{"id":6249,"date":"2020-07-16T11:34:53","date_gmt":"2020-07-16T09:34:53","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=6249"},"modified":"2020-07-16T11:40:41","modified_gmt":"2020-07-16T09:40:41","slug":"eurizon-interview-der-chinesische-anleihenmarkt-ist-weiter-ein-sicherer-hafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/eurizon-interview-der-chinesische-anleihenmarkt-ist-weiter-ein-sicherer-hafen\/","title":{"rendered":"Eurizon Interview : \u201eDer chinesische Anleihenmarkt ist weiter ein sicherer Hafen\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eurizon : Die \u00fcberraschend schnelle und dynamische Erholung der chinesischen Wirtschaft, eine rege Emissionst\u00e4tigkeit und der starke Euro haben bei Renminbi-Bonds zuletzt f\u00fcr ungewohnte Turbulenzen gesorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang, Senior Portfolio Manager bei Eurizon SLJ Capital<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch damit habe der chinesische Anleihenmarkt keinesfalls den Status als \u201esicherer Hafen\u201c verloren, sagt Monica Wang, Senior Portfolio Manager bei Eurizon SLJ Capital.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach wie vor seien chinesische Investoren in Risk-off-Phasen gezwungen, in heimische Anleihen umzuschichten. Auch erwartet sie keinen Druck von der makro\u00f6konomischen Seite: Zwar habe sich die chinesische Wirtschaft v-f\u00f6rmig fast bis auf das Vorkrisenniveau erholt, mit der schleppenden Binnennachfrage, dem abermals aufgeflammten Konflikt mit den USA und der unsicheren Lage am Immobilienmarkt sei jedoch ein weiterer Anstieg dar\u00fcber hinaus fraglich. Weitere Impulse f\u00fcr den chinesischen Anleihenmarkt erwartet sie vor allem von den bislang dort noch unterrepr\u00e4sentierten ausl\u00e4ndischen Investoren, die in den kommenden Jahren bis zu zwei Billionen Dollar in die Asset-Klasse pumpen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica, wie sch\u00e4tzen Sie die Lage in China derzeit ein?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Gl\u00fccklicherweise sind die Zahlen zu Neuinfektionen, zu Erkrankungen insgesamt und zur Sterblichkeitsrate derzeit extrem niedrig. Das bietet China die gro\u00dfe Chance, dass sich die Wirtschaft zeitlich vor den \u00d6konomien anderer Staaten erholt. Aktuell d\u00fcrfte die Wirtschaftsaktivit\u00e4t in den meisten Sektoren wieder bei 85 bis 90 Prozent des Niveaus des Vorjahrs liegen. Ausgangspunkt f\u00fcr die Erholungsbewegung war das verarbeitende Gewerbe, gefolgt von einer beeindruckenden Aufholbewegung des Dienstleistungssektors, f\u00fcr den es besonders im Mai kr\u00e4ftig nach oben ging. Zuvor war der Gro\u00dfteil der Quarant\u00e4ne-Beschr\u00e4nkungen gelockert worden, und die Menschen begannen wieder damit, zu reisen oder Restaurants zu besuchen. Dass wieder Geld ausgegeben wurde, hat die Erholung sicher massiv unterst\u00fctzt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Sehen wir Ihrer Ansicht nach also gerade die herbeigesehnte schnelle und kr\u00e4ftige v-f\u00f6rmige Erholung?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Der Verlauf der Erholung ist schon mit vielen Buchstaben beschrieben worden. Als das Virus noch auf China begrenzt war, sprach man zun\u00e4chst von einer v-f\u00f6rmigen Erholung. Mit der Ausbreitung von COVID-19 auf Europa und die USA schien dann eine einem \u201ew\u201c gleichende Entwicklung plausibler. Besonders gef\u00fcrchtet wurde dabei eine Reinfektionswelle durch nach China einreisende Menschen. Allerdings hat die Regierung so ziemlich alle Einreisenden f\u00fcr 14 bis 21 Tage in von ihr beaufsichtigten Hotels unter Quarant\u00e4ne gestellt, weshalb ich die Gefahr einer zweiten Welle derzeit f\u00fcr sehr, sehr gering halte. Deshalb erscheint uns tats\u00e4chlich das v-f\u00f6rmige Szenario momentan als am wahrscheinlichsten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie bewerten Sie Umfang und Potenzial des Konjunkturprogramms der chinesischen Regierung?