{"id":5840,"date":"2020-04-27T16:50:10","date_gmt":"2020-04-27T14:50:10","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=5840"},"modified":"2020-04-27T16:53:22","modified_gmt":"2020-04-27T14:53:22","slug":"kames-capital-endlich-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/kames-capital-endlich-inflation\/","title":{"rendered":"Jupiter AM : Endlich Inflation?"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Jupiter AM : Endlich Inflation? Die langfristigen Folgen der Covid\u201019\u2010Pandemie<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>von Mark Richards, Strategist, Multi\u2010Asset Jupiter AM<br \/>\n<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der globalen Finanzkrise liegt die Inflation mit einer durchschnittlichen Rate von 1,3% in der Eurozone und 1,6% in den USA hartn\u00e4ckig unter der historischen Norm und den Zielwerten der Notenbanken.1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei haben antideflation\u00e4re Massnahmen wie Negativzinsen und Anleihenk\u00e4ufe in diesem Zeitraum f\u00fcr aussergew\u00f6hnlich lockere Finanzierungsbedingungen gesorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verantwortlich f\u00fcr die niedrige Inflation ist eine Kombination struktureller Faktoren. Alternde Bev\u00f6lkerungen sparen mehr und geben weniger aus. Globalisierung und Deindustrialisierung haben die kollektive Verhandlungsposition der immer weniger gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft geschw\u00e4cht und die Weltwirtschaft mit einem reichlichen Angebot an g\u00fcnstigen Arbeitskr\u00e4ften versorgt. Durch technologische Fortschritte sind die Kosten gesunken. Wie die folgende Abbildung verdeutlicht, sind dadurch die Unternehmensgewinne auf Kosten der L\u00f6hne gestiegen. Der Anteil der L\u00f6hne am US\u2010BIP ist auf den niedrigsten Stand seit 1929 gesunken und hat f\u00fcr Abw\u00e4rtsdruck auf die Inflation gesorgt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5847\" aria-describedby=\"caption-attachment-5847\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27-04-20-Jupiter-AM.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5847\" src=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27-04-20-Jupiter-AM.png\" alt=\"27-04-20 Jupiter AM\" width=\"650\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27-04-20-Jupiter-AM.png 650w, https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/27-04-20-Jupiter-AM-300x179.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5847\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Refinitiv, 22. April 2020.<\/figcaption><\/figure>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist dieses Mal anders?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Coronavirus\u2010Krise hat zu einem weltweiten Nachfrage\u2010Schock gef\u00fchrt. Notenbanken und Regierungen haben mit gigantischen geld\u2010 und fiskalpolitischen Stimuluspaketen reagiert. Da es sich hier aber um eine Gesundheitskrise handelt, wird es ohne eine medizinische L\u00f6sung auch keine vollst\u00e4ndige wirtschaftliche Erholung geben. Bis diese gefunden ist, werden die Volkswirtschaften durch einen teilweisen Neustart der Wirtschaft nur stotternd in Gang kommen, bei weiterhin sehr vorsichtigen Investitionen und einem sehr schwachen Konsum. Wenn die Wirtschaft erst einmal wieder komplett hochgefahren worden ist, werden die Stimulusmassnahmen das globale Wachstum f\u00f6rdern und die Notenbanken vor die Herausforderung stellen, dem Markt wieder Liquidit\u00e4t zu entziehen. Daher erwarten jetzt viele in der Zukunft h\u00f6here Inflationsraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber warum sollte es diesmal anders sein? Die deflation\u00e4r wirkenden strukturellen Faktoren haben weiterhin Bestand. Die demografische Alterung dauert an, die Staatsschulden werden nach dieser Krise noch h\u00f6her sein als zuvor und der technologische Fortschritt schreitet weiter voran. Und auch nach der letzten Krise haben die enormen Stimulusmassnahmen die Inflation nicht angeheizt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem halten wir eine Phase mit einer moderat h\u00f6heren Inflation f\u00fcr wahrscheinlich. Allerdings nicht notwendigerweise sofort: Bis die Wirtschaft den durch die Pandemie verursachten Nachfrage\u2010Schock verdaut hat, k\u00f6nnten Jahre vergehen. Tiefe Rezessionen sind immer deflation\u00e4r. Das zeigt sich bereits am aussergew\u00f6hnlichen Kollaps des \u00d6lpreises.