{"id":4758,"date":"2020-01-16T16:11:53","date_gmt":"2020-01-16T16:11:53","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/?p=4758"},"modified":"2020-01-29T14:45:38","modified_gmt":"2020-01-29T13:45:38","slug":"bantleon-ezb-unterschatzt-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-ezb-unterschatzt-inflation\/","title":{"rendered":"Bantleon: EZB untersch\u00e4tzt Inflation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Bantleon: Das im September 2019 beschlossene Anleihenkauf programm der Europ\u00e4ischen Zentralbank d\u00fcrfte mit Blick auf die  Inflation quasi wirkungslos bleiben. &#8230;..<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong> Investment Insight Januar 2020<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dr. Andreas A. Busch Senior Analyst Economic Research<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem wird der Preisauftrieb 2020 und 2021 deutlich anziehen \u2013 aufgrund einer sich belebenden Konjunktur, zunehmenden Lohndrucks und auch des deutschen Klimapakets.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) hatte im September 2019 ein ganzes B\u00fcndel an zus\u00e4tzlichen expansiven geldpolitischen Ma\u00dfnahmen beschlossen.<\/strong> Begr\u00fcndet wurde dieser Schritt vom  damaligen EZBPr\u00e4si denten Mario Draghi mit der chronisch niedrigen Inflation in der  Eurozone. Aber nach den Prognosen des EZB-Stabes vom 12. Dezember wird das selbst gesteckte Inflationsziel auf  absehbare Zeit weiter verfehlt. Danach soll die Inflationsrate im Jahr 2020 sogar um 0,1%-Punkte auf 1,1% sinken. 2021 k\u00f6nnte die Teuerungsrate dann 1,4%  betragen, gefolgt von 1,6% im Jahr 2022.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir halten es f\u00fcr wenig wahrscheinlich, dass die geldpolitische Lockerung vom September die Inflationsrate k\u00fcnftig nennenswert erh\u00f6hen wird. Dies folgt aus einer im M\u00e4rz 2019 ver\u00f6ffentlichten Studie, in der die EZB die Auswirkungen aller zwischen Mitte 2014 und Ende 2018 umgesetzten expansiven geldpolitischen Schritte auf das reale Bruttoinlandsprodukt sowie die Inflation quantifiziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach lag der  inflationserh\u00f6hende  Effekt zwischen 2016 und 2019 bei  kumuliert 1,77%-Punkten. Am st\u00e4rksten wirkten sich die EZB-Ma\u00dfnahmen 2016 und 2017 aus, zuletzt schw\u00e4chte sich der Einfluss deutlich ab. 2020 soll der Effekt nur noch 0,16%-Punkte betragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus einer Analyse der Banque de  France geht hervor, dass Anleihenk\u00e4ufe erst ab einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von mehreren hundert Milliarden Euro pro Jahr einen nennenswerten Effekt auf die Inflationsrate haben. Im Gegensatz zu den zwischen Mitte 2014 und Ende 2018 umgesetzten Anleihenk\u00e4ufen von insgesamt 2.570 Milliarden Euro d\u00fcrften die zuletzt beschlossenen 20 Milliarden Euro pro Monat die Inflationsrate im Jahr 2020 lediglich um knapp 0,1%-Punkt erh\u00f6hen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Stimuli sind eher P\u00e4ckchen als Paket<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt sind die neuen Stimuli daher eher P\u00e4ckchen als Paket. Dennoch d\u00fcrften die W\u00e4hrungsh\u00fcter ihre Ma\u00dfnahmen am Ende als gro\u00dfen Erfolg verkaufen. Wir gehen n\u00e4mlich davon aus, dass sich der Inflationstrend 2020 und 2021 ohnehin nach oben richtet \u2013 ganz unabh\u00e4ngig vom j\u00fcngsten Handeln der EZB.