{"id":8772,"date":"2021-07-22T12:17:43","date_gmt":"2021-07-22T10:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=8772"},"modified":"2021-07-22T12:18:46","modified_gmt":"2021-07-22T10:18:46","slug":"dpam-wenn-der-klimawandel-die-globale-politk-trifft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/dpam-wenn-der-klimawandel-die-globale-politk-trifft\/","title":{"rendered":"DPAM: Wenn der klimawandel die globale politk trifft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">DPAM : <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span>Die im November stattfindende UN-Klimakonferenz in Glasgow wird ein Moment in der Geschichte sein, den die politische F\u00fchrung nutzen sollte, um eine <strong>sofortige Kehrtwende bei den Treibhausgas-Emissionen durchzusetzen<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><strong>DPAM CIO View Fixed Income<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong>Von Peter De Coensel<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die im November stattfindende UN-Klimakonferenz in Glasgow wird ein Moment in der Geschichte sein, den die politische F\u00fchrung nutzen sollte, um eine <strong>sofortige Kehrtwende bei den Treibhausgas-Emissionen durchzusetzen<\/strong>. Die Zeit der Kaffeekr\u00e4nzchen ist vorbei, jetzt hei\u00dft es Umsetzen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fiskalische und monet\u00e4re klimapolitische Ma\u00dfnahmen werden sich mit traditionellen fiskalischen und monet\u00e4ren Strategien vermischen.<\/strong> In den gegenw\u00e4rtigen Reaktionsfunktionen der Zentralbanken werden Aspekte der Klimaanpassung Ber\u00fccksichtigung finden. Das entsprechende Research steht noch am Anfang, sollte aber Beachtung finden<strong>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fiskalpolitischen Bestrebungen auf supranationaler Ebene zeigen die Bereitschaft und die hohen Ambitionen. Allerdings wird auf <strong>nationaler Ebene eine \u00e4hnliche Einsch\u00e4tzung f\u00fcr die Dringlichkeit<\/strong> erforderlich sein, um bis 2030 die Trendwende zu erreichen. Seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 ist <strong>wertvolle Zeit verloren gegangen<\/strong>, da die USA beschlossen hatten, die globalen Anstrengungen zwischen 2016 und 2020 zu blockieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie uns einen Denkansatz erarbeiten, um \u00fcber die aktuellen Bewertungen in den verschiedenen Anlageklassen an den Finanzm\u00e4rkten nachzudenken. Bei der langfristigen Betrachtung geht es um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Geld- und Fiskalpolitik, w\u00e4hrend der mittelfristige Blickwinkel die L\u00e4nge des aktuellen Konjunkturzyklus oder besser die Erwartung, dass es ein sehr kurzer sein k\u00f6nnte, fokussiert. Der kurzfristige Blickwinkel thematisiert schlie\u00dflich, was eine Korrektur bei Risikoanlagen ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Viele Marktteilnehmer w\u00fcrden eine Korrektur begr\u00fc\u00dfen, um die M\u00e4rkte mit dem n\u00f6tigen Antrieb f\u00fcr einen n\u00e4chsten, soliden Anstieg zu versorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Europ\u00e4ische Kommission k\u00fcndigte das Programm \u201eFit for 55\u201c an, mit dem die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 % gesenkt werden sollen, wobei das Jahr 1990 als Basis dient. Bis 2019 hatte die EU ihre Emissionen bereits um 24 % gegen\u00fcber 1990 gesenkt. Somit w\u00fcrde der Plan eine weitere Senkung um 31 % in den n\u00e4chsten neun Jahren bedeuten. Dieser schl\u00e4gt zw\u00f6lf Ma\u00dfnahmen vor, die auf die Bereiche Energie, Industrie, Verkehr und Geb\u00e4udeheizung abzielen. Industrie und Haushalte werden ermutigt, auf einen gr\u00fcneren Energiemix umzusteigen. Dazu z\u00e4hlt ein weltweit einzigartiges