{"id":2939,"date":"2017-07-10T08:00:00","date_gmt":"2017-07-10T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/07\/10\/kames-capital-banken-zehn-jahre-nach-der-krise-wesentlich-robuster\/"},"modified":"2017-07-10T08:00:00","modified_gmt":"2017-07-10T08:00:00","slug":"kames-capital-banken-zehn-jahre-nach-der-krise-wesentlich-robuster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/kames-capital-banken-zehn-jahre-nach-der-krise-wesentlich-robuster\/","title":{"rendered":"Kames Capital : Banken zehn Jahre nach der Krise wesentlich robuster"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Zehn Jahre sind seit dem Ausbruchs der Bankenkrise vergangen. Die Regulierer sind klar aktiver geworden und haben die Risikofaktoren genau im Blick. Davon d\u00fcrften Finanzemittenten weiterhin profitieren&#8230;..<\/div>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\" style=\"color: #00ffff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\" style=\"color: #00ffff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Von Adrian Hull, Senior Fixed Income Investment Specialist bei Kames Capital<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Schweiz geriet vor allem die UBS in den Sog der Krise. 2007 musste die Grossbank eine umfangreiche Abschreibung hinnehmen, 2008 folgte eine Bezugsrechtsemission im Wert von 16 Mrd. CHF. In den USA war Bear Stearns das erste Opfer der Bankenkrise, die im Zusammenbruch von Lehman Brothers gipfelte. In Grossbritannien nahm die Krise mit der Pleite von Northern Rock 2007 ihren Lauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Zeitsprung ins Jahr 2017 zeigt, dass sich vier Institute mit M\u00fche und Not bis jetzt \u00fcber Wasser halten und schliesslich aus ihren Krisen herausfinden konnten. Die in Spanien, Italien und Grossbritannien ans\u00e4ssigen Institute Banco Popular, die Veneto-Banken und die Co-op Bank \u201el\u00f6sten\u201c ihre Probleme auf sehr unterschiedliche Weise und ihr Fortbestehen nach der Krise von 2008 war nur von kurzer Dauer. Ein genauer Blick auf den Umgang mit diesen Instituten offenbart, vor welch grossen Problemen Bankenregulierer, Banken und Regierungen nach wie vor stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch nicht alle Probleme gel\u00f6st<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine dieser Banken war so systemrelevant wie Lehman, RBS oder auch die UBS. Das soll nicht deren Bedeutung f\u00fcr die Stakeholder herunterspielen. Dennoch ist bemerkenswert, wie der Zusammenbruch von Banken gelenkt und aufgehalten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Probleme der auf Kredite f\u00fcr KMU spezialisierten Banco Popular riefen in Europa rasch die europ\u00e4ische Bankenabwicklungsbeh\u00f6rde (Single Resolution Board) auf den Plan. Dieser Weg schien sich auch f\u00fcr die Veneto-Banken anzubahnen. Doch nach Gespr\u00e4chen in Br\u00fcssel nutzte die SRB eine Regulierungsl\u00fccke, um die beiden Geldh\u00e4user als nicht systemrelevant einzustufen und Italien den Schwarzen Peter zuzuschieben. Italien handelte schnell und griff der Banca Popolare di Vicenza und der Veneto Banca mit einem gigantischen Rettungspaket von 19 Mrd. USD unter die Arme. Die Regierung in Rom stufte beide Banken als systemrelevant f\u00fcr die wohlhabende Region in Norditalien ein. Dass angeschlagene Banken nach wie vor riesige Liquidit\u00e4tsspritzen ben\u00f6tigen, spricht B\u00e4nde \u00fcber das schleppende Reformtempo in Italien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schlagkraft hat zugenommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allgemein funktioniert die Bankenregulierung in Europa schnell und effektiv und ihre Schlagkraft hat sich gegen\u00fcber 2008 deutlich verbessert. Die erw\u00e4hnten F\u00e4lle zeigen, dass die Regulierer den Banken heute im Nacken sitzen, nachdem die EU im Juni 2014 das Rahmenwerk f\u00fcr die Sanierung und Abwicklung von Banken und Wertpapierfirmen (BRRD) verabschiedet hat. Diese Richtlinie war eine Reaktion auf 2008 und die anschliesnde Eurokrise 2011 und sollte die Verpflichtung der Nationalstaaten zu staatlichen Rettungsmassnahmen begrenzen und eine Ansteckung zwischen den Systemen verhindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits vor der EU forderte die eidgen\u00f6ssische Finanzmarktaufsicht FINMA eine deutliche Erh\u00f6hung des Eigenkapitals innerhalb des Bankensystems. In Europa als auch in den USA erwiesen sich die staatlichen Rettungsaktionen als willk\u00fcrlich, da sie zwangsl\u00e4ufig als Reaktion auf Krisensituationen erfolgten. Anleihegl\u00e4ubiger wurden je nach Grossz\u00fcgigkeit