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Die Ma\u00dfnahmen der Regierung zur Bew\u00e4ltigung der COVID-19-Krise haben einen Umfang von etwa sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was deutlich weniger als das Volumen in der gro\u00dfen Finanzkrise 2009 ist. Die Pakete sind zwar sicher hilfreich, reichen aber wohl nur zu einer v-f\u00f6rmigen Erholung und nicht zu einem Anstieg der Wirtschaftsaktivit\u00e4t \u00fcber das Vorkrisenniveau hinaus.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was muss die chinesische Regierung tun, um die Erholung weiter zu unterst\u00fctzen?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Sie muss sich noch st\u00e4rker darauf konzentrieren, den privaten Konsum weiter anzukurbeln. In dieser Hinsicht hat die Regierung aber auch schon viele richtige Ma\u00dfnahmen ergriffen, die die Wirtschaft seit dem zweiten Quartal st\u00fctzen. So wurden Gutscheine als Zusch\u00fcsse f\u00fcr den Einkauf in Superm\u00e4rkten ausgegeben. In St\u00e4dten wie Schanghai hat die Regierung Festivals organisiert, bei denen die Menschen wieder das Nachtleben genie\u00dfen konnten und Restaurants sowie Superm\u00e4rkte 24 Stunden lang ge\u00f6ffnet waren. Auch die in den vergangenen Jahrzehnten wegen der St\u00f6rung des Stra\u00dfenbilds und des station\u00e4ren Einzelhandels mehr oder weniger verbotenen Stra\u00dfenl\u00e4den hat man unter dem Druck der Arbeitslosigkeit wieder zugelassen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Risiken sehen sie f\u00fcr eine weitere Erholung?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Nach einer Erholung der Wirtschaft auf das Vorkrisenniveau stehen hinter einem weiteren Anstieg der \u00f6konomischen Aktivit\u00e4t eine Reihe von Fragezeichen. Zum ersten kommt es darauf an, wie sich der Export entwickeln wird. Zuletzt waren die entsprechenden Daten zwar besser als erwartet. Positiv hat sich dabei unter anderem die steigende Ausfuhr medizinischer G\u00fcter ausgewirkt. Mit Blick nach vorne ist aber noch fraglich, ob sich die Lockdown-Ma\u00dfnahmen und die Wirtschaftsschw\u00e4che in \u00dcbersee nicht noch tiefer in den chinesischen Exportsektor fressen werden. Die zweite Unsicherheit f\u00fcr die Entwicklung im dritten und vierten Quartal ist die Immobilienwirtschaft, die einer der wichtigsten Bereiche in China ist. Hier stellt sich die Frage, ob die Erholung nur den aufgel\u00f6sten Nachfragestau aus den Monaten Februar oder M\u00e4rz reflektiert, oder wir tats\u00e4chlich den Beginn einer nachhaltigen Entwicklung gesehen haben. Und schlie\u00dflich stehen auch Fragezeichen hinter der Binnennachfrage, die nach der ersten Erholungswelle wom\u00f6glich nicht besonders hoch sein wird.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Auswirkungen werden die wieder gestiegenen Spannungen zwischen den USA und China haben?