Grenzzollsystem, das Importe von CO2-emissionsintensiven G\u00fctern wie Stahl und Zement, die au\u00dferhalb der EU produziert werden, besteuert. Die Verhandlungen werden mindestens zwei Jahre andauern. Der Ehrgeiz tritt hier in den Hintergrund, trotz inspirierender Vorschl\u00e4ge wie einem Verkaufsverbot f\u00fcr neue Autos mit Verbrennungsmotor bis 2035. In Bezug auf national festgelegte Beitr\u00e4ge bis Ende 2020 l\u00e4uten bei der UN die Alarmglocken. Die vielversprechenden Ma\u00dfnahmen der USA, Chinas und der EU reichen bei weitem nicht aus, um das Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weltklimarat (IPCC) fordert einen globalen Emissionsr\u00fcckgang von 45% im Jahr 2030 gegen\u00fcber dem Stand von 2010, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen und die globale Erw\u00e4rmung auf etwa 1,5 \u00b0C zu begrenzen. <strong>Scheinbar jonglieren einzelne L\u00e4nder und Regionen mit den Basisjahren. Die Bestrebungen unterscheiden sich je nach Reduktionszielen, die von den Basisjahren 1990, 2010 oder 2016 ausgehen.<\/strong> Die Ambitionen zur Treibhausgasreduktion sollten sowohl in absoluten Zahlen als auch in Form eines Pro-Kopf-Fu\u00dfabdrucks angegeben werden. <strong>Momentan steigen die globalen Treibhausgasemissionen noch an.<\/strong> Alles h\u00e4ngt von der strikten Umsetzung der nationalen Ziele in allen Regionen ab, wobei das UN-Konzept des \u201efairen Anteils\u201c zum Tragen kommen muss, das die Messlatte f\u00fcr die Industriel\u00e4nder gegen\u00fcber den Schwellenl\u00e4ndern h\u00f6her legt. Bezogen auf den Pro-Kopf-Aussto\u00df tragen China und die USA mit etwa 40 % der globalen Treibhausgasemissionen eine hohe Verantwortung. Weitere Updates zu den nationalen Zielen vor dem COP26-Gipfel in Glasgow Ende dieses Jahres sollten zu erwarten sein. <strong>Leider zeigen die aktuellen nationalen Werte, dass wir uns auf einem Pfad von etwa 1% der Treibhausgas-Reduktionen bis 2030 befinden, im krassen Gegensatz zu den vom Weltklimarat geforderten 45%.<\/strong> Diese Zahl steigt auf 25%, wenn wir unter einem Anstieg der globalen Erw\u00e4rmung von 2\u00b0C bleiben wollen. 55% sind immer noch ein Kompromiss, da die Europ\u00e4ische Union um etwa weitere 10% reduzieren sollte (d.h. 65% gegen\u00fcber dem Niveau von 1990 oder etwa 60% gegen\u00fcber dem Niveau von 2010), um die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Steuerung des Klimawandels in den H\u00e4nden der politischen Elite ist fragil und anf\u00e4llig f\u00fcr Schlupfl\u00f6cher. Die Einf\u00fchrung einer Fiskalpolitik, die Risikominderung und Verhaltens\u00e4nderungen in Umweltfragen unterst\u00fctzt, ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung! <strong>Der Einsatz der Geldpolitik kann die Erfolgswahrscheinlichkeit aber erh\u00f6hen. <\/strong>Die EZB, die Bank of England und seit letzter Woche auch die Bank of Japan haben das Klimarisiko in ihren Policy-Mix mit aufgenommen. Zentralbanken k\u00f6nnen die Finanzierungskan\u00e4le von Regierungen und Unternehmen auf globaler Ebene steuern. In dem Moment, in dem die Finanzierungskosten f\u00fcr \u201eEnabler\u201c, die den \u00f6kologischen Fortschritt f\u00f6rdern bzw. anf\u00fchren, attraktiv werden, sollten nachz\u00fcglerische Unternehmen und Regierungen anfangen, aufmerksam zu werden. In vielen F\u00e4llen k\u00f6nnte die Umwelt zu einem strategischen \u201eZiel Nr. 1\u201c werden. Dazu k\u00f6nnte die Geldpolitik auch die Finanzierung bestehender oder zuk\u00fcnftiger Unternehmungen erleichtern, die Innovationen im Allgemeinen oder technologische Durchbr\u00fcche im Besonderen vorantreiben. <strong>Fiskalische und monet\u00e4re Klimapolitik sollten sich gegenseitig verst\u00e4rken. <\/strong>Angesichts der oben erw\u00e4hnten gigantischen Herausforderungen werden ma\u00dfvolle Finanzierungskosten erforderlich. Da die B\u00fchne global ist, glaube ich, dass sich die langfristigen Zinss\u00e4tze \u00fcber einen Horizont bis 2030 auf einem Konvergenzpfad befinden. <strong>Ein Pfad, der die Renditen f\u00fcr Staatsanleihen wie auch f\u00fcr Unternehmensanleihen auf dem aktuellen Niveau verankert.