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen aber auch die l\u00e4ngerfristigen Perspektiven im Blick behalten, da es sowohl eine nachfrageinduzierte Inflation als auch eine Kostendruckinflation gibt. F\u00fcr die Regierungen und Notenbanken wird es schwierig werden, die in der Krise umgesetzten Massnahmen wieder zur\u00fcckzunehmen. Die Haushaltsdefizite werden vermutlich strukturell h\u00f6her sein und freigestellte Arbeitnehmer k\u00f6nnten die Arbeit schneller wieder aufnehmen als nach einem normalen Konjunkturabschwung, wodurch sich die Produktionsl\u00fccke schneller schliessen d\u00fcrfte. Die Notenbanken d\u00fcrften ein \u00dcberschiessen ihrer Inflationsziele tolerieren \u2013 zum einen, um die vielen Jahre zu niedriger Teuerungsraten zu kompensieren, und zum anderen, um die Staatsverschuldung \u00fcber eine steigende Inflation real zu reduzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausserdem d\u00fcrften die Volkswirtschaften aufgrund der Art der Krise und der politischen Reaktionen zus\u00e4tzliche Kosten zu schultern haben, wenn die Lieferketten neu konfiguriert und neue Abw\u00e4gungen zwischen dem Einsatz von Kapital und Arbeitskr\u00e4ften getroffen werden. Zudem k\u00f6nnten einige der deflation\u00e4ren strukturellen Faktoren an Bedeutung verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Globalisierung zum Beispiel wurde durch die Handelskonflikte bereits ausgeh\u00f6hlt. Jetzt hat die Pandemie einige der inh\u00e4renten Schw\u00e4chen globalisierter Lieferketten offengelegt. Daher rechnen wir damit, dass sich die nationalen Regierungen f\u00fcr eine R\u00fcckverlagerung systemrelevanter Produktion in den Heimatmarkt einsetzen werden. Ausserdem hat die Krise deutlich gemacht, wie abh\u00e4ngig die Gesellschaften von relativ schlecht bezahlten systemkritischen Berufsgruppen sind, nicht nur im Gesundheitswesen, sondern in allen Bereichen des \u00f6ffentlichen und privaten Sektors. Die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen f\u00fcr diese Berufsgruppen k\u00f6nnte nachhaltig zunehmen. Das k\u00f6nnte dazu beitragen, den in der obigen Grafik erkennbaren Trend umzukehren, und ein h\u00f6herer Lohnanteil am BIP k\u00f6nnte zu einer h\u00f6heren Inflation f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausmass und Tragweite des Nachfrage\u2010Schocks durch den weltweiten wirtschaftlichen Shutdown infolge von Covid\u201019 sind nicht zu untersch\u00e4tzen. An den M\u00e4rkten werden kurz\u2010 bis mittelfristig weiterhin krisenbedingte Deflationssorgen vorherrschen. Die strukturellen deflation\u00e4ren Kr\u00e4fte wirken zwar immer noch, werden aber schw\u00e4cher, und wenn sich die Volkswirtschaften letztlich erholen, halten wir mittel\u2010 bis langfristig auch eine R\u00fcckkehr der Weltwirtschaft zu einer moderaten Inflation f\u00fcr wahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was f\u00fcr Anlagen k\u00f6nnten sich in einem von einer moderat h\u00f6heren Inflation gepr\u00e4gten Umfeld gut schlagen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Investoren sollten Anlagen wie Gold und inflationsgesch\u00fctzte Anleihen im Blick behalten sowie Anlagen, die von einer Versteilung der Zinsstrukturkurve profitieren, und Bereiche der Aktienm\u00e4rkte, in denen auch in einem inflation\u00e4ren Umfeld nachhaltige Margen erwirtschaftet werden k\u00f6nnen. Die deflation\u00e4ren Auswirkungen der Viruskrise werden uns allerdings vermutlich noch einige Zeit besch\u00e4ftigen. Bei einigen dieser Investments d\u00fcrfte daher auch der Einstiegszeitpunkt wichtig sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">1 Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HICP) der Eurozone, Kerninflation USA (PCE Deflator), 31. M\u00e4rz 2008\u201029. Februar 2020. Quelle: Bloomberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jupiter AM : Endlich Inflation? 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