{"id":7907,"date":"2021-04-08T18:05:19","date_gmt":"2021-04-08T16:05:19","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=7907"},"modified":"2021-04-09T10:06:48","modified_gmt":"2021-04-09T08:06:48","slug":"dws-wie-gross-ist-die-inflationsgefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dws-wie-gross-ist-die-inflationsgefahr\/","title":{"rendered":"DWS: Wie gro\u00df ist die Inflationsgefahr?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">DWS : Das Thema Inflation hat sich mit Wucht an den Kapitalm\u00e4rkten zur\u00fcckgemeldet. Ihre Entwicklung steht zu Recht im Fokus der Kapitalm\u00e4rkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von  Dr. Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa DWS<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn an ihr h\u00e4ngen sowohl die Renten- als auch die Aktienm\u00e4rkte. Der positive Gleichklang der vergangenen Jahre \u00acaus steigenden Aktien- und Anleihekursen \u00ac k\u00f6nnte sich ins Gegenteil verkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlich steigende Renditen setzen die Rentenm\u00e4rkte unter Druck und f\u00fchren zu Kursverlusten. Sollten auch die Realrenditen kr\u00e4ftig anziehen, also die Renditen nach Abzug der Inflationsrate, drohen zus\u00e4tzlich negative Effekte f\u00fcr den Aktienmarkt. \u201eBei der Abzinsung k\u00fcnftiger Gewinne spielt die H\u00f6he der realen Zinsen eine entscheidende Rolle\u201c, <strong>sagt Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa der DWS.<\/strong> Je h\u00f6her der Abzinsungsfaktor ausf\u00e4llt, desto weniger sind die k\u00fcnftigen Gewinne wert. Das f\u00fchrt dazu, dass auch die Bewertungen von Aktien unter Druck kommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick scheint einiges f\u00fcr einen starken Inflationsanstieg zu sprechen. Da sind zum einen die gigantischen Fiskalpakete, mit denen die Regierungen gegen die Coronakrise ank\u00e4mpfen und die \u00fcber neue Schulden finanziert wurden. So entsprach die Neuverschuldung der USA im vergangenen Jahr 17 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts, in der Eurozone waren es immerhin noch 8,5 Prozent. Zudem haben die Notenbanken die M\u00e4rkte mit Geld geflutet und tun dies weiterhin.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Kurzfristiger Inflationsanstieg nicht in die Zukunft fortschreibbar<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zumindest dieses Jahr, m\u00f6glicherweise aber bis 2022 hinein, d\u00fcrften die Preise deutlich steigen, erwartet Moryson. Das liege aber an Basiseffekten, wie beispielsweise an der Entwicklung der Rohstoffpreise, die im vergangenen Jahr rezessionsbedingt sehr niedrig waren und sich derzeit auf einem \u201enormalen Niveau\u201c einpegeln. Bliebe etwa der \u00d6lpreis der Sorte WTI diesen Monat bei rund 60 Dollar pro Fass, l\u00e4ge er mehr als 250 Prozent \u00fcber dem Durchschnittspreis vom April 2020. Vor der Covid-19-Pandemie, im Januar 2020, notierte der \u00d6lpreis allerdings auch bei 60 Dollar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland d\u00fcrfte zudem die Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer auf das Vor-Corona-Niveau kurzfristig zu einem weiteren Inflationsschub f\u00fchren. Langfristige Inflationstreiber sind solche Entwicklungen jedoch nicht. \u201eEinmalige Preisver\u00e4nderungen stellen keine Inflation dar. Inflation ist ein Prozess wiederkehrender Preiseanstiege\u201c, <strong>so Moryson.<\/strong> Deswegen solle man auch nicht die Preissch\u00fcbe \u00fcberbewerten, die sich dieses Jahr noch durch Angebotsengp\u00e4sse einerseits und aufgestaute Nachfrage andererseits ergeben k\u00f6nnten. Auch wenn sie die Inflation in Deutschland in der zweiten Jahresh\u00e4lfte noch Richtung drei Prozent treiben k\u00f6nnten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die mittelfristige Perspektive: Keine Preistreiber in Sicht<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um zu verstehen, woher dauerhafte Inflation kommen kann, muss man sich die einzelnen Komponenten der Inflationsrate anschauen. Preis\u00e4nderungen von G\u00fctern spielen schon seit Jahren kaum noch eine Rolle: Globalisierung, Produktivit\u00e4tsfortschritte durch Automatisierung und Digitalisierung haben die Herstellungskosten deutlich gesenkt und die Preissetzungsmacht der Produzenten und H\u00e4ndler deutlich beschnitten. \u201eDer einzig stabile Preistreiber ist der Dienstleistungssektor\u201c,<strong> sagt Moryson.