{"id":3034,"date":"2017-09-12T05:00:00","date_gmt":"2017-09-12T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/09\/12\/bantleon-risiken-in-china-nehmen-zu\/"},"modified":"2017-09-12T05:00:00","modified_gmt":"2017-09-12T05:00:00","slug":"bantleon-risiken-in-china-nehmen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-risiken-in-china-nehmen-zu\/","title":{"rendered":"Bantleon: Risiken in China nehmen zu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Chinas Wirtschaft hat sich in den vergangenen Quartalen erstaunlich wacker geschlagen&#8230;&#8230;.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;von <span class=\"name\">Dr. Andreas A. Busch &nbsp;<\/span>Senior Analyst Economic Research<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anfang 2016 im Umfeld abst\u00fcrzender Rohstoffpreise aufgekommene Angst vor einem \u00abHard Landing\u00bb, das die Weltwirtschaft in einen Abgrund reissen k\u00f6nnte, l\u00f6ste sich dank \u00fcberraschend robuster Wirtschaftsdaten schnell in Luft auf. So verlor das BIP-Wachstum in den vergangenen Monaten nicht an Schwung, sondern legte sogar zu: im 4. Quartal 2016 von 6.7% auf 6.8% und in den ersten zwei Quartalen des laufenden Jahres weiter auf 6.9%. Gleichzeitig drehten die trendbestimmenden Einkaufsmanagerindikatoren wieder nach oben. \u00abDiese positive Entwicklung t\u00e4uscht aber dar\u00fcber hinweg, dass sich im Reich der Mitte inzwischen erhebliche Risiken aufgebaut haben\u00bb, sagt Andreas Busch, Senior Analyst Economic Research des Asset Managers Bantleon Bank AG. Vor allem die hohe Staatsverschuldung laste auf der Zukunft der chinesischen Wirtschaft. \u00abEs ist nicht unwahrscheinlich, dass die Blase in den n\u00e4chsten Jahren platzen wird \u2013 mit unabsehbaren Folgen f\u00fcr die Weltwirtschaft.\u00bb&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hin und Her am Immobilienmarkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wirtschaftswachstum in China lag seit Jahresanfang \u00fcber den Erwartungen der meisten Volkswirte. Verantwortlich f\u00fcr die Erholung der vergangenen Monate waren staatliche St\u00fctzungsmassnahmen. So lancierte die Regierung umfangreiche Infrastrukturprojekte, was sich in einer deutlich anziehenden Investitionst\u00e4tigkeit der staatseigenen Unternehmen niederschlug. Die Investitionsschw\u00e4che bei den privaten Unternehmen, die aus dem anhaltenden Abbau von \u00dcberkapazit\u00e4ten resultierte, konnte damit ausgeglichen werden. Daneben kurbelte die Regierung den Immobilienmarkt an. Die K\u00e4ufe zogen an und die Leerst\u00e4nde wurden reduziert. Wegen der dabei stark gestiegenen Immobilienpreise musste die Regierung aber schnell wieder umsteuern und begann schon Mitte 2016, die Anreize f\u00fcr den Immobilienerwerb zu verringern, schwenkte sogar auf einen restriktiven Kurs ein. So wurden die Eigenmittelanforderungen beim Erwerb von Zweit- und Drittwohnungen angehoben. In Peking verbot man sogar den Kauf einer zweiten Immobilie \u2013 wenn es sich um ein Einfamilienhaus handelt. Dar\u00fcber hinaus gelten nun geschiedene Ehepartner nicht mehr als Erstk\u00e4ufer, solange die Scheidung weniger als ein Jahr zur\u00fcckliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachlassender monet\u00e4rer R\u00fcckenwind d\u00e4mpft auch Kreditvergabe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die moderaten geldpolitischen Straffungen vom Anfang des Jahres (die kurzfristigen Repos\u00e4tze wurden im Februar und M\u00e4rz leicht angehoben) wirkten ebenfalls d\u00e4mpfend, was k\u00fcnftig auch die Kreditvergabe bremsen sollte, die in den vergangenen Monaten unerwartet angezogen hatte. \u00dcblicherweise reagiert das Kreditwachstum \u2013 \u00e4hnlich wie die Immobilienverk\u00e4ufe \u2013 mit einer Verz\u00f6gerung von rund einem halben Jahr auf \u00c4nderungen der Geldpolitik durch die Notenbank. Die j\u00fcngsten Kreditimpulse, die wahrscheinlich auch als Konjunkturst\u00fctze vor dem Parteikongress im Oktober fungierten, sollten nur ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen sein. In der Folge m\u00fcsste sich auch die Investitionst\u00e4tigkeit der staatseigenen Unternehmen weiter abschw\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BIP-Wachstum wird ebenfalls gebremst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das BIP-Wachstum, das sich im 1. und 2. Quartal 2017 auf 6.9% belebt hatte, d\u00fcrfte deshalb wieder an Schwung verlieren. Wir rechnen mit einem Zuwachs von 6.7% im 3. Quartal und von 6.5% im 4. Quartal 2017 sowie mit einer Fortsetzung der Abschw\u00e4chung im Jahr 2018. In diesem Szenario w\u00fcrde das gesamtwirtschaftliche Expansionstempo im Jahresdurchschnitt 2017 mit 6.7% auf dem Vorjahresniveau verharren und das 6.5%-Ziel der Regierung leicht \u00fcbertreffen. 