{"id":9353,"date":"2021-10-26T14:56:41","date_gmt":"2021-10-26T12:56:41","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/?p=9353"},"modified":"2021-10-26T15:47:46","modified_gmt":"2021-10-26T13:47:46","slug":"jupiter-am-schreckgespenst-stagflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/jupiter-am-schreckgespenst-stagflation\/","title":{"rendered":"Jupiter AM : Schreckgespenst Stagflation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Jupiter AM : Schreckgespenst Stagflation;  Warum sich Anleiheinvestoren langfristig keine Sorgen machen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income bei Jupiter Asset Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anleiheinvestoren haben sich in diesem Jahr bereits mit unz\u00e4hligen Herausforderungen konfrontiert gesehen \u2013 von niedrigen Zinsen \u00fcber eine steigende Inflation bis hin zu sehr engen Spreads. Jetzt droht  das nachlassende globale Wachstum in eine Stagflation \u00fcberzugehen. Zu einer Stagflation kommt es,  wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, die Arbeitslosigkeit steigt und die Inflation hoch bleibt. F\u00fcr Anleger ist das ein bedrohliches Szenario, da es zu einem Teufelskreis f\u00fchrt, in dem der durch die  Inflation ged\u00e4mpfte Konsum zu r\u00fcckl\u00e4ufigen Unternehmensgewinnen und damit einem Anstieg der  Arbeitslosigkeit f\u00fchrt. Ich halte die Stagflation f\u00fcr ein kurzfristiges Risiko, aber nicht f\u00fcr einen langfristigen  Sorgenfaktor f\u00fcr Anleger. Ich gehe weiterhin davon aus, dass die Inflation nur vor\u00fcbergehend erh\u00f6ht ist  und wieder sinken wird, wenn die Lieferkettenunterbrechungen weitgehend behoben sind und das  Angebot wieder mit der Nachfrage gleichziehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die globalen Lieferketten basieren auf dem \u201eJust-in-Time\u201c-Konzept, das durch die Pandemie nicht mehr  funktioniert hat. Das war auch eine der Hauptursachen des zunehmenden Inflationsdrucks in diesem Jahr.  Die Welt ist vernetzter denn je. Dadurch hat ein Produktionsstillstand in einer Fabrik in China sofortige und  weitreichende Auswirkungen auf die globalen Lieferketten. Ich gehe davon aus, dass es eine Weile  dauern wird, bis diese wieder st\u00f6rungsfrei funktionieren. Wie lange das sein wird, h\u00e4ngt vor allem davon  ab, wie erfolgreich die L\u00e4nder bei der Bek\u00e4mpfung des Coronavirus sind. Wenn weiter neue Varianten aufkommen und die Volkswirtschaften erneut in den Lockdown zwingen, wird der Heilungsprozess der  globalen Lieferketten entsprechend l\u00e4nger dauern.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Fundamentale Kr\u00e4fte halten die Inflation im Zaum<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus sehe ich starke strukturelle Faktoren, die die Inflation im Zaum halten werden. Dazu  geh\u00f6ren die rekordhohe globale Verschuldung, die alternde Weltbev\u00f6lkerung und die Globalisierung. Die  COVID-19-Pandemie hat die globale Verschuldung auf ein seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr  gesehenes Niveau ansteigen lassen. Allein im zur\u00fcckliegenden Jahr ist der globale Schuldenberg um 40  Billionen US-Dollar auf 280 Billionen US-Dollar angewachsen. Das ist mehr als das Dreifache der welt\u0002weiten Wirtschaftsleistung (BIP). Und die Erfahrung der Vergangenheit zeigt: Wenn die Staatsverschul\u0002dung im Verh\u00e4ltnis zum BIP 50-60 Prozent erreicht, wirkt sich dies nachteilig auf das Wachstum aus und sorgt f\u00fcr Gegenwind f\u00fcr den Inflationsdruck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auswirkungen der Globalisierung tragen ebenfalls zur Verringerung der Inflation bei, da das Lohn\u0002wachstum durch die Verlagerung der Produktion in \u00e4rmere L\u00e4nder gedeckelt wird. Gleichzeitig hat der  technologische Fortschritt die Warenherstellung billiger gemacht und damit die Preise niedrig gehalten.  Die Pandemie mag einige dieser Trends unterbrochen haben. Ich halte dies aber f\u00fcr eine vor\u00fcbergehende  Entwicklung und glaube, dass diese Entwicklungen weiter deflation\u00e4r wirken werden, wenn sich die Welt  von der Pandemie erholt. So gibt es auch keine Belege f\u00fcr die von einigen weiterhin vertretene These der  Deglobalisierung \u2013 die harten Zahlen deuten eher auf das Gegenteil hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im R\u00fcckblick hat sich der diesj\u00e4hrige Inflationsschub als hartn\u00e4ckiger erwiesen, als viele antizipiert hatten.  