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Wir sehen in vielen L\u00e4ndern, dass die mit COVID-19 verbundenen wirtschaftlichen Spannungen zu politischen Spannungen werden. Gleichzeitig l\u00e4sst sich interner Stress in der gegenw\u00e4rtigen Situation leicht in externe Konflikte umwandeln. Hinzu kommt die Einf\u00fchrung des neuen \u201eSicherheitsgesetzes\u201c f\u00fcr Hongkong, was die Spannungen von der Ebene eines Konflikts um Informationstechnologie auf das Niveau einer politischen Auseinandersetzung gehoben hat. F\u00fcr China ist diese Eskalation nicht wirklich g\u00fcnstig. Um dem entgegenzuwirken hat Peking seinen Willen bekr\u00e4ftigt, ein Phase-1-Handelsabkommen zu erzielen. Daneben hat die Regierung beispielsweise Hainan, die gr\u00f6\u00dfte Insel der Volksrepublik China, zu einer Freihandelszone gemacht. Die damit verbundene Hoffnung ist, dass dort die Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigt und man binnen zehn oder zwanzig Jahren so quasi ein neues Hongkong innerhalb der eigenen Grenzen schaffen kann.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die gr\u00f6\u00dfte Sorge am Markt ist, wie sich die Spannungen auf den Renminbi auswirken werden. Welches Szenario ist Ihrer Ansicht nach am wahrscheinlichsten?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Das wird davon abh\u00e4ngen, ob durch die Spannungen Ma\u00dfnahmen ausgel\u00f6st werden, die der Wirtschaft wirklichen Schaden zuf\u00fcgen. W\u00fcrde dadurch beispielsweise das Phase-1-Handelsabkommen scheitern, k\u00e4me die chinesische Landesw\u00e4hrung mit Sicherheit unter weiteren Druck. Bleiben die Spannungen aber auf dem Niveau der Informationstechnologie oder der Hongkong-Frage, wird dadurch die chinesische Wirtschaft nicht in Mitleidenschaft gezogen, und wir rechnen dann auch nicht mit einer Abwertung des Renminbi. Gleichzeitig sehen wir zahlreiche Faktoren, die den Renminbi unterst\u00fctzen. Dazu z\u00e4hlt beispielsweise die schnelle und dynamische Erholung der Wirtschaft. Dar\u00fcber hinaus ist der Spread zwischen Anleihen aus den USA und aus China in den vergangenen Monaten sehr viel gr\u00f6\u00dfer geworden, weshalb der Carry noch attraktiver ist. Und tats\u00e4chlich sehen wir trotz der neuerlichen Spannungen kontinuierliche Zufl\u00fcsse aus dem Ausland in den chinesischen Anleihenmarkt, was den Renminbi kr\u00e4ftig unterst\u00fctzt. Nicht untersch\u00e4tzt werden sollten auch die Ma\u00dfnahmen zur \u00d6ffnung und Reformierung des Finanzsektors, was sich sehr positiv auf die chinesische Landesw\u00e4hrung auswirkt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie hat sich die erste Erholungswelle auf den chinesischen Anleihenmarkt ausgewirkt?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> In China sind die Menschen an die Arbeitspl\u00e4tze zur\u00fcckgekehrt, als die Zahl der neuen COVID-19-Patienten in den Krankenh\u00e4usern nahe null lag. In Europa hat man mit der \u00d6ffnung hingegen gewartet, bis die Zahl der Neuinfektionen gerade unter ein bestimmtes Niveau gefallen war, was eigentlich die zweite Ableitung der Ver\u00e4nderung der Pandemie ist. Daher verlief die Erholung in China unerwartet schnell und dynamisch. Dies hat den Anleihenmarkt vor allem im Mai belastet. Hinzu kam eine beinahe rekordhohe Emission vor allem von Anleihen der Lokalregierungen im Mai und einer speziellen Anleihe der Zentralregierung im Juli. Und dieses Angebot d\u00fcrfte auch noch \u00fcber einen Teil des dritten Quartals vergleichsweise hoch bleiben. Hinzu kam, dass die People\u2019s Bank of China (PBoC) schneller als vom Markt erwartet aus den unkonventionellen Lockerungsma\u00dfnahmen ausgestiegen ist. Und schlie\u00dflich kam f\u00fcr Euro-Investoren \u00fcber die nicht w\u00e4hrungsgesicherte Tranche unseres Fonds auch von der W\u00e4hrungsseite Druck, nachdem die Gemeinschaftsw\u00e4hrung angesichts der \u00fcberraschend umfangreichen St\u00fctzungsma\u00dfnahmen der Europ\u00e4ischen Zentralbank und der deutschen Regierung kr\u00e4ftig zum Dollar gestiegen war.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wird die PBoC zu quantitativen Lockerungen \u00fcbergehen und das gro\u00dfe Angebot aufkaufen, das auf den Markt kommt?