{"id":9317,"date":"2021-10-20T10:24:37","date_gmt":"2021-10-20T08:24:37","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=9317"},"modified":"2021-10-20T10:29:11","modified_gmt":"2021-10-20T08:29:11","slug":"lfde-wieviel-reflation-steckt-in-der-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lfde-wieviel-reflation-steckt-in-der-inflation\/","title":{"rendered":"LFDE : Wieviel Reflation steckt in der Inflation?"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">LFDE : Wieviel Reflation steckt in der Inflation? Steigende Preise fordern Fingerspitzengef\u00fchl der Zentralbanken.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Makro view der Woche<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> von <b class=\"\">Olivier de Berranger<\/b>, CIO bei La Financi\u00e8re de l&#8217;Echiquier <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vermeintlich kurzzeitige Probleme dauern h\u00e4ufig l\u00e4nger als erwartet. So ist es auch mit der Inflation. Auch wenn die Fed und die EZB sie weiterhin als \u201evor\u00fcbergehend\u201c einstufen, beunruhigt sie zunehmend Anleger, Hersteller und Verbraucher. Auch einige Mitglieder der Fed sorgen sich allm\u00e4hlich, wie die Protokolle ihrer vergangenen Sitzung zeigen. Immer mehr von ihnen sind der Auffassung, dass die Vorteile der aktuellen Liquidit\u00e4tsspritzen allm\u00e4hlich durch die negativen Effekte, d. h. die Inflation, aufgewogen werden. Aber nicht jede Art von Inflation liegt in der Verantwortung der Zentralbanken, auch wenn es ihre gemeinsame Aufgabe ist, sie zu steuern. Hier muss genau differenziert werden.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Reflation vs. Inflation: R\u00fcckkehr zum Gleichgewicht oder echte Inflation?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuallererst gilt es, \u201eReflation\u201c und \u201eInflation\u201c zu unterscheiden. Erstere bedeutet einen Anstieg der Preise nach einem als zu niedrig empfundenen Niveau. Ein Beispiel sind die derzeitigen \u00d6lpreise. Auf 10 oder gar 20 Jahre betrachtet liegen sie im Durchschnitt bei 70 Dollar je Barrel Brent, wenn man den aktuellen Dollarkurs zugrunde legt. Hei\u00dft, dieser Durchschnitt w\u00e4re h\u00f6her, wenn man die Inflation ber\u00fccksichtigen w\u00fcrde. Derzeit befindet sich Erd\u00f6l mit \u00fcber 80 Dollar auf einem H\u00f6chststand seit 2014. Doch bei genauerem Hinsehen spiegeln die aktuellen Preise eine R\u00fcckkehr zum Durchschnitt wider, nachdem die Preise 2020 unglaublich niedrig waren und in den vergangenen f\u00fcnf Jahren insgesamt ein niedriges Niveau erreicht hatten. Diese Reflation signalisiert die R\u00fcckkehr zu einem gewissen Gleichgewicht. Kein Grund zur Sorge also aufseiten der Zentralbanken, die hier sowieso keinen Einfluss nehmen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lage an anderen Energiem\u00e4rkten wie Gas oder Kohle entspricht eher einer echten Inflation. Sie treiben die Preise f\u00fcr Heizen, Strom und letztlich auch f\u00fcr Fertigerzeugnisse nach oben. Aber auch hier k\u00f6nnen die Zentralbanken nichts tun. Generell liegt die Inflation bestimmter G\u00fcter, bei denen die Nachfrage das Angebot vor\u00fcbergehend \u00fcbersteigt, ebenfalls nicht in ihrer Verantwortung. Dies trifft gegenw\u00e4rtig auf die Preise f\u00fcr elektronische Chips und mittelbar auch auf die Preise bestimmter langlebiger G\u00fcter zu. In der Regel entspricht das Angebot letztlich der Nachfrage oder \u00fcbersteigt diese sogar, was