{"id":3172,"date":"2017-11-28T06:00:00","date_gmt":"2017-11-28T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/11\/28\/bantleon-kommentar-us-inflation-duerfte-viele-anleger-ueberraschen\/"},"modified":"2020-01-23T15:04:27","modified_gmt":"2020-01-23T14:04:27","slug":"bantleon-kommentar-us-inflation-duerfte-viele-anleger-ueberraschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-kommentar-us-inflation-duerfte-viele-anleger-ueberraschen\/","title":{"rendered":"Bantleon Kommentar: US-Inflation d\u00fcrfte viele Anleger \u00fcberraschen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">W\u00e4hrend die Wirtschaft in den USA brummt \u2013 im Sommerhalbjahr lag das Expansionstempo bei kr\u00e4ftigen 3% \u2013 kommt die Inflation nicht in Gang. Im Gegenteil: Seit dem Fr\u00fchjahr haben die Teuerungsdaten in fast jedem Monat entt\u00e4uscht&#8230;&#8230;.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>&nbsp;von Dr. Andreas Busch Senior Analyst Economic Research<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jahresrate des Verbraucherpreiskernindex sackte von 2,3% auf bis zu 1,7% ab. Der im Fokus der Notenbank stehende Kernindex der privaten Konsumausgaben, der mit der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ermittelt wird, rutschte sogar von 1,9% auf 1,3% ab. Das 2%-Ziel der Fed r\u00fcckt wieder in weite Ferne. Die W\u00e4hrungsh\u00fcter rechnen inzwischen damit, es erst Ende 2019 zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus wird der grundlegende Zusammenhang in Frage gestellt, wonach ein Konjunkturaufschwung fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wegen wachsender Kapazit\u00e4tsengp\u00e4sse zu h\u00f6herer Inflation f\u00fchren muss. Gen\u00e4hrt werden solche Sorgen unter anderem dadurch, dass die in der Vergangenheit zu beobachtende gegenl\u00e4ufige Entwicklung von Arbeitslosenquote und Inflationsrate zuletzt nicht mehr gegolten hat: Der ungebrochene Abw\u00e4rtstrend bei der Arbeitslosigkeit h\u00e4tte sich eigentlich schon seit L\u00e4ngerem in einer anziehenden Inflationsrate niederschlagen m\u00fcssen \u2013 bislang ist davon aber nichts zu sehen. Zu denken gibt auch der Vergleich der aktuellen Inflationsrate mit dem Durchschnitt der Jahre 1992 bis 2007 \u2013 dem Zeitraum, als das Wechselspiel von Inflation und Wachstum noch nicht in Frage stand. Der Kerndeflator bewegte sich damals im Mittel bei 2%. Verglichen damit f\u00e4llt die Teuerung seit geraumer Zeit deutlich geringer aus. Seit dem Ende der Rezession im Jahr 2009 liegt sie durchschnittlich um 0,5%-Punkte darunter. Am aktuellen Rand bel\u00e4uft sich die Abweichung sogar auf knapp 0,7%-Punkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt waren jedoch mehrere Sonderfaktoren am Werk. Zum einen f\u00e4llt schon seit vielen Jahren der \u00fcbergeordnete Abw\u00e4rtstrend bei der Teuerung von Gesundheitsdienstleistungen auf. Waren hier vor zehn Jahren noch j\u00e4hrliche Preissteigerungen von bis zu 4% an der Tagesordnung, lagen diese zuletzt nur noch bei rund 1%. Dieser Trend reicht sogar noch weiter zur\u00fcck: In den 1980er-Jahren \u00fcbertraf die Teuerung im Gesundheitssektor die gesamte Teuerung durchschnittlich um knapp 4%-Punkte, in den 1990er-Jahren um 2,1%-Punkte und in den 2000er-Jahren noch um 1,1%-Punkte. Seit 2010 ist keine Abweichung mehr zu beobachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine zweite ungew\u00f6hnliche Entwicklung war j\u00fcngst bei den Mobilfunktarifen zu beobachten. Im Fr\u00fchjahr hatte sich der Preiskampf der grossen Anbieter zugespitzt und dazu gef\u00fchrt, dass die Tarife im M\u00e4rz schlagartig um 7% gegen\u00fcber dem Vormonat eingebrochen waren. Im Vorjahresvergleich weisen sie inzwischen ein Minus von knapp 12% auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem die nachlassende Teuerung im Gesundheitssektor hat den Verlauf der Kerninflation in den vergangenen Jahren deutlich gepr\u00e4gt. Das zeigt sich, wenn die Ausgaben f\u00fcr Gesundheitsdienstleistungen herausgerechnet werden, die rund 20% des Kernindex ausmachen. Dann reduziert sich die eingangs erw\u00e4hnte negative Abweichung der Inflationsrate vom langfristigen Durchschnitt deutlich. Anstatt um 0,5%-Punkte wird das langfristige Mittel seit 2009 nur noch um 0,2%-Punkte unterschritten. Werden zus\u00e4tzlich die Mobilfunktarife herausgerechnet, liegt die Abweichung vom langfristigen Durchschnitt sogar bei nur 0,14%-Punkten. Somit ist un\u00fcbersehbar, dass ein grosser Teil der in den vergangenen Jahren nach unten \u00fcberraschenden Kernteuerung allein auf die genannten zwei Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die im Wesentlichen unabh\u00e4ngig vom Konjunkturverlauf sind. Zudem wurden die Inflationsraten auch sehr stark vom Wechselkurs beeinflusst: Von Mitte 2014 bis Anfang 2017 wertete der US-Dollar gegen\u00fcber dem Durchschnitt der W\u00e4hrungen der wichtigsten Handelspartner um 25% auf. Das ist die kr\u00e4ftigste Aufwertung seit fast 20 Jahren, die dazu f\u00fchrte, dass die Preise f\u00fcr Importe in die USA deutlich fielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem schw\u00e4cheren konjunkturellen Teuerungsdruck haben die tieferen Inflationsraten der vergangenen Jahre also nichts zu tun. Dar\u00fcber hinaus mehren sich die Hinweise, die auf bald wieder anziehende Inflationsraten hindeuten. Erstens k\u00fcndigt die am Jahresanfang vollzogene Trendwende beim Wechselkurs einen zunehmenden Teuerungsdruck vom Aussenhandel an. Der US-Dollar hat seit dem Jahreswechsel um bis zu 7,5% abgewertet. Zweitens ist davon auszugehen, dass der langsam heiss laufende Arbeitsmarkt zu st\u00e4rker steigenden L\u00f6hnen f\u00fchrt, die ihrerseits die Inflation ankurbeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Strich gibt es trotz der zuletzt nach unten \u00fcberraschenden Inflationsraten keinen Grund, von unserer Prognose abzur\u00fccken, wonach der PCE-Kerndeflator 2018 wieder nach oben drehen und sp\u00e4testens 2019 die 2%-Marke erreichen wird. Entsprechend d\u00fcrfte in der FOMC-Sitzung Mitte Dezember der Fed-Fund-Zielkorridor um 25 Basispunkte auf 1,25% bis 1,50% angehoben werden. Im Jahr 2018 sollte sich der Zinserh\u00f6hungsprozess ungebremst fortsetzen, was drei bis vier zus\u00e4tzliche 25-Basispunkte-Zinsschritte bedeutet. Angesichts der an den Geldterminm\u00e4rkten eingepreisten Anhebung von nicht einmal zwei 25-Basispunkte-Schritten gibt es hier grosses \u00dcberraschungspotential nach oben \u2013 genauso wie bei den Inflationsdaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Wirtschaft in den USA brummt \u2013 im Sommerhalbjahr lag das Expansionstempo bei kr\u00e4ftigen 3% \u2013 kommt die Inflation nicht in Gang. 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