{"id":9152,"date":"2021-09-28T15:02:42","date_gmt":"2021-09-28T13:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=9152"},"modified":"2021-09-28T15:03:58","modified_gmt":"2021-09-28T13:03:58","slug":"lfde-von-u-booten-bis-immobilien-konfliktloesung-an-den-maerkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lfde-von-u-booten-bis-immobilien-konfliktloesung-an-den-maerkten\/","title":{"rendered":"LFDE : Von U-Booten bis Immobilien \u2013 Konfliktl\u00f6sung an den M\u00e4rkten"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">LFDE : An den M\u00e4rkten geht es zu wie im richtigen Leben \u2013 denn manchmal muss aufger\u00e4umt werden. Dabei kommt es schon mal zu Auseinandersetzungen.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Makro view der Woche<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>von Alexis Bienvenu<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche f\u00fchren zur Trennung, andere werden besser gel\u00f6st. Das Beispiel des U-Boot-Streits zwischen Frankreich und Australien ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die schlechte L\u00f6sung eines solchen Konflikts. Die Akteure entzweien sich f\u00fcr lange Zeit, die Beziehung zerbricht und die Hausarbeit wird nicht erledigt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Chinesische Regierung zeigt Fingerspitzengef\u00fchl<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Beispiel Chinas mit seinen \u00fcberschuldeten Akteuren veranschaulicht wiederum das Gegenteil: eine gute Haushaltsf\u00fchrung. Dort sehen sich die Beh\u00f6rden mit einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen strukturellen Verschuldung konfrontiert. Der prozentuale Anteil aller Schulden des Landes im Verh\u00e4ltnis zum BIP stieg von rund 160 % im Jahr 2008 auf heute mehr als 320 %. Um sie zu begleichen oder wenigstens ihren Anstieg zu bremsen, strafften die Beh\u00f6rden die geldpolitischen Bedingungen zu Beginn der 2010er Jahre. Das Ergebnis dieser \u201eAufr\u00e4umarbeiten\u201c: schwierige Jahre f\u00fcr chinesische Immobilien, insbesondere 2011 und 2014.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund dieser Erfahrung hat China seine geldpolitischen Instrumente weiterentwickelt, um stets den Spagat zwischen der f\u00fcr die Stabilit\u00e4t des Systems notwendigen Stimulierung der Wirtschaft und der Steuerung der kreditbedingten \u00dcberhitzung zu schaffen. In der Corona-Krise konnte diese Erfahrung voll ausgenutzt werden. Nach dem Tritt aufs Gaspedal Anfang 2020, als das Land pl\u00f6tzlich erstarrt war, verringerte Peking seine Stimulierungsma\u00dfnahmen, um dann im ersten Halbjahr 2021 einen etwas restriktiveren Kurs einzuschlagen. Das Ergebnis: ein geringeres Wachstumstempo im zweiten Halbjahr 2021 und Druck auf die \u00fcberschuldeten Akteure.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Evergrande \u2013 kein neues Lehman Brothers<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kritische Lage des Immobilienentwicklers Evergrande ist hierf\u00fcr ein typisches Beispiel. Das Unternehmen ist trotz angespannter Finanzstruktur und geringer Qualit\u00e4t die Nummer zwei im chinesischen Immobiliensektor und droht bei weniger g\u00fcnstigen Bedingungen durch die systemischen Folgen insolvent zu werden. Aber auch hier agiert die chinesische Regierung mit Fingerspitzengef\u00fchl. Anstatt Evergrande als Ganzes zu retten, bringt Peking kurzfristige Liquidit\u00e4t in das System, um eine Bankenkrise zu vermeiden, und organisiert mithilfe der nationalen Symbiose zwischen staatlichem und privatem Sektor die Umschuldung. Peking wird zudem vermutlich einige weniger systemrelevante Akteure sowie ausl\u00e4ndische Banken fallen lassen, die trotz der offenkundigen Schw\u00e4chen des Unternehmens Schuldtitel von Evergrande gekauft h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eHausarbeit\u201c wird erledigt, auch wenn einiges ausrangiert wird. Aber der wichtigste Konflikt muss vermieden werden: jener zwischen der Mittelschicht und dem Staat. Die chinesischen Haushalte m\u00fcssen untergebracht werden bzw. die erwartete Miete vereinnahmt werden. Wie hielte das Regime sonst das Versprechen des \u201egeteilten Wohlstands\u201c? Die Immobilien m\u00fcssen also \u201eum jeden Preis\u201c bereitgestellt werden. Auch wenn es zu Turbulenzen kommen kann, wird die Schockwelle der Umschuldung aufgefangen werden. Es br\u00e4uchte auf jeden Fall viel mehr, damit Evergrande zu einem neuen Lehman Brothers wird. Selbst die USA w\u00fcrden Lehman Brothers mittlerweile nicht mehr fallen lassen.<\/p>\n<h6><strong>Fed stellt allm\u00e4hliche Straffung in Aussicht<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA hat die Fed noch nicht damit begonnen, ihre Bilanz zu bereinigen. Sie kauft nach wie vor 120 Milliarden USD an Schuldverschreibungen pro Monat. Aber es k\u00fcndigt sich Bewegung an. Die Rede des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell vom 22. September l\u00e4sst kaum Zweifel daran: Sofern sich das Konjunkturklima nicht unerwartet verschlechtert, d\u00fcrfte die Drosselung der K\u00e4ufe noch vor Jahresende beginnen. Die M\u00e4rkte treten dann in eine neue Phase ein: die allm\u00e4hliche Straffung. Die Zinss\u00e4tze d\u00fcrften steigen. Wie in China und eigentlich \u00fcberall werden die am st\u00e4rksten verschuldeten Akteure unter Druck geraten \u2013 und es wird Insolvenzen geben. Es wird sicherlich die Frage aufkommen, ob manche davon systemrelevant sein k\u00f6nnten, insbesondere nach einem solchen Boom im Immobiliensektor, bei dem es zu Exzessen gekommen ist. Aber wie auch die Fed gelernt hat, ist ein Haushaltskonflikt f\u00fcr das System nicht erstrebenswert. Bei Bedarf wird abermals unbegrenzt Liquidit\u00e4t verabreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich gibt es keine Wahl. Bei dem Schuldenstand rund um den Globus ist die einzige L\u00f6sung f\u00fcr die Schuldensituation, abgesehen von moderater Inflation, die Aufnahme neuer Schulden. Zumal bald neue, bisher kaum abzusch\u00e4tzende Ausgaben get\u00e4tigt werden m\u00fcssen. Die im November stattfindende UN-Klimakonferenz 2021 wird daran erinnern: Auf lange Sicht w\u00e4re es viel teurer, sich heute nicht f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Erderw\u00e4rmung zu verschulden, als Notausgaben zu t\u00e4tigen. Die Hausarbeit wird noch warten m\u00fcssen. Die Haushalte k\u00f6nnen es nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LFDE : An den M\u00e4rkten geht es zu wie im richtigen Leben \u2013 denn manchmal muss aufger\u00e4umt werden. 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