einen ebenfalls vor\u00fcbergehenden, deflation\u00e4ren Gegenschock ausl\u00f6st. Hier k\u00f6nnen Zentralbanken keine Abhilfe schaffen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Anzeichen f\u00fcr Lohn-Preis-Spirale<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Verantwortung haben die Zentralbanken hingegen bei der langfristigen Inflation im Wirtschaftssystem. Insbesondere was die Preise f\u00fcr Finanzwerte oder Immobilien sowie die L\u00f6hne anbelangt. Erstere schaffen einen vor\u00fcbergehenden Wohlstandseffekt, der zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Risikobereitschaft f\u00fchren kann, wodurch Blasen und Krisen ausgel\u00f6st werden. Letztere sind zun\u00e4chst zwar vorteilhaft f\u00fcr die privaten Haushalte, aber dann nachteilig, wenn die ausgegebenen \u2013 nicht gesparten \u2013 Eink\u00fcnfte einen generellen Anstieg der Preise verursachen. Der reale Zuwachs an Kaufkraft kann null betragen. Zudem verliert Geld tendenziell an Wert, was auch die Kosten f\u00fcr Importe verteuert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebendieses Ph\u00e4nomen l\u00e4sst sich mittlerweile insbesondere in den USA beobachten. Die j\u00fcngsten Arbeitsmarktdaten zeigen es: Die Lohnkosten steigen deutlich (+4,5 % im Jahresvergleich), insbesondere in den niedrigen Lohnstufen (+7 %). Dies w\u00e4re positiv, wenn die Preise nicht ebenfalls steigen w\u00fcrden. Denn sie steigen nicht nur f\u00fcr bestimmte G\u00fcter, bei denen Lieferengp\u00e4sse bestehen, die jedoch weniger problematisch sind, sondern vor allem im Immobiliensektor. So verzeichnete die US-Inflation im August in der Komponente \u201eMiete\u201c mit +0,5 % ihren kr\u00e4ftigsten Monatsanstieg seit 2001. Die Komponente f\u00fcr die Eigent\u00fcmer (Owner&#8217;s equivalent rent of residence) legte um +0,4 % zu. Dies ist die st\u00e4rkste \u00c4nderung zum Vormonat seit Sommer 2006. Wie gewonnen, so zerronnen also \u2013 zumindest teilweise.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Inflationssteuerung mit Fingerspitzengef\u00fchl<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier k\u00f6nnen Zentralbanken einwirken, indem sie die Finanzierungsbedingungen straffen, um den Motor abzuk\u00fchlen, ohne ihn jedoch abzuw\u00fcrgen. Je fr\u00fcher, desto besser, denn abwarten macht eine umso st\u00e4rkere Reaktion erforderlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bestehen daher wenig Zweifel, dass die Zentralbanken und insbesondere die Fed k\u00fcnftig einen anderen Ton anschlagen werden. Mehrere Schwellenl\u00e4nder haben dies bereits getan \u2013 China geh\u00f6rt allerdings nicht dazu. Dies wird an den M\u00e4rkten sp\u00fcrbar werden. Die US-Zinskurve k\u00f6nnte weiter steigen, entweder insgesamt oder vor allem am kurzen Ende, das eher die geldpolitischen Erwartungen widerspiegelt. Der Vorteil besteht heute darin, dass diese Steuerung angesichts der Erfahrungen aus den j\u00fcngsten Straffungszyklen sowie der H\u00f6he der Schulden mit \u00e4u\u00dferster Vorsicht, aber durchaus entschlossen umgesetzt wird. Der Markt ist also in den kundigen H\u00e4nden des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, der bei den Preisen nun ganz genau differenzieren muss, um die Wirtschaft aus dem Inflationszyklus hinauszuf\u00fchren, in den sie scheinbar hineingeraten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LFDE : Wieviel Reflation steckt in der Inflation? 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