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Ich denke nicht, dass quantitative Lockerungen unmittelbar bevorstehen. Die PBoC ist ebenso wie das Finanzministerium vergleichsweise unabh\u00e4ngig und sie versucht derzeit noch eine \u201enormale\u201c Geldpolitik zu betreiben. Vor dem Nationalen Volkskongress gab es zwar heftige Diskussionen, ob die PBoC nicht die Anleihen zur Finanzierung des Konjunkturpakets direkt aufkaufen sollte, allerdings gelangte man schlie\u00dflich zu einem \u201eNein\u201c. Vergleicht man die jetzige PBoC mit der des Jahres 2009 hat die Notenbank heute ein duales Mandat, n\u00e4mlich einerseits das Wachstum voranzutreiben, dabei aber andererseits nicht die Finanzstabilit\u00e4t aus den Augen zu verlieren; das schlie\u00dft die Kontrolle der Verschuldung sowohl auf der Mikro- als auch auf der Makroebene ein, sowie die Kontrolle einer m\u00f6glichen Blasenbildung am Immobilienmarkt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>In Ihrem Fonds, dem Eurizon Fund \u2013 Bond Aggregate RMB, sind 53 Anleihen, die Benchmark besteht aber aus 2474 Schuldtiteln. Spiegelt das Portfolio den Markt damit vern\u00fcnftig wider?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Ja, wir denken, dass eine Zahl von 50 bis 60 Anleihen das Benchmark Risiko gut repr\u00e4sentiert. Denn ein gro\u00dfer Teil der \u00fcber 2400 Schuldtitel in der Benchmark wird nicht t\u00e4glich gehandelt. Und wir wollen nat\u00fcrlich nur jene Anleihen ausw\u00e4hlen, die am liquidesten sind, und somit die gr\u00f6\u00dfte Sicherheit f\u00fcr unsere Investoren bieten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Ver\u00e4nderungen haben Sie am Portfolio zuletzt vorgenommen?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Seit Februar haben wir damit begonnen, die Duration zu verringern. Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren die schnelle und dynamische Erholungsbewegung der Wirtschaft und die R\u00fcckkehr des Risikoappetits, besonders in China. Im Mai haben wir die Duration dann noch weiter zur\u00fcckgefahren womit sie jetzt etwas niedriger als in der Benchmark ist. Konkret sind wir seit Februar bei Laufzeiten von einem bis drei Jahren untergewichtet, sehen angesichts der starken Verflachung der Zinskurve mit Blick nach vorne aber eine gute Chance, in diesen Bereich zur\u00fcckzukehren, um den Carry zu vereinnahmen. Auch bei 30-j\u00e4hrigen Laufzeiten sind wir untergewichtet, zum einen wegen der schnellen konjunkturellen Erholung, aber auch wegen der zu erwartenden Neuemissionen, die einen Schwerpunkt bei Laufzeiten \u00fcber zehn Jahren haben. Mit Blick auf die Bonit\u00e4ten sind wir sehr, sehr vorsichtig und halten nur die sichersten Namen. Bei den Spreads k\u00e4mpfen wir derzeit an zwei Fronten: Da ist zum einen die PBoC mit ihren Ma\u00dfnahmen zur Lockerung der Kreditvergabe, mit denen die Unternehmen unterst\u00fctzt werden sollen, und zum zweiten bef\u00fcrchten wir, dass sich die Probleme einiger Unternehmen erst mit einer gewissen Verz\u00f6gerung zeigen werden, w\u00e4hrend viele Hilfsma\u00dfnahmen nur f\u00fcr wenige Monate ausgelegt sind. Diese Asymmetrie kann in einigen Sektoren zu strukturellen Problemen f\u00fchren. Mit Blick auf die Sektoren bleiben wir bei den Papieren der Policy-Banken \u00fcbergewichtet, da die Zeiten weiter recht unsicher sind und sich damit die Liquidit\u00e4t im Portfolio gut steuern l\u00e4sst. Dar\u00fcber hinaus hat sich zuletzt der Spread zwischen Staatsanleihen und Papieren der Policy-Banken etwas ausgeweitet, sodass das Halten dieser Schuldtitel ein kleines Bisschen attraktiver geworden ist, besonders vor dem Hintergrund der speziellen Emission der Zentralregierung im Juli.