{"id":3202,"date":"2017-12-14T23:00:00","date_gmt":"2017-12-14T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2017\/12\/14\/falsche-signale-15-12\/"},"modified":"2020-01-23T15:03:54","modified_gmt":"2020-01-23T14:03:54","slug":"falsche-signale-15-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/falsche-signale-15-12\/","title":{"rendered":"\u201eFalsche Signale?\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Man h\u00e4tte zu Beginn der abgelaufenen Kalenderwoche fast den Eindruck gewinnen k\u00f6nnen, dass sich die Anleger nach neuen H\u00f6chstst\u00e4nden an den US-Aktienm\u00e4rkten eine Pause g\u00f6nnen wollen. Eine Pause, um in Ruhe die letzten Notenbanksitzungen, u.a. der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank (Fed), des Jahres zu verfolgen.&nbsp;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Stefan Scheurer Director, Global Capital Markets &amp; Thematic Research&nbsp;<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcber das Wochenende ver\u00f6ffentlichten Inflationszahlen aus China boten kaum \u00dcberraschungen. Einzig im Zuge niedrigerer Rohstoffpreise und einem nachlassenden Wirtschaftsmomentum \u2013 und damit geringerer Nachfrage im Zuge der Schlie\u00dfung der \u00dcberkapazit\u00e4ten \u2013 d\u00fcrften sich die chinesischen Produzentenpreise in den n\u00e4chsten Monaten weiter abschw\u00e4chen. Dies wiederum, zusammen mit einer st\u00e4rkeren Kreditvergabe im November, k\u00f6nnte die derzeit vorherrschenden \u00c4ngste der Marktteilnehmer vor einer allzu starken monet\u00e4ren Straffung durch die chinesische Zentralbank (PBoC) zerstreuen, synchron zu den Zinserh\u00f6hungen der USNotenbank.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Fed d\u00fcrfte mit ihrer Normalisierung der Geldpolitik \u2013 auch \u00fcber ihren Zinsschritt in der abgelaufenen Woche hinaus \u2013 weiter voranschreiten, wobei auch andere gro\u00dfe Zentralbanken mittlerweile den Beginn der geldpolitischen Normalisierung planen. Der US-Arbeitsmarktbericht f\u00fcr November unterstrich, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin auf einem robusten Wachstumspfad befindet, auch wenn&nbsp; die Lohndynamik nach wie vor verhalten ist. Die geplante US-Steuerreform und der damit einhergehende Fiskalimpuls d\u00fcrfte den Konjunkturzyklus verl\u00e4ngern, k\u00f6nnte unter einem Risikoszenario aber auch zu einem schnelleren Abw\u00fcrgen der Konjunktur f\u00fchren, sollte sich daraus eine steigende Inflation ergeben. Doch trotz der robusten Konjunkturentwicklung in den USA, hat sich an den US-Anleihem\u00e4rkten die Zinsstrukturkurve weiter verflacht, d.h. der Renditeabstand zwischen lang- und k\u00fcrzerlaufenden Anleihen hat sich verringert. Ungew\u00f6hnlich, signalisiert doch eine flache Zinsstrukturkurve schw\u00e4cheres Wachstum Jedoch ein Indiz unter Marktteilnehmer, dass mit gewisser Sorge beobachtet wird, denn die Zinsstrukturkurve gilt historisch gesehen als relativ gut geeigneter Indikator f\u00fcr zuk\u00fcnftige (US) Rezessionen. Denn dreht die US-Zinsstrukturkurve ins Negative, wird von den Anlegern eine (US) Rezession in den kommenden 12 Monaten mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit erwartet (siehe Chart der Woche).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies k\u00f6nnte ein falsches Signal sein, denn Anzeichen daf\u00fcr sind derzeit noch nicht erkennbar. Der globale Makrodatenfluss hat sich in den letzten beiden Monaten sp\u00fcrbar verbessert \u2013 das zeigt sich u.a. auch an dem globalen \u00dcberraschungsindex der Citigroup (Citi Economic Surprise&nbsp;Index) \u2013, w\u00e4hrend gleichzeitig die konjunkturellen Divergenzen auf L\u00e4nderebene mit Ausnahme einiger L\u00e4nder wie Gro\u00dfbritannien und China nachgelassen haben. Aus unserer Sicht bleibt somit die