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wesentlicher Faktor hierf\u00fcr wird der sich intensivierende Lohndruck sein. Die Kerninflationsrate (ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel) bewegt sich in der Eurozone seit Anfang 2017 um 1,0% seitw\u00e4rts. Sie liegt damit auff\u00e4llig unterhalb des Niveaus, das aufgrund der sehr soliden Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung zu erwarten w\u00e4re. So legt etwa  die Zunahme der Stundenl\u00f6hne derzeit einen Anstieg der Kerninflationsrate im Vorjahresvergleich um etwa 1,7% nahe. Diese Differenz erkl\u00e4rt sich teilweise durch Ma\u00dfnahmen in EU-L\u00e4ndern, die private Haushalte finanziell entlasteten, aber gleichzeitig den Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) begrenzten \u2013 etwa die Absenkung der  Kita-Geb\u00fchren in Deutschland oder die Abschaffung der Studiengeb\u00fchren in Italien. Zudem d\u00e4mpfte in Deutschland 2019 die Umstellung in der Systematik bei der Erfassung von Pauschalreisen im HVPI die Kerninflation um rund 0,2%-Punkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein allm\u00e4hliches \u00dcberschwappen der  gestiegenen Arbeitskosten l\u00e4sst sich bereits beobachten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch 2020 wird die Fortsetzung der expansiven Fiskalpolitik in zahlreichen Mitgliedsl\u00e4ndern der EU die Inflation bremsen. Wir rechnen aber damit, dass die Auswirkungen weniger ausgepr\u00e4gt ausfallen als 2018\/2019. Der Preisdruck durch sp\u00fcrbar steigende L\u00f6hne bzw. Arbeitskosten sollte sich daher in den Inflationszahlen st\u00e4rker bemerkbar machen. Insbesondere in den s\u00fcdlichen L\u00e4ndern der Eurozone gibt es nach Jahren der Lohnzur\u00fcckhaltung ein gewisses Aufholpotenzial. Die Unternehmen k\u00f6nnten  gegen die schrumpfenden Gewinnmargen angehen, zumal angesichts der sehr robusten Konsumnachfrage Spielraum f\u00fcr Preis\u00fcberw\u00e4lzungen vorhanden ist. Ein allm\u00e4hliches \u00dcberschwappen der gestiegenen Arbeitskosten l\u00e4sst sich bereits beobachten. So weist etwa die von der EZB berechnete konjunktursensitive Kerninflationsrate (Supercore) im Gegensatz zur \u00bbnormalen\u00ab Kerninflationsrate seit 2015 einen klaren Aufw\u00e4rtstrend auf. Auch die Entwicklung der Erzeugerpreise spricht f\u00fcr einen st\u00e4rkeren Preisdruck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb gehen wir davon aus, dass die Kerninflationsrate im Jahr 2020 im Durchschnitt bei 1,4% liegen wird (2019: 1,0%). Zwar w\u00fcrde die Notenbank ihr selbst gestecktes Ziel damit noch immer verfehlen, dennoch w\u00e4re es der  st\u00e4rkste Preisanstieg seit dem Jahr 2012. Bei  weiterhin solidem Besch\u00e4ftigungs- und Lohnzuwachs und damit einhergehend steigenden Arbeitskosten d\u00fcrfte der unterliegende Preisauftrieb 2021  weiter zunehmen und die Kerninflationsrate noch n\u00e4her an 2% heranr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Klimapaket wird Inflation ab 2021 befeuern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierzu wird auch das Klimapaket der deutschen Bundesregierung beitragen, dessen Auswirkungen ab 2021 greifen werden. Gem\u00e4\u00df Berechnungen der Deutschen Bundesbank w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines CO2-Preises von 10 Euro je Tonne zu einer um 0,2%- bis 0,3%-Punkte h\u00f6heren deutschen Inflationsrate im Jahr 2021 f\u00fchren. Nachdem sich Bundestag und Bundesrat im Vermittlungsausschuss j\u00fcngst aber auf einen CO2-Preis von 25 Euro je Tonne ab dem Jahr 2021 geeinigt