des jeweiligen Landes und Art der Rettung weitgehend zuf\u00e4llig zur Kasse gebeten oder belohnt. Mit der Einrichtung des SRB sollte die Gleichbehandlung der Anleihegl\u00e4ubiger sichergestellt und eine klare Rangfolge festgelegt werden, die exakt definiert, \u201ewer was bekommt\u201c. Auf diese Weise k\u00f6nnten Anleger ihr Risiko erkennen und eigene Bewertungen durchf\u00fchren, ohne auf die nationalen Regierungen zur\u00fcckzugreifen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz so einfach ist es aber leider nicht, wie der Fall der Banco Popular belegt, die dringend frisches Kapital ben\u00f6tigt. Nach mehreren Kapitalerh\u00f6hungen zogen die Aktion\u00e4re es dieses Jahr jedoch vor, alles zu verlieren, statt noch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Dadurch gingen die Inhaber nachrangiger Tier 1- und Tier 2-Anleihen ebenfalls effektiv leer aus. W\u00e4hrend Inhaber vorrangiger Anleihen bei der privaten (\u201ebail-in\u201c) Rettung der Bank mit einem blauen Auge davonkamen, blieben die Inhaber nachrangiger Titel bei dem schnellen, effektiven und brutalen SRB-Verfahren auf der Strecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie weiter bei den Veneto-Banken?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Droht den Veneto-Banken nun das gleiche Schicksal? Damit m\u00fcssen wohl alle ausser den Privatanlegern rechnen, die nachrangige Vicenza- und Veneto-Anleihen halten. Aufgrund seiner Innenpolitik musste Italien sich um seine Privatanleger k\u00fcmmern. In Italien ist es nichts Ungew\u00f6hnliches, bei seiner Bank vor Ort eine Anleihe zu kaufen, die eine h\u00f6here Rendite abwirft, als eine von der EU garantierte Geldanlage. So zahlt der Abwicklungskandidat Intesa Sanpaolo Geld an seine Anleihegl\u00e4ubiger zur\u00fcck (das von der italienischen Regierung bereitgestellt wurden), um sicherzustellen, dass Privatanleger in Italien nicht nerv\u00f6s werden. Das entspricht nicht ganz der Einsch\u00e4tzung des Risikos in der Kapitalstruktur durch das SRB. Sie sah den Haupttreiber der Verluste vor allem in der Nachrangigkeit und weniger im Halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anleihegl\u00e4ubiger der britischen Co-op Bank sind nicht so glimpflich davongekommen. So sind Privatanleger, die nachrangige Co-op-Anleihe halten, weniger einflussreich oder systemrelevant und von ihren Verlusten geht keine Ansteckungsgefahr aus. Sie mussten 2013 bereits einen dramatischen Wertverlust hinnehmen, nun droht ein weiterer R\u00fcckgang des Werts ihrer Anleihen um 55%. Die ungeliebten Hedgefonds, die bereits mit 80% an der wenig brillanten Co-op-Bilanz beteiligt sind, sollen nun 99% der Bank \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen hatte die europ\u00e4ische Bankenabwicklungsbeh\u00f6rde keinen schlechten Start. Auch wenn die Ergebnisse eher pragmatisch als regelbasiert waren. Letztlich wird sich die Wirksamkeit des neuen Systems erst vollst\u00e4ndig bew\u00e4hren, wenn es durch ein weltweit bedeutendes Finanzinstitut auf die Probe gestellt wird. 2007 und 2008 wurde vor allem \u00fcber die moralische Gefahr der Bankenrettung diskutiert. Da sich eine derartige Krise nicht wiederholen sollte, gilt es, Vertrauen in das neue SRB-System nach und nach aufzubauen. So weit, so gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen hatten alle im Juni ins Straucheln geratenen Institute seit mehr als f\u00fcnf Jahren mit konkreten Problemen zu k\u00e4mpfen. Nun, da L\u00f6sungen bereitstehen, sollte dies als Reinigungsprozess angesehen werden. Der Jahrestag von Northern Rock f\u00e4llt zwar nur zuf\u00e4llig in diese Zeit, erinnert aber genau zum richtigen Zeitpunkt daran, wie lange die Sanierung des Bankensystems dauern kann.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und last but not least beginnt die Zeit, die Wunden zu heilen. F\u00fcr notleidende Kredite in Europa oder italienische Regionalbanken sind wir noch nicht \u00fcber den Berg, aber europ\u00e4ische Banken pr\u00e4sentieren sich unterdessen doch deutlich robuster. Die Bankenregulierung in der Schweiz entspricht nun der traditionell vorsichtigen Haltung des Landes. Europ\u00e4ische Banken sind zwar von dem soliden Zustand und dem Wachstum ihrer Pendants in den USA noch weit entfernt, befinden sich aber auf einem guten Weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Source: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn Jahre sind seit dem Ausbruchs der Bankenkrise vergangen. Die Regulierer sind klar aktiver geworden und haben die Risikofaktoren genau im Blick. 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