{"id":9813,"date":"2022-01-10T11:59:22","date_gmt":"2022-01-10T10:59:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=9813"},"modified":"2022-01-11T12:00:16","modified_gmt":"2022-01-11T11:00:16","slug":"lfde-der-wert-des-wertes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lfde-der-wert-des-wertes\/","title":{"rendered":"LFDE : Der Wert des Wertes"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">LFDE: Die Bewertung von Unternehmen ist das t\u00e4gliche Brot der B\u00f6rsenakteure. Bei so vielen Beteiligten k\u00f6nnte man erwarten, dass der Wert eines Unternehmens immer in etwa richtig ist<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> von Olivier de Berranger, CIO, LFDE<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist jedoch bei weitem nicht der Fall \u2013 zumindest aus Sicht der Fondsmanager, die sich auf die Wertpapiere konzentrieren, die mit Blick auf ihre Gewinne oder Bilanz am g\u00fcnstigsten sind. F\u00fcr sie ist ein Gro\u00dfteil der Indizes deutlich unterbewertet, zumal sich der Trend zu Kursabschl\u00e4gen bei den vernachl\u00e4ssigten Wertpapieren seit mehr als 10 Jahren verst\u00e4rkt. Denn seit ihrem Hoch im Jahr 2007 verloren die Indizes der als \u201eg\u00fcnstig\u201c bezeichneten Unternehmen \u2013 Value im Finanzjargon \u2013, da sie einen nicht in ihrem Preis ausgedr\u00fcckten Wert bieten, gegen\u00fcber den als \u201eWachstumstitel\u201c bezeichneten (im Vergleich zu ihren Gewinnen teureren) Unternehmen quasi nicht an Boden. Wie bei den sozialen Ungleichheiten verst\u00e4rkten sich auch die Ungleichheiten bei der Bewertung von B\u00f6rsentiteln: Der Sieger bekommt alles!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierf\u00fcr gibt es gute Gr\u00fcnde: Ein innovatives Unternehmen mit hoher Wachstumsrate verdient einen teureren Preis, vor allem, wenn ein nachhaltiges Wachstum erwartet wird. Die Pr\u00e4mienh\u00f6he bei den teuersten Unternehmen ist jedoch vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld abh\u00e4ngig. Dieses Umfeld k\u00f6nnte sich \u00e4ndern und m\u00f6glicherweise einer strukturellen Verschiebung weg von der Dominanz der teuer erscheinenden Titel hin zu den mit Abschlag gehandelten Titeln den Boden bereiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2021 zeigten sich mehrere Anzeichen f\u00fcr diesen m\u00f6glichen Wandel. Auch wenn sich in Europa die typischerweise teuren Wachstumstitel aus dem Technologiesektor sehr gut entwickelten, hatte der lange Zeit vernachl\u00e4ssigte Bankensektor die Nase vorn. Seit Jahresbeginn ist dieser Trend noch deutlicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sehen wir bei den Bewertungen den Auftakt zu einer Gegenbewegung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese tausendfach gestellte Frage verursachte tausend Strohfeuer und dies k\u00f6nnte schlicht das tausendunderste sein. Manche Aspekte des Marktes lassen jedoch vermuten, dass es nun tats\u00e4chlich anders kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens, weil fast alle Zentralbanken in unterschiedlichem Ma\u00dfe die Verringerung ihrer Anleihenk\u00e4ufe oder sogar wie die Fed einen Zinsanhebungskurs beziehungsweise die Verringerung ihrer Anleihenbest\u00e4nde eingel\u00e4utet haben. Bei einem Zinsanstieg m\u00fcssen die teuersten Titel, die ihren Preis durch ihr langfristiges Wachstum rechtfertigen, diesen durch zus\u00e4tzliches Wachstum ausgleichen, um nicht an Attraktivit\u00e4t zu verlieren. Nicht alle k\u00f6nnen das. Daher ist eine sorgf\u00e4ltige Auswahl umso wichtiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens, weil bei der Inflation ein strukturelles Wachstum droht. Zwar d\u00fcrfte die aktuelle, abnormal hohe Inflation bald wieder abflauen, k\u00f6nnte danach jedoch auf einem Niveau verharren, das \u00fcber jenem der vergangenen Jahre liegt. Die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig: weniger Globalisierung aufgrund des Konflikts zwischen den USA und China, Quasi-Vollbesch\u00e4ftigung in den USA, steigende Nachfrage nach \u00d6l bei schwierigerer und immer weniger finanzierter F\u00f6rderung, wahrscheinlicher Preisanstieg bei den f\u00fcr die Energiewende unverzichtbaren Metallen usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem inflation\u00e4ren Umfeld steigen die Zinss\u00e4tze tendenziell, auch wenn dies weder automatisch noch sofort geschieht. Die blo\u00dfe Unsicherheit in Bezug auf die H\u00f6he der langfristigen Zinss\u00e4tze f\u00fchrt zu h\u00f6heren Anspr\u00fcchen an die Bewertungen. Auch hier sollte die Titelauswahl noch sorgf\u00e4ltiger erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus hat jede Herrschaft ein Ende. Wissenschaftliche Studien zeigen auf lange Sicht keine Vorteile durch Investments in die teuersten Werte \u2013 im Gegenteil. Eines Tages wird es also zu einer Neuausrichtung kommen m\u00fcssen. Bei einigen, insbesondere den Platzhirschen im Technologiesektor aus den USA und China, k\u00f6nnte dies durch den aktuellen Druck seitens der Politik ausgel\u00f6st werden, mit dem ihre Vormachtstellung und somit ihr Reiz f\u00fcr die B\u00f6rsianer begrenzt werden sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn diese Ver\u00e4nderung eintritt, bedeutet das nicht, dass alle teuren oder innovativen Unternehmen abgestraft werden: Es wird immer eine Pr\u00e4mie f\u00fcr aufgehende Sterne geben, und das f\u00f6rdert die Innovation. Der Markt basiert auf diesem Reiz und noch mehr auf der menschlichen Natur. Dies l\u00e4sst einigen seit langem vernachl\u00e4ssigten Titeln jedoch eine Chance. Die Stunde der \u201eGerechtigkeit f\u00fcr alle\u201c bei den Bewertungen k\u00f6nnte geschlagen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LFDE: Die Bewertung von Unternehmen ist das t\u00e4gliche Brot der B\u00f6rsenakteure. 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