{"id":9112,"date":"2021-09-22T12:13:58","date_gmt":"2021-09-22T10:13:58","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=9112"},"modified":"2021-09-22T12:16:55","modified_gmt":"2021-09-22T10:16:55","slug":"bantleon-die-eu-fiskalregeln-sind-die-naechste-nagelprobe-der-waehrungsunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-die-eu-fiskalregeln-sind-die-naechste-nagelprobe-der-waehrungsunion\/","title":{"rendered":"Bantleon: Die EU-Fiskalregeln sind die n\u00e4chste Nagelprobe der W\u00e4hrungsunion"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Bantleon: <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span>Die deutsche Bundestagswahl steht vor der T\u00fcr, ohne dass \u00fcber ein wichtiges Thema ernsthaft diskutiert wurde: die Zukunft Europas \u2013 speziell der EU-Fiskalregeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Daniel Hartmann Chefvolkswirt<\/strong><\/p>\n<div class=\"title is-4 is-\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"title is-0 \">\n<div class=\"title is-4 is-\">\n<div class=\"title is-4 is-\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Dabei werden hier in den n\u00e4chsten Monaten Weichen gestellt, die \u00fcber die k\u00fcnftige Stabilit\u00e4t der W\u00e4hrungsunion entscheiden.<\/p>\n<p>Bereits vor der Coronavirus-Krise sind die Regeln des Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakts in die Kritik geraten. Zum einen wegen ihrer Komplexit\u00e4t und zum anderen wegen der willk\u00fcrlichen Auslegung. Mit dem Beginn der Pandemie wurden die Budgetvorgaben dann g\u00e4nzlich ausgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Der dadurch entstandene Spielraum wurde von den Mitgliedsl\u00e4ndern der Eurozone reichlich genutzt.<\/strong> Nach Sch\u00e4tzung der EU-Kommission d\u00fcrften die Haushaltsdefizite 2021 im Durchschnitt bei 8,0% liegen (nach 7,2% 2020 und 0,6% 2019), w\u00e4hrend die Schuldenstandsquote auf 102% schnellen wird (2019: 86%). Erlaubt w\u00e4ren eigentlich nur 3,0% bzw. 60%.<\/p>\n<p><strong>Im Jahr 2023 soll die regellose Zeit enden. Das f\u00fcrchten die s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4nder und Frankreich jedoch wie der Teufel das Weihwasser.<\/strong> Denn gerade Italien, Spanien und die Grande Nation reissen die aktuellen Kriterien am deutlichsten. Eine R\u00fcckkehr zum alten Fiskalkorsett lehnen sie daher ab. Als mahnendes Beispiel einer zu schnellen Haushaltskonsolidierung gilt die Austerit\u00e4tspolitik nach 2008, die Europa in eine tiefe Krise gest\u00fcrzt habe.<\/p>\n<p><strong>Aus den Reihen der S\u00fcdl\u00e4nder kommt daher die Forderung nach einer \u00bbModernisierung\u00ab des Stabilit\u00e4tspakts.<\/strong> Statt starrer Budgetregeln sollte die Tragf\u00e4higkeit der Staatsverschuldung ins Blickfeld r\u00fccken, die bei tiefen Zinsen gr\u00f6sser ist. Auch das Herausrechnen bestimmter Ausgabenkategorien (f\u00fcr Klima, Bildung etc.) ist eine beliebte Idee. Speziell der Vorschlag einer \u00bbgoldenen gr\u00fcnen Regel\u00ab, welche die Investitionen in den Klimaschutz aus der Defizitberechnung ausklammert, geniesst grosse Popularit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Bei der Anwendung der Fiskalregeln wurden in der Vergangenheit zweifellos Fehler gemacht.<\/strong> Insbesondere wurden nach der Finanzkrise die \u00f6ffentlichen Investitionen zu stark zur\u00fcckgefahren, was dem Wachstum geschadet hat. Auf der anderen Seite ist ein zu lasches Regelwerk aber ebenfalls abzulehnen. Das abschreckende Beispiel ist hier Griechenland, das in den 2000er Jahren seine \u00f6ffentlichen Personalkosten aus dem Ruder laufen liess.<\/p>\n<p><strong>Im aktuellen Umfeld gibt es ebenfalls bedenkliche Tendenzen.<\/strong> So hat die spanische Regierung auf die zuletzt stark steigenden Strompreise mit einer drastischen Senkung der Energiesteuern reagiert \u2013 zur Abfederung sozialer H\u00e4rten. Frankreich und Italien wollen auf \u00e4hnliche Weise nachziehen. Das weitere Anschwellen der Haushaltsdefizite wird jeweils billigend in Kauf genommen. Die L\u00e4nder k\u00f6nnen sich dabei auf die Unterst\u00fctzung der EZB verlassen, die sich aktiv gegen eine Ausweitung der Risikoaufschl\u00e4ge stemmt.<\/p>\n<p><strong>Alles in allem ist die Eurozone besser als gedacht durch die Krise gesteuert \u2013 auch wegen der Solidarit\u00e4t unter den Mitgliedsl\u00e4ndern.<\/strong> Diese muss nunmehr durch glaubw\u00fcrdige Fiskalregeln erg\u00e4nzt werden. Eine Schuldenunion hilft am Ende niemandem, sondern st\u00e4rkt lediglich die Populisten in den nordeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Im 1. Halbjahr 2022 wird das neue Rahmenwerk unter franz\u00f6sischer Pr\u00e4sidentschaft ausgehandelt. Nimmt man den Wahlkampf als Massstab, d\u00fcrfte Deutschland darauf kaum gut vorbereitet sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Rechtlicher Hinweis:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Die in diesem Beitrag gegebenen Informationen, Kommentare und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Die hier dargestellten Informationen st\u00fctzen sich auf Berichte und Auswertungen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Quellen. Obwohl die Bantleon Bank AG der Auffassung ist, dass die Angaben auf verl\u00e4sslichen Quellen beruhen, kann sie f\u00fcr die Qualit\u00e4t, Richtigkeit, Aktualit\u00e4t oder Vollst\u00e4ndigkeit der Angaben keine Gew\u00e4hrleistung \u00fcbernehmen. Eine Haftung f\u00fcr Sch\u00e4den irgendwelcher Art, die sich aus der Nutzung dieser Angaben ergeben, wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit l\u00e4sst keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die k\u00fcnftige Wertentwicklung zu.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n<article class=\"article\"><\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bantleon: Die deutsche Bundestagswahl steht vor der T\u00fcr, ohne dass \u00fcber ein wichtiges Thema ernsthaft diskutiert wurde: die Zukunft Europas \u2013 speziell der EU-Fiskalregeln.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5663,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[111],"class_list":["post-9112","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-bantleon"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9112"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9112\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9114,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9112\/revisions\/9114"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}