{"id":3098,"date":"2017-10-16T05:00:00","date_gmt":"2017-10-16T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/10\/16\/aberdeen-der-schwarze-montag-und-seine-lehren\/"},"modified":"2017-10-16T05:00:00","modified_gmt":"2017-10-16T05:00:00","slug":"aberdeen-der-schwarze-montag-und-seine-lehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/aberdeen-der-schwarze-montag-und-seine-lehren\/","title":{"rendered":"Aberdeen : Der Schwarze Montag und seine Lehren"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">B\u00f6rsencrashs f\u00fchren nicht unweigerlich zu Rezessionen, aber wir sollten aus ihnen lernen&nbsp;&#8230;<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><strong style=\"border: 0px none; font-style: inherit; font-weight: bold; margin: 0px; padding: 0px; text-decoration: none;\">Lucy O\u2019Carroll, Chief Economist, Aberdeen Standard Investments<\/strong><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 19.&nbsp;Oktober&nbsp;1987 ersch\u00fctterte ein von Hongkong ausgehender B\u00f6rsencrash zun\u00e4chst die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte, um in der Folge die USA zu erfassen. Hongkong-Aktien fielen um 11%, woraufhin die B\u00f6rse f\u00fcr den Rest der Woche geschlossen wurde, um die Nerven der Anleger nicht noch mehr zu strapazieren. Diese Massnahme verfehlte jedoch ihre Wirkung: Als die B\u00f6rse am folgenden Montag wieder \u00f6ffnete, erlitten die Aktienkurse weitere Einbussen von 33%. In Grossbritannien fiel der Leitindex FTSE 100 am 19.&nbsp;Oktober um beinahe 11% und am Tag darauf um weitere 12%, w\u00e4hrend andere europ\u00e4ische Aktienm\u00e4rkte \u00e4hnlich scharfe Kursverluste verzeichneten. Der Absturz des US-Marktes um 23% war der h\u00f6chste Wertverlust innerhalb eines Tages, den der Dow Jones Industrial Average (DJIA) Index je verzeichnete. Er war doppelt so hoch wie der gr\u00f6sste t\u00e4gliche R\u00fcckgang beim B\u00f6rsencrash 1929 und \u00fcbertraf die Kursverluste, die 2008 im Zuge der globalen Finanzkrise beobachtet wurden, bei weitem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schwarze Montag war auch die erste weltweite Finanzkrise unserer Zeit, die durch Panikreaktionen an den weltweiten B\u00f6rsen verursacht wurde. Dieser Tag machte nur allzu deutlich, wie verflochten die internationalen M\u00e4rkte bereits zu einer Zeit waren, in der das Wort \u00abGlobalisierung\u00bb noch nicht in aller Munde war. Der B\u00f6rsencrash des Jahres 1987 war auch der erste, bei dem die breite Verwendung von Finanzderivaten eine Rolle spielte, und der erste, der Pensionsfonds und gigantische institutionelle Investoren, die damals noch relative Neulinge auf den Aktienm\u00e4rkten waren, betraf. Und er war auch der erste Markteinbruch, der durch die zunehmende Computerisierung verst\u00e4rkt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So mag es nicht \u00fcberraschen, dass die Ereignisse des Schwarzen Montags \u00c4ngste vor einer Wiederholung des B\u00f6rsencrashs von 1929 und der darauffolgenden wirtschaftlichen Depression sch\u00fcrten. Doch diese \u00c4ngste erwiesen sich als unbegr\u00fcndet. Die Aktienm\u00e4rkte fanden ihr Gleichgewicht bald wieder. In nur zwei B\u00f6rsentagen holten die US-M\u00e4rkte wieder mehr als die H\u00e4lfte ihrer Verluste vom Schwarzen Montag auf. In Grossbritannien beendete der FTSE-100-Index das Jahr auf einem h\u00f6heren Niveau als er es begonnen hatte. Und die Weltwirtschaft wuchs 1987 um bemerkenswerte 3,5%, und 1988 sogar um 4,2%. Die USA verzeichneten ein \u00e4hnliches Wachstumstempo. Es gelang ihnen, die Rezession geschickt zu verhindern, bis die Dotcom-Blase Anfang der 1990er-Jahre platzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst 30&nbsp;Jahre nach dem Schwarzen Montag herrscht Uneinigkeit \u00fcber seine eigentlichen Ursachen. Faktoren wie Globalisierung, Computerisierung und zunehmende Komplexit\u00e4t von Finanzinstrumenten spielten eine Rolle. Auch strukturelle M\u00e4ngel der M\u00e4rkte leisteten einen negativen Beitrag. Sogenannte \u00abCircuit Breakers\u00bb, also Handelsunterbrecher, die dazu dienen, den Handel angesichts hoher Verkaufsvolumen und abrupt fallender M\u00e4rkte vor\u00fcbergehend zum Stillstand zu bringen, wurden erst nach der schmerzlichen Erfahrung des Schwarzen Montags eingef\u00fchrt. Auch idiosynkratrische Faktoren spielten eine Rolle. So hielt in Grossbritannien ein starker Sturm am Freitag vor dem Schwarzen Montag viele H\u00e4ndler von ihren Arbeitspl\u00e4tzen fern. Nachdem sie sich nach Kursr\u00fcckg\u00e4ngen an der Wall Street das ganze Wochenende lang den Kopf \u00fcber ihre offenen Handelspositionen zerbrochen hatten, waren sie nur allzu bereit f\u00fcr Verk\u00e4ufe, als die B\u00f6rsen am 19.&nbsp;Oktober wieder \u00f6ffneten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch w\u00e4hrend noch immer dar\u00fcber diskutiert wird, welche Faktoren tats\u00e4chlich f\u00fcr den globalen Abverkauf verantwortlich waren, scheint der Ausl\u00f6ser f\u00fcr das Einsetzen der darauffolgenden Erholung klar zu sein. Am 20.&nbsp;Oktober bekr\u00e4ftigte der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, die \u00abBereitschaft, als Liquidit\u00e4tsquelle zu dienen, um das Wirtschafts- und Finanzsystem zu unterst\u00fctzen.\u00bb Hinter den Kulissen ermutigte die Fed die Banken auch, weiterhin Kredite zu denselben Bedingungen wie vor dem Crash zu vergeben, um so einen Liquidit\u00e4tsengpass zu vermeiden und dazu beizutragen, das Vertrauen von Wirtschaft und Anlegern zu unterst\u00fctzen. Die Reaktion der Fed auf den Schwarzen Montag schuf daher einen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr die Verwendung von Liquidit\u00e4t zur \u00dcberwindung von Finanzkrisen in den kommenden Jahrzehnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Lehren sind also aus dem Schwarzen Montag zu ziehen? Wir wissen, dass die Anlagem\u00e4rkte potenziell empfindlich auf scharfe Korrekturen reagieren, zumal dann, wenn die Bewertungen \u2013 wie derzeit \u2013 \u00fcberzogen scheinen. Doch der Schwarze Montag lehrte uns, dass solche Korrekturen auch ohne ein eindeutiges Ausl\u00f6seereignis auftreten k\u00f6nnen. Ausserdem lassen die Ereignisse von vor dreissig Jahren darauf schliessen, dass sich M\u00e4rkte nach Personalwechseln an der Spitze besonders verwundbar zeigen k\u00f6nnen. Vor dem Schwarzen Montag waren sich die Anleger hinsichtlich der politischen Pr\u00e4ferenzen des neuen Fed-Vorsitzenden nicht sicher. Danach gewannen sie den Eindruck, dass die Fed und ihr Vorsitzender Greenspan ihnen wie gewohnt zu Hilfe eilen w\u00fcrden. Letztendlich zeigte der Schwarze Montag, dass politische Interventionen erfolgreich verhindern k\u00f6nnen, dass ein B\u00f6rsencrash eine Wirtschaftskrise nach sich zieht. Soweit die Massnahmen der Fed auch Selbstzufriedenheit und Sorglosigkeit bei der Risikoeinsch\u00e4tzung n\u00e4hrten, k\u00f6nnte man jedoch argumentieren, dass die Eind\u00e4mmung der Auswirkungen des Schwarzen Montags der Finanzkrise&nbsp;2008 den Weg bereitete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"nospace\">&nbsp;<\/div>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00f6rsencrashs f\u00fchren nicht unweigerlich zu Rezessionen, aber wir sollten aus ihnen lernen&nbsp;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4331,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-3098","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3098"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3098\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}