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>In den vergangenen Monaten ist es auch in Ihrer Anlageklasse einigerma\u00dfen turbulent zugegangen. Sie haben die Gr\u00fcnde genannt: die schnelle und dynamische Erholung, eine rege Emissionst\u00e4tigkeit und Druck von der W\u00e4hrungsseite. Hat damit grunds\u00e4tzlich der Status des chinesischen Anleihenmarkts als \u201esicherer Hafen\u201c Schaden genommen?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Der chinesische Anleihenmarkt ist weiter ein \u201esicherer Hafen\u201c, denn die Parameter haben sich nicht ver\u00e4ndert. Geht der Risikoappetit der chinesischen Anleger angesichts von Krisen zur\u00fcck, bleibt ihnen angesichts der Restriktionen nach wie vor nur der heimische Anleihenmarkt als \u201esicherer Hafen\u201c. Historisch betrachtet hat die Asset-Klasse w\u00e4hrend aller Krisen seit 2007 so funktioniert, womit sie sich \u00fcberraschenderweise so verh\u00e4lt wie US-Staatsanleihen oder Gold. Das haben wir abermals gesehen, als die COVID-19-Pandemie im Fr\u00fchjahr f\u00fcr historischen Stress an den Kapitalm\u00e4rkten gesorgt hat, besonders w\u00e4hrend der Liquidit\u00e4tskrise im M\u00e4rz. Und wir gehen davon aus, dass diese Eigenschaft fortbestehen wird. Und noch ein anderer Aspekt ist wichtig: Zwar waren im Mai rekordhohe Zufl\u00fcsse von ausl\u00e4ndischen Investoren zu verzeichnen, trotzdem ist der Anteil von chinesischen Anleihen in ausl\u00e4ndischen H\u00e4nden nach wie vor sehr niedrig. Betrachtet man die ausstehenden Renminbi-Anleihen insgesamt, sind es gerade einmal 2,6 Prozent. Bei Staatsanleihen liegt der Anteil bei nur acht Prozent, w\u00e4hrend sich zw\u00f6lf Prozent der japanischen und 33 Prozent der US-Staatsanleihen in ausl\u00e4ndischer Hand befinden. Wir gehen davon aus, dass sich der Anteil in den kommenden Jahren exponentiell auf 10 bis 15 Prozent aller ausstehenden Renminbi-Anleihen erh\u00f6hen wird. Auf mittlere Sicht kann das einen Zufluss von zwei Billionen Dollar in den chinesischen Anleihenmarkt bedeuten. Das sollte den Markt treiben.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Aber auch US-Anleihen haben sich zuletzt abermals als \u201esicherer Hafen\u201c erwiesen\u2026<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monica Wang:<\/strong> Das stimmt. Der chinesische und der US-Anleihenmarkt sind hinsichtlich des Risikocharakters sehr \u00e4hnlich. So halten sich beide M\u00e4rkte in Phasen sinkender Risikoneigung sehr gut. Und vor 2016 waren US-Anleihen die am st\u00e4rksten mit chinesischen Anleihen korrelierte Asset-Klasse. Seitdem bieten chinesische Schuldtitel jedoch einen guten Diversifikator zu US-Anleihen, da der Renminbi jetzt nicht mehr an den Dollar, sondern einen W\u00e4hrungskorb gekoppelt ist. Unserer Ansicht nach l\u00e4sst sich so also das Risikoprofil eines global investierenden Anleihenportfolios verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eurizon : Die \u00fcberraschend schnelle und dynamische Erholung der chinesischen Wirtschaft, eine rege Emissionst\u00e4tigkeit und der starke Euro haben bei Renminbi-Bonds zuletzt f\u00fcr ungewohnte Turbulenzen gesorgt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6251,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[74],"tags":[132],"class_list":["post-6249","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","tag-eurizon"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6249"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6255,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6249\/revisions\/6255"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}