2018 l\u00e4ge es mit 6.3% leicht unter dem Ziel. Ungeachtet dieser Abschw\u00e4chung d\u00fcrfte der Wachstumsimpuls, der auf die Weltwirtschaft ausgeht, kaum abnehmen. Das etwas schw\u00e4chere Wachstum wird n\u00e4mlich dadurch ausgeglichen, dass Chinas Wirtschaft einen immer gr\u00f6sseren Teil der Weltwirtschaft ausmacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Noch kann der Staat die Schuldenblase weitgehend vertuschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Prognose eines schw\u00e4cher werdenden Kreditwachstums st\u00fctzt sich nicht nur auf den vollzogenen Kurswechsel der Notenbank hin zu einer weniger expansiven geldpolitischen Ausrichtung. Eine nachlassende Kreditdynamik ist auch deswegen wahrscheinlich, weil ein Umsteuern beim exzessiven Kreditwachstum aufgrund der damit verbundenen Risiken l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig ist. Mit einer Gesamtverschuldung in H\u00f6he von rund 260% des BIP ist China unter den aufstrebenden Volkswirtschaften mit Abstand der Spitzenreiter. Verantwortlich sind daf\u00fcr vor allem die Unternehmen, deren Verschuldung von 100% des BIP im Jahr 2008 auf 170% im Jahr 2016 in die H\u00f6he geschossen ist. Bislang halten sich die von dieser Blase ausgehenden Gefahren in Grenzen. Unter anderem, weil mehr als die H\u00e4lfte des Schuldenbergs auf das Konto der staatseigenen Unternehmen geht, die vor allem bei den staatlich kontrollierten Grossbanken in der Kreide stehen. Den wachsenden Berg notleidender Kredite und die drohenden Zahlungsausf\u00e4lle konnte der Staat so bisher weitgehend vertuschen. Auf die Dauer wird das aber schwieriger werden. Zumal dann, wenn die Politik ernst macht mit ihrem Vorhaben, die staatlich dominierte Wirtschaft schrittweise zu liberalisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Risiken einer Krise nehmen zu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungeachtet der gegenw\u00e4rtig noch grossen staatlichen Einflussnahme sind bereits mehrere bedenkliche Entwicklungen zu erkennen. So haben \u00e4hnlich wie zur Zeit des Immobilienbooms in den USA die Banken einen Teil der Problemkredite aus ihren Bilanzen verschwinden lassen. Dazu wandelten sie diese in strukturierte Sparprodukte um und reichten sie an private Anleger sowie institutionelle Investoren weiter. Die Regierung versucht seit geraumer Zeit, der damit verbundenen Intransparenz entgegen zu wirken. So m\u00fcssen seit Anfang 2016 Banken den Umfang der von ihnen begebenen Sparprodukte in ihren Bilanzen ausweisen. Die disziplinierenden Wirkungen dieses Eingriffs halten sich aber in Grenzen. Bei den Bankkrediten hat sich zwar das Expansionstempo verlangsamt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres \u00fcbertrafen sie das Vorjahresniveau nur noch um 10% (2015: +20%. Die Ausgabe alternativer Finanzierungsinstrumente schoss aber im Gegenzug in die H\u00f6he. Von Januar bis Juli 2017 \u00fcberstiegen sie das Vorjahresniveau um \u00fcber 50% (2015: -40%). Letztlich hat sich das undurchsichtige Kreditwachstum bislang nur verlagert. Deshalb muss die Regierung in Peking weitere Massnahmen ergreifen, um den Schuldenexzess einzud\u00e4mmen. Dass dieser Prozess reibungslos abl\u00e4uft und die Luft geordnet aus der Blase entweicht, ist m\u00f6glich \u2013 allerdings w\u00e4re das weltweit das erste Mal. Wahrscheinlicher ist, dass es in den kommenden Jahren doch zu einer Krise kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn die Blase platzt, kollabiert das chinesische Wirtschaftswachstum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was der Ausl\u00f6ser sein wird, der eines Tages die Lage eskalieren l\u00e4sst, ist \u2013 wie bei allen Finanzkrisen der Vergangenheit \u2013 kaum vorherzusagen. Wahrscheinlich wird es fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Regulierungs- beziehungsweise Liberalisierungs\u00adfeh\u00adlern kommen, die einen Dominoeffekt nach sich ziehen und die schuldenfinanzierte chinesische Wirtschaft massiv unter Druck bringen. Das Hin und Her bei der Steuerung des Immobilienmarktes zeigt, wie schwer es schon jetzt f\u00fcr die Regierung ist, die wirtschaftliche Entwicklung zu kontrollieren. Je gr\u00f6sser der Schuldenberg wird und je weiter gleichzeitig die Liberalisierungen kommen, umso schwieriger wird das werden. Unklar ist dar\u00fcber hinaus, ob es dann zu einem Platzen der Blase kommt oder ob die Luft nur langsam entweicht. Im ersten Fall w\u00fcrde der Konkurs vieler Unternehmen das Wirtschaftswachstum schlagartig kollabieren lassen. Im zweiten Fall w\u00fcrden die schuldenbeladenen staatseigenen Unternehmen \u00fcber lange Zeit k\u00fcnstlich am Leben gehalten. Das k\u00f6nnte zwar den Wachstumseinbruch mildern, gleichzeitig aber die n\u00f6tige Bereinigung in die L\u00e4nge ziehen und die Innovationsf\u00e4higkeit der chinesischen Wirtschaft deutlich bremsen. \u00c4hnlich wie Japan st\u00fcnde China dann eine lange Phase lethargischen Wachstums bevor. Wie auch immer das Experiment ausgeht: Eines Tages wird China die Zeche aus dem Schuldenboom der vergangenen Jahre zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chinas Wirtschaft hat sich in den vergangenen Quartalen erstaunlich wacker geschlagen&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4275,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[91],"class_list":["post-3034","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-bantleon-bank-ag"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3034","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3034"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3034\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4275"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}