haben, ergibt sich bei mechanischer Umlegung auf die Kalkulationen der Bundesbank ein inflationserh\u00f6hender Effekt von rund 0,6%- bis 0,8%-Punkten. Dies  w\u00fcrde die Inflationsrate in der Eurozone um 0,2%-Punkte erh\u00f6hen. Wir k\u00f6nnen uns sogar eine noch st\u00e4rker preistreibende Wirkung vorstellen, denn die merkliche Bepreisung von CO2 d\u00fcrfte nicht nur die Preise von Energietr\u00e4gern wie Kraftstoffen und Heiz\u00f6l erh\u00f6hen. Sie sollte \u00fcber Sekund\u00e4reffekte auch zu einem Anstieg der Preise einer breiten Palette an G\u00fctern und Dienstleistungen f\u00fchren, die in der Kerninflationsrate abgedeckt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beschriebene ansteigende Tendenz bei der Kerninflationsrate l\u00e4sst sich  quasi 1:1 auf die Gesamtinflationsrate \u00fcbertragen. Sie ist die eigentliche Zielgr\u00f6\u00dfe der EZB. Unterschiede ergeben sich aufgrund von Basiseffekten bei den volatilen Energiepreisen im Wesentlichen nur beim Inflationsmuster im Jahresverlauf. Bei Annahme eines konstanten Roh\u00f6lpreises von 58 Euro je Fass (Brent) zeichnet sich daher f\u00fcr 2020 eine erkennbar h\u00f6here Inflationsrate ab, als die von der EZB in den Dezember-Projektionen unterstellten 1,1%. Insbesondere im 1. Quartal sowie im 2. Halbjahr d\u00fcrfte die Inflationsrate deutlich h\u00f6her liegen (siehe Grafik).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die W\u00e4hrungsh\u00fcter der EZB d\u00fcrften 2020 von einem st\u00e4rkeren Preisauftrieb \u00fcberrascht werden. Der von uns  prognostizierte Anstieg der  Kerninflationsrate ist zwar noch immer moderat, bricht aber mit dem Seitw\u00e4rtstrend der letzten Jahre. Da sich zudem die j\u00fcngsten Anzeichen einer konjunkturellen Aufhellung verfestigen sollten, ist eine nochmalige Leitzinssenkung unserer Meinung nach vom Tisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus rechnen wir  damit, dass im Verlauf des Jahres zun\u00e4chst die Sprachregelung \u00bbZinsen noch l\u00e4ngere Zeit auf dem aktuellen Niveau oder darunter\u00ab aufgehoben wird, bevor man sich im Herbst zu  einer Beendigung des Anleihenkaufprogramms entschlie\u00dfen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Anleihenm\u00e4rkten beg\u00e4nnen sp\u00e4testens dann Spekulationen \u00fcber  m\u00f6gliche Zinsanhebungen im Jahr 2021. In der Folge ist von sinkenden  Anleihenkursen und spiegelbildlich steigenden  Renditen auszugehen. Inflationsindexierte  Anleihen d\u00fcrften angesichts der erwarteten Entwicklung der Teuerungsrate dabei weniger in Mitleidenschaft gezogen werden als ihre nicht vor Inflation gesch\u00fctzten Pendants. Dies gilt umso mehr, als sich selbst der j\u00fcngste Anstieg der Inflationsrate am Markt noch nicht spiegelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bantleon: Das im September 2019 beschlossene Anleihenkauf programm der Europ\u00e4ischen Zentralbank d\u00fcrfte mit Blick auf die Inflation quasi wirkungslos bleiben. &#8230;..<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5118,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[75],"tags":[111],"class_list":["post-4758","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zentralbanken","tag-bantleon"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4758"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4758\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4764,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4758\/revisions\/4764"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}