{"id":8463,"date":"2021-06-11T09:39:27","date_gmt":"2021-06-11T07:39:27","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=8463"},"modified":"2021-06-11T09:39:27","modified_gmt":"2021-06-11T07:39:27","slug":"bantleon-die-ezb-verschiebt-das-tapering-problem-weiter-in-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-die-ezb-verschiebt-das-tapering-problem-weiter-in-die-zukunft\/","title":{"rendered":"Bantleon: Die EZB verschiebt das Tapering-Problem weiter in die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Bantleon: <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span>Die EZB hat auf ihrer Sitzung am 10. Juni beschlossen, die Anleihenk\u00e4ufe im Rahmen des PEPP bis zum Ende des 3. Quartals in einem \u00bberheblich h\u00f6heren\u00ab Umfang fortzusetzen, als w\u00e4hrend der ersten Monate des Jahres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"title is-4 is-\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"title is-4 is-\">\n<div class=\"title is-4 is-\"><strong>J\u00f6rg Angel\u00e9 Senior Economist<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<hr \/>\n<div class=\"container\">\n<div class=\"grid-w11\">\n<div class=\"title is-0 \">\n<p style=\"text-align: justify;\">Unserer Ansicht nach sollte mit dieser Entscheidung unbedingt der Eindruck vermieden werden, die Geldpolitik k\u00f6nnte weniger expansiv werden. Die W\u00e4hrungsh\u00fcter haben das \u00bbProblem\u00ab des Tapering damit jedoch lediglich in die Zukunft verschoben. Im September werden das konjunkturelle Umfeld und die stark gestiegene Inflationsrate eine Fortf\u00fchrung der PEPP-K\u00e4ufe mit erh\u00f6htem Volumen nicht mehr rechtfertigen. Wir gehen daher davon aus, dass die EZB ihre Anleihenk\u00e4ufe ab dem Herbst erkennbar reduzieren und das PEPP nicht \u00fcber den M\u00e4rz 2022 hinaus verl\u00e4ngert wird. Wir halten es daher f\u00fcr fraglich, ob die EZB den aktuellen Rahmen bei den PEPP-K\u00e4ufen (1.850 Mrd. EUR) am Ende aussch\u00f6pft. Wir rechnen unver\u00e4ndert mit der ersten Zinsanhebung im Jahr 2023.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die wichtigsten Ergebnisse<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB sieht weiterhin die Notwendigkeit einer \u00e4usserst akkommodierenden geldpolitischen Ausrichtung und wird die Anleihenk\u00e4ufe im Rahmen des PEPP daher bis zum Ende des 3. Quartals in einem \u00bberheblich h\u00f6heren\u00ab Umfang fortsetzen, als w\u00e4hrend der ersten Monate des Jahres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wachstums- und die Inflationsprognose f\u00fcr das laufende und das n\u00e4chste Jahr wurden gegen\u00fcber den M\u00e4rz-Projektionen teils sp\u00fcrbar angehoben. So wird f\u00fcr 2021 ein BIP-Zuwachs von 4,6% prognostiziert (zuvor 4,0%) und f\u00fcr 2022 wird ein Plus von 4,7% erwartet (zuvor 4,1%). Die Inflationsrate soll in diesem Jahr nun bei 1,9% liegen (zuvor 1,5%), 2022 wird mit 1,5% gerechnet (zuvor 1,2%).<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Unsere Einsch\u00e4tzung<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unserer Ansicht nach wollte die EZB mit der Entscheidung vom 10. Juni unbedingt den Eindruck vermeiden, die Wertpapierk\u00e4ufe k\u00f6nnten zur\u00fcckgefahren werden, sprich die geldpolitische Ausrichtung k\u00f6nnte weniger expansiv werden. Offenbar hatte man die Bef\u00fcrchtung, dass selbst die R\u00fccknahme des urspr\u00fcnglich bis Ende Juni angek\u00fcndigten erh\u00f6hten PEPP-Kaufvolumens als Signal f\u00fcr den Einstieg in den Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik verstanden worden w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die W\u00e4hrungsh\u00fcter haben dieses \u00bbProblem\u00ab nun jedoch lediglich in die Zukunft verschoben. Die konjunkturellen Perspektiven haben sich zuletzt erheblich aufgehellt. T\u00e4glich verf\u00fcgbare Konjunkturdaten deuten ebenso wie wichtige Fr\u00fchindikatoren (EMI, ifo-Index) darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung bereits im laufenden Quartal stark expandiert und im 3. Vierteljahr noch kr\u00e4ftiger w\u00e4chst. Im September wird sich diese Entwicklung auch in den \u00bbharten\u00ab Daten wie Einzelhandelsumsatz, Industrieproduktion und BIP widerspiegeln. Die EZB hat diesen Entwicklungen durch die merkliche