globale Wirtschaft Richtung 2018 weiterhin auf Wachstumskurs \u00fcber Potenzial und so k\u00f6nnte sich dieses Mal die Zinsstrukturkurve, vor dem Hintergrund unkonventioneller Geldpolitik globaler Zentralbanken, als ein weniger verl\u00e4sslicher Indikator herausstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Woche voraus <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA stehen in der kommenden Kalenderwoche folgende real\u00f6konomischen Daten im Vordergrund:&nbsp; \uf0b7 Die Fr\u00fchindikatoren einiger regionaler Notenbanken, u.a. der Chicago Fed Nationaler Aktivit\u00e4tsindex oder der Philadelphia Fed Konjunkturausblick (beide am Do), k\u00f6nnten erste Anzeichen&nbsp; liefern, dass sich das Momentum in den USA aufgrund seiner sp\u00e4tzyklischen Phase leicht abschw\u00e4cht. \uf0b7 Der Deflator der privaten Konsumausgaben (ohne Lebensmittel und Energie) d\u00fcrfte mit Spannung erwartet werden (Fr). Er gilt als wichtiger Preisindikator der Fed und k\u00f6nnte ein zus\u00e4tzliches Indiz liefern, dass die Fed f\u00fcr das kommende Jahr die Zinsen wohl kr\u00e4ftiger anheben wird als bisher vom Markt erwartet. \uf0b7 Die Auftragseing\u00e4nge f\u00fcr langlebige Kapitalg\u00fcter (Fr) gelten als Richtschnur f\u00fcr die Investitionsneigung der Unternehmen; sie k\u00f6nnten positiv \u00fcberraschen und damit die Einsch\u00e4tzung untermauern, dass von den Investitionen im vierten Quartal ein expansiver Impuls ausgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Euroraum sowie f\u00fcr das Vereinigte K\u00f6nigreich (beide Do) und Deutschland (Fr) k\u00f6nnte das Verbrauchervertrauen im Mittelpunkt des Interesses stehen (Do). Insbesondere vor dem Hintergrund der positiven Arbeitsmarktentwicklung, k\u00f6nnte es Indizien liefern, ob der Einzelhandel von einer gestiegenen Kaufbereitschaft profitieren k\u00f6nnte. Der ifoGesch\u00e4ftsklimaindex (Di) d\u00fcrfte \u00e4hnlich den Einkaufsmanagerindizes f\u00fcr ein weiter intaktes Aufschwungsszenario sprechen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick nach Asien d\u00fcrften die Immobilienpreise aus China unsere Einsch\u00e4tzung best\u00e4tigen, dass eine weitere Abk\u00fchlung am lokalen Immobilienmarkt auf ein nachlassenden Konjunkturmomentum hindeutet. Die Handelszahlen aus Japan (Mo) sollten die solide Entwicklung der japanischen Au\u00dfenwirtschaft untermauern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Handeln <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine flache Zinsstrukturkurve steht historisch betrachtet im Einklang mit einem Konjunkturzyklus, der weit vorangeschritten ist. Das trifft speziell f\u00fcr die USA zu, wo wir uns nahezu im 100. Monat des aktuellen Zyklus befinden (durchschnittliche Dauer eines Zyklus in den USA etwa 60 Monate). Doch eine Rezession scheint derzeit nicht bevorzustehen \u2013 basierend auf einem Model der New Yorker Notenbank, wird einer USRezession in den n\u00e4chsten 12 Monaten eine Wahrscheinlichkeit von etwa 10% beigemessen. Aktieninvestoren jedenfalls sind nach wie vor optimistisch was die Konjunkturentwicklung in den USA angeht. Zwar scheint gem\u00e4\u00df dem Relative-St\u00e4rke-Index f\u00fcr die USA die technische Lage \u00fcberkauft zu sein \u2013 jener Indikator liegt auf dem h\u00f6chsten Niveau seit 1995 \u2013, doch stieg der Anteil an Bullen im US-Markt zuletzt weiter an. Und auch auf dem Optionsmarkt wurden zuletzt vermehrt Call-Optionen auf den US-Aktienmarkt nachgefragt.&nbsp;<\/p>\n<p>Source: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man h\u00e4tte zu Beginn der abgelaufenen Kalenderwoche fast den Eindruck gewinnen k\u00f6nnen, dass sich die Anleger nach neuen H\u00f6chstst\u00e4nden an den US-Aktienm\u00e4rkten eine Pause g\u00f6nnen wollen. 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