{"id":7140,"date":"2020-11-26T15:04:55","date_gmt":"2020-11-26T14:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=7140"},"modified":"2020-11-27T16:12:34","modified_gmt":"2020-11-27T15:12:34","slug":"union-investment-usa-china-konflikt-technologiewettstreit-um-macht-und-wohlstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/union-investment-usa-china-konflikt-technologiewettstreit-um-macht-und-wohlstand\/","title":{"rendered":"Union Investment: USA-China-Konflikt &#8211; Technologiewettstreit um Macht und Wohlstand"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Union Investment : Der Handelskonflikt zwischen den USA und China verlagert sich zunehmend in die Arena der Hochtechnologie. Denn hier liegt der Schl\u00fcssel zu k\u00fcnftigem Wohlstand und Einfluss in der Welt.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Michael Herzum, Leiter Macro &amp; Strategy bei Union Investment.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Reich der Mitte bedroht aus Sicht der Vereinigten Staaten ihre Wettbewerbsposition und nationale Sicherheit. Es ist ein Kampf um die globale Vormachtstellung\u201c, sagt <strong>Michael Herzum, Leiter Macro &amp; Strategy bei Union Investment.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach z\u00e4hem Ringen ist die US-Wahl endlich entschieden. Doch f\u00fcr China \u00e4ndert sich durch den Sieg Joe Bidens wenig. Auch die Anh\u00e4nger der Demokraten stehen dem Machtstreben Chinas skeptisch gegen\u00fcber. \u201eDer Ton wird gem\u00e4ssigter, aber in der Sache wird Biden die harte Linie von Trump fortsetzen\u201c, ist Herzum \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wettbewerb der Gro\u00dfm\u00e4chte um Chips, Technologien und Daten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>China ist f\u00fcr die USA das, was die Sowjetunion letztlich nie war. Ein Konkurrent, der das Potenzial hat, nicht nur milit\u00e4risch, sondern auch wirtschaftlich und strategisch auf Augenh\u00f6he zu agieren (siehe Grafik 1). Aktuell befindet sich das Land auf der \u00dcberholspur: China st\u00f6sst in das Machtvakuum, das sich durch den Trump\u2019schen R\u00fcckzug aus Abkommen und B\u00fcndnissen sowie die Corona-Krise bietet. Die USA sind angreifbar, bei der Versorgung im Gesundheitssektor und der eigenen Abh\u00e4ngigkeit von China innerhalb der Wertsch\u00f6pfungsketten im Technologiebereich.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn \u00fcber den k\u00fcnftigen Wohlstand entscheidet nicht der Im- oder Export klassischer Industrieg\u00fcter, sondern die Positionierung bei Hightech-Produkten. Beispiel: der Mobilfunkstandard 5G. Er wird in vielen Bereichen revolution\u00e4re Weiterentwicklungen anstossen. Ohne die schnelle und sichere Verbindung von 5G gibt es kein autonomes Fahren, keine vernetzten Fabriken, keine Smart Cities. Und hier ist China mit Huawei, das in diesem Bereich die fortschrittlichste Technik zum besten Preis liefert, optimal aufgestellt. \u201e5G wird das zentrale Nervensystem der vierten industriellen Revolution. Und wer an den Schalthebeln sitzt, kann den globalen Datenfluss kontrollieren\u201c, sagt Sandra Ebner, Senior Economist bei Union Investment. Entsprechend hitzig verlief die Diskussion \u00fcber die Beteiligung von Huawei beim Ausbau des Netzes in den westlichen Staaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Doch China hat eine Achillesferse: Mikrochips der neuesten Generation. Die Chips sind ein vollst\u00e4ndig globalisiertes Produkt (siehe Grafik 2). Keine Nation ist bei der Herstellung autark. Design aus den USA, Maschinen aus den Niederlanden, Fertigung in Taiwan \u2013 an manchen Chips sind hunderte Unternehmen aus dutzenden L\u00e4ndern beteiligt. Der Knackpunkt: Ein St\u00fcck US-Technik steckt in fast allen Chips. So konnte die Trump-Regierung verf\u00fcgen, dass selbst ausl\u00e4ndische Unternehmen Huawei nicht mehr mit den hochwertigsten Komponenten versorgen d\u00fcrfen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings werden die USA zuk\u00fcnftig nicht nur auf eine solche Verteidigungsstrategie setzen. Durch aktive Industriepolitik \u2013 etwa Subventionen und Steuererleichterungen als Investitionsanreize \u2013 wird die Regierung Biden versuchen, die eigenen Spitzenunternehmen noch ein bisschen besser zu machen und den Wettbewerbsvorteil auszubauen. China will zwar seinerseits auch bei Mikrochips unabh\u00e4ngiger vom Ausland werden. Doch das Land liegt im Chip-Wettlauf rund vier Jahre zur\u00fcck und das ben\u00f6tigte Know-how l\u00e4sst sich weder kurzfristig kopieren noch einkaufen. \u201eHalbleiter sind die Basis, 5G das R\u00fcckgrat und Daten der Rohstoff, um die Innovationen von morgen zu erm\u00f6glichen. Der Zugang zu diesen Basiskomponenten entscheidet damit \u00fcber Wohlstand und Macht\u201c, sagt Herzum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Grossmachtkonkurrenz zwischen den USA und China wird die kommende Dekade pr\u00e4gen. Eine R\u00fcckkehr zu vermehrter Kooperation wird es nicht geben. In strategisch wichtigen Technologiebereichen ist deshalb eine Blockbildung mit geographisch getrennten Einflusssph\u00e4ren sehr wahrscheinlich. Das chinesische Megaprojekt der \u201eNeuen Seidenstrasse\u201c l\u00e4sst den m\u00f6glichen Grenzverlauf erahnen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst werden die entstehenden Doppelstrukturen bei Produkten und Wertsch\u00f6pfungsketten zwangsl\u00e4ufig Ineffizienzen schaffen. Mittelfristig ist es jedoch m\u00f6glich, dass das Pendel sogar in die andere Richtung schwingt: \u201eDer staatlich massiv gef\u00f6rderte Innovationswettbewerb zwischen den USA und China hat das Zeug dazu, einen globalen Produktivit\u00e4tsschub auszul\u00f6sen\u201c, analysiert Ebner. M\u00f6glicherweise steht sogar das Zeitalter der schwachen Wachstumsraten vor dem Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weitreichende Konsequenzen f\u00fcr Unternehmen und Staaten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diese Entwicklung muss auch bei der Portfolioausrichtung ber\u00fccksichtigt werden: \u201eDer Wettbewerb der Superm\u00e4chte wird in der Unternehmenslandschaft deutliche Spuren hinterlassen\u201c, sagt Michael Herzum. Halbleiter-Ausr\u00fcster wie Applied Materials, LAM Research und die niederl\u00e4ndische ASML k\u00f6nnten es kurzfristig schwerer haben. Rund 30 Prozent ihrer Ums\u00e4tze und ein Grossteil des Wachstums finden in China statt. Langfristig d\u00fcrften sie aber genauso von steigenden Investitionen profitieren wie die europ\u00e4ischen 5G-Akteure Nokia und Ericsson.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Staaten der Welt wird die Frage nach der eigenen Positionierung in diesem Konflikt der Grossm\u00e4chte besonders heikel. Denn die Entscheidung f\u00fcr eine Seite birgt immer die Gefahr, deutliche Nachteile durch die andere Seite zu riskieren. Bei chinesischen Anrainerstaaten wie Taiwan steht sogar die Souver\u00e4nit\u00e4t auf dem Spiel, da der Technologievorsprung ein weiterer Grund f\u00fcr eine Invasion Chinas sein k\u00f6nnte. Auch Europa wird sich entscheiden m\u00fcssen: Setzt man auf die alte, aber zuletzt merklich abgek\u00fchlte Freundschaft zu den USA, geht man mit China, das schon jetzt wichtigster Handelspartner vieler EU-Staaten ist, oder gibt es einen Mittelweg? \u201eDas Risiko f\u00fcr Europa, zwischen den beiden Wirtschaftsm\u00e4chten in die Bedeutungslosigkeit abzugleiten, hat klar zugenommen\u201c, sagt Herzum. Er erg\u00e4nzt mit Blick auf den Heimatmarkt: \u201eDas deutsche Exportmodell steht auf dem Pr\u00fcfstand, wenn sich China als Nachfrager f\u00fcr heimische Industrieg\u00fcter zur\u00fcckziehen sollte. Deshalb ist Deutschlands Position in diesem Konflikt f\u00fcr den Kapitalmarkt hoch relevant.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union Investment : Der Handelskonflikt zwischen den USA und China verlagert sich zunehmend in die Arena der Hochtechnologie. 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