{"id":29434,"date":"2025-10-06T15:53:01","date_gmt":"2025-10-06T13:53:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=29434"},"modified":"2025-10-06T17:23:33","modified_gmt":"2025-10-06T15:23:33","slug":"dnca-invest-ki-blase-oder-goldloeckchen-moment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dnca-invest-ki-blase-oder-goldloeckchen-moment\/","title":{"rendered":"DNCA Invest : KI &#8211; Blase oder Goldl\u00f6ckchen-Moment?"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><span id=\"page3R_mcid4\" class=\"markedContent\"><strong>DNCA Invest<\/strong> : Das Wort fiel aus dem Mund von Sam Altman h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Der Mitbegr\u00fcnder von OpenAI erkl\u00e4rte: \u00abWenn Blasen entstehen, sind kluge Menschen \u00fcberm\u00e4ssig von einem K\u00f6rnchen Wahrheit begeistert. Sind wir an einem Punkt, an dem die Anleger insgesamt \u00fcberreagieren, was KI betrifft? Ich denke, ja.\u00bb<\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/ch\/newsletter\" rel=\"nofollow\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Pierre Pincemaille, Portfoliomanager bei DNCA Invest<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie einst Alan Greenspan k\u00f6nnte auch Altman eine neue Phase \u201eirrationaler \u00dcberschw\u00e4nglichkeit\u201c eingel\u00e4utet haben. Und als w\u00e4re das nicht genug, hat das renommierte Massachusetts Institute of Technology eine Studie ver\u00f6ffentlicht, deren Befunde ern\u00fcchternd sind: Nur 5 % der Pilotprojekte von Unternehmen im Bereich generativer KI erzielen eine angemessene Rendite \u2013 der Rest sei Fehlinvestition.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die j\u00fcngsten Ergebnisse von Nvidia, dem Branchenprimus und wertvollsten Unternehmen der Welt, konnten die Anleger nicht mehr beeindrucken, die bislang an stetige \u00dcbererf\u00fcllungen der Erwartungen gew\u00f6hnt waren. Kurz gesagt: Die Euphorie scheint ihren H\u00f6hepunkt erreicht zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>China im Fokus \u2013 neue Machtverh\u00e4ltnisse im KI-Universum<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die grosse Unbekannte betrifft derzeit Nvidias Verk\u00e4ufe nach China, die seit April ausgesetzt sind \u2013 zeitgleich mit dem Beginn neuer Handelsgespr\u00e4che zwischen Washington und Peking. J\u00fcngst k\u00fcndigte die US-Regierung an, 15 % der zuk\u00fcnftigen Einnahmen aus Exporten in die Volksrepublik abzusch\u00f6pfen. Zudem darf Nvidia nur noch eine abgespeckte Version seines Chips (RTX Pro 6000D) anstelle der H20 anbieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Reaktion forderte die chinesische Cybersicherheitsbeh\u00f6rde heimische Technologieunternehmen auf, lokale Anbieter in Betracht zu ziehen \u2013 unter Verweis auf Sicherheitsl\u00fccken und die anhaltende Unsicherheit \u00fcber Exportrestriktionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Profiteur dieses \u201ekommunizierenden Gef\u00e4sses\u201c ist Cambricon, von manchen als das \u201echinesische Nvidia\u201c bezeichnet. Laut Bloomberg d\u00fcrfte der Umsatz des Unternehmens von 1,2 auf 6,8 Milliarden Yuan bis 2025 steigen \u2013 eine Versechsfachung. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: Chinas Regierung treibt den Aufbau einer nationalen KI-Industrie massiv voran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So r\u00fchmt sich T-Head, die KI-Tochter von Alibaba, einen Prozessor entwickelt zu haben, der mit Nvidias H20 konkurrieren kann, und k\u00fcndigte zudem Investitionen von 53 Milliarden US-Dollar an. Es entstehen damit zwei getrennte \u00d6kosysteme, die in einem Wettlauf um immer spektakul\u00e4rere Investitionsank\u00fcndigungen stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Zwischen Euphorie und Realit\u00e4t \u2013 eine Branche im Stresstest<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die B\u00f6rsenbewertungen des Sektors dank der soliden Ergebnisse von Broadcom und Oracle sowie der Partnerschaft zwischen Nvidia und OpenAI* wieder anzogen (einige sprechen von einem \u201ezirkul\u00e4ren\u201c Deal), hat der Start von ChatGPT-5 in anderen Branchen deflation\u00e4re Nebenwirkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Medienunternehmen und Softwareverlage hinken seit August deutlich hinterher \u2013 kein Zufall, wenn Sam Altman selbst meint, die neue Version seines Chatbots sei \u201ein allem kl\u00fcger als die Experten\u201c. Ein erstes Beispiel: Die j\u00fcngste Werbekampagne von Palo Alto Networks wurde in nur einer Woche und zu minimalen Kosten erstellt \u2013 vollst\u00e4ndig KI-basiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die wachsende Bewertungsmanie betrifft insbesondere den nicht b\u00f6rsenkotierten Bereich. Wenn es eine Blase gibt, dann vermutlich hier: OpenAI, das den Hype um generative KI \u00fcberhaupt ausgel\u00f6st hat, wird inzwischen mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet \u2013 bei Ums\u00e4tzen von 4,3 Milliarden im ersten Halbjahr (+16 % im Jahresvergleich) und keinen Gewinnen vor 2029. \u00c4hnlich Databricks, eine US-Plattform f\u00fcr datenbasierte KI-Analysen, deren Bewertung \u00fcber 100 Milliarden US-Dollar betr\u00e4gt \u2013 bei prognostizierten Jahreserl\u00f6sen von 4 Milliarden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf makro\u00f6konomischer Ebene beginnen Analysten, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu hinterfragen. Goldman Sachs erwartet zwar Produktivit\u00e4tsgewinne, sobald die Technologie fl\u00e4chendeckend eingesetzt wird, beobachtet aber gleichzeitig, dass Sektoren wie Callcenter, Marketingberatung oder Grafikdesign kaum noch einstellen. Eine Studie der Stanford University best\u00e4tigt dies: Seit Aufkommen der generativen KI sind die Einstellungen von Berufseinsteigern in gef\u00e4hrdeten T\u00e4tigkeiten um <b>13 %<\/b> zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als der Arbeitsmarkt insgesamt an Dynamik verliert. Die Frage, ob die enorme Welle an Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur tats\u00e4chlich durch k\u00fcnftige Nachfrage nach Modelltraining und Softwareanwendungen gerechtfertigt ist, bleibt unbeantwortet. Der US-Technologie-Kreditspread (CITE), derzeit auf dem tiefsten Stand seit 18 Jahren, d\u00fcrfte dabei als Fr\u00fchwarnsystem dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Diversifikation statt Techno-Euphorie<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Investitionsentscheidungen der Hyperscaler \u2013 also Meta, Google, Amazon, Microsoft und Oracle \u2013 h\u00e4ngen mittlerweile zu 25 % ihrer Ums\u00e4tze und 70 % ihrer Cashflows mit KI zusammen. F\u00fcr die Unternehmensf\u00fchrungen ist dies eine strategische Absicherung, um den n\u00e4chsten technologischen Wendepunkt nicht zu verpassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch angesichts einer beispiellosen Marktkonzentration* und eines sehr einseitigen Anlegerpositionierungsniveaus** gewinnt ein altes Prinzip wieder an Bedeutung: Diversifikation. Sie sollte geografisch, sektoral, stilistisch und nach Marktkapitalisierung erfolgen \u2013 mit dem Ziel, das Rendite-Risiko-Profil der Portfolios zu verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn das heisst, vor\u00fcbergehend als Techno-Skeptiker zu gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">* Nvidia investiert bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zum Ausbau einer Rechenkapazit\u00e4t von 10 Gigawatt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">** Meta, Google, Amazon, Microsoft und Oracle.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">*** Die zehn gr\u00f6ssten Unternehmen machen derzeit 38 % des S&amp;P 500 aus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">**** Laut der j\u00fcngsten Umfrage der Bank of America ist das Long-Engagement auf die \u201eMagnificent Seven\u201c das meistgenannte Konsens-Thema.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: InvestmentWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DNCA Invest : Das Wort fiel aus dem Mund von Sam Altman h\u00f6chstpers\u00f6nlich. 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