{"id":6841,"date":"2020-03-27T18:30:19","date_gmt":"2020-03-27T17:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6841"},"modified":"2020-03-27T18:30:19","modified_gmt":"2020-03-27T17:30:19","slug":"union-investment-chancen-fuer-investoren-beim-klimaneutralen-umbau-der-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-chancen-fuer-investoren-beim-klimaneutralen-umbau-der-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Union Investment: Chancen f\u00fcr Investoren beim klimaneutralen Umbau der Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Union Investment: Der Klimawandel bietet neben Risiken auch Chancen. Diese aber fallen nicht vom Himmel und m\u00fcssen von Realwirtschaft, Finanzwirtschaft und Politik gemeinsam erarbeitet werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Von Alexander Schindler, Vorstandsmitglied Union Investment<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl Greta und der Klimawandel im Zuge der Corona-Krise etwas in den Hintergrund getreten sind, ist klar: Die Welt hat sich bereit erkl\u00e4rt, die Folgen der selbstverschuldeten Klimakrise anzuerkennen und koordiniert Gegenmassnahmen einzuleiten. Die erste Weltklimakonferenz unter dem Dach der Vereinten Nationen fand bereits 1979 in Genf statt. In sch\u00f6ner Regelm\u00e4ssigkeit folgten weitere internationale Treffen &#8211; seit 1995 etwa die j\u00e4hrlich stattfindenden COP-Weltklimakonferenzen. Allzu oft jedoch blieben diese Zusammenk\u00fcnfte ohne konkrete Folgen. Im Dezember 2015 wurde in der franz\u00f6sischen Hauptstadt dann klimapolitische Geschichte geschrieben: Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichteten sich 175 Staaten, konkrete Massnahmen gegen die Erderw\u00e4rmung zu ergreifen. Das Abkommen gilt als Durchbruch in der Klimapolitik. Bis dahin hatten sich nur einige Industriestaaten dazu bekannt, CO<sub>2<\/sub>-Emissionen zu senken.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Green Deal mit klarem Ziel<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seitdem hat der klimapolitische Zug erheblich an Fahrt aufgenommen \u2013 vor allem in Europa. Im Dezember 2019 stellte die neue EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen ihr Programm vor, Europa mithilfe eines Green Deals bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent entwickeln zu wollen. Das Ziel ist klar: Die Wirtschaft innerhalb der EU soll klimafreundlicher und schnellstm\u00f6glich entsprechend umgebaut werden. In der Praxis bedeutet dies einen gewaltigen Transformationsprozess, der zahlreiche bestehende Gesch\u00e4ftsmodelle vor neue Herausforderungen stellt und Investoren mit klimapolitischen Risiken f\u00fcr ihre Portfolios konfrontiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf eben diese hatte die Investorenorganisation Principles for Responsible Investment (PRI) unl\u00e4ngst in einer gross angelegten Studie hingewiesen. Nach Auffassung von PRI wird die Politik weltweit k\u00fcnftig noch st\u00e4rker regulatorisch in Wirtschaft und Gesellschaft eingreifen, um so den Ausstoss klimasch\u00e4dlicher Gase zu minimieren. Die klimapolitische Regulierung werde \u00fcber alle Sektoren hinweg zu erheblichen Neubewertungen von Unternehmen und ihren Gesch\u00e4ftsmodellen f\u00fchren. So geht PRI davon aus, dass die im MSCI ACWI Index enthaltenen Unternehmen bis 2025 insgesamt Bewertungsabschl\u00e4ge von 3,1 bis 4,5 Prozent hinnehmen m\u00fcssen. Das entspricht einem Volumen von 1,6 bis 2,3 Billionen US-Dollar. \u00c4hnliches gelte f\u00fcr bis zu einem Drittel der im FTSE100 enthaltenen Titel.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Neuausrichtung der Wirtschaft<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den neuen Investmentrisiken, die mit dem klimapolitischen Umbau der Wirtschaft verbunden sind, stehen unbestreitbar aber auch Chancen f\u00fcr Investoren gegen\u00fcber. Denn w\u00e4hrend einige Unternehmen unter den Folgen der Klimapolitik zu leiden haben, gibt es andere, welche mit der Entwicklung neuer Technologien, Produkte und Dienstleistungen vom Transformationsprozess profitieren werden. Dies gilt nicht zuletzt deshalb, weil die Politik bereit ist, die Neuausrichtung der Wirtschaft hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen \u00d6konomie aktiv zu unterst\u00fctzen. Insgesamt \u00fcber 500 Milliarden Euro will etwa die EU in den kommenden zehn Jahren in die Realisierung ihres Green Deals stecken. Allein 100 Mrd. Euro sollen in die Finanzierung von Wissenschaft und Innovation fliessen. So soll Europa bei klimafreundlichen Industrien und sauberen Technologien eine Vorreiterrolle einnehmen. Aus eigener Kraft allerdings wird es der Politik nicht gelingen, den Wandel voranzutreiben. Um ihre Ziele zu erreichen, braucht sie die Hilfe der Finanzwirtschaft und privater Investoren. Aus diesem Grunde hat die EU-Kommission 2018 den Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums vorgelegt und in Teilen bereits durch das europ\u00e4ische Gesetzgebungsverfahren gebracht. Dieser Aktionsplan zielt insbesondere darauf ab, die Kapitalfl\u00fcsse auf nachhaltige Investitionen umzulenken und die Transparenz im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlage zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Herausforderungen mutig