{"id":7666,"date":"2021-03-05T14:56:57","date_gmt":"2021-03-05T13:56:57","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=7666"},"modified":"2021-03-05T15:38:14","modified_gmt":"2021-03-05T14:38:14","slug":"dje-inflation-zieht-an-was-jetzt-zu-beachten-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dje-inflation-zieht-an-was-jetzt-zu-beachten-ist\/","title":{"rendered":"DJE : Inflation zieht an \u2013 was jetzt zu beachten ist"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">DJE: Seit der Finanzkrise halten die Zentralbanken die Zinsen niedrig. Ziel: Inflation stimulieren.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"title is-4 is-\"><strong>Von Dr. Ulrich Kaffarnik, DJE-Vorstand und Kapitalmarktstratege<\/strong><\/div>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit m\u00e4ssigem Erfolg \u2013 bis jetzt. Nahrungsmittel, Energie und Rohstoffe werden teurer, die Inflation steigt. Was das f\u00fcr Zinsen, Anleihen oder Aktien jetzt &amp;bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rohstoffpreise haben deutlich angezogen, etwa f\u00fcr Weizen und Mais. Gleiches gilt f\u00fcr \u00d6l sowie Edelmetalle. Die Preissteigerungen haben inzwischen die verschiedensten Sektoren erreicht \u2013 \u00fcber Anleihen, Aktien und Immobilien hinaus. Interessant ist aber, dass der \u00d6lpreis f\u00fcr die Inflation bisher noch keine Rolle spielt. So stieg die Inflationsrate im Januar in Deutschland um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als das Covid-19-Virus noch kaum einen Einfluss hatte. Dabei wirkten die Energiepreise noch inflationserm\u00e4ssigend. Das wird drehen. Wir sehen ab dem zweiten Quartal einen Aufw\u00e4rtstrend f\u00fcr Inflation \u2013 und rechnen damit, dass sich dieser im Jahresverlauf fortsetzt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6lpreis schl\u00e4gt auf Inflation durch<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u00d6lpreis war im Zuge der weltweiten Lockdown-Massnahmen, gerade im April und Mai 2020, sehr niedrig. Der jetzt deutlich h\u00f6here \u00d6lpreis wird auf die Inflationsrate durchschlagen. Wir sollten uns auf einen Inflationsanstieg zwischen 2 und 3 Prozent in der Eurozone und in den USA einstellen. Nach aktuellem Stand h\u00e4tten wir in einem Jahr beim \u00d6lpreis m\u00f6glicherweise die heutige Ausgangsbasis von rund 60 US-Dollar. Wenn der \u00d6lpreis in einem Jahr aber bei 50 US-Dollar steht, w\u00fcrde er die Inflationsrate negativ beeinflussen. Darum ist der Basiswert so wichtig, und der war vor einem Jahr sehr tief.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Zinsen als Indikator f\u00fcr anziehende Inflation<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt einen Zusammenhang zwischen Zinsen und Inflation: Wenn die Inflationserwartungen steigen, versuchen Investoren m\u00f6gliche Entwicklungen f\u00fcr die kommenden Monate vorwegzunehmen, also einzupreisen. Zurzeit sind es weiter steigende Preise f\u00fcr Nahrung, \u00d6l und Industriemetalle. Wir haben  einen starken Anstieg der Inflationserwartungen gesehen, in den USA lagen diese schon bei 2,2 Prozent. Zuletzt ist dieser Indikator allerdings wieder etwas zur\u00fcckgegangen. \u00dcbertragen auf die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer heisst das, dass sie davon ausgehen, dass der starke Inflationsanstieg vor\u00fcbergehend ist. Ob nur f\u00fcr ein paar Monate oder ein Jahr, ist offen.<\/p>\n<h6><strong>Inflation von \u00fcber 2 Prozent aushaltbar?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks versuchen schon seit langer Zeit die Inflationsrate zu stimulieren. Ist bisher nicht gegl\u00fcckt. Im Gegenteil, wir haben Jahre hinter uns, in denen die Inflationsraten zum Teil deutlich unter 2 Prozent waren. Aber jetzt kommen schon einige inflationstreibende Faktoren zusammen. Im Fr\u00fchjahr 2020, als die Kurse und auch die Konjunktur so stark eingebrochen waren, handelten die Notenbanken schnell, auch aus der Furcht vor einer systemischen Krise. Daher resultieren die beruhigenden Aussagen der Fed, man wolle die Leitzinsen vor 2023 nicht erh\u00f6hen. Aus meiner Sicht nicht besonders clever, weil keiner wissen kann, wie sich die Realwirtschaft oder die Inflationsraten in den n\u00e4chsten zwei, drei Jahren entwickeln werden \u2013 auch die Notenbanken nicht.