<\/strong> \u201eDass es vor dem Hintergrund der hohen offenen und versteckten Arbeitslosigkeit in naher Zukunft zu kr\u00e4ftigen Lohnsteigerungen kommen wird, ist unwahrscheinlich.\u201c<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Demografischer Wandel k\u00f6nnte auf lange Sicht die Inflation beschleunigen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langfristig k\u00f6nnte die Alterung der Gesellschaft die Inflation allerdings anschieben. So wird laut Berechnungen der Vereinten Nationen in den gro\u00dfen Volkswirtschaften das Wachstum der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter stagnieren oder sogar kr\u00e4ftig schrumpfen. Da nicht damit zu rechnen ist, dass das Produktivit\u00e4tswachstum diesen Trend ausgleichen kann, droht folgender Effekt: Weil die Rentner weiterhin konsumieren, aber nicht mehr produzieren, st\u00f6\u00dft ein schrumpfendes Angebot auf eine stagnierende oder gar steigende Nachfrage. \u201eDas sind Zutaten f\u00fcr einen steigenden Inflationsdruck\u201c, <strong>analysiert Moryson.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob sich der Inflationsdruck tats\u00e4chlich in Inflation niederschl\u00e4gt, h\u00e4ngt nicht zuletzt von den Zentralbanken ab. Eine alternde Gesellschaft \u201ewill\u201c in der Regel keine Inflation. Nicht zuletzt, weil der Anteil der Rentner immer gr\u00f6\u00dfer wird. Da sie h\u00e4ufig nominale Renten beziehen, geht eine h\u00f6here Inflation immer mit realen Einkommenseinbu\u00dfen einher.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Auswirkungen auf die Kapitalm\u00e4rkte<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei Anleihen sieht Moryson eine unterschiedliche Entwicklung in Europa und den USA.<\/strong> In Europa d\u00fcrfte eine nachhaltig steigende Inflation noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nicht zu den gr\u00f6\u00dften Sorgen der Zentralbanken z\u00e4hlen. Ihr Fokus d\u00fcrfte st\u00e4rker auf den Finanzierungskonditionen und der Besch\u00e4ftigung liegen. Die Nominalzinsen d\u00fcrften deshalb nur graduell steigen. In den USA sind die Nominalzinsen bereits binnen eines Jahres von 0,5 auf 1,7 Prozent gestiegen. Die US-Notenbank hat mehrfach wiederholt, dass ihre Priorit\u00e4t bei Besch\u00e4ftigung und Finanzierungskonditionen liegt. Zudem sei sie bereit, eine Inflation leicht oberhalb von zwei Prozent f\u00fcr eine gewisse Zeit zu tolerieren. Angesichts der wirtschaftlichen Dynamik d\u00fcrfte die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm jedoch fr\u00fcher als die EZB zur\u00fcckfahren. \u201eSollte die tats\u00e4chliche Inflation mittelfristig niedrig bleiben, d\u00fcrften auch die nominalen Zinsen nicht mehr viel Spielraum nach oben haben\u201c, <strong>erwartet Moryson.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei Aktien gilt es, auf die Entwicklung von Gewinnen und Bewertungen zu blicken.<\/strong> F\u00fcr die Gewinne erwartet die DWS, dass die meisten Unternehmen in den globalen Aktienindizes den Margendruck, der durch steigende Preise von Rohstoffen und anderen Vorleistungen entsteht, durch Preiserh\u00f6hungen und Effizienzsteigerungen kompensieren k\u00f6nnen. Bei den Aktienbewertungen ist die Situation weniger eindeutig. Solange die nominalen Zinsen nicht ausbrechen und die realen Zinsen nicht deutlich positiv werden, d\u00fcrften die Bewertungen nicht stark unter Druck geraten. Falls sich die nominalen Zinsen aber in Richtung von drei Prozent entwickeln und klar positive Realzinsen erm\u00f6glichen, entwickelten sich Anleihen wieder zu einer echten Anlagealternative und die Bewertungen von Aktien k\u00f6nnten unter Druck kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DWS : Das Thema Inflation hat sich mit Wucht an den Kapitalm\u00e4rkten zur\u00fcckgemeldet. 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