Insbesondere Rohstoffe und Konsumg\u00fcter haben sich im Vergleich zum Vorjahr st\u00e4rker verteuert als er\u0002wartet. Inzwischen geben diese Preise aber bereits wieder etwas nach. Die Holzpreise haben sich gegen\u0002\u00fcber ihrem H\u00f6chststand mehr als halbiert, die Kupfer- und Agrarrohstoffnotierungen scheinen zu drehen  und auch der Eisenerzpreis hat sich gegen\u00fcber seinen am Jahresanfang erreichten H\u00f6chstst\u00e4nden hal\u0002biert. Ich f\u00fchre den Preisverfall bei Rohstoffen wie Kupfer und Eisenerz vor allem auf die drastische  Wachstumsverlangsamung in China zur\u00fcck. Die j\u00fcngsten Zahlen zur Verbraucherpreisinflation (CPI) in  den USA scheinen den R\u00fcckgang der Teuerung zu best\u00e4tigen. Bei den Preisen f\u00fcr Gebrauchtfahrzeuge  und Flugtickets ist bereits eine Normalisierung zu beobachten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Chinas Wachstumsschw\u00e4che d\u00e4mpft das globale Wachstum<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist die Inflation nur ein Faktor in der Stagflationsgleichung \u2013 der andere ist das globale  Wachstum. Es gibt viele Anzeichen daf\u00fcr, dass das weltweite Wachstum seinen H\u00f6hepunkt erreicht hat.  Wie bereits erw\u00e4hnt, scheint die chinesische Wirtschaft zuletzt an Dynamik verloren zu haben: Die Einzel\u0002handelsums\u00e4tze sind hier im August im Jahresvergleich nur noch um 2,5 Prozent gestiegen, w\u00e4hrend die  \u00d6konomen von 7 Prozent ausgegangen waren. Durch die wiederholten COVID-19-Ausbr\u00fcche und die Auswirkungen der Evergrande-Krise ist auch die chinesische Industrieproduktion hinter den Erwartungen  zur\u00fcckgeblieben. Die \u00d6konomen von Goldman Sachs gehen bereits davon aus, dass Chinas Wirtschaft im  dritten Quartal \u00fcberhaupt nicht mehr wachsen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Blick auf die M\u00e4rkte zeigt, dass der Anleihemarkt die Inflation ebenfalls f\u00fcr ein vor\u00fcbergehendes  Ph\u00e4nomen h\u00e4lt: Am kurzen Ende (5-j\u00e4hrige TIPS) liegen die Breakeven-Raten bei gerade einmal 2,3  Prozent. Dieser Wert k\u00f6nnte sinken, wenn der Inflationsdruck weiter nachl\u00e4sst, und f\u00fcr einen weiteren  R\u00fcckgang der Renditen in den USA sorgt. Daher sieht das k\u00fcnftige wirtschaftliche Umfeld f\u00fcr Anleihein\u0002vestoren g\u00fcnstig aus. Auf der Suche nach regelm\u00e4ssigen Ertr\u00e4gen fliesst aktuell viel Geld in Unterneh\u0002mensanleihen, und die Unternehmen sind dank grossz\u00fcgiger staatlicher Unterst\u00fctzung in den westlichen  Staaten im Vergleich zu ihren Konkurrenten in den Schwellenm\u00e4rkten ziemlich gut aufgestellt. Das stimmt  mich zuversichtlich, dass die Ausfallraten noch einige Zeit sehr niedrig bleiben werden. Dadurch k\u00f6nnten  sich im High-Yield-Segment ausgew\u00e4hlte Einstiegsm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen. Mit der beginnenden R\u00fcck\u0002f\u00fchrung der extrem expansiven Geldpolitik der Zentralbanken d\u00fcrfte die Volatilit\u00e4t an den M\u00e4rkten zunehmen. Die l\u00e4ngerfristigen strukturellen Kr\u00e4fte sollten jedoch dazu f\u00fchren, dass der Inflationsdruck  nachl\u00e4sst, wenn sich die wirtschaftliche Lage wieder normalisiert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jupiter AM : Schreckgespenst Stagflation; Warum sich Anleiheinvestoren langfristig keine Sorgen machen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6126,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[128],"tags":[146],"class_list":["post-9353","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-makroanalyse","tag-jupiter-am"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9353"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9355,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9353\/revisions\/9355"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6126"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}