c in absehbarer Zeit kaum zu einem \u201eTrump-Konjunkturboom\u201c kommen. Die US-Regierung wird aber weiterhin bem\u00fcht sein, eine substanzielle Steuersenkung umzusetzen. F\u00fcr die Fed bedeutet dies: Weitere Zinsanhebungen d\u00fcrften folgen \u2013 mehr, als der Geldmarkt derzeit einpreist.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verstehen. Handeln.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <strong>Reflationierungszenario \u2013<\/strong> eine fortschreitende Konjunkturerholung bei sich normalisierenden Inflationsraten \u2013 bleibt prinzipiell intakt. Zwar laufen die Basiseffekte der \u00d6lpreise wie erwartet aus. Die sich schlie\u00dfenden Produktionsl\u00fccken sprechen aber nach wie vor f\u00fcr einen sich allm\u00e4hlich aufbauenden binnenwirtschaftlichen Kostendruck, etwa \u00fcber moderate Lohnsteigerungen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <strong>Geldpolitik<\/strong> l\u00e4uft auseinander (Fed vs. EZB und Bank of Japan), bleibt aber insgesamt expansiv ausgerichtet. Investoren sollten sich auf eine behutsame Normalisierung der Geldpolitik einstellen. Diese ist jedoch nicht zu verwechseln mit einer Straffung. So werden in den USA die Zinsen zwar allm\u00e4hlich erh\u00f6ht, sie bleiben aber gemessen am Preisauftrieb niedrig. Eine St\u00fctze f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte, sofern es den Notenbanken gelingt, ihre Kursanpassungen vorausschauend zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklung an den Aktienm\u00e4rkten steht nach wie vor im Zeichen der Erwartung, dass sich das Weltwirtschaftswachstum auf kurze Sicht beschleunigen wird&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4189,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[53],"tags":[80],"class_list":["post-2920","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allianz-g-i-die-woche-voraus","tag-allianz-gi"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2920"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2920\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2920"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}