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittelfristig betrachtet ist ein k\u00fcrzerer Konjunkturzyklus n\u00f6tig, w\u00e4hrend die COVID-19-Pandemie besiegt wird. Die globale Wiederer\u00f6ffnung der Wirtschaft hat viel Reibung in den Nachfrage- und Lieferketten verursacht. Sie haben jedoch eine erstaunliche Widerstandsf\u00e4higkeit bzw. F\u00e4higkeit, sich wieder zu erholen gezeigt. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Produktionsl\u00fccken schlie\u00dfen, bestimmt auch, wie fr\u00fch der Zyklus endet. Es ist zu erwarten, dass eine \u00dcberhitzung zu einer verantwortungsvollen Straffung der Geldpolitik in den Industrie- und Schwellenl\u00e4ndern f\u00fchren wird. Letzte Woche beendete Neuseeland sein Programm quantitativer Ma\u00dfnahmen, weitere Industriel\u00e4nder werden folgen. Die FED wird bis zum Ende des Sommers einen \u201eTapering-Beginn Anfang 2022\u201c ank\u00fcndigen. Dies korrespondiert mit der Hausse an den Anleihenm\u00e4rkten in den letzten anderthalb Monaten, in denen die US- und schlie\u00dflich auch die EU-Anleihenm\u00e4rkte den \u201ekurzen Zyklus\u201c als Basisszenario gew\u00e4hlt haben. Dabei ist zu erwarten, dass ein vollst\u00e4ndiger Zinserh\u00f6hungszyklus im Vergleich zu den letzten 40 Jahren eher bescheiden ausfallen wird. Der endg\u00fcltige Leitzins der FED wird nicht bei 2,25% bis 2,50%, sondern m\u00f6glicherweise \u201enur\u201c zwischen 1,25 % und 1,50 % liegen. Dies k\u00f6nnte die positive Entwicklung am US-Staatsanleihenmarkt erkl\u00e4ren und steht auch in Verbindung mit den oben genannten l\u00e4ngerfristigen Herausforderungen. <strong>Fiskalisch unterst\u00fctzende Umweltinvestitionen werden im normalen Finanzjargon einen niedrigen \u201eReturn on Investment\u201c erzielen, aber einen hohen Mehrwert f\u00fcr die Menschen und den Planeten.<\/strong> Die Erzwingung negativer Realrenditen auf der globalen Investitionsszene ist ein Nebenprodukt dieser komplexen Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzfristige Faktoren, die eine Marktkorrektur ausl\u00f6sen k\u00f6nnten, sind indes am einfachsten auszumachen: Die M\u00e4rkte behandeln erneute COVID-Wellen als \u201eTail-Risk\u201c. In dem Moment, in dem dies das Basisrisiko abl\u00f6st, k\u00f6nnte die Korrektur scharf ausfallen. Die Impfquoten sind in einigen entwickelten L\u00e4ndern unzureichend und in den Schwellenl\u00e4ndern eigentlich nicht vorhanden. Eine weltweite Massenimpfung wird jedoch irgendwann zu einer Herdenimmunit\u00e4t f\u00fchren und COVID-19 auf den Status einer Grippe abwerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div class=\"nospace\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<article class=\"article\"><\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DPAM : Die im November stattfindende UN-Klimakonferenz in Glasgow wird ein Moment in der Geschichte sein, den die politische F\u00fchrung nutzen sollte, um eine sofortige Kehrtwende bei den Treibhausgas-Emissionen durchzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6600,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[113],"class_list":["post-8772","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-dpam"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8772"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8772\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8775,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8772\/revisions\/8775"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}