{"id":9049,"date":"2021-09-14T10:17:56","date_gmt":"2021-09-14T08:17:56","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=9049"},"modified":"2021-09-14T10:20:47","modified_gmt":"2021-09-14T08:20:47","slug":"lfde-rekalibrierung-statt-tapering-ezb-nimmt-fuss-leicht-vom-gas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lfde-rekalibrierung-statt-tapering-ezb-nimmt-fuss-leicht-vom-gas\/","title":{"rendered":"LFDE : Rekalibrierung statt Tapering: EZB nimmt Fuss leicht vom Gas"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">LFDE : Die Geldpolitik ist h\u00e4ufig eine Politik der Worte, die allerdings durchaus Wirkung zeigt.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Makro view der Woche<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Autoren: Olivier de Berranger, CIO, LFDE<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der j\u00fcngste Auftritt der EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde veranschaulicht dies nur zu gut. Auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses vom 9. September kommentierte sie ihre eigenen Massnahmen und erkl\u00e4rte hinsichtlich der Reduzierung der Wertpapierk\u00e4ufe durch die Zentralbank: \u201eThe Lady is not tapering, she\u2019s recalibrating\u201c. Sprich: Sie signalisiert eine \u201eRekalibrierung, aber noch kein Tapering\u201c.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>EZB drosselt Tempo bei Anleihek\u00e4ufen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Markt nahm die Nachricht, die er ohnehin erwartet hatte, sehr gut auf \u2013 zumal sie nett verpackt ist: \u201eRekalibrieren\u201c klingt viel sanfter als \u201egeldpolitische Unterst\u00fctzung verringern\u201c. Dennoch handelt es sich genau darum: Statt weiterhin Anleihen f\u00fcr fast 80 Milliarden Euro pro Monat im Rahmen des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) zu kaufen, wird die EZB diesen Betrag leicht reduzieren. \u201eReduzieren\u201c klingt aber immer noch zu negativ. Die EZB setzt also die K\u00e4ufe fort, jedoch in einem \u201emoderat geringeren\u201c Tempo. Wie viel geringer? Das ist nicht bekannt. W\u00e4re ein konkreter Betrag zu be\u00e4ngstigend? Viele rechnen allerdings mit einer Verringerung in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 10 bis 20 Milliarden Euro pro Monat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es klar zu sagen: Zumindest im Rahmen dieses Programms (denn es gibt noch andere) handelt es sich sehr wohl um eine Drosselung der geldpolitischen Unterst\u00fctzung. Hierbei kommt die EZB zur Abwechslung einmal der US-Notenbank ein wenig zuvor, die j\u00fcngst \u00e4u\u00dferte, dass ein Tapering gepr\u00fcft werde. In diesem Fall wurde das Tabuwort auch verwendet. Bei einem Tapering geht es um eine echte Verringerung der Geldmenge.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Kein Grund zur Sorge f\u00fcr die M\u00e4rkte<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Aussichten auf diese \u201eRekalibrierungen\u201c k\u00f6nnten die M\u00e4rkte auf den ersten Blick beunruhigen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Warum?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens sind sie in dieser Phase des Zyklus v\u00f6llig berechtigt. In den wohlhabenden L\u00e4ndern zeigen sich Wachstum und Inflation ungewohnt stark. Diese St\u00e4rke steht zwar auf wackligen Beinen, zumal sie zu gro\u00dfen Teilen kreditfinanziert ist (auch im \u00f6kologischen Sinne), doch sie ist unbestreitbar vorhanden. Die hohe Inflation k\u00f6nnte sich als nachhaltiger erweisen als erwartet, sodass sich die Notenbanken gezwungen sehen, die Geldpolitik st\u00e4rker zu straffen als geplant. Die Zukunft wird es zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens gibt es zumindest bei der EZB ein weiteres, \u00e4lteres Kaufprogramm: das APP (Asset Purchase Programme) mit einem Volumen von derzeit 20 Milliarden Euro pro Monat ohne festes Ablaufdatum. Es ist vorstellbar, wenn auch nicht sicher, dass bei diesem Programm das Tempo angezogen wird und dadurch die Verringerung des PEPP zumindest teilweise ausgeglichen wird.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Alles eine Frage des Gleichgewichts<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberdies w\u00fcrden diese \u201eRekalibrierungen\u201c, auch wenn sie heftig sein sollten, die Dynamik der Kapitalstr\u00f6me bei Staatsanleihen nicht v\u00f6llig auf den Kopf stellen. Denn die Zentralbanken der grossen L\u00e4nder halten eine betr\u00e4chtliche Menge der Staatsschulden ihrer L\u00e4nder bzw. ihrer Region: in den USA sind es rund 20 %, in der Eurozone und insbesondere in Japan noch mehr. Der blosse Umstand, dass die Zentralbanken den f\u00e4llig werdenden Bestand reinvestieren, garantiert den Staaten einen erheblichen Teil ihres j\u00e4hrlichen Refinanzierungsbedarfs. Solange also die Zentralbanken ihre Bilanz nicht verringern \u2013 und davon ist gegenw\u00e4rtig in keiner Weise die Rede \u2013, wird den Staaten die Finanzierung wesentlich erleichtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wird dieser Mechanismus ein tragisches Ende nehmen?<\/strong> Vermutlich nicht, denn je mehr die Zentralbanken nach dieser Logik handeln, desto gr\u00f6sser ist ihr Interesse, diesen Mechanismus zu erhalten und sich zu koordinieren, um einen Zusammenbruch des Systems zu vermeiden. Die chronischen und aufeinander abgestimmten Ungleichgewichte schaffen somit die Voraussetzungen f\u00fcr ein st\u00e4rkeres Gleichgewicht \u2013 eines von grossem Format.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LFDE : Die Geldpolitik ist h\u00e4ufig eine Politik der Worte, die allerdings durchaus Wirkung zeigt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6281,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[154],"class_list":["post-9049","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-lfde"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9049"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9049\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9050,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9049\/revisions\/9050"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}