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Expansive Haltung der Notenbanken<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell sieht es nach einer recht deutlichen Konjunkturerholung aus. Der Nachholbedarf beim Konsum ist gross, die Sparquoten sind durch die Krisenmassnahmen der Regierungen, Kurzarbeitergeld in Europa bzw. Schecks an die Arbeitnehmer in den USA, stark nach oben gegangen. In der Spitze hat die Sparquote in den USA die 30-Prozent-Marke \u00fcberschritten, ein historisches Novum. Auch in Deutschland lag sie bei \u00fcber 20 Prozent. Die aufgestaute Nachfrage d\u00fcrfte nach einem Ende des Lockdowns als preistreibender Faktor hinzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Notenbanken werden sich dann die Frage stellen m\u00fcssen, ob der Inflationsanstieg dauerhaft oder vor\u00fcbergehend ist. Allerdings d\u00fcrfte es nicht so schnell eine Diskussion \u00fcber eine Erh\u00f6hung der Leitzinsen geben, da die Fed bereits im Herbst 2020 gesagt hat, eine Inflationsrate von mehr als 2 Prozent f\u00fcr einen gewissen Zeitraum zu tolerieren, wenn sie lange Zeit darunter gewesen sind. Damit hat sie sich Zeit verschafft. Aber keine Frage, je l\u00e4nger der Inflationsanstieg dauert, desto st\u00e4rker wird der Druck auf die Notenbanken. F\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte w\u00fcrde das einen gewissen Liquidit\u00e4tsentzug bedeuten, was nicht w\u00fcnschenswert w\u00e4re. Bevor man an Zinserh\u00f6hungen denken kann, m\u00fcsste sich erst die Kommunikation von FEd und EZB \u00e4ndern.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Von inflation\u00e4ren zu deflation\u00e4re Szenarien?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gefahr ist momentan sehr gering. Wir werden eine relativ starke Konjunkturerholung sehen; es sei denn, es kommt jetzt noch ein richtiger R\u00fcckschlag bei den Covid-Zahlen, zum Beispiel mangels Impfstoff oder Impfbereitschaft. Aber von einer Deflation japanischen Ausmasses sind wir weit entfernt. In den vergangenen Jahren gab es in Europa und den USA \u00fcberwiegend Desinflation. Das heisst, die Inflationsraten sind positiv, also die Preise steigen nach wie vor, aber die Ver\u00e4nderungsrate ist r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Hohe Zinsen gut und schlecht f\u00fcr Wirtschaft <\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je geringer die Zinsen, umso geringer der Zinsaufwand f\u00fcr die Unternehmen \u2013 das wirkt sich isoliert betrachtet erst einmal positiv auf die Gewinne aus. F\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte sind niedrige oder sinkende Zinsen auch gut. Denn je niedriger die Zinsen, umso h\u00f6her ist der Bewertungsfaktor f\u00fcr Aktien. Anderseits ist es aber gesund, wenn die Zinsen steigen. Dies ist Zeichen daf\u00fcr, dass sich die Konjunktur erholt und die Unternehmen Spielr\u00e4ume haben h\u00f6here Preise an die Kunden weiterzugeben. Zudem gilt, dass Aktienkurse historisch betrachtet in Phasen steigender Zinsen wesentlich besser laufen als in Phasen stark fallender Zinsen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Schwelle f\u00fcr negatives Wirtschaftswachstum<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6glich w\u00e4re, dass die Zinsen von heute um 100 Basispunkte steigen, bevor es eine negative konjunkturelle R\u00fcckkoppelung gibt. Kritischer ist, wie sich dies an den Aktienm\u00e4rkten auswirkt. Insbesondere wenn die Zinsen schnell nach oben gehen, beeinflusst dies den Bewertungsfaktor f\u00fcr Dividendentitel. In diesem Fall allerdings nach unten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Zins- vs. Aktienpapiere  steigen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Beispiel von 10-j\u00e4hrigen US-Staatsanleihen kann man sagen, dass sich Anleger ab einer Rendite von vielleicht 2 Prozent Gedanken machen k\u00f6nnen, ob sie Aktien abbauen und wieder in Zinsanlagen zur\u00fcckgehen sollten. Aktuell liegt die Rendite der US-Treasuries aber erst bei rund 1,4 Prozent.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Pleitewelle f\u00fcr Zombie-Unternehmen?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland haben wir zum Beispiel einen sehr starken R\u00fcckgang der Insolvenz-Anmeldungen trotz Corona-Krise, was mit den staatlichen Hilfen zu tun hat. Aber faktisch ist es schon so, dass ein Unternehmen unter Umst\u00e4nden nur noch deswegen auf dem Markt ist, weil der Kreditzinssatz sehr niedrig ist. Daher gibt es auch hierzulande diese Zombie-Unternehmen. In Japan sind sie bereits seit langer Zeit ein Thema. Allerdings sch\u00e4tze ich den Begriff \u201eZombie-Unternehmen\u201c nicht, da hier h\u00e4ufig auch Unternehmen mit einbezogen werden, die zwar relativ ertragsschwach sind und niedrige Eigenkapital-quoten aufweisen, aber existentiell nicht bedroht sind.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Zombie-Unternehmen im Portfolio vermeiden<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben einen sehr aufwendigen und immer weiter verfeinerten Analyse-Prozess nach ganz verschiedenen Komponenten, unter anderem mit eingehender Bilanz- und Ertragsanalyse und regelm\u00e4ssigem Dialog mit den Entscheidungstr\u00e4gern der jeweiligen Firmen. Wir setzen uns f\u00fcr alle Investments Mindestvorgaben hinsichtlich Qualit\u00e4t, Eigenkapitalrendite und anderen Kennziffern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DJE: Seit der Finanzkrise halten die Zentralbanken die Zinsen niedrig. 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