{"id":6121,"date":"2020-06-24T12:09:41","date_gmt":"2020-06-24T10:09:41","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=6121"},"modified":"2020-06-24T12:13:37","modified_gmt":"2020-06-24T10:13:37","slug":"jupiter-am-die-weltwirtschaft-haengt-am-tropf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/jupiter-am-die-weltwirtschaft-haengt-am-tropf\/","title":{"rendered":"Jupiter AM : Die Weltwirtschaft h\u00e4ngt am Tropf"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Jupiter AM : Die Weltwirtschaft h\u00e4ngt am Tropf:   Drei Kernfragen f\u00fcr Anleiheinvestoren.<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>von Bezalel Ariel &#8211; Head of Strategy Fixed Income<br \/>\n<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<h6><strong>1 &#8211; K\u00f6nnte es zu einer erneuten Liquidit\u00e4tskrise an den M\u00e4rkten kommen?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die US-Notenbank (Fed) setzt auf eine unbegrenzte quantitative Lockerung und hat neben dem Ankauf enormer  Mengen an USStaatsanleihen mit den erstmals geplanten Ank\u00e4ufen von Unternehmensanleihen jetzt den Rubikon  \u00fcberschritten. Wir halten es f\u00fcr durchaus m\u00f6glich, dass die Fed noch weitergehen und selbst bonit\u00e4tsschw\u00e4chere  Hochzinsanleihen ankaufen wird, um den Markt zu st\u00fctzen. Angesichts eines derart massiven R\u00fcckhalts f\u00fcr  risikoreichere Anlagen ist eine erneute Liquidit\u00e4tskrise in naher Zukunft nur schwer vorstellbar. Janet Yellen hat sich  vor Kurzem sogar daf\u00fcr ausgesprochen, der Fed die Befugnis zu geben, auch Aktien anzukaufen. Die Bank of Japan  macht das bereits seit L\u00e4ngerem \u2013 es w\u00e4re also nicht das erste Mal, dass eine Notenbank Aktien ankauft. Alles ist  denkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit hat die Geldpolitik zwar die Liquidit\u00e4tsproblematik behoben, das drohende Solvenzproblem allerdings nicht.  US\u2010Unternehmen sitzen auf rekordhohen Schuldenbergen, die sich auf sch\u00e4tzungsweise 50 bis 75 Prozent des BIP  belaufen. Einige dieser hoch verschuldeten Unternehmen werden in einem wachstumsschw\u00e4cheren Umfeld, in dem  sie mit einer Auslastung von vielleicht nur 30 bis 50 Prozent arbeiten m\u00fcssen, schlicht nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen.  Selbst wenn die Regierungen weitere Konjunkturpakete schn\u00fcren sollten, werden diese Unternehmen vor dem  grossen Problem stehen, dass die Nachfrage vermutlich sinken wird. Die Besch\u00e4ftigungsaussichten sind zu unsicher  und private Haushalte wie auch Unternehmen d\u00fcrften aus Vorsicht k\u00fcnftig mehr sparen und weniger ausgeben.  Nach der Liquidierungsphase im M\u00e4rz rechnen wir daher im weiteren Jahresverlauf mit einer Insolvenzphase, wenn  mehr Unternehmen zahlungsunf\u00e4hig werden und die Umschuldungen beginnen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>2- Bullish f\u00fcr den US\u2010 Dollar: Wird das Ausmass der geld\u2010 und fiskalpolitischen Stimulusmassnahmen in den USA dem Dollar mittelfristig schaden? <\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, weil die Geld\u2010 und Fiskalpolitik \u00fcberall sehr expansiv ist, nicht nur in den USA. Ausserdem sollten die aktuell  auf rund 13 Billionen US\u2010Dollar gesch\u00e4tzten ausstehenden Dollar\u2010Auslandsschulden der Schwellenl\u00e4nder den Dollar  st\u00fctzen.1 Wenn der Abschwung in diesen L\u00e4ndern erst einmal einsetzt und sie ihre Zinsen senken, werden ihre  W\u00e4hrungen abwerten. Damit wird es schwerer f\u00fcr diese L\u00e4nder, ihre US\u2010Dollar\u2010Schulden zu bedienen. Hinzu  kommt, dass durch den Lockdown in den USA einfach weniger Dollar in den Rest der Welt fliessen. Daher glauben  wir, dass der Dollar mittelfristig stark bleiben wird, auch wenn wir mit einer gewissen Volatilit\u00e4t rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4ngerfristig k\u00f6nnte der Status des US\u2010Dollars als globale Reservew\u00e4hrung gef\u00e4hrdet sein, wenn der Greenback  immer weiter aufwerten sollte. 