{"id":3316,"date":"2017-07-24T22:00:00","date_gmt":"2017-07-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2017\/07\/24\/blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-die-mutter-der-porzellankiste\/"},"modified":"2017-07-24T22:00:00","modified_gmt":"2017-07-24T22:00:00","slug":"blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-die-mutter-der-porzellankiste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-die-mutter-der-porzellankiste\/","title":{"rendered":"BlackRock : Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte &#8211; Die Mutter der Porzellankiste"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das maximal m\u00f6gliche Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t \u2013 das war es wohl, was sich Mario Draghi auf der EZBPressekonferenz am vergangenen Donnerstag bewahren wollte&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und Osteuropa<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einstimmig entschied sich der EZBRat daf\u00fcr, keine Anpassungen an der Kommunikationsstrategie der Zentralbank vorzunehmen und somit auch (noch) keinen Hinweis \u00fcber den m\u00f6glichen Beginn der R\u00fcckf\u00fchrung des Anleiheankaufprogramms zu geben. Man wolle sich im EZB-Rat erst \u201eim Herbst\u201c genauer mit der Zukunft der ultralockeren Geldpolitik besch\u00e4ftigen. Trotz des erfreulich robusten Wachstums in der Eurozone bedarf es bis auf weiteres eines hohen Ma\u00dfes an geldpolitischer Stimulierung, so Draghi, um auch die Inflation in Richtung des Zentralbankziels zu hieven. Das vorsichtige Vorgehen der EZB und der Verweis auf den Herbst dieses Jahres k\u00f6nnten darauf hindeuten, dass wir auch im September noch kein \u201eTapering\u201c-Signal von Draghi erhalten (strenggenommen liegt der EZB-Termin am 7. September noch im Sommer).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sitzungstermin am 26. Oktober ist entsprechend st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt. Hintergrund der erlebten Vorsicht der EZB k\u00f6nnte sein, dass wir in den vergangenen Wochen eine sp\u00fcrbare Straffung der \u201eFinancial Conditions\u201c, also der Finanzierungsbedingungen erlebt haben.&nbsp;&nbsp; Soll hei\u00dfen, der Anstieg der Renditen in der Eurozone sowie die Aufwertung des Euros \u2013 die f\u00fcr sich genommen disinflation\u00e4r wirken \u2013, k\u00f6nnten die Zentralbank dazu bewegt haben, noch weitere Datenpunkte abzuwarten und in punkto Exit nicht zu stark vorzupreschen. Kurzum: Was Draghi und die EZB offenbar um alles in der Welt vermeiden wollen, ist eine adverse Marktreaktion \u2013 oder Taper Tantrum auf europ\u00e4isch \u2013 mit stark steigenden Renditen sowie eine weitere starke Aufwertung des Euros. Das Credo der EZB scheint zu lauten: lieber etwas l\u00e4nger warten und das Ankaufprogramm ausreizen solange es geht, als einen geldpolitischen Fehler zu begehen, der Wachstum und Inflation in der W\u00e4hrungsunion gef\u00e4hrdet.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr die M\u00e4rkte?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Apropos Euro:<\/strong> die Gemeinschaftsw\u00e4hrung ist etwas \u00fcberraschend trotz der vorsichtigen Vorgehensweise der EZB zuletzt auf den h\u00f6chsten Stand seit knapp zwei Jahren gegen\u00fcber dem USDollar gestiegen. Der nominale handelsgewichtete Euro tendiert aktuell sogar auf dem h\u00f6chsten Stand seit Ende 2014. Das belastet exportstarke Unternehmen in der Eurozone. Dennoch ist ein Nachfrageeinbruch aus dem Ausland aufgrund eines teuren Euros nicht zu erwarten. Schon gar nicht bei uns in Deutschland, denn die Produktpalette der Unternehmen hierzulande ist wenig preissensitiv. Die Qualit\u00e4t steht im Vordergrund. Deutsche Firmen wissen aus D-Mark-Zeiten noch sehr gut, wie sie mit einer harten W\u00e4hrung umzugehen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Generell gilt: Deutsche Produkte werden nicht gekauft, weil sie billig sind, sondern weil sie gut sind. Dennoch sorgt ein starker Euro auch bei deutschen Unternehmen, die einen gro\u00dfen Teil ihres Umsatzes au\u00dferhalb der Eurozone machen, f\u00fcr Gewinnr\u00fcckg\u00e4nge. Insofern verwundert es nicht, dass die Euro-Aufwertung nicht nur EuroAktienindizes, sondern auch den DAX belastet hat. Wie es mit dem Euro weitergeht, h\u00e4ngt vom Zusammenspiel von EZB und Fed ab. Sollte die EZB ihre \u201eTapering\u201c-Ank\u00fcndigung Richtung Oktober (oder sogar noch dar\u00fcber hinaus) verschieben, die US-Notenbank aber zeitnah den Start der Bilanzreduzierung ank\u00fcndigen und einleiten, k\u00f6nnte der H\u00f6henflug des Euro f\u00fcr kurze Zeit unterbrochen werden (nicht auszuschlie\u00dfen, dass die EZB dies ganz gezielt im Hinterkopf hat).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die kontraintuitive Euro-Aufwertung bei gleichzeitigem Renditer\u00fcckgang von l\u00e4nger laufenden deutschen Staatsanleiherenditen nach der EZB-Sitzung k\u00f6nnte f\u00fcr eine kurzfristige Korrektur der Gemeinschaftsw\u00e4hrung sprechen.&nbsp;&nbsp; Dass die USA hinsichtlich der Normalisierung der Geldpolitik vier Jahre Vorsprung vor der Eurozone haben, ist am Devisenmarkt hingegen schon l\u00e4ngst eingepreist. Die unweigerlich bevorstehende Normalisierung der Geldpolitik hier bei uns d\u00fcrfte allerdings noch nicht zur G\u00e4nze in den Kursen ber\u00fccksichtigt sein, sodass die Wahrscheinlichkeit aus unserer Sicht relativ hoch ist, dass wir 2018 bei Euro-Dollar dann Richtung 1,20 und h\u00f6her marschieren k\u00f6nnten. Neben einer an Fahrt gewinnenden Berichtsaison, steht diese Woche die Fed-Sitzung im Fokus, die jedoch ohne Zinsanhebung und ohne gro\u00dfe Impulse vor\u00fcbergehen sollte. H\u00f6chstens denkbar, dass diese Woche die Bilanzverk\u00fcrzung ab September rhetorisch vorsichtig vorbereitet wird. Au\u00dferdem werden Anleger auf Fr\u00fchindikatoren aus der Eurozone schauen: Gestern erschienen bereits die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone, die trotz einer leichten Eintr\u00fcbung nach wie vor auf ein Wachstum \u00fcber dem l\u00e4ngerfristigen Trend hindeuten. Beachtung d\u00fcrfte auch die heutige Ver\u00f6ffentlichung des Ifo-Index finden, bevor sich dann am Freitag die Augen auf die deutschen Inflationszahlen f\u00fcr den Monat Juli richten, wo wir mit einem leichten R\u00fcckgang gegen\u00fcber den Juni-Zahlen rechnen. Das \u201eInflationsPuzzle\u201c findet also seine Fortsetzung.<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das maximal m\u00f6gliche Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t \u2013 das war es wohl, was sich Mario Draghi auf der EZBPressekonferenz am vergangenen Donnerstag bewahren wollte&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4467,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[86],"class_list":["post-3316","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock-schweiz-ag"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3316\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}