annehmen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Investoren und Asset Manager stellt sich die Frage, wie mit den ambitionierten Pl\u00e4nen der Politik umzugehen ist. Lange Zeit neigten vor allem die Investoren hierzulande dazu, das Thema auf die leichte Schulter zu nehmen. Noch im vergangenen Jahr jedenfalls ermittelte die von unserem Haus einmal im Jahr in Auftrag gegebene Nachhaltigkeitsstudie, dass lediglich ein Drittel der befragten Grossinvestoren mit dem EU-Aktionsplan vertraut war. 61 Prozent hatten zudem angegeben, keine Informationen \u00fcber die Klimawirkung ihres Portfolios zu haben. Die darin zum Ausdruck kommende abwartende Haltung wird in Zukunft kaum durchzuhalten sein. Denn zumindest auf europ\u00e4ischer Ebene hat die Politik ihren Gestaltungswillen in Sachen Klimaschutz unmissverst\u00e4ndlich zum Ausdruck gebracht. Und anzunehmen, dass das Ende der klimaregulatorischen Fahnenstange bereits erreicht sei, d\u00fcrfte sich als Fehleinsch\u00e4tzung erweisen. Im Gegenteil: Vielmehr ist davon auszugehen, dass die staatlichen Eingriffe in dem Masse zunehmen werden, wie die Politik im Zuge der sich fortsetzenden Klimakrise verst\u00e4rkt unter Handlungsdruck geraten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund erscheint es ratsam, die Herausforderungen des Klimawandels proaktiv anzugehen. Dies erfordert zun\u00e4chst Klarheit \u00fcber den CO<sub>2<\/sub>-Abdruck des Investmentportfolios. Eine entsprechende Analyse ist unabdingbarer Bestandteil der klimapolitischen Risikobewertung und wird inzwischen von verschiedenen Asset Managern zuverl\u00e4ssig angeboten. Im Portfolio k\u00f6nnen so Unternehmen identifiziert werden, die aufgrund einer hohen CO<sub>2<\/sub>-Intensit\u00e4t k\u00fcnftig mit zus\u00e4tzlichen Belastungen und gegebenenfalls mit Bewertungsabschl\u00e4gen zu rechnen haben. Neben den direkten Treibhausgasemissionen eines Unternehmens ber\u00fccksichtigen entsprechende Analysen auch alle indirekten Emissionen, die durch die Bereitstellung von ausserhalb des Unternehmens produzierter Energie entstehen. Gerade mit Blick nach vorn ist es dar\u00fcber hinaus notwendig, sich als Investor anhand von Szenarien mit den CO<sub>2<\/sub>-Emissionen von Branchen und einzelnen Unternehmen zu besch\u00e4ftigen und deren Anpassungskapazit\u00e4ten an sich ver\u00e4ndernde Rahmenbedingungen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktiver Dialog erforderlich<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Risikoanalyse ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Denn wie eingangs beschrieben, bietet der klimaneutrale Umbau der Wirtschaft auch Chancen f\u00fcr Investoren. Diese k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich auf zwei Ebenen wahrgenommen werden. Zum einen auf Branchenebene. Hier gilt es je nach Sektor herauszufinden, welche Unternehmen den Wandel besonders gut und schnell vollziehen k\u00f6nnen. Ziel ist es, m\u00f6gliche Gewinner fr\u00fchzeitig zu ermitteln und die entsprechenden Unternehmen im Portfolio beispielsweise st\u00e4rker zu gewichten. Diesem klimapolitischen Best-in-Class-Ansatz steht eine zweite Analyseebene gegen\u00fcber. Diese ist branchenunabh\u00e4ngig und versucht, gr\u00fcne Technologief\u00fchrer zu identifizieren, deren Produkte und Dienstleistungen den klimapolitischen Umbau der Wirtschaft in besonderem Masse unterst\u00fctzen oder f\u00f6rdern. Firmen dieser Art lassen sich von der Agrarwirtschaft \u00fcber die Energie- und Verkehrswirtschaft bis hin zur Bauwirtschaft in den unterschiedlichsten Sektoren finden. Wichtig hierbei ist ein fr\u00fchzeitiges Investment in solche Unternehmen. Denn erfahrungsgem\u00e4ss lohnt sich das Engagement in ein innovatives Wachstumsunternehmen vor allem f\u00fcr Investoren, die von Anfang an dabei gewesen sind. Wer als Anleger von den Chancen des Klimawandels profitieren m\u00f6chte, muss also jetzt handeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Transformationsprozess, den die Wirtschaft auf dem Weg in eine emissions\u00e4rmere Welt durchlaufen muss, erfordert den Dialog aller Beteiligten. Das gilt auch f\u00fcr Investoren und Unternehmenslenker. Denn oftmals reicht ein rein zahlengetriebenes Research nicht aus, um nachhaltige oder klimafreundliche Investmententscheidungen zu treffen. In solchen F\u00e4llen kann sich das regelm\u00e4ssige Gespr\u00e4ch mit dem Firmenmanagement als hilfreich erweisen. Unternehmen k\u00f6nnen so f\u00fcr die Notwendigkeit dringender Ver\u00e4nderungsmassnahmen sensibilisiert und bei deren Umsetzung unterst\u00fctzt werden. Gerade in Phasen des Wandels f\u00e4llt es dem Management damit leichter, schwierige und f\u00fcr den Unternehmenserfolg notwendige Projekte anzugehen. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr innovative gr\u00fcne Wachstumsunternehmen, die sich am Markt erst etablieren m\u00fcssen. Gerade sie ben\u00f6tigen Investoren, die ein Unternehmen im Rahmen eines aktiven Engagements langfristig begleiten und bereit sind, dabei zu bleiben, auch wenn es einmal holprig wird. Damit dies funktionieren kann, braucht es einen aktiven und vertrauensvollen Dialog.<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment: Der Klimawandel bietet neben Risiken auch Chancen. 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