1985 beschlossen Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland, Japan,  Grossbritannien und die USA mit Unterzeichnung des Plaza\u2010Abkommens die Abwertung des Dollars. Ich w\u00e4re nicht  \u00fcberrascht, wenn etwas \u00c4hnliches erneut passieren w\u00fcrde, zumal China den USA ihre globale Vormachtstellung  streitig macht. Ein solcher Schritt d\u00fcrfte aber noch in weiterer Ferne liegen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>3- K\u00f6nnte es \u2013 vor allem angesichts der aggressiven geld\u2010 und fiskalpolitischen Stimulusmassnahmen \u2013 zu einer R\u00fcckkehr der Inflation kommen, wenn sich die Pandemie\u2010Situation entspannt und die Lockdowns enden? <\/strong><\/h6>\n<p>Wir werten die enormen Rettungspakete weniger als direkte Stimulusmassnahmen und eher als Versuche,  Produktionsausf\u00e4lle in einer stillstehenden Wirtschaft zu kompensieren: Die Weltwirtschaft h\u00e4ngt am Tropf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Massnahmen haben zwar geholfen, die M\u00e4rkte zu beruhigen. Wir sind aber \u00fcberzeugt, dass der enorme,  virusbedingte Angebots\u2010 und Nachfrageschock in den kommenden Monaten unweigerlich zu mehr  Zahlungsausf\u00e4llen von Unternehmen, Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nden bei Verbraucherkrediten und einer Versch\u00e4rfung der  Arbeitslosigkeit f\u00fchren wird. Mit Lockerung der Lockdown\u2010Massnahmen k\u00f6nnte die Wirtschaftsaktivit\u00e4t wieder  anziehen, wenn die Verbraucher aufgeschobene K\u00e4ufe t\u00e4tigen und auch wieder Caf\u00e9s und Restaurants besuchen.  Wir glauben aber nicht, dass diese Effekte ausreichend stark sein werden, um zu einer deutlich h\u00f6heren Inflation zu f\u00fchren. Angesichts der sich verschlechternden Besch\u00e4ftigungssituation und des Risikos einer zweiten  Infektionswelle d\u00fcrften sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen mehr sparen und weniger ausgeben,  was per se deflation\u00e4r wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen die Managementteams der unter Druck stehenden Unternehmen ihre Betriebs\u2010 und  Investitionsausgaben senken, um die Liquidit\u00e4t zu sichern und eine Insolvenz zu vermeiden. Mit Anpassung der  Kostenstrukturen der Unternehmen an die neuen Gegebenheiten ist auch zunehmend unwahrscheinlich, dass es zu  einem Aufw\u00e4rtsdruck auf die L\u00f6hne kommen wird. Falls die Arbeitslosenrate erh\u00f6ht bleibt und die Besch\u00e4ftigten  wenig oder \u00fcberhaupt keine Druckmittel haben, wird der Konsum stark nachgeben. Die j\u00fcngsten Daten signalisieren  dies bereits. In der Regel brauchen Unternehmen, Arbeitskr\u00e4fte und Verbraucher nach einer Krise lange, um sich zu  erholen. Das spricht daf\u00fcr, dass dieser deflation\u00e4re Nachfrager\u00fcckgang noch einige Zeit anhalten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Regierungen und Zentralbanken weiter signalisieren, dass sie tun werden, \u201ewas immer n\u00f6tig ist\u201c, um die  Volkswirtschaften in Gang zu halten, rechnen wir mit weiteren Stimulusmassnahmen, wenn sich das volle Ausmass  der wirtschaftlichen Sch\u00e4den im weiteren Jahresverlauf und dar\u00fcber hinaus erst einmal in den Konjunkturdaten  niederschl\u00e4gt. Die Geldpolitik st\u00f6sst schon jetzt an ihre Grenzen. Daher k\u00f6nnten die Notenbanken auf breiterer  Basis zu unkonventionellen Massnahmen wie die Zinskurvensteuerung oder Negativzinsen greifen. Letztlich ist  sogar der Einsatz von Instrumenten wie der modernen Geldtheorie (Modern Monetary Theory \u2013 MMT) oder  Helikoptergeld denkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind \u00fcberzeugt, dass die deflation\u00e4ren Kr\u00e4fte kurzfristig die Oberhand haben werden. Auf l\u00e4ngere Sicht k\u00f6nnten  aber auch potenziell inflation\u00e4r wirkende Massnahmen ergriffen werden. Auch das m\u00fcssen wir im Blick behalten.  Falls die Inflation zu einem nennenswerten Sorgenfaktor werden sollte, w\u00fcrden wir unsere flexible Strategie so  auszurichten, dass sie in einem derartigen Umfeld gut performen kann. Wir glauben aber, dass dieser Zeitpunkt  noch mehrere Jahre in der Zukunft liegt. Bis dahin halten wir angesichts der weiterhin deflation\u00e4r wirkenden Kr\u00e4fte  \u2013 der \u00dcberschuldung und der gesellschaftlichen Alterung \u2013 eine bedeutende Position in Staatsanleihen mit AAA  Rating sowie sehr selektive und defensive Positionen in Unternehmensanleihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jupiter AM : Die Weltwirtschaft h\u00e4ngt am Tropf: Drei Kernfragen f\u00fcr Anleiheinvestoren.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6126,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[146],"class_list":["post-6121","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-jupiter-am"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6121"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6125,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6121\/revisions\/6125"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6126"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}