Aufw\u00e4rtsrevision der BIP-Prognose f\u00fcr 2021 und 2022 Rechnung getragen. Zudem stellte EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde fest, die Risiken f\u00fcr den Konjunkturausblick seien nun nicht mehr abw\u00e4rtsgerichtet, sondern weitgehend ausgeglichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt, dass die Inflationsrate im August auf etwa 2,5% springen wird, um danach bis zum Jahressende bei knapp unter 3,0% zu verharren. Nachdem die EZB die Inflationsrisiken noch im Dezember 2020 sowohl f\u00fcr das laufende Jahr als auch 2022 quasi als non-existent einstufte, musste sie nun zum wiederholten Male nachjustieren. Erw\u00e4hnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Aufw\u00e4rtsrevision der Kerninflationsrate \u2013 ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel \u2013 um 0,1%- bis 0,2%-Punkte f\u00fcr die Jahre 2021, 2022 und 2023. Unseres Erachtens untersch\u00e4tzen die W\u00e4hrungsh\u00fcter die Inflationsrisiken aber nach wie vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gehen daher davon aus, dass die EZB ihre Anleihenk\u00e4ufe ab dem Herbst erkennbar reduzieren und das PEPP nicht \u00fcber den M\u00e4rz 2022 hinaus verl\u00e4ngert wird. Die gew\u00e4hlte Formulierung in der geldpolitischen Stellungnahme l\u00e4sst zudem ein Hintert\u00fcrchen offen, die K\u00e4ufe auch schon im 3. Quartal zu reduzieren, zumindest gegen\u00fcber dem j\u00fcngsten Volumen von knapp 20 Mrd. EUR pro Woche. Diese M\u00f6glichkeit betonte Lagarde w\u00e4hrend der Pressekonferenz sogar explizit. Von Januar bis Mitte M\u00e4rz lag das w\u00f6chentliche Volumen bei 14 Mrd. EUR. Eine Reduktion der K\u00e4ufe im Sommer auf beispielsweise 17 Mrd. EUR pro Woche, die schon aus saisonalen Gr\u00fcnden wahrscheinlich ist, w\u00e4re immer noch gleichbedeutend mit einem deutlich h\u00f6heren Kaufvolumen als zu Beginn des Jahres. Wir halten es daher f\u00fcr fraglich, ob die EZB den aktuellen Rahmen bei den PEPP-K\u00e4ufen (1.850 Mrd. EUR) am Ende aussch\u00f6pft. Eine nochmalige Aufstockung des PEPP-Rahmens erscheint somit unwahrscheinlich. Wir rechnen unver\u00e4ndert mit der ersten Zinsanhebung im Jahr 2023.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gehen davon aus, dass der erwartete dynamische Konjunkturaufschwung kr\u00e4ftiger ausf\u00e4llt als derzeit von der EZB unterstellt. Im Zuge dessen d\u00fcrfte auch die Inflationsrate im n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten Jahr h\u00f6her ausfallen als von der EZB prognostiziert. Wir halten es daher f\u00fcr wahrscheinlich, dass die PEPP-Nettok\u00e4ufe ab dem 3. Quartal 2021 reduziert werden und das PEPP-Volumen am Ende nicht aussch\u00f6pft wird. Sp\u00e4testens im Herbst d\u00fcrfte eine Diskussion \u00fcber ein Ende der PEPP-K\u00e4ufe unumg\u00e4nglich werden. Erste Stimmen aus dem EZB-Rat hatten bereits jetzt die M\u00f6glichkeit einer Einstellung per Ende M\u00e4rz 2022 ins Spiel gebracht. Die Netto-Anleihenk\u00e4ufe im Rahmen des APP k\u00f6nnten dann im weiteren Jahresverlauf 2022 reduziert bzw. eingestellt werden. Eine erste Zinsanhebung w\u00e4re dann 2023 m\u00f6glich.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 8pt;\">Rechtlicher Hinweis:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Die in diesem Beitrag gegebenen Informationen, Kommentare und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Die hier dargestellten Informationen st\u00fctzen sich auf Berichte und Auswertungen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Quellen. Obwohl die Bantleon Bank AG der Auffassung ist, dass die Angaben auf verl\u00e4sslichen Quellen beruhen, kann sie f\u00fcr die Qualit\u00e4t, Richtigkeit, Aktualit\u00e4t oder Vollst\u00e4ndigkeit der Angaben keine Gew\u00e4hrleistung \u00fcbernehmen. Eine Haftung f\u00fcr Sch\u00e4den irgendwelcher Art, die sich aus der Nutzung dieser Angaben ergeben, wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit l\u00e4sst keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die k\u00fcnftige Wertentwicklung zu.<\/span><\/p>\n<p>Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bantleon: Die EZB hat auf ihrer Sitzung am 10. Juni beschlossen, die Anleihenk\u00e4ufe im Rahmen des PEPP bis zum Ende des 3. 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