{"id":8776,"date":"2021-07-22T12:43:11","date_gmt":"2021-07-22T10:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=8776"},"modified":"2021-07-22T12:43:11","modified_gmt":"2021-07-22T10:43:11","slug":"vanguard-inflation-setzt-schwellenlaender-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/vanguard-inflation-setzt-schwellenlaender-unter-druck\/","title":{"rendered":"Vanguard : Inflation setzt Schwellenl\u00e4nder unter Druck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vanguard : Die starke Erholung in den USA und der damit verbundene Reflationsdruck k\u00f6nnten f\u00fcr Teile des Schwellenl\u00e4nderuniversums eine Herausforderung darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Nick Eisinger, Fondsmanager f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder-Anleihen bei Vanguard<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am deutlichsten zeigt sich dies an den M\u00e4rkten f\u00fcr US-Treasuries und \u2013 in geringerem Masse \u2013 deutsche Bundesanleihen. Dort hat die Sorge, dass ein \u00dcberschiessen der Inflation die US Federal Reserve (Fed) und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) zu einem Kurswechsel veranlassen k\u00f6nnte, in diesem Jahr zu Zinsvolatilit\u00e4t und einem allgemeinen Anstieg der Real- und Nominalrenditen gef\u00fchrt. Weder die Fed noch die EZB d\u00fcrfte jedoch ihre Geldpolitik pl\u00f6tzlich \u00e4ndern, der aktuelle Inflationsdruck wird kaum nachlassen. Dass die beiden Zentralbanken fr\u00fcher als erwartet auf den anhaltenden Inflationsdruck reagieren k\u00f6nnten, stellt dennoch ein geringes, aber wachsendes Extremrisiko dar. Selbst wenn dies nicht geschieht, ist am Obligationenmarkt eine gewisse Skepsis gegen\u00fcber der Einsch\u00e4tzung erkennbar, dass der Inflationsdruck lediglich ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen sein wird.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Das gesamte Schwellenl\u00e4nderuniversum wird unter Druck geraten<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein pl\u00f6tzlicher Richtungswechsel der Fed h\u00e4tte eine Ver\u00e4nderung der finanziellen Rahmenbedingungen zur Folge, vor allem wenn die Realzinsen steigen (das heisst, wenn die Nominalzinsen schneller als entweder die Kern- oder die Breakeven-Inflation steigen). F\u00fcr eine Reihe von Risikoanlagen an den Aktien- und Anleihenm\u00e4rkten k\u00f6nnte das Fahrwasser dadurch deutlich rauer werden, und Schwellenl\u00e4nderanlagen d\u00fcrften mit zu den ersten geh\u00f6ren, die von diesem Anpassungsprozess getroffen werden. Die Anlageklasse ist in hohem Masse auf Finanzierung aus dem Ausland und einen neutralen bis schwachen US-Dollar angewiesen. Eine pl\u00f6tzliche Ver\u00e4nderung kann f\u00fcr sie daher eine erhebliche Belastung darstellen. In der Vergangenheit z\u00e4hlten Schwellenl\u00e4nderanlagen zu den ersten Anlageklassen, die auf einen Kurswechsel der Fed reagierten. Inzwischen haben sich die Fundamentaldaten einiger Schwellenl\u00e4nder zwar verbessert und viele L\u00e4nder greifen verst\u00e4rkt auf lokale (statt ausl\u00e4ndische) Finanzierung zur\u00fcck. Dennoch gehen wir davon aus, dass die Schwellenl\u00e4nder insgesamt unter Druck geraten werden.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Volkswirtschaften erholen sich mit unterschiedlichem Tempo<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass die wirtschaftliche Erholung in den Schwellen- und Industriel\u00e4ndern unterschiedlich schnell verl\u00e4uft. Bei den hochwertigeren Investment-Grade-Staatsanleihen von Schwellenl\u00e4ndern sind bereits starke Anzeichen einer Konjunkturerholung zu erkennen. Das heisst, die Finanzministerien k\u00f6nnen mit der Konsolidierung des Staatshaushaltes beginnen und die Zentralbanken k\u00f6nnen ihre Geldpolitik normalisieren. In der Regel k\u00f6nnen sich die Schwellenl\u00e4nder den Luxus, ihre Wirtschaft \u00abheisslaufen zu lassen\u00bb, wie die Fed signalisiert hat, nicht leisten. Vielmehr werden sie darauf bedacht sein, ihre hart erarbeitete geldpolitische Glaubw\u00fcrdigkeit zu untermauern. In vielen Schwellenl\u00e4ndern, insbesondere jenen am schw\u00e4cheren Ende des Kreditspektrums, wird die Erholung dennoch schwer zu erreichen sein oder \u00e4usserst l\u00fcckenhaft ausfallen. Den politischen Entscheidungstr\u00e4gern in diesen L\u00e4ndern wird es \u00e4usserst schwer fallen, ihre akkommodierende geld- oder fiskalpolitische Unterst\u00fctzung