{"id":3012,"date":"2017-09-04T08:00:00","date_gmt":"2017-09-04T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/09\/04\/kames-capital-bilanz-der-ersten-100-tage-von-emmanuel-macron\/"},"modified":"2017-09-04T08:00:00","modified_gmt":"2017-09-04T08:00:00","slug":"kames-capital-bilanz-der-ersten-100-tage-von-emmanuel-macron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/kames-capital-bilanz-der-ersten-100-tage-von-emmanuel-macron\/","title":{"rendered":"Kames Capital : Bilanz der ersten 100 Tage von Emmanuel Macron"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Die 100-Tage-Marke gilt als bedeutender Zeitpunkt, um eine erste Bewertung der Regierungszeit neuer Pr\u00e4sidenten vorzunehmen. Der Start seiner Amtszeit verlief ausgezeichnet, aber das tr\u00fcbte sich rasch ein&#8230;&#8230;<\/div>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\" style=\"color: #00ffff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\" style=\"color: #00ffff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>von Timothee Pubellier, Fixed-Income-Manager, Kames Capital<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Emmanuel Macron zog als Frankreichs j\u00fcngster Staatenlenker seit Napoleon in den Elys\u00e9e-Palast ein nach einer beeindruckenden Wahlkampagne, die ihm einen beachtlichen politischen Vertrauensvorschuss bescherte. Die ersten Tage seiner Amtszeit verliefen ausgezeichnet, aber recht schnell verdichteten sich die Wolken um \u00abJupiter\u00bb (so lautet Macrons Spitzname, der an den K\u00f6nig der r\u00f6mischen G\u00f6tter erinnert und zudem schmeichelhafter klingt als \u00abFlamby\u00bb oder \u00abSarko\u00bb).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist schief gelaufen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr erste Probleme sorgten die Skandale, die vier Minister der neuen Regierung unter fragw\u00fcrdigen Umst\u00e4nden zum R\u00fccktritt veranlassten. Justizminister Bayrou (wie auch Sylvie Goulard), der die politische Vetternwirtschaft bek\u00e4mpfen sollte, wurde zum R\u00fccktritt gezwungen. Ironischerweise wurde ihm Scheinbesch\u00e4ftigung auf EU-Kosten vorgeworfen. Richard Ferrand wurde der \u00fcberm\u00e4ssigen Vorteilsbeschaffung beschuldigt und trat daraufhin zur\u00fcck. Das Ansehen wurde von Arbeitsministerin Muriel P\u00e9nicaud durch Vorw\u00fcrfe ethischen Fehlverhaltens besch\u00e4digt. Darauf folgte die durch Einsparungen im Verteidigungsbudget ausgel\u00f6ste Krise, die zum R\u00fccktritt von Generalstabschef Pierre de Villiers f\u00fchrte. Einen vergleichbaren Fall hatte es zuletzt im Jahr 1958 gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die mangelnde parlamentarische Erfahrung der Macron-Partei \u00abLa R\u00e9publique en Marche\u00bb warf Schatten auf die F\u00e4higkeit des Pr\u00e4sidenten, das Land grundlegend zu reformieren. Gekr\u00f6nt wurde diese Negativserie dann zweifelsohne durch sein Vorgehen an der sozialen Front: So sanken die Zustimmungswerte f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten sp\u00fcrbar, nachdem er bekannt gegeben hatte, dass er die anstehende Reform des Arbeitsmarktes eher per Verordnung als \u00fcber den \u00fcblichen parlamentarischen Weg durchsetzen wolle und zudem eine K\u00fcrzung der Wohnungsbeihilfe plane.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geht das Land in die richtige Richtung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 100 Tagen Amtszeit ist lediglich ein Drittel der franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung (36%) mit dem Handeln des Staatsoberhauptes zufrieden, bei Fran\u00e7ois Hollande lag die Zufriedenheit 2012 bei 46%. Macron geniesst damit die niedrigste Zustimmung, die ein franz\u00f6sischer Pr\u00e4sident je erhalten hat. Zum Vergleich: Macron verfehlt damit sogar den Wert von Donald Trump, der \u2013 neben vielen anderen besorgniserregenden Aktionen \u2013 immerhin in einen Konflikt mit Nordkorea verwickelt ist, welcher den Einsatz von Atomwaffen nicht ausschliesst! Hinzu kommt, dass lediglich 23% der Befragten glauben, dass sich das Land in die richtige Richtung bewegt, gegen\u00fcber 45% im August 2007, drei Monate nach der Wahl von Nicolas Sarkozy.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt aber auch Positives zu vermelden. So erf\u00fcllte Emanuel Macron w\u00e4hrend der dreimonatigen \u00abGnadenfrist\u00bb einige seiner symboltr\u00e4chtigsten Versprechen: Er \u00fcberwand durch die Bildung einer fortschrittlichen Regierung und Erneuerung der Nationalversammlung auf bisher nicht gekannte Weise alte Parteigr\u00e4ben. Regierungssprecher Christophe Castaner bekr\u00e4ftigte erneut die politischen Priorit\u00e4ten des Pr\u00e4sidenten, der \u00abdas Vertrauen der Bev\u00f6lkerung in die demokratischen Institutionen des Landes wieder herstellen, das Sozialmodell erneuern, das Bildungssystem reformieren, den \u00f6kologischen Wandel erleichtern und zum Europ\u00e4ischen Versprechen zur\u00fcckkehren m\u00f6chte\u00bb. Dar\u00fcber hinaus lenkte der Pr\u00e4sident w\u00e4hrend der ersten drei Monate seiner Amtszeit auch die weltweite Aufmerksamkeit auf sich und das Land. So empfing er US-Pr\u00e4sident Donald Trump und seinen russischen Amtskollegen Vladimir Putin. Mit Macron, der sowohl auf nationaler als auch auf zwischenstaatlicher Ebene eine ehrgeizige und fortschrittliche politische Agenda verfolgt, meldet sich Frankreich auf der internationalen B\u00fchne zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schuldverschreibungen nicht beeintr\u00e4chtigt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n\u00e4chste H\u00fcrde, die Macron zu nehmen hat, sind die f\u00fcr Herbst geplanten Aktionen der sozialen Bewegungen, die f\u00fcr die Autorit\u00e4t des Pr\u00e4sidenten eine beachtliche Herausforderung darstellen. Es wird spannend zu beobachten, wie energisch Macron auf die \u00abReaktion der Strasse\u00bb reagiert, denn dieses Verhalten k\u00f6nnte bereits einen Meilenstein seiner f\u00fcnfj\u00e4hrigen Amtszeit darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der Wahl haben die politischen Entwicklungen in Frankreich die Renditen franz\u00f6sischer Schuldverschreibungen (OAT) nicht wirklich beeintr\u00e4chtigt. Vielmehr wurden letztere gr\u00f6sstenteils durch die Anleihek\u00e4ufe der EZB und BoJ getrieben. Vor den Wahlen z\u00e4hlten japanische Investoren zu den Netto-Verk\u00e4ufern angesichts des gestiegenen Risikos einer bef\u00fcrchteten Stichwahl zwischen Le Pen und M\u00e9lanchon, woraufhin sich der Spread zwischen 10-j\u00e4hrigen OATs und Bunds von 30 auf 80 Basispunkte ausweitete. Nach der Wahl kehrten Nippons Anleger dann langsam an den Markt zur\u00fcck, so dass der Renditeabstand wieder schrittweise auf 30 Basispunkte sank. Im Juni l\u00f6ste Draghis Rede in Sintra einen Ausverkauf aus, bei dem OATs besser als Bunds abschnitten, w\u00e4hrend die EZB verst\u00e4rkt Anleihen aus Frankreich (und Italien) kaufte. Auf ihrem aktuellen Niveau stehe ich den Spreads von OATs vs. Bunds neutral gegen\u00fcber, da eine weitere Verengung wohl nicht m\u00f6glich ist, und Bunds in einem durch Risikoscheue gepr\u00e4gten Umfeld eine Outperformance b\u00f6ten.<\/p>\n<p>Source: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 100-Tage-Marke gilt als bedeutender Zeitpunkt, um eine erste Bewertung der Regierungszeit neuer Pr\u00e4sidenten vorzunehmen. 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