aufrechtzuerhalten. F\u00fcr viele der schw\u00e4cheren sogenannten Frontier-L\u00e4nder stellen die h\u00f6heren \u00d6lpreise derzeit einen erheblichen Vorteil dar: Zum einen mindern sie die fiskalische Belastung und zum anderen sind dadurch weniger harte Einschnitte bei den Ausgaben vonn\u00f6ten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Steigende Zinsen sind in vielen ost- und mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern eingepreist<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Zentralbanken in Schwellenl\u00e4ndern, die einen Inflationsanstieg verzeichnen, haben ihre Geldpolitik bereits gestrafft oder entsprechende Pl\u00e4ne signalisiert. Brasilien und Russland haben ihre Zinsen angehoben, was in vielen ost- und mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Ungarn und der Tschechischen Republik bereits eingepreist ist. Das Tempo der Zinsanhebungen d\u00fcrfte sich angesichts der uneinheitlichen, recht unbest\u00e4ndigen Erholung in einigen L\u00e4ndern in diesem Stadium in Grenzen halten. Dass die Geldpolitik so akkommodierend sein wird wie zuvor, ist jedoch ebenso wenig vorstellbar. In Anbetracht dessen scheint beim Eingehen aktiver Engagements in Zinspapieren der Schwellenl\u00e4nder oder Duration insgesamt Vorsicht angebracht, wenngleich sich vereinzelt attraktive Anlagechancen er\u00f6ffnen (beispielsweise k\u00f6nnen Anleger auf eine Abflachung der s\u00fcdafrikanischen Zinskurve setzen). Nach dem Ende des Straffungszyklus wird es Spielraum f\u00fcr ein erneutes Engagement geben.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Auswirkungen auf W\u00e4hrungen und Anleihen der Schwellenl\u00e4nder<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lagen die Zinsen in den Schwellenl\u00e4ndern h\u00f6her als in den USA, war dies ist der Vergangenheit stets ein guter Zeitpunkt, um ein Engagement in Schwellenl\u00e4nderw\u00e4hrungen einzugehen. Dies d\u00fcrfte auch in der Zukunft der Fall sein, insbesondere in unserem Basisszenario, in dem die Fed sehr langsam und zur\u00fcckhaltend agiert. Der Anlageklasse wird der h\u00f6here Carry gegen\u00fcber den USA zugutekommen, desgleichen wird sie davon profitieren, dass die Konjunkturerholung in den Schwellenl\u00e4ndern allm\u00e4hlich den R\u00fcckstand zu den USA aufholt. Eine gewisse Vorsicht scheint geboten, weil Schwellenl\u00e4nderw\u00e4hrungen zunehmend \u00fcberlaufen sind und ein deutlicher Kurswechsel der Fed (unter unserem Szenario mit Extremrisiko) zu betr\u00e4chtlichen Mittelabfl\u00fcssen aus dem Schwellenl\u00e4nderuniversum f\u00fchren k\u00f6nnte. F\u00fcr Schwellenl\u00e4nderw\u00e4hrungen h\u00e4tte dies ungeachtet der Fundamentaldaten negative Folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anleihensegment k\u00f6nnte ein deutlicher Inflationsschock in den USA, der die Fed zu unerwarteten Zinsschritten veranlasst, den Schwellenl\u00e4ndern erheblichen Schaden zuf\u00fcgen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr L\u00e4nder mit hohem Finanzierungsbedarf wie die T\u00fcrkei und Teile Lateinamerikas. Staatsanleihen mit robusteren Fundamentaldaten k\u00f6nnten solchen Schocks besser standhalten. Allerdings weisen gerade sie nur einen geringen Spread-Puffer auf, der eine Schw\u00e4che von US-Treasuries oder h\u00f6here Rendite abfedern k\u00f6nnte. Bei einem m\u00e4ssigen Anstieg der Renditen von US-Treasuries, der nicht zu Mittelabfl\u00fcssen aus den Schwellenl\u00e4ndern oder einer deutlichen Versch\u00e4rfung der Finanzierungsbedingungen f\u00fchrt, k\u00f6nnen hochverzinsliche Staatsanleihen der Schwellenl\u00e4nder eine gute Wertentwicklung erzielen, da ihr Spread-Puffer viel gr\u00f6sser ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vanguard : Die starke Erholung in den USA und der damit verbundene Reflationsdruck k\u00f6nnten f\u00fcr Teile des Schwellenl\u00e4nderuniversums eine Herausforderung darstellen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":7807,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[37],"tags":[171],"class_list":["post-8776","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-marktanalyse","tag-vanguard"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8776"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8777